Was ist eigentlich ein Plusenergiehaus, wie funktioniert es und inwiefern grenzt es sich von den gewöhnlichen KfW-Effizienzhäusern ab? Die Antworten darauf und einiges mehr verraten wir Ihnen in unserem Beitrag zu einem Haus, das energieeffizienter kaum sein könnte.  

Energieeffizienz spielt im Neubau eine bedeutende Rolle. Nicht nur, weil mittlerweile durch verschiedene Komponenten Strom eingespart werden kann, sondern gleichzeitig Energie gewonnen wird. Das Plusenergiehaus gilt dabei als das Paradebeispiel in Bezug auf eine energieeffiziente Bauweise, da es mehr Energie erzeugt, als verbraucht wird.

Das Plus im Namen bezieht sich auf den Energiebedarf eines Jahres. Sobald mehr Energie durch eine Photovoltaik-Anlage produziert als verbraucht wird, zum Beispiel durch die Heizung, das Warmwasser und den Haushaltsstrom, spricht man von einem Plusenergiehaus.

Zu unterscheiden ist das Plusenergiehaus von den KfW-Effizienzhäusern der Klassen 100, 70, 55 und 40 sowie dem Nullenergiehaus. Während das KfW-Effizienzhaus das Ziel verfolgt, den Energieverbrauch möglichst gering zu halten, erzeugt das Nullenergiehaus soviel Energie wie es im Laufe eines Jahres verbraucht. Es kommt sozusagen auf null raus.

So funktioniert das Plusenergiehaus

Beim Plusenergiehaus wird die Energie durch Photovoltaik-Anlagen und thermische Solaranlagen gewonnen. Damit ein Plus tatsächlich erreicht wird, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Diese sind:

  • Eine energieeffiziente Gebäudehülle, die wärmegedämmt und luftdicht ist.
  • Eine kompakte Gebäudeform mit geeigneter und verschattungsfreier Dachfläche für die Photovoltaik-Anlage.
  • Eine hocheffiziente Anlagentechnik.
  • Die Verwendung von Haushaltsgeräten der Energieeffizienzklasse A+++.

Den größten Anteil an der Erzeugung von Strom hat die PV-Anlage, die durch Sonnenlicht Strom gewinnt. Dieser wird wiederum von einem Energiemanagementsystem verwaltet und gesteuert, wobei der Überschuss an Strom durch sonnenreiche Tage in einem zentralen Speicher gebündelt wird. Bei Bedarf, zum Beispiel nach Einbruch der Dunkelheit, bezieht das Haus den Strom aus dem Speicher. Sollte dieser einmal leer sein, wird Energie aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen.

Die Vorteile eines Plusenergiehauses

Natürlich bringt das Plusenergiehaus neben der Generierung von Strom einige weitere Vorteile mit sich. So sind Sie beispielsweise nicht mehr abhängig von den Stromanbietern, deren Kosten in Zukunft weiter steigen werden. Ein großes Plus für Sie und ihren Geldbeutel.

Mitdenkende Steuertechniken verhelfen Ihnen dazu, den gewonnenen Strom effizient einzusetzen. So werden zum Beispiel die Waschmaschine oder die Warmwasserbereitung automatisch gestartet, sobald genügend Energie dafür vorhanden ist. Das Plusenergiehaus ist somit nicht nur eine kostensparende Alternative, sondern vor allem auch eine äußerst clevere.

Zudem kann der überschüssige Strom, wie bereits erwähnt, gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden. Die gewonnene Energie geht damit nicht verloren. Und falls Sie mehr Strom produzieren als Sie tatsächlich benötigen, können Sie diesen ins öffentliche Stromnetz einspeisen oder einfach (später) für den eigenen Gebrauch nutzen, zum Beispiel für ein Elektroauto.

Beispiel: Gewinnt ein Plusenergiehaus 7.400 kWh im Jahr und verbraucht 2.800 kWh an Energiebedarf für Warmwasser, Heizung und Lüftung sowie 2.300 kWh an Haushaltsstrom für Beleuchtung und technische Geräte, so entsteht ein Plus von 2.300 kWh. Diese Menge reicht unter anderem, um 20.000 Kilometer mit einem Elektroauto zurückzulegen.

Energieeffizient, aber auch kostspielig

Wenn Ihnen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz wichtig sind und Sie zukunftsorientiert denken, dann sind Sie beim Plusenergiehaus genau richtig. Durch die hohe Energieeffizienz gibt es zudem verschiedene Möglichkeiten an Förderungen, auf die Sie zugreifen können.

Bei Fertighäusern wird vermehrt nach Plusenergiehäusern nachgefragt, wofür insbesondere die Umweltfreundlichkeit und die Unabhängigkeit vom Energiemarkt verantwortlich sind. Doch das hat seinen Preis, denn die hohen Ansprüche an die Planung, die Materialien und den Bau sind weitaus kostspieliger als es bei gewöhnlichen Fertighäusern der Fall ist.

Gerne tauschen wir uns mit Ihnen über das Plusenergiehaus aus. Hinterlassen Sie dafür einfach einen Kommentar oder wenden Sie sich an uns über die sozialen Netzwerke Facebook oder Twitter. Wir tauschen uns gerne mit Ihnen aus.

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