Steigende Energiepreise und wachsende Umweltprobleme durch die Nutzung herkömmlicher Energiequellen führen dazu, dass immer mehr Menschen nach Alternativen für die Stromversorgung suchen. Eine Möglichkeit ist es, eine Kleinwindkraftanlage für das Eigenheim aufzustellen. Viele Bürger stellen sich jedoch die Frage, was dabei zu berücksichtigen ist und ob sich die Stromerzeugung durch Windkraft auch finanziell auszahlt.

Eine Kleinwindkraftanlage besteht aus einem Rotor, der sich um die eigene Achse dreht, wenn der Wind auf ihn einwirkt. Er ist mit einem Generator verbunden, der aus dieser Drehbewegung elektrischen Strom erzeugt. Eigentlich ganz einfach, oder?

Näheres zur Kleinwindkraftanlage

Darüber hinaus ist bei den meisten Windkraftanlagen eine Windnachführung angebracht. Dabei handelt es sich häufig um eine so genannte Windfahne, die sich durch ihren Flügel am hinteren Ende automatisch parallel zur Windrichtung einstellt. Auf diese Weise stehen die Rotorblätter quer zur Windrichtung und erzielen einen optimalen Ertrag.

Damit es sich nach gesetzlicher Definition um eine Kleinwindkraftanlage handelt, darf die Leistung 70 kW nicht übersteigen und die Höhe der Anlage darf maximal bei 50 Metern liegen. Die meisten Modelle für das Eigenheim unterschreiten diese Werte jedoch deutlich.

Während bei großen Windkraftanlagen die Rotorachse stets horizontal ausgerichtet ist, gibt es bei kleineren Ausführungen auch vertikale Modelle. Diese benötigen keine Windnachführung. Außerdem ist die Wartung deutlich einfacher, da sich der Generator hierbei auf dem Boden befindet.

Des Weiteren eignen sie sich besser für Aufstellungsorte mit Verwirbelungen. Ihr Nachteil besteht jedoch darin, dass ihr Wirkungsgrad deutlich geringer ist.

Der richtige Standort

Wenn Sie eine Kleinwindkraftanlage errichten wollen, müssen Sie sich Gedanken über den richtigen Standort machen. Denn nur an Stellen, an denen mit starkem Wind zu rechnen ist, arbeitet die Anlage wirtschaftlich. Für einen ersten Überblick über die Windverhältnisse an Ihrem Wohnort ist es empfehlenswert, beim Deutschen Wetterdienst die entsprechenden Werte abzurufen.

Diese grundlegenden Informationen stellen jedoch lediglich einen ersten Anhaltspunkt dar. Denn selbst innerhalb des Grundstücks kann es zu erheblichen Unterschieden kommen. Wenn Sie den Aufstellungsort nur um wenige Meter verschieben, kann das bereits große Auswirkungen haben.

Daher ist es sehr wichtig, die Windverhältnisse über einen längeren Zeitraum hinweg zu messen. Auf diese Weise finden Sie nicht nur den optimalen Aufstellungsort, Sie können darüber hinaus deutlich besser beurteilen, ob die Anlage wirtschaftlich arbeiten wird.

Vor- und Nachteile der Kleinwindkraftanlage

Indem Sie eine Kleinwindkraftanlage bauen, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die Erzeugung des Stroms erfolgt hier vollkommen klimaneutral und ohne schädliche Emissionen.

Nicht nur der Betrieb der Anlagen ist umweltfreundlich, sondern auch die Herstellung und die Entsorgung. Während für die Produktion von Solarzellen viel Energie notwendig ist und außerdem schädliche Abfallstoffe entstehen, schneiden Windkraftanlagen in dieser Hinsicht deutlich besser ab.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Stromproduktion im Gegensatz zu Solarzellen nicht auf den Tag beschränkt ist. Häufig weht gerade dann, wenn die Solarzellen nur wenig Strom liefern, ein recht starker Wind. Aus diesem Grund eignet sich das private Windkraftwerk hervorragend, um eine bestehende Fotovoltaikanlage zu ergänzen.

Allerdings bringt die Kleinwindkraftanlage auch einige Nachteile mit sich. Insbesondere die Lärmentstehung kann hierbei störend wirken. Außerdem entstehen durch die Rotorblätter störende Schatten und Lichtreflexe. Darüber hinaus stellt die Anlage eine Gefahr für Vögel dar und sie ist sehr gut sichtbar, sodass sie einen starken Einfluss auf das Landschaftsbild hat.

