Wer sich als Immobilienbesitzer für einen Fußbodenbelag aus Fliesen entscheidet, trifft die Wahl für einen langlebigen, attraktiven Wohnbegleiter, der sich durch viele Vorteile auszeichnet. Doch verbinden sich auch Nachteile mit gefliesten Böden? Wir haben die wesentlichen Aspekte für Sie zusammengestellt.

Fliesenböden bieten Vorteile, die andere Bodenbeläge nicht oder nur in geringerem Maße aufweisen. So sind Fliesen dank ihrer Oberfläche robust und strapazierfähig. Sie erfüllen höchste Hygieneansprüche, obwohl ihre Reinigung und Pflege denkbar einfach ist. Für Badezimmer und WC erweisen sie sich als geradezu ideal, denn Feuchtigkeit oder sogar Nässe schadet ihnen nicht.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Fliesenbodens

Ein Nachteil liegt in den relativ hohen Anschaffungskosten, die je nach Fliesenart und Qualität variieren. Da sich der Fliesenboden jedoch zugleich durch Langlebigkeit auszeichnet, amortisieren sich diese Kosten langfristig.

Eine Steigerung dieses guten Kosten-Nutzen-Verhältnisses ergibt sich außerdem, wenn sich unter einem Bodenbelag aus Fliesen eine Fußbodenheizung befindet. Es ist Fakt, dass sich dadurch Energiekosten einsparen lassen, da die Wärmeleitfähigkeit bei Fliesen fünfmal höher ist als bei Parkett. So kann es sich lohnen, über den Einbau einer Fußbodenheizung nachzudenken.

Als Immobilienbesitzer schonen Sie auf lange Sicht nicht nur Ihr eigenes Budget, sondern auch die Umwelt. Bei einem Fliesenboden ohne Wärmequelle von unten gibt es jedoch ein Knackpunkt: Viele Menschen nehmen Fliesen als fußkalt wahr, was insbesondere in der kalten Jahreszeit unangenehm ist. Abstriche müssen also in diesem Fall bei der Behaglichkeit gemacht werden.

Der Handel hält heute verschiedene Fliesenarten und eine Vielzahl unterschiedlicher Dekors in breitem Farbspektrum bereit, sodass Sie mit diesem Fußbodenbelag Ihre ganz individuellen Akzente setzen können. Es ist jedoch wichtig, sich bereits im Vorfeld mit den Fliesenarten zu beschäftigen, denn bei der Auswahl kommt es darauf an, dass das Produkt zum jeweiligen Vorhaben passt.

So eignet sich nicht jede Art für jeden Zweck und Wohnbereich, denn hier bestehen teilweise gravierende Unterschiede. Einen ersten Überblick über die möglichen Einsatzgebiete veranschaulichen die Rutschklassen und Abriebgruppen.

Was bedeutet die Einteilung in Rutschklassen und Abriebgruppen?

Die Einteilung in Rutschklassen (R9 bis R13) berücksichtigt den Sicherheitsaspekt und gibt an, welchen Grad der Rutschhemmung Fliesen aufweisen. Dabei gilt, dass die rutschhemmenden Eigenschaften umso stärker ausgeprägt sind, je höher die Zahl nach dem „R“ ausfällt.

Für private Wohnräume reicht die Rutschklasse R9 in der Regel aus. Sicherheitshalber sollten Küche und Bad jedoch wenigstens mit Fliesen der Rutschklasse R10 ausgestattet sein.

