Nachhaltiges Bauen für eine gesunde und energieeffiziente Zukunft

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Ein eigenes Haus zu bauen ist der Traum vieler Menschen. Dass dieses in seinem gesamten Lebenszyklus optimal erhalten und energiesparsam bleibt, ermöglicht nachhaltiges Bauen. Zwar sind zunächst die Baukosten etwas höher, auf lange Sicht folgt jedoch die Belohnung durch den Ausgleich von geringeren Folgekosten.

Nachhaltig bauen beginnt mit der Wahl des Grundstücks und der Planung des Hausbaus in einer sinnvollen Material-, Wasser- sowie Energieeffizienz und endet mit dem Betrieb, der Instandhaltung und Abfallvermeidung. Entsprechend steht die Nachhaltigkeit nicht nur für Energiesparsamkeit und Umweltschutz, sondern für die langfristige Planung von mehr Lebensqualität.

Was bedeutet nachhaltig bauen?

Nachhaltiges Bauen wird häufig als grünes Bauen bezeichnet und setzt auf ökologisch wertvolle und komplexe Anforderungen, die zum Teil staatlich gefördert werden, dafür jedoch auch bestimmten Richtlinien für das Bauvorhaben unterliegen, um die benötigten Zertifikate und Fördermittel zu erhalten. Nachhaltig bauen kann im Grunde jeder. Es umfasst dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der in der täglichen Praxis positiv zur Geltung kommt und sich vor allen Dingen durch eine hohe Bauqualität auszeichnet.

Tipps für ein nachhaltiges Haus orientieren sich an den wichtigen Voraussetzungen für die Umsetzung. Zunächst gehört dazu vor allen Dingen das energieeffiziente Bauen. Doch wer sich ein umweltschonendes Haus wünscht, das auf lange Sicht die Lebens- und Wohnqualität steigert, ist gut beraten, wenn er sich über die Möglichkeiten ausreichend informiert, mit der das Bauvorhaben effizient verwirklicht werden kann. Hier sollten wichtige Säulen, wie zum Beispiel die der Ökologie, der Ökonomie, des Soziokulturellen, der technischen Prozessqualität und der Standortbedingungen einbezogen werden.

Ein Haus durchläuft zunächst drei wichtige Zyklen: den Bau, die Nutzung und den Rückbau. Alle drei Lebensphasen werden beim nachhaltigen Bauen berücksichtigt, sodass innerhalb dieser die Belastung so gering wie möglich ausfällt. Die Qualität des Gebäudes kann zunächst anhand seiner Auswirkungen auf die Umwelt und seines energieeffizienten Betriebs beurteilt werden. Das betrifft die festgelegten Schutzziele nach ISO 15392 als Grundlage in Bezug auf natürliche Ressourcen, Kapital, Gesundheit, Schonung, Bewahrung und Sicherheit, aber auch den Schall-, Wärme- und Brandschutz.

Ein geplantes Bauwerk wird dabei ganzheitlich betrachtet und in jedem einzelnen Bauschritt und Bauprodukt genau analysiert. So lässt sich beispielsweise das Baumaterial auf den Standort abstimmen, wie es gleichzeitig die Bedingungen für den Innenbereich zur Dämmung oder Wärmeisolierung erfüllt. Es kann exakt berechnet werden, wie viel Energie und Ressourcen für den Hausbau in einzelnen Teilen notwendig sind, von der Herstellung bis zur Fertigstellung, von der Nutzung bis zum Rückbau oder Abriss.

Was umfasst nachhaltiges Bauen?

Entscheidende Tipps für ein nachhaltiges Haus betreffen neben der Energieversorgung die Wahl der Materialien, die Dicke der Wände, die Art der Fenster und Türen, die Aufteilung der Zimmer und ähnliches. Nachhaltig bauen war früher nahezu selbstverständlich, was die Wahl der Baustoffe betraf. Durch die modernen Entwicklungen kamen dann neue Verfahren und Materialien hinzu, die zwar eine schnelle Bauweise gestatteten, jedoch eine Belastung für Mensch und Umwelt darstellten. Daher richtet sich der Trend stark darauf aus, erneut auf eine höhere Qualität und auf gut verwertbare und gesunde Materialien zu setzen, was sowohl den Hausbewohnern dient als auch der Umgebung und Umwelt.

