Fertigkeller planen: Vorteile, Ablauf, Kosten und Dämmung

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„Stein auf Stein“, so heißt es in der Regel wenn es um den Kellerbau geht. Doch das ist nicht mehr ganz zeitgemäß, denn auch einen Keller könnt ihr euch als Bauherren bereits als Fertigkeller ganz nach euren Wünschen zusammenstellen und direkt auf der Baustelle zusammenbauen lassen.

Wenn ihr euch als Bauherren für den Bau eines Fertigkellers entscheidet, könnt ihr von zahlreichen Vorteilen profitieren. Ein Keller dieser Art wird bereits fertig auf die Baustelle geliefert und muss hier nur noch zusammengebaut werden.

Das bedeutet: Innerhalb eines Tages habt ihr einen Keller, welcher wie in einem Baukastensystem zusammengeführt wird – genau wie bei einem Fertighaus. Dabei bestehen die einzelnen Elemente aus passgenauen Stahlbetonbauteilen, die bereits vorgefertigt an die Baustelle geliefert werden.

Darüber hinaus bietet ein Keller zahlreiche Vorteile, denn diesen könnt ihr später vielseitig nutzen. So kann ein Keller als Abstellfläche, Werkstatt, kleiner Wellnessbereich oder sogar Arbeitsplatz genutzt werden.

Solltet ihr später – aus welchen Gründen auch immer – das Haus verkaufen wollen, erhöht ein Keller zudem den Wiederverkaufswert. Ihr seht also, mit einem Keller könnt ihr in eurem Eigenheim nicht wirklich etwas falsch machen.

Die ersten Schritte zum Fertigkeller

Bevor ihr überhaupt an den Aufbau eures Fertigkellers für euer Eigenheim denkt, muss der Keller natürlich geplant werden. Hierfür solltet ihr zu Beginn einen Anbieter eurer Wahl auswählen.

Tipp: Habt ihr bereits einen Fertighausanbieter, seid ihr bei diesem in der Regel gut aufgehoben, was den Fertigkeller betrifft. Eventuell könnt ihr so sogar von einem Paketpreis profitieren.

Der jeweilige Anbieter für den Kellerbau benötigt von euch als Bauherr für die Planung einige wichtige Dokumente. Hierzu zählt unter anderem ein Baugrundgutachten. Es gibt darüber Auskunft, wie die Bodenbeschaffenheit, die Tragfähigkeit sowie die Wasserbedingungen sind.

Hinzu kommen Grundrissentwürfe vom Keller sowie dem Erdgeschoss. Weitere Daten wie die gewünschte Höhe des Kellergeschosses, Zahlen zur Statik des Hauses und Entwässerungspläne werden ebenfalls benötigt.

Die wichtigsten Unterlagen für die Planung im Überblick:

  • Baugrundgutachten
  • Grundrissentwürfe (Keller, Erdgeschoss)
  • Daten zur Kellerhöhe
  • Daten zur Hausstatik
  • Entwässerungspläne

Der Bau des Fertigkellers im Werk

Wie zuvor schon kurz erwähnt, werden die Fertigkeller fix und fertig an die bestehende Baustelle geliefert. Das bedeutet, alle Elemente werden bereits im Werk vorgefertigt. Der Ablauf erinnert hier natürlich an den Fertighausbau.

Für die Herstellung der Bauteile sind insgesamt drei Schritte notwendig:

  1. Die Elemente des Fertigkellers (Wände etc.) werden im Werk gegossen. Hierzu wird wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) in eine zweischalige Wand gegossen.
    In den Wänden befinden sich bereits alle Aussparungen, wie zum Beispiel Türen, Fenster oder auch Kabelschächte.
  2. Nach dem Aushärten des Betons werden die einzelnen Elemente fertig an die Baustelle geliefert.
  3. Auf der Baustelle werden die Elemente des Fertigkellers passgenau mit Hilfe eines Krans zusammengeführt.

Vorteile des Fertigkellers

Der Fertigkeller hat genau wie ein Fertighaus zahlreiche Vorteile gegenüber den klassischen Bauweisen. So kann der Fertigkeller bereits vorab passgenau bei dem jeweiligen Anbieter geplant werden.

Zudem können die Elemente in relativer kurzer Zeit hergestellt werden. Das wirkt sich natürlich zum einen auf die Lieferzeit aus und zum anderen auf den Zeitraum der Fertigstellung des gesamten Hauses.

Einer der größten Vorteile ist jedoch der Preis. Hier kommen für euch als Bauherr keine unerwarteten Kosten auf euch zu. Sobald feststeht, wie der Fertigkeller auszusehen hat, macht euch der Anbieter in der Regel einen Fixpreis, der den gesamten Bau des Kellers betrifft.

Die Vorteile des Fertigkellers im Überblick:

  • kurze Lieferzeit
  • kann innerhalb eines Tages aufgebaut werden
  • kostengünstig
  • planbar
  • fixer Liefertermin
  • geringer Planungsaufwand

Die Bedeutung der Dämmung beim Fertigkeller

Die Dämmung spielt nicht nur beim eigentlichen Hausbau eine wichtige Rolle, sondern auch beim Fertigkeller, schließlich gilt: Ist der Keller nicht ausreichend gedämmt, dringt die Kälte durch die Bodenplatte und die Außenwände ins Haus ein. Die Folge sind enorme Heizkosten.

In der Regel wird bei einem Fertigkeller mit der so genannten Perimeterdämmung sowie Kerndämmung gearbeitet. Diese Begriffe solltet ihr euch gut merken. Was genau diese bedeuten, möchten wir euch nachfolgend kurz erläutern.

Perimeterdämmung: Dämmplatten werden auf die Außenwände des Fertigkellers aufgeklebt. Sie sind druck- und wetterbeständig. Das ist wichtig, denn sie kommen mit dem umlaufenden Erdreich in Kontakt.

Kerndämmung: Die Kerndämmung ist eine Innendämmung, die sich beim Fertigkeller direkt zwischen den beiden Wandschalen befindet. Eine klassische Innendämmung hingegen wird direkt in den Innenwänden vorgenommen.

Die Kosten eines Fertigkellers

Die Kosten für den Bau eines Fertigkellers können stark schwanken. Natürlich könnt ihr auch hier Eigenleistungen mit einbringen. So könnt ihr beispielsweise den Erdaushub oder den Zusammenbau der einzelnen Keller-Elemente in Eigenregie erledigen.

Wir empfehlen euch jedoch, dass Ganze tatsächlich den Profis zu überlassen. Andernfalls seid ihr selbst für Schäden oder Folgeschäden am Haus verantwortlich. Ihr habt somit keinerlei Gewährleistung.

Im Durchschnitt könnt ihr für den Bau eines solchen Kellers mit Kosten von ca. 25.000 bis 30.000 Euro rechnen. Hinzu kommen Kosten für den Erdaushub, welche sich auf ca. 5.000 Euro belaufen können.

Fest steht: Mit einem Fertigkeller profitiert ihr nicht nur von mehr Platz und Räumlichkeiten innerhalb eures Hauses, ihr habt zusätzlich eine schnelle und kostengünstige Kellerbauweise gewählt.

Bildquelle: Wasing | Unsplash.com

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