Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen: Sinn, Kosten und Zuschüsse

batteriespeicher-fuer-photovoltaikanlagen

Mittlerweile sind hochkapazitive Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel bei der solaren Energiegewinnung. Warum es einen solchen Speicher überhaupt gibt, welche Kosten auf Hausbesitzer zukommen und ob es seitens des Staates Zuschüsse zu erwarten gibt, erklären wir euch in diesem Beitrag.

Batteriespeicher: Warum brauche ich ihn?

Zunächst gilt: Wer eine eigene Photovoltaikanlage betreibt, möchte generell so viel vom produzierten Strom verbrauchen wie möglich. Aus mehreren Gründen ist diese Energie, die wir aus der Sonne gewinnen, wesentlich günstiger:

  • Der Strom wird nicht extern von einem Versorger geliefert.
  • Es fallen keine Stromsteuern auf selbsterzeugte Energie an.
  • Kosten für Netzentgelte oder Umlagen entfallen ebenfalls.

Das führt am Ende dazu, dass der eigene Strom – wenn Betriebskosten für die Photovoltaikanlage berücksichtigt werden – oft nur halb so teuer oder noch günstiger ist als zugekaufte Energie. Ergo: Es ist aus ökonomischer Sicht höchst sinnvoll, Eigenstrom zu verbrauchen und die Nutzung von Fremdenergie so weit wie möglich zurückzufahren.

Das Problem des fehlenden Batteriespeichers für Photovoltaikanlagen

Nutzen wir die Energie direkt nach der Erzeugung auf dem Dach, kommen wir im besten Fall auf einen Eigenstromanteil von etwa 30 Prozent. Mehrere Probleme führen dazu, dass dieser Wert nicht höher ausfällt:

  • Der Großteil der Energie wird in jeder Jahreszeit am Mittag und Nachmittag erzeugt. Menschen, die das Haus tagsüber verlassen, um zu arbeiten, können diese Energie nicht nutzen.
  • Morgens und abends, wenn die meisten Menschen zu Hause sind, wird ein höherer Energiebedarf angemeldet. Dann liefert jedoch die Photovoltaikanlage nicht mehr den benötigten Strom.

Diese Probleme führen dazu, dass am Ende nur die genannten 30 Prozent des Eigenstroms wirklich sofort genutzt werden. Die restlichen 70 Prozent verpuffen wirkungslos (bzw. werden auf dem Dach in Wärmeenergie umgewandelt).

Die Lösung: Batteriespeicher

Hochwertige, moderne Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen erhöhen den Eigenverbrauch. Sie lagern eine große Menge Energie in ihrem Speicher, der je nach Modell unterschiedliche Kapazitäten aufweist. Heute basieren diese Speicher auf Lithium-Ionen-Basis, nachdem zu Beginn dieser Entwicklung vor allem Bleisäurebatterien zum Einsatz kamen.

Mit einem solchen Speicher wächst der Eigenverbrauch auf mindestens 50 Prozent. Eine Untersuchung der RWTH Aachen hat 2018 ergeben, dass sogar 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsbedarfes gedeckt werden, wenn ein Batteriespeicher zum Einsatz kommt. Dies würde einer Verdoppelung in Relation zu den genannten 30 Prozent bedeuten – ohne hohen Aufwand oder Umbau der gesamten Photovoltaikanlage, sondern nur durch die Installation eines Speichers.

Durch die Nutzung eines Speichers erzeugt die Anlage beispielsweise an einem sonnigen Julimittag Energie, die wir anschließend am späten Abend, wenn es dunkel und kühler wird, zum Betrieb von Heizung und Beleuchtung nutzen. Ohne ein Speichersystem wäre es nicht möglich, dieses Energieüberschuss sinnvoll zu nutzen.

„Moment: Ich bekomme doch Geld durch das EEG!“

Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gibt Hausbesitzern die Möglichkeit, gewonnenen Strom einer Photovoltaikanlage zurück ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Durch die Einspeisevergütung bekommen diese Personen Geld.

