Keller oder Bodenplatte für das Fertighaus?

keller-oder-bodenplatte

Platz für Obst, Kartoffeln und Kohle wird in heutigen Zeiten kaum noch benötigt, weshalb die meisten Fertighäuser auf einfachen Bodenplatten errichtet werden. In einigen Fällen kann das zusätzliche Untergeschoss dennoch sinnvoll sein. Dieser Beitrag klärt über die jeweiligen Vorteile der Baumaßnahmen auf.

Klar, der wesentliche Unterschied liegt auf der Hand: Mit einer Bodenplatte endet das Haus ebenerdig, mit einem Keller ist eine zusätzliche Etage vorhanden. Daneben gibt es jedoch noch einige weitere Kriterien, welche die beiden Baumaßnahmen unterscheiden.

So ist zu bedenken, dass die Art der Wärmeisolierung unterschiedlich ist. Eine Bodenplatte muss gedämmt sein, während beim Keller die Decke mit einer entsprechenden Isolierung versehen wird.

Das kann die Energieeffizienz eines Hauses und damit einen möglichen Förderungsanspruch beeinflussen. Zudem ist ein Keller wegen der umfangreicheren Arbeiten im Vergleich zu einer einfachen Bodenplatte in der Regel deutlich teurer.

Die Vorzüge des Kellers für ein Fertighaus

Größter Vorteil des Kellers ist eindeutig der gewonnene Platz. Dieser kann ausgebaut als zusätzlicher Wohnraum dienen oder als Werkstatt und Hobbybereich fungieren.

Ebenso wird die Haustechnik, das betrifft vor allem die Heizungsanlage, im Keller installiert. In diesem Fall geht kein wertvoller Wohnraum im Erdgeschoss dafür verloren. Besonders interessant ist das bei Pellet- und Ölheizungen. Diese benötigen zusätzlichen Stauraum für das Brennmaterial, der fast nur im Keller problemlos zur Verfügung gestellt werden kann.

Zudem schafft das Untergeschoss eine Ausbaureserve. Wenn Kinder ihr eigenes Zimmer bekommen, kann zum Beispiel der Wäscheraum dafür in den Keller wandern. Ebenso ist Platz vorhanden, um später Luxuseinrichtungen wie eine Sauna zu installieren.

Auch beim Auszug ist der Keller ein positiver Faktor. Unterkellerte Häuser erzielen einen höheren Wiederverkaufswert als solche ohne.

Die Vorteile einer Bodenplatte für ein Fertighaus

Die Bezeichnung Bodenplatte ist strenggenommen nicht zutreffend. Nicht unterkellerte Häuser werden auf einem Streifen- oder Plattenfundament errichtet. Die unterschiedlichen Varianten lassen sich in Bezug auf die Vorteile aber sinnvoll als Bodenplatten zusammenfassen.

Größter Vorteil sind die geringeren Kosten, weil weniger Material ausgehoben werden muss und keine Wände zu errichten sind. Die Endpreise für den Keller können bedingt durch einen schwierigen Untergrund sogar noch höher ausfallen als in der Kalkulation.

Zudem besteht keine Gefahr, dass das Untergeschoss bei starken Niederschlägen vollläuft. Die erhabene Bodenplatte sorgt stattdessen dafür, dass die Wohnung – von Hochwassern abgesehen – trocken bleibt.

Zuletzt haben die Bodenplatten den Vorteil, dass sie problemlos gedämmt werden können und damit der Energieeffizienz kostengünstig zuträglich sind.

Diese Kosten muss der Bauherr eines Fertighauses kalkulieren

Abhängig von den Konditionen des Verkäufers werden die meisten Fertighäuser ab „Oberkante Keller“ (kurz OK) angeboten. Für den Bauherrn bedeutet diese Einschränkung, dass er die Kosten für Keller oder Bodenplatte selbst zu tragen hat.

Die tatsächlichen Endpreise für ein Fundament lassen sich schwer vorhersagen. Sie sind abhängig von der Grundfläche, dem Untergrund und selbstverständlich der Art des Ausbaus. Zudem sind regional unterschiedliche Lohnkosten zu bedenken.

Als Richtwert kann für eine Bodenplatte ein Preis von 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter einkalkuliert werden. Bei einem Haus mit 120 Quadratmetern Grundfläche sind das insgesamt 12.000 bis 18.000 Euro. Für einen Keller müssen Bauherrn ungefähr mit einer Verdopplung bis Verdreifachung der Summe rechnen.

Keller-Fan oder Bodenplatten-Sparer?

Letztlich obliegt die Entscheidung zugunsten einer Bodenplatte oder eines Kellers dem Bauherrn. Wer perspektivisch Kinder haben möchte, sich zukünftig im Hobbybereich erweitern will oder Lebensmittel gern vorrätig hält, sollte die zusätzlichen Kosten für einen Keller investieren.

Ein späterer Ausbau mit ebenerdigen Lagerräumen ist teuer und bietet nicht die gleiche Qualität. Für kleine Haushalte mit ein oder zwei Personen ist ein Keller hingegen ein eher unnötiger Luxus. Zu viel Raum kann nicht adäquat genutzt werden, hier überwiegen die Einsparungen mit einer Bodenplatte deutlich.

Wer sich partout nicht zwischen einer Bodenplatte und einem Keller entscheiden kann, sollte die Möglichkeit einer Teilunterkellerung in Erwägung ziehen. Diese Variante ist zwar teurer als eine Bodenplatte, bietet dafür aber Lager- und Stauraum und gleichzeitig eine Kostenersparnis gegenüber einer vollständigen Unterkellerung.

Wie stehen Sie zu der Frage „Keller oder Bodenplatte“? Freuen Sie sich über den gewonnen Raum oder investieren Sie das Geld lieber in ein neues Auto oder andere Bereiche am Haus? Lassen Sie es und wissen und hinterlassen Sie einen Kommentar.

Bildquelle: Jonny Clow | unsplash.com

2 CommentsKommentar hinterlassen

Antwort hinterlassen

Your email address will not be published. Required fields are marked *