Die Vor- und Nachteile der Holzständerbauweise beim Fertighaus

Holzstaenderbauweise

Was hat es eigentlich mit der Holzständerbauweise auf sich und welche Vor- beziehungsweise Nachteile bringt sie mit sich? Wir verraten Ihnen die Antworten auf diese und einige weitere Fragen im folgenden Blogbeitrag.

Die Besonderheit der Holzständerbauweise liegt darin, dass sich die Balken und Latten aus Holz zu einem Gerüst zusammenfügen. Daraufhin folgt die Verschließung des Gerüsts von beiden Seiten, wobei zwischen der inneren Hülle und der äußeren Haut genügend Raum besteht, um das Haus ausreichend zu dämmen.

Trotz der Bauweise und der in der Regel gleichbleibenden Abläufe gibt es unterschiedliche Varianten, die wir im kommenden Abschnitt etwas genauer erläutern möchten.

Verschiedene Varianten der Holzständerbauweise

Ein Fertighaus in der Holzständerbauweise kann in kurzer Zeit angefertigt werden, was ein wesentlicher Vorteil dieser Bauweise ist. Trotzdem gilt: Sie tun gut daran, in der Entscheidungsphase die Nachteile der Holzständerbauweise nicht zu übersehen.

Außerdem sollten Sie sich in aller Ruhe Gedanken machen, welche möglichen Varianten für Sie in Betracht kommen, wie zum Beispiel:

  • mit Klinkerhülle
  • mit Mineralputz
  • Holzhaus oder Holzverkleidung
  • original Fachwerkbau

Durch die Holzständerbauweise mit Mineralputz lässt sich das Fertighaus mit dem Wärmebedarf eines Energiesparhauses (Niedrigenergiehaus, Nullenergiehaus) vergleichen. Hierfür ist eine Verkleidung mit Wärmedämmelementen nötig, die Sie später gut verputzen.

Vorsicht gilt bei der Lüftung. Diese Häuser atmen schlechter als komplett aus Holz errichtete Häuser. Das bedeutet, das Holz in den Wänden bietet Schimmelpilz eine bessere Lebensgrundlage. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auf eine exakte Abdichtung der Dampfsperre zu achten. Weiterhin ist es von Bedeutung, dass das Haus über eine gesteuerte Lüftungsanlage verfügt.

Es gibt Fertighäuser in der Holzständerbauweise mit aus Holz erstellten Außenhüllen. Hier lassen sich verschiedene Varianten unterscheiden, beispielsweise Häuser mit unterschiedlichen breiten, senkrecht an der Außenhülle angebrachten, Brettern. Wichtig bei all diesen Varianten ist eine optimal hinterlüftete Holzhülle, auf der sich kein Wasser ansammelt.

Ein Fachwerkbau besteht ursprünglich aus Balken, in denen sich rote Backsteine befinden. Oftmals erhielten die damaligen Modelle keine Isolierung oder im Inneren eine gemauerte Wandschicht. Der Nachteil: der Wärmebedarf ist in der Regel zu hoch.

Aus diesem Grund besitzen heutige Fachwerkhäuer außen ein mit Steinen ausgemauertes Balkenfachwerk. Danach werden vor der Innenwand eine oder mehrere Luftschichten und eine Dämmschicht angebracht. Die Kosten für diese Bauform sind wesentlich höher als für einen herkömmlichen Bau in der Ständerbauweise.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Wie andere Bauweisen beim Fertighaus bringt auch die Holzständerbauweise einige Vor- und Nachteile mit sich. Die positiven Aspekte sind:

  • geringer Zeitfaktor
  • günstige Baustoffe trotz guter Qualität und Energieeffizienz
  • flexible Raumgestaltung (keine tragenden Wände)
  • günstiger als die Massivbauweise
  • gleiche Lebensdauer wie ein Massivhaus

Demgegenüber stehen einige Nachteile:

  • eindringende Feuchtigkeit und Gefahr von Schimmelpilzbildung
  • niedriger Schallschutz
  • erhöhte Feuergefahr

Worauf sollten Sie achten?

Um die weiter oben erwähnte Langlebigkeit eines Fertighauses in der Ständerbauweise zu gewähren, gilt es einige Regeln zu beachten. Zum einen sind ein zuverlässiger Bauträger und die Verwendung von gut getrocknetem Holz wichtig. Zum anderen empfiehlt es sich, ein Fertighaus in dieser Bauweise in den Sommermonaten zu errichten. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Feuchtigkeit in das Holz eindringt.

Das bedeutet weiterhin, dass Sie für die Bauphase am besten ausreichend Folien und Planen bereitlegen, die bei aufkommendem Regen das Holz vor Feuchtigkeit schützen. Wenn Sie oder vielmehr Ihr Fertighausanbieter diese Regeln beachtet, übersteht Ihr Fertighaus in der Holzständerbauweise 100 Jahre oder länger ohne größere Schäden.

Ideal ist es, wenn Sie ein Rastermaß von 62,5 Zentimetern einhalten. In dem Fall lassen sich Wände ohne Probleme umsetzen und Dämmung und Innenausbau ohne größeren Verschnitt durchführen.

Für Ihr Fertighaus in der Ständerbauweise ist es weiterhin wichtig, das Holz vor Insektenbefall zu schützen und die Wände nicht zu dünn zu wählen. In zu dünnen Wänden lässt sich nicht ausreichend Dämmmaterial unterbringen, was die Heizkosten erhöht und das am dünneren Holz gesparte Geld schnell aufbraucht.

Für wen eignet sich die Holzständerbauweise?

Die Holzständerbauweise bietet sich bei einem Fertighaus an, wenn Sie Naturmaterialien schätzen. Oder auch, wenn Sie einen kostengünstigen und leicht zu errichtenden Anbau an ein Gebäude bauen.

Zudem verbreitet Holz als natürliches Baumaterial ein angenehmes Raumklima. Die Feuchtigkeit geht nach außen, da Holz atmet. Zusätzlich bindet Holz Hausstaub, was vor allem für Allergiker von großem Vorteil ist.

Kommt die Holzständerbauweise für Sie in Betracht? Verraten Sie es uns gerne in den Kommentaren.


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Bildquelle: Simon Stankowski | unsplash.com

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