Das Passivhaus als angesagte Option unter den modernen Fertighaus-Varianten

Warum ein Passivhaus in Abgrenzung zu gleichermaßen zunehmend populärer werdenden Alternativen wie Niedrigenergiehaus, Plusenergiehaus und Nullenergiehaus eine empfehlenswerte Option ist, verraten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Körperwärme von Mensch und Tier, Sonneneinstrahlung sowie die Wärme, die von technischen Geräten des Alltags abgegeben wird: Das sind auf den Punkt gebracht die Quellen, die in einem Passivhaus für die Wärmezufuhr genutzt werden. Der Begriff ‘passiv’ erklärt sich in diesem Zusammenhang folglich von selbst.

Wohnen und Leben wie in einer Isolierflasche

Südausrichtung, eine quaderförmige, ökonomische Bauform, Luftdichtheit, eine ausgezeichnete Wärmedämmung und Isolierung sowie ein ausgeklügeltes System der Wärmerückgewinnung sind weitere wichtige Elemente, die für den Erfolg dieses innovativen Modells verantwortlich sind. Als Eigentümerin bzw. Eigentümer eines Passivhauses werden Sie außerdem von einem konstanten Klima inklusive regelmäßiger Frischluftzufuhr profitieren.

Entsprechend verwundert es wenig, das sich das Bild einer Isolierflasche aufdrängt, die in ihrem Inneren ungeachtet eventueller Außeneinflüsse bzw. Außentemperaturen warm und geschützt bleibt.

Das Passivhaus trumpft nicht zuletzt aufgrund eines vergleichsweise geringen Energieverbrauches auf. Oder, in Zahlen ausgedrückt: etwa 1, 5 Liter Heizöl pro Quadratmeter werden pro Jahr für diese Variante benötigt. Ein Faktum, das nicht nur Umweltschützer aufhorchen lässt.

Vielmehr hat dieser beindruckend niedrige Energieverbrauch auch auf politischer Ebene für Furore gesorgt. Das Ergebnis ist eine ab dem Jahre 2020 für alle Neubauten gültige gesetzliche Auflage, die in aller Kürze nichts weiter vorgibt, als die zukünftige Einhaltung des Passivhaus-Standards.

Gerade bei Laien stiftet die Unterscheidung zwischen einem Passivhaus und vergleichbaren Immobilien, die jedoch trotz einer ähnlich anmutenden Ausstattung nicht als solches bezeichnet werden dürfen, Verwirrung. Hierbei handelt es sich sehr wahrscheinlich um Objekte, die über keine Zertifizierung als ‘Passivhaus’ verfügen.

Plus- und Minuspunkte des Passivhauses

Sie sind auf der Suche nach einem energieeffizienten Fertighaus, tun sich jedoch schwer mit der Entscheidung für eine der auf den ersten Blick durchweg vorteilhaft erscheinenden Varianten? Dann hilft Ihnen in Bezug auf das Passivhaus gewiss der folgende Kurzüberblick über Vor- und Nachteile dieses Hausmodells weiter.

In Sachen Umweltschutz punktet das Passivhaus nicht zuletzt aufgrund des im Vergleich zu herkömmlichen Häusern rund 4.000 Kilogramm geringeren CO2-Ausstoßes pro Jahr. Zudem reduzieren sich die Heizkosten je nach alternativem Hausmodell um bis zu 90 Prozent.

Möchten Sie Zimmer oder eine ganze Etage Ihres Hauses vermieten, so werden Sie keine Schwierigkeiten haben, Mieter zu finden. Schließlich überzeugt das Objekt nicht zuletzt aufgrund der geringen Nebenkosten.

Auch verbreitete Feinde von Wohnqualität und Komfort wie Zugluft, kalte und feuchte Wände sowie zu dunkle und hellhörige Räume gehören beim Passivhaus endgültig der Vergangenheit an. Vergleichbares gilt für das Risiko der Schimmelbildung sowie den vorzeitigen Verfall von Baubestand und Möbeln. Denn mit dem kraftvollen Duo aus Isolierung und Wärmedämmung wird auch der Schall- und Feuchtigkeitsschutz optimiert. Ein letzter Punkt ist das gesunde Raumklima, das mittels einer regelmäßigen Versorgung mit Frischluft gefördert wird.