Bei Keramikfliesen erfolgt außerdem eine Unterteilung in fünf Abriebgruppen. Diese Kennzeichnung dient dazu, dass sich auf einen Blick erkennen lässt, welche Belastungen für eine bestimmte Fliesenart unproblematisch sind und wo sie idealerweise verlegt werden sollte. Die Klassifizierung der Abriebgruppen lautet wie folgt:

  • Gruppe 1: leichte Beanspruchung (als Bodenbelag ungeeignet)
  • Gruppe 2: leichte bis mittlere Beanspruchung (z. B. Schlafzimmer, Bad, WC)
  • Gruppe 3: mittlere Beanspruchung (z. B. Wohnzimmer)
  • Gruppe 4: stärkere Beanspruchung (z. B. Küche, Flur, Terrasse)
  • Gruppe 5: starke Beanspruchung (z. B. Restaurants, Ladenlokale, Gewerbe)

Grundsätzliche Unterscheidung der Fliesenarten: glasiert und unglasiert

Es gibt glasierte und unglasierte Keramikfliesen. Beide Ausführungen gehen mit jeweils anderen Eigenschaften einher, aus denen spezifische Vor- und Nachteile resultieren:

Glasierte Fliesen:

  • besser geschützt gegen Verschmutzungen und chemische Einflüsse
  • Imitation anderer Werkstoffe (z. B. Holz, Beton, Metall) mittels moderner Glasurtechnik möglich
  • anfälliger bei mechanischen Einflüssen (z. B. durch herabfallende Gegenstände oder Schuhe)

Unglasierte Fliesen:

  • besonders geeignet für stark beanspruchte Bereiche (z. B. Flure und Terrassen)
  • rutschhemmender, strapazierfähiger und langlebiger als glasierte Fliesen
  • anfälliger für Verschmutzungen durch Öle und Fette

Steinzeugfliesen: geeignet für den Innen- und Außenbereich

Aufgrund der hohen Brenntemperatur bei der Herstellung von Steinzeugfliesen verschließen sich die Poren des Materials fast gänzlich. Deshalb ist diese Fliesenart nicht nur wasserabweisend und frostsicher, sondern auch äußerst hart und belastbar sowie unempfindlich im Falle chemischer Einflüsse.

Steinzeugfliesen eignen sich bestens als Fußbodenbelag in stark beanspruchten Räumen. Die Fliesenart ist sowohl in glasierter als auch in unglasierter Ausführung erhältlich, zudem in nahezu allen Farbtönen, auch in komplett durchgefärbtem Design.

Feinsteinzeugfliesen: ideal für Feuchträume

Wie die Bezeichnung dieser Fliesenart bereits anklingen lässt, werden bei der Produktion von Feinsteinzeugfliesen noch feinere Inhaltsstoffe eingesetzt als bei Steinzeugfliesen. Deshalb zeigen sie eine extrem niedrige Porosität. Da sie aufgrund dieser Eigenschaft kaum Wasser aufnehmen können, empfehlen sie sich geradezu als Fußbodenbelag für Bäder.

Im Vergleich mit der Steinzeugfliese erweist sich die Feinsteinzeugfliese als noch widerstandsfähiger im Falle mechanischer Einwirkungen, womit ein deutliches Plus bei der Belastbarkeit und Strapazierfähigkeit einhergeht.

Neben glasierten und unglasierten Ausführungen bieten einige Hersteller außerdem polierte sowie teilpolierte Varianten an, die Glanzeffekte zeigen. Allerdings erhöht sich die Anfälligkeit der Fliesen nach dem Polieren, sodass sie imprägniert werden sollten.

Natursteinfliesen: edle, unverwechselbare Unikate

Wer das besondere Flair schätzt, das natürlich entstandene Werkstoffe verströmen und zugleich auf größte Abriebfestigkeit und Langlebigkeit Wert legt, trifft mit Natursteinfliesen ins Schwarze. Häufig wird diese Fliesenart aus Granit, Marmor, Sandstein oder Schiefer gefertigt. Jede dieser Steinarten zeigt unterschiedliche Merkmale und Oberflächenstrukturen.

Innerhalb einer Steinart variiert das Erscheinungsbild der Steine, weshalb ein Stein nie komplett identisch mit einem anderen ist. Das macht jeden Boden zu einem ganz individuellen Unikat. Fliesen aus Naturstein sind extrem abriebfest. Die Imprägnierung sollte jedoch von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Fliesen selbst verlegen möchten?