Nachhaltiges Bauen richtet sich natürlich auch auf die Energie- und Wasserversorgung eines Bauwerks. Der Energieverbrauch soll langfristig reduziert werden, was bereits mit wenig Aufwand umgesetzt werden kann. Durch die Art des Bauens ist der Einfluss auf Prozesse und Materialien, auf Technik und Umweltschonung von vornherein gewährleistet.

Nachhaltig bauen könnt ihr durch die folgenden Punkte beeinflussen:

  • die Wahl des Grundstücks und Standorts (Lichteinfall, Sonnenposition, Infrastruktur und Flächeneinsparung)
  • Ressourcenschonung
  • die richtige Wärmedämmung
  • den Schallschutz
  • die Planung der Hausgröße
  • die Nutzung natürlicher und altbewährter Baustoffe
  • Solarenergie
  • Energie-Selbstversorgung
  • ein hochwertiges Heizsystem aus regenerativen Energiequellen
  • die klimaneutrale Bauweise
  • nachhaltige und ökologisch wertvolle Materialien und Baustoffe

Wie lässt sich das nachhaltige Haus planen und umsetzen?

Ein nachhaltiges Haus orientiert sich an ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekten. Im ökologischen Sinne wird auf schadstofffreie und umweltfreundliche Materialien geachtet, um den Bau, die Nutzung und den Abbau des Bauwerks unter minimalen Umweltauswirkungen zu ermöglichen. Ökonomisch sollen die Kosten für die gesamte Nutzungsdauer gering ausfallen. Sozialkulturell geht es darum, den Wohnkomfort für die Bewohner zu steigern und gleichzeitig auch das Haus effektiv in die Umgebung zu integrieren.

Schon die Größe des Gebäudes macht deutlich, wie sich später die Energiekosten entwickeln werden. Oftmals ist es sinnvoll, nicht zu groß zu bauen und dafür lieber auf eine gute Verteilung und Flächennutzung zu setzen.

Auch das Grundstück trägt viel dazu bei, wie sich ein Haus auf Dauer in seinen Lebenszyklen entfaltet. Es lohnt sich, auf Standorte zurückzugreifen, die einen guten Lichteinfall, eine gute Hausausrichtung, eine angenehme Umgebung und einen guten Nahverkehr gewährleisten. Entscheidend bleibt für ein Haus jedoch die richtige Planung für den Bau und die Nutzung selbst.

Tipps für ein nachhaltiges Haus

Tipp 1: Die Wahl des richtigen Baumaterials

Die Nachhaltigkeit hat viele Bereiche erfasst, so auch die Bauindustrie. Dabei hat sich gezeigt, dass altbewährte und traditionelle Methoden und Materialien nicht nur günstiger und leichter zu beschaffen und zu verarbeiten sind, sondern auch eine bessere Absorption, Dämmung und Isolierung bieten.

Durch die Nutzung von Holz, Lehm, Naturstein, Granit, Kalkstein, Reet, Schiefer und anderen biologisch abbaubaren Materialien können natürliche Prozesse genutzt werden, so zum Beispiel die Atmungsaktivität, die Feuchtigkeitsabsorption oder die Wärmespeicherung. Dazu sind solche Materialien in der unmittelbaren Umgebung zu finden und fügen sich damit auch besser in das Ortsbild ein.

Die Tipps für ein nachhaltiges Haus beginnen daher mit der Nutzung von bewährten Materialien. So bringt Holz als Baustoff viele Vorteile. Zum einen handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, zum anderen lassen sich solche Materialien auch nachträglich energetisch verwerten.

Holz ist flexibel nutzbar, massiv und stabil, ökologisch hochwertig, wärmedämmend und weist eine hohe Druck- und Zugfestigkeit auf. Zudem kann bei der Nutzung von Holz die Ökobilanz berücksichtigt werden. Der Primär-Energie-Inhalt (PEI) verweist darauf, wie viel Energie in Holzfaserplatten von der Gewinnung bis zur Verarbeitung steckt.