Allerdings gilt auch: Für die ersten Solarstromanlagen läuft diese Option noch im Jahr 2020 aus. Falls die Systeme dennoch weiter in Betrieb bleiben, sinkt die Effizienz durch die fehlende Vergütung drastisch.

Um die Photovoltaikanlage dennoch wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben, ist auch hier ein Batteriespeicher der einzige Ausweg. Durch den wesentlich erhöhten Eigenverbrauch kompensieren diese Anlagen den Wegfall der Einspeisevergütung.

Die Kosten für den Batteriespeicher

Wären Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen eine preiswerte Investition, würden sie wohl wesentlich häufiger installiert werden. 2019 wurden in der gesamten Bundesrepublik etwa 65.000 Speicher installiert. Das klingt nach einem recht hohen Wert, doch angesichts der insgesamt 1,9 Millionen installierten Solarstromanlagen bewegt sich die Speicheranzahl nur im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Vorrangig liegt dies an den Kosten: Batteriespeicher schlagen mit mehreren Tausend Euro zu Buche. Dabei stehen für die meisten potenziellen Interessenten wirtschaftliche Faktoren nicht zwingend im Vordergrund. Anhand der oben genannten Untersuchung lässt sich feststellen, dass Betreiber vor allem drei wichtige Motivatoren kennen:

  • Sie möchten sich unabhängig von Versorgern machen.
  • Sie wollen sich absichern gegen steigende Strompreise.
  • Sie haben den Wunsch, „grüne Energie“ zu nutzen.

Die Wirtschaftlichkeit hingegen spielt nur für jeden fünften in Frage kommenden Hausbesitzer eine Rolle. Nichtsdestotrotz muss eine solche Anlage bezahlt werden. Positiv zu bewerten ist dabei, dass sich die Preise in den vergangenen Jahren vor allem für kleine Geräte etwa halbiert haben. Relativ gesehen fand also ein starker Preiseinbruch statt, doch absolut betrachtet liegt noch immer der vierstellige Preis im Raum.

Wann rechnet sich ein Speicher wirtschaftlich?

Was kostet ein Batteriespeicher und wie berechne ich, wann ich positiv wirtschafte? Dazu existiert eine einfache, offensichtliche Regel:

Die Investition in einen Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen ist sinnvoll, wenn Stromerzeugung und -speicherung in Kombination günstiger ist als der Netzstrom.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, was damit genau gemeint ist: Nehmen wir an, wir produzieren Strom für 10 Cent für eine Kilowattstunde. Gehen wir auch davon aus, dass der Strom in Deutschland aktuell zwischen 26 und 30 Kilowattstunde direkt vom Versorger kostet. Wir hätten dadurch einen Spielraum von etwa 16 bis 20 Cent, die allein die Speicherung kosten darf. 10 Cent aus der Produktion plus 20 Cent für die Speicherung würde auf 30 Cent hinauslaufen, was sich am oberen Ende der Strompreise durch Versorger orientiert. Je günstiger wir produzieren und speichern, desto größer die Diskrepanz zum Versorgerstrom.

Es gilt außerdem, die Lebensdauer der Batterie in Betracht zu ziehen. Ein Speicher kann noch so effizient sein: Fällt er nach einem Jahr bereits aus, ist diese Investition selbst beim besten Strompreis nicht wieder reinzuholen.

Daher gilt: Die Kombination aus Lebensdauer und Kosten pro Kilowattstunde Speicherkapazität ergeben am Ende ein schlüssiges Gesamtbild.