Wie bei allen Verlegearbeiten gilt es, den Untergrund so vorzubereiten, dass er eben, trocken und sauber ist. Weitere Arbeitsschritte wie etwa der Zuschnitt von Fliesenplatten sowie das Anrühren von Mörtel und Kleber erfordern eine sehr exakte Vorgehensweise.

In der Regel wird der Fliesenboden vollflächig verklebt. Es besteht zudem die Möglichkeit einer schwimmenden Verlegung. Die Bodenfliesen werden dabei mittels eines modularen Verlegesystems klebstofffrei eingesetzt und sind später mühelos wieder herausnehmbar.

Hier liegen die Vorteile vor allem in der Zeitersparnis und im niedrigeren Reinigungsaufwand. Nachteilig sind dagegen der vergleichsweise hohe Preis solcher Fliesen und die stark eingeschränkte Auswahl bei den Dekors.

Vielen Hausbesitzern stellt sich natürlich die Frage, ob sich die Ausgaben für die Verlegung durch einen professionellen Fliesenleger einsparen lassen. Wer handwerklich geschickt ist und genügend Zeit für sämtliche Arbeitsschritte einplant, kann sich durchaus selbst ans Werk machen und sein Projekt erfolgreich abschließen.

Eine gute, ausführliche Anleitung finden Sie hier: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Reinigung und Pflege von Bodenfliesen: Was ist wichtig?

Trockene Verschmutzungen wie beispielsweise Staub, Krümel oder Haare beseitigen Sie einfach mit Staubsauger oder Besen. Für das regelmäßige Wischen des Bodens empfiehlt sich ein Neutralreiniger, da sich damit selbst stärkere Verschmutzungen problemlos entfernen lassen. Je nach Verschmutzungsart und -grad können saure oder alkalische Reiniger nützliche Dienste leisten.

Den Einsatz von schärferen Reinigungsmitteln sollten Sie grundsätzlich vermeiden, denn diese können sich schädigend auf den Oberflächenbelag auswirken. Wenn Sie spezielle Reiniger einsetzen, beachten Sie unbedingt die Herstellerangaben. So sollten sie unter gar keinen Umständen ein Mittel ins Wischwasser geben, das Flusssäure oder Fluoride enthält, da diese Inhaltsstoffe selbst in stark verdünnter Form negativ auf Keramikoberflächen einwirken.

Außerdem ist es nicht ratsam, Reinigungsprodukte mit pflegenden Substanzen zum Putzen von Bodenfliesen zu verwenden. Langfristig führt dies dazu, dass sich eine Wachs-, Fett- oder Kunststoffschicht auf dem Fliesenboden ablagert, was nicht nur der Ästhetik abträglich ist. So leidet auch die Trittsicherheit darunter, zudem wird die Hygiene und Pflegefreundlichkeit beeinträchtigt.

Turnusmäßige Nachbehandlungen von Fliesenböden in bestimmten Intervallen wie etwa bei geöltem Parkett entfallen. Eine Ausnahme bilden Natursteine, deren Imprägnierung von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden sollte. Insgesamt gehören Fliesen somit zu den pflegeleichtesten Produkten überhaupt.

Fazit

Pflegeleicht und hygienisch, robust und strapazierfähig, langlebig und variantenreich im Design, all dies und mehr spricht für den Fliesenboden. Im Kosten-Nutzen-Vergleich machen Fliesen ebenfalls eine gute Figur, da sich die Kosten zum einen über die Langlebigkeit ausgleichen, zum anderen trägt diese Investition zur Wertsteigerung oder Werterhaltung von Immobilien bei.

Wer sich für einen Fußbodenbelag aus Fliesen entscheidet, verschafft sich somit Vorteile über Vorteile, die viele andere Beläge nicht zeigen.

Bildquelle: midascode | Pixabay

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