Fußbodenbeläge aus Laminat gibt es heute in zahlreichen Ausführungen und Qualitätsstufen. Doch eignet sich dieses Material für jeden Raum und worauf kommt es an, um bei der Auswahl auf der sicheren Seite zu sein? Wir klären