Zu den potentiellen Nachteilen des Passivhauses zählen ein zu rasches Aufheizen in den Sommermonaten oder im Besuchsfall, zumal sich die Körperwärme in diesen Situationen summiert. Entscheiden Sie sich für dieses Energiehausmodell, so sollten Sie außerdem mit höheren Investitionskosten rechnen.

Von Nachteil erweist sich zudem die überdurchschnittlich hohe Fehlerquote beim Anbringen der Lüftungssysteme. Kommt es zu Störungen in der Stromversorgung, so kann dies in einem kompletten Ausfall der technischen Anlagen resultieren.

Das Passivhaus im Vergleich zu anderen energieeffizienten Neubau-Modellen

Doch wie schneidet das Passivhaus nun eigentlich ab, wenn es mit anderen Energiehäusern konkurriert? Und worin liegen die markanten Unterschiede zwischen den einzelnen Haustypen?

Das Nullenergiehaus bezieht im Gegensatz zum Passivhaus nicht nur die Heizenergie, sondern auch das Wasser aus internen Quellen. Die positiven Folgen liegen klar auf der Hand: eine geringe finanzielle Belastung durch fehlende Energiekosten und eine maximale Schonung natürlicher Ressourcen. An dieser Stelle ist jedoch darauf zu verweisen, dass es sich in beiden Fällen um Idealzustände handelt. Denn sowohl beim Passivhaus als auch beim Nullenergiehaus kommt es bis dato aufgrund mangelhafter Speicherfähigkeiten oder anderer verbesserungsbedürftiger Rahmenbedingungen im Laufe eines Jahres noch zu Engpässen, so dass nur der Rückgriff auf externe Energiequellen bleibt.

Das Plusenergiehaus wiederum zeichnet sich in erster Linie durch eine positive Energiebilanz aus. Auf den Punkt gebracht bedeutet dies, dass mehr Strom produziert als verbraucht wird. Für den Eigenbedarf werden ausschließlich regenerative Energien genutzt. Doch auch hier handelt es sich um ein Modell, dass von der Vision lebt, in naher Zukunft perfekt zu funktionieren. Denn in der Realität sind Situationen, in denen eine hundertprozentige Energieautarkie nicht umgesetzt werden kann, keine Seltenheit.

Ein Großteil der Plusenergiehäuser bezieht in den kalten Wintermonaten nach wie vor Strom aus öffentlichen Quellen. Nur wenn das sommerliche Plus höher ist als das winterliche Minus, erweist sich das Attribut ‘energieautark’ als legitim.

Parallelen zum sogenannten Niedrigenergiehaus lassen sich vor allem in puncto Wärmedämmung und Isolierung finden. Die Bezeichnung besagt, dass der jährliche Energieaufwand unter den rechtlichen Vorgaben liegt. Das Passivhaus punktet hier aufgrund zusätzlicher Vorzüge wie Raumklima und Lüftung.

Das Passivhaus auf dem Vormarsch: ein Blick in die Zukunft

Wer mit dem Gedanken spielt, sich für ein Fertighaus zu entscheiden, das auch über eine Zertifizierung als Passivhaus verfügt, geht keine allzu großen Risiken ein. Schließlich wurde in diesem Beitrag bereits darauf verwiesen, dass in absehbarer Zukunft gesetzliche Bestimmungen eine Orientierung an dem Passivhaus-Standard vorschreiben werden.

Zudem profitieren Sie von nachweislichen Vorzügen, allen voran geringe Energiekosten, effektive und nachhaltige Wärmedämmung sowie maximale Wohnqualität durch gleichbleibende Temperatur im gesamten Wohnbereich.

Sie haben dieser Präsentation des Passivhauses noch etwas hinzuzufügen? Vielleicht durften Sie ja bereits selbst die Vor- und Nachteile des hier diskutierten Energiehausmodells kennenlernen?Dann zögern Sie nicht, sondern lassen Sie uns und unsere Leserschaft mittels eines Kommentars an Ihren Gedanken, Ideen, Anregungen und Tipps rund um das Thema „Passivhaus“ teilhaben.

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