Rechtliche Grundlagen für den Bau

Für die Bestimmungen für die Errichtung einer Kleinwindkraftanlage sind die Bundesländer verantwortlich. Das bedeutet, dass sich diese je nach Wohnort unterscheiden.

Hinzu kommen lokale Regelungen – beispielsweise, wenn ein Gebäude unter Denkmalschutz steht. Daher ist es in jedem Fall sinnvoll, bereits zu Beginn der Planungen am örtlichen Bauamt nach den genauen Bedingungen zu fragen.

In vielen Bundesländern ist für eine Kleinwindkraftanlage mit einer Bauhöhe von maximal zehn Metern keine Genehmigung notwendig. Allerdings gibt es auch Länder – beispielsweise Berlin, Bremen und Niedersachsen – in denen Sie selbst für diese Anlagen eine Erlaubnis benötigen.

In anderen Bundesländern dürfen Sie die Anlage zwar ohne Genehmigung errichten, jedoch müssen Sie den Bau beim Bauamt anzeigen. Es kommt hinzu, dass eine Freistellung keine Rechtssicherheit mit sich bringt. Wenn sich beispielsweise nach dem Bau ein Nachbar beschwert, müssen Sie eventuell die Anlage wieder abbauen.

Daher ist es immer sinnvoll, die Pläne mit den Anwohnern abzusprechen. Legen Sie Wert auf eine vollständige Rechtssicherheit, ist es trotz Freistellung notwendig, eine Baugenehmigung einzuholen.

Fördermöglichkeiten für private Windkraftanlagen

Der Staat fördert die Errichtung von Kleinwindkraftanlagen. Das führt dazu, dass die Investition lohnenswerter wird. So profitieren Sie zum Beispiel von der Einspeisungsvergütung nach EEG. Diese beträgt im Moment 8,93 Cent pro Kilowattstunde.

Nach fünf Jahren sinkt die Vergütung allerdings. Dieser Wert ist jedoch deutlich niedriger, als bei kleinen Solaranlagen, bei denen die Vergütung teilweise mehr als 50 Cent pro Kilowattstunde ausmacht.

Hinzu kommt die Förderung durch die KfW. Diese bietet Ihnen eine vollständige Finanzierung des Projekts an – inklusive der Montagekosten. Der Zinssatz ist dabei bonitätsabhängig und beträgt im günstigsten Fall nur etwa ein Prozent.

Wann lohnt sich der Bau einer Kleinwindkraftanlage?

Schließlich bleibt die Frage, ob es sich finanziell auszahlt, eine Kleinwindkraftanlage zu errichten. Die Antwort auf diese Frage ist jedoch nicht einheitlich und hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab.

Sehr wichtig ist beispielsweise die Windstärke am Aufstellungsort. Wenn Sie in einer Region mit starkem Wind leben und wenn weder Bäume noch Gebäude d Halloie Wirkung reduzieren, ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich der Bau der Anlage auszahlt, sehr hoch.

Leben Sie hingegen an einem Ort mit geringen Windstärken, trifft dies in der Regel nicht zu. Ein weiterer Faktor besteht darin, ob Sie die Energie ins Stromnetz einspeisen möchten oder ob Sie sie zum Eigenverbrauch nutzen. Wie bereits beschrieben, liegt die Einspeisungsvergütung nur bei knapp neun Cent. Damit ist es schwer, eine Kleinwindkraftanlage wirtschaftlich zu betreiben.

Sofern Sie den Strom jedoch selbst nutzen, sparen Sie Kosten, die je nach Anbieter meistens zwischen 25 und 30 Cent pro Kilowattstunde liegen. In diesem Fall zahlt sich die Investition deutlich schneller aus. Besonders empfehlenswert ist die Nutzung der Windenergie für Gebäude, die über keinen Anschluss an das Stromnetz verfügen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass eine Kleinwindkraftanlage eine umweltfreundliche und zuverlässige Alternative für die Stromversorgung darstellt. Ob sie sich jedoch auch wirtschaftlich auszahlt, müssen Sie für jeden Einzelfall genau prüfen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar, wenn Sie bereits Erfahrungen mit diesen Anlagen gesammelt haben oder wenn Sie weitere Anregungen zum Thema haben.

Bildquelle: esiul | Unsplash

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