Nach der Bemusterung wird es ernst mit dem Hausbau

Einen der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Fertighaus stellt die Bemusterung dar. Bei diesem Termin legen die Käufer fest, wie ihr Haus im Detail aussehen soll. So werden alle Feinheiten besprochen, vom Außenputz bis hin zu den Handtuchhaltern im Badezimmer. Und schon wenige Wochen nach der Bemusterung können die Käufer in aller Regel in ihr Fertighaus einziehen.

Bei der Bemusterung handelt es sich um einen ganz besonderen Meilenstein beim Bau eines Fertighauses. Bei diesem Termin, der in aller Regel zeitnah vor dem Bau beim Hersteller des gewählten Fertighauses stattfindet, legen Sie fest, wie Ihr künftiges Zuhause innen und außen aussehen soll.

Weil hierbei viele Details besprochen werden, sollten Sie als Bauherr für die Bemusterung mindestens einen – besser noch zwei Tage – einkalkulieren. Die Entscheidungen, die Sie bei der Bemusterung treffen, werden schließlich in einem sogenannten Bemusterungsprotokoll festgehalten, in dem auch die Preise für die verschiedenen Ausstattungselemente notiert sind.

Das ist bei der Bemusterung wichtig

Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Preise oft nur in einer einfachen Grundform genannt werden und Sie für jeden weiteren Extrawunsch mit zusätzlichen Kosten rechnen müssen. Gerade wenn es um die Ausstattung im Fertighaus geht, kann dadurch schnell ein fünfstelliger Betrag zusammenkommen, ohne dass Sie allzu extravagante Wünsche äußern.

Wenn Sie ein Fertighaus bauen lassen möchten, sollten Sie sich also schon im Vorfeld gründlich mit diesem Thema beschäftigen und sich im günstigsten Fall bei mehreren Anbietern umsehen, um sich Tipps und Anregungen für die eigenen vier Wände zu holen.

Auch ein gelegentlicher Besuch im Baumarkt kann im Vorfeld nicht schaden, weil Sie sich dort über die verschiedenen Arten von Ausstattungen – beispielsweise Fliesen und Sanitär – informieren können. Dadurch erhalten Sie einen groben Überblick über das aktuelle Angebot und können sich zumindest in groben Zügen darüber klar werden, was Sie haben möchten.

Zwangsläufig treten in dieser Phase der Vorbereitung verschiedene Fragen auf. Diese sollten Sie sich notieren, um sie später mit dem Fertighaus-Hersteller zu klären. Des Weiteren verschaffen Sie sich auf diese Weise einen Überblick über die Preise und können somit den eigenen Hausbau besser kalkulieren.

In jedem Fall müssen Sie aber damit rechnen, dass unvorhergesehene Ausgaben auf Sie zukommen werden, weshalb Sie ihr Budget nicht komplett ausschöpfen sollten. Denn eine weitere Finanzierung für die zusätzlichen Kosten zu stemmen, könnte unter Umständen schwierig sein.

Gegebenenfalls kann es sich außerdem lohnen, wenn Sie vorab verschiedene Fliesen, Laminat und sonstige Muster kaufen. Dadurch können Sie deren optische Wirkung in der Wohnung testen.

Der eigentliche Termin

Wie aufwändig die Bemusterung ausfällt, hängt unter anderem davon ab, für welchen Fertighausanbieter Sie sich entscheiden. Bei einem überregionalen Anbieter müssen Sie unter Umständen mit einer langen Anreise rechnen. Für die Bemusterung sollten Sie sich im günstigsten Fall zwei Tage frei halten.

Weniger Aufwand ist hingegen bei kleineren Firmen zu erwarten, die lediglich regional tätig sind. Hier ist es beispielsweise auch möglich, die Bemusterung auf mehrere Termine aufzuteilen. Fragen zur Innenausstattung werden hier nämlich oft in den jeweiligen Fachgeschäften geklärt, in denen die Auswahl entsprechend größer ist.

Wie umfangreich der Termin ausfällt, hängt vom jeweiligen Fertighausanbieter ab. Unter Umständen wurde so mancher Punkt sogar schon vor dem Bemusterungstermin besprochen. In jedem Fall müssen folgende Punkte geklärt werden:

1. Die Hausfassade

Die Farbe der Fassade oder der genaue Farbton wird in der Regel anhand einer Farbschablone ausgewählt. Dieser Punkt ist in den meisten Fällen rasch abgehakt, weil Sie vorab bereits eine grobe Vorstellung davon haben, wie Ihr Haus aussehen soll oder es seitens der Kommune Auflagen bezüglich der farblichen Gestaltung von Neubauten zu erfüllen hat.

Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die Art des Putzes. Dieser wird üblicherweise in den Körnungen fein, mittel und grob angeboten, was natürlich eine unterschiedliche optische Wirkung zur Folge hat.

Auf Farbe und Körnung des Putzes sollten auch Farbe und Art der Fenster und der Haustür abgestimmt sein, um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen. Beispielsweise wirken Türen und Fenster aus Holz eher rustikal und passen zu einem groben Putz, wohingegen Fenster und Türen aus Kunststoff besser mit einem feinen Putz harmonieren.

Angesprochen sollte auch die Frage werden, ob Sie einen Außenanschluss für einen Wasserhahn benötigen. Denn dieser erleichtert die Gartenpflege oder den Anschluss einer Bewässerungsanlage erheblich.

2. Das Dach

Bei den Dachziegeln können Sie aus einer Vielzahl an Formen und Farben auswählen. Jedoch sollten Sie darauf achten, ob die Kommune im Bauantrag diesbezüglich Auflagen gemacht hat.

Sofern kein Kabelanschluss vorhanden ist, müssen Sie auch beachten, dass Sie eventuell Sonderziegel benötigen, um eine Sat-Schüssel anbringen zu können. Wichtig ist ferner die Frage, wie der Schornstein verkleidet werden soll und wie der Schornsteinfeger Zutritt erhalten sollte.

Zudem gibt es optional diverse Sonderausstattungen für das Dach. Dazu gehören etwa Dachrinnen mit Laubfallgitter, Anlagen zur Abwehr von Tauben oder Schneefanggitter. Schon zu diesem Zeitpunkt sollten Sie auch daran denken, dass Sie eines Tages vielleicht eine Solaranlage bauen möchten und die entsprechenden Vorkehrungen treffen müssen.

3. Die Bodenbeläge

Etwas aufwendiger ist meist die Frage der Innenausstattung. Bei den Bodenbelägen im Fertighaus haben Sie generell die Wahl zwischen Fliesen, Teppich, Parkett, Laminat und Diele.

Meist entscheiden sich Bauherren nicht für einen einheitlichen Bodenbelag, sondern für unterschiedliche Beläge in verschiedenen Räumlichkeiten. So sind Fliesen im Bad äußerst praktisch, weil sie sich leicht reinigen lassen, während im Wohnzimmer Parkett oder Teppich gefragt sind. Letztlich ist die Frage der Bodenbeläge maßgeblich vom Budget abhängig.

4. Die Fenster und Türen

Auch bei Fenstern und Türen haben die Bauherren eine fast grenzenlose Auswahl. So können die Innentüren etwa in Form von Schwing- oder Schiebetüren gestaltet werden, die mit Lichtausschnitten oder Glaselementen versehen werden können.

Ebenfalls sollten Sie sich schon jetzt Gedanken darüber machen, ob Sie Jalousien oder Rollläden anbringen möchten. Sollten diese über einen elektrischen Antrieb verfügen, ist es nämlich notwendig, spezielle Fensterkästen zu installieren.

Nach der Bemusterung kann´s losgehen

Die Bemusterung ist der letzte Schritt zur Realisierung des Eigenheims. Es ist ratsam, sich für diesen Schritt ausreichend Zeit zu nehmen und mit etwas finanziellem Puffer in diesen Termin zu gehen – schließlich geht es um die Klärung der Feinheiten.

Unser Tipp: Es gibt auch einige Fertighaushersteller, die eine sogenannte Vorbemusterung anbieten. Dabei bekommen Sie einen ersten Überblick über die angebotenen Produkte sowie den Leistungsumfang und können dadurch eine erste Vorauswahl treffen. In der Regel finden Vorbemusterungen in Form einer ein- bis mehrstündigen Besichtigung mit einem Ausstattungsberater statt.

Eine gute Vorbereitung kann nicht schaden und sorgt für eine stressfreie finale Phase in Sachen Hausbau.

Waren Sie bereits bei der (Vor-) Bemusterung bei Ihrem Fertighausanbieter? Dann verraten Sie uns gerne, welche Erfahrung Sie dabei gemacht haben. Vielleicht haben Sie sogar den ein oder anderen Tipp für unsere Leser, auf was Sie unbedingt achten sollten.

Bildquelle: stux | pixabay.com

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