Tipp 2: Sonnenenergie nutzen

Solarenergie ist umweltfreundlich und ermöglicht neben der Eigenversorgung auch einen zusätzlichen Verdienst. In Verbindung mit natürlichen Baustoffen und einem sinnvoll gewählten Grundstück kann die Sonnenenergie effizient genutzt werden. Dabei lässt sich eine Photovoltaik-Anlage leicht auf dem Dach oder im Garten aufbauen und installieren.

Über den Batteriespeicher kann die erzeugte Energie auch dann zum Einsatz kommen, wenn die Sonne nicht scheint. Und etwas Geld lässt durch die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz verdienen. Der Einbau von Solaranlagen wird staatlich gefördert, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Tipp 3: Die eigene Stromerzeugung als Selbstversorger

Ein nachhaltiges Haus gewinnt nicht nur Energie dazu, sondern ist als klimaneutraler Bau für eine Selbstversorgung die optimale Voraussetzung. Das ist durch eine hochwertige Bauphysik, eine intelligente Gebäudestruktur, hervorragende Verteilungssysteme für das Heizen und Kühlen, den natürlichen Luftstrom und durch die Integrierung erneuerbarer Energiequellen gewährleistet. Nachhaltige Häuser sind dementsprechend mit PV-Anlagen, Solarthermie oder Kleinwindkraftanlagen für die eigene Stromerzeugung ausgestattet.

Gegenüber konventionellen Baumethoden, die oftmals durch große Stoff- und Energieströme gekennzeichnet sind, ermöglicht nachhaltiges Bauen eine Reduktion negativer Effekte und erhöht so den Schutz für das Ökosystem. Gerade moderne Technologien für eine saubere Energiegewinnung sind heutzutage nicht mehr so teuer und reduzieren die allgemeinen Kosten in der Gesamtheit aller Lebenszyklen eines Hauses.

Tipp 4: Das umweltfreundliche Heizen

Teil der nachhaltigen Energieversorgung und Kosteneinsparung ist auch die Planung sinnvoller Heizsysteme mit regenerativen Energiequellen. Neben der Luft- und Wasser-Wärmepumpe mit oder ohne Erdsonde, erfreut sich beispielsweise die Pelletheizung an großer Beliebtheit.

Die Auswahl solcher Energiequellen orientiert sich am Gesamtenergiebedarf des Gebäudes und steht immer in Verbindung mit der Wärmedämmung. Umweltfreundlich sind regenerative Energiequellen, wie zum Beispiel Sonne, Wasser, Biomasse, Wind oder Geothermie, allemal.

Tipp 5: Auf Flächenversiegelung verzichten

Bebaute Grundstücke und Flächen haben oftmals das Problem, dass das Regenwasser nicht richtig abfließen und versickern kann. Statt auf Beton und Versiegelungen zu setzen, was Wege, Einfahrten oder Terrassen betrifft, ist es nachhaltig besser, wasserdurchlässige Beläge zu verwenden – zum Beispiel Naturstein, Rasengittersteine, Erdfugen oder Rindenmulch. Diese tragen zu einer besseren Grundwasserneubildung bei und verhindern Hochwasser.

Tipp 6: Die soziokulturellen Auswirkungen mit einbeziehen

Jedes Gebäude ist im Zusammenspiel mit Umwelt und Mensch zu betrachten, wobei innerhalb der Planung auch die funktionalen, optischen und praktischen Aspekte berücksichtigt werden sollten. Vorteilhaft ist immer, das Bauwerk in einem denkmalpflegerischen Aspekt zu sehen und ähnliche Maßnahmen zu treffen, um den Wert des Hauses zu erhalten.

Bei einem guten Lichteinfall lassen sich große Fensterflächen verwenden, die Helligkeit und Wärme ins Haus lassen. Außerdem helfen sie, Heizkosten zu sparen, während die Solaranlage auf der Sonnenseite installiert wird und so die volle Energie erhält.

Aber auch schon bei der Beauftragung des Hausbauunternehmens, der Arbeitskräfte und Energieversorger kann darauf geachtet werden, dass diese sich an nachhaltigen Methoden orientieren und bei der Anfahrt, dem Transport und der Herstellung die wichtigen Schwerpunkte berücksichtigen. Das Ziel soll es schließlich sein, effizient, energiesparsam, umweltbewusst und kosteneinsparend zu arbeiten.

Es bringt viel, vorausschauend zu planen und ein Haus flexibel zu bauen, sodass notwendige Änderungen, die für eine bessere Energieeffizienz sorgen, schnell und problemlos umgesetzt werden können. Eine modulare Bauweise wiederum ist auf Veränderungen durch die Bewohner abgestimmt, zum Beispiel wenn Kinder oder gar die Eltern dazu kommen, eine Einliegerwohnung relevant wird oder neuer Platz für das Home Office geschaffen werden soll.

Worauf ist zu achten, wenn nachhaltig gebaut wird?

Natürlich steht für viele Bauherren und Hausbesitzer das Wohlbefinden, die Gesundheit, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit im Vordergrund. Die Planung muss sich jedoch auch finanzieren lassen. Dabei sind weitere Aspekte zu beachten, die das Bauvorhaben betreffen und sich langfristig bewähren.

Es zeigt sich immer wieder, dass bereits Einsparungen bei den Baukosten oftmals höhere Folgekosten nach sich ziehen. Daher kann auf Verfahren und Zertifizierungssysteme zurückgegriffen werden, die den Wert eines Hauses erhöhen und langfristig helfen, Kosten einzusparen. Die Bewertung betrifft dabei nicht nur den Bau selbst, sondern den gesamten Lebenszyklus des Hauses.

Die Bewertungssysteme unterscheiden sich durch Richtlinien, unterschiedliche Gewichtungen und Kriterien. Dazu gehören Nachweise durch die DGNB, PEFC, BNB, LEED, BREEAM oder durch den Blauen Engel. Eine Zertifizierung erleichtert nicht nur das Bauprojekt selbst, sondern auch eine Vermietung oder den Verkauf.

Nicht ganz unwichtig ist hier die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), die eine internationale Zertifizierung bietet und den vollständigen Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt. Eine solche Zertifizierung spiegelt sich in einer besseren Bauqualität und geringeren Betriebskosten wider und erhöht den Marktwert des Gebäudes.

Bewertet wird in drei Stufen, nämlich Bronze, Silber bis Gold, auf der Basis von achtundzwanzig Kriterien. Beim BNK durch das Bundesumweltministerium stehen neunzehn Kriterien zur Verfügung, an denen sich die Zertifizierung orientiert.

Für die Planung der geeigneten Energieversorgung empfiehlt es sich, einen Experten hinzuziehen, der sich mit der Materie auskennt. Energieberater sind die Kosten wert, da sie auf eure Wünsche und Vorstellungen individuell eingehen und gleichzeitig auch das Sachverständnis und die Professionalität im Hinblick auf die Bauart, die Materialien und die vorhandenen Ressourcen bieten. Zudem stehen sie beratend zur Seite.

Fazit

Ein nachhaltiges Haus ist nicht nur ein Gewinn für die Hausbewohner, sondern trägt entscheidend zu einem besseren Leben und einer gesunden Umwelt bei. Dennoch ist Nachhaltigkeit auch abhängig vom Budget der Bauherren. Bedacht werden sollte dabei immer, dass die Mehrkosten sich auf Dauer rechnen. Das betrifft die Lebensdauer des Gebäudes und die Energieeinsparung.

Als Bauherr lohnt es sich, bei der Planung Schwerpunkte zu setzen, um zu bestimmen, wie nachhaltig das Haus letztendlich gestaltet werden soll. Hilfreich ist es, die Beratung durch einen Experten in Anspruch zu nehmen, um die geeigneten und umsetzbaren Lösungen herauszufiltern und erfolgreich umzusetzen. Wählt hierzu den passenden Hausanbieter, der besonders großen Wert auf Nachhaltigkeit legt und im Idealfall mit den unterschiedlichen Zertifikaten ausgestattet ist.

Welche Bedeutung hat nachhaltiges Bauen für euch? Verratet es uns gerne, indem ihr einen Kommentar hinterlasst.

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