Auch hier zeigt ein einfaches Beispiel, warum Lebensdauer und Kosten so wichtig sind. Gehen wir von einer Batterie aus, die 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität kostet (was ein sehr niedriger und damit guter Wert ist). Bei zehn Jahren Betrieb kämen wir damit beispielsweise auf 24 Cent pro Kilowattstunde für die Speicherkosten. Arbeitet die Batterie 15 Jahre, fallen die Kosten auf nur noch 17 Cent pro Kilowattstunde. Ein Batteriespeicher für den doppelten Preis, also 1.200 Euro pro Kilowattstunde, würde auf 48 bzw. 34 Cent pro Kilowattstunde kommen.

Bei den Werten handelt es sich nur um Beispielzahlen, die deutlich machen sollen, wie wichtig die Anschaffungskosten, aber auch die langfristigen Betriebskosten bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit ist. Übrigens garantieren die meisten Hersteller eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren für neue Batteriespeicher. Der Betrieb über diese Dauer hinaus ist normalerweise kein Problem.

Förderprogramme für den Batteriespeicherkauf

Da auch der Staat beträchtliches Interesse an einem Ausbau von Batteriespeichern hat, existieren auf Landesebene geregelte Förderprogramme. Eine bundesweite Förderung durch die KfW existierte zwar, sie lief allerdings Ende 2018 aus. Bis dahin wurden etwa 700 Millionen Euro bereitgestellt, um Hausbesitzer beim Speicherkauf zu unterstützen.

Inzwischen wurden Förderprogramme auf Landesebene verteilt. Jedes Bundesland, das dabei mitmacht, stellt stets dieselben Bedingungen: Der Speicher muss im eigenen Bundesland verwendet werden und die Anlage muss mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden sein.

Sachsen beispielsweise bezuschusst Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen nach diesen Richtlinien:

  • Es muss sich zwingend um einen Speicher auf Basis von Lithium-Ionen-Technik handeln.
  • Nach der Speicherinstallation dürfen maximal 50 Prozent des gewonnenen Stroms ins öffentliche Netz gespeist werden.
  • Die Kapazität muss sich auf mindestens zwei Kilowattstunden belaufen.

Sind diese Rahmenbedingungen gegeben, bekommt ihr vom Land Sachsen insgesamt 200 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Bei fünf Kilowattstunden dürft ihr also immerhin mit 1.000 Euro rechnen. Je nach Bundesland schwanken die Anforderungen und auch die Zuschusshöhen.

Hier gilt es, sich eingehend zu informieren, bevor es an den Kauf geht. Wichtig ist außerdem: Die Bewerbung auf den Zuschuss muss natürlich erfolgen, bevor Kauf und Installation des Batteriespeichers stattfinden.

Batteriespeicher und ihre Nachteile

Neben der Frage: „Was kostet ein Batteriespeicher?“, die aufgrund der hohen Kosten immer schwer im Magen liegt, existieren auch einige handfeste Nachteile, die wir nicht verschweigen möchten.

  • Die Kosten für den Kauf und auch die Wartung fallen beträchtlich aus.
  • Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen brauchen Platz – am besten im Keller oder an einem anderen, kühlen Ort.
  • Lithium ist giftig und muss im Anschluss an die Lebensdauer entsorgt werden. Dies lässt sich für einige Menschen nur schwer mit dem umweltfreundlichen Gedanken der eigenen Stromgewinnung vereinbaren.

Davon abgesehen bieten Batteriespeicher keine nennenswerten Nachteile.

Fazit

Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen sind heute die beste Methode, um eine bestehende Anlage ohne Speicher in wirtschaftlich gesunde Bahnen zu lenken. Der nachträgliche Einbau ist nicht kompliziert und wird von zahlreichen Bundesländern mit Zuschüssen honoriert.

Möchtet ihr euch weiterhin von Versorgern und dem Strommarkt distanzieren, führt daher kein Weg an den Speicherbatterien vorbei. Gerne könnt ihr eure Meinung zum Thema in den Kommentaren hinterlassen!

1 CommentKommentar hinterlassen

Antwort hinterlassen

Your email address will not be published. Required fields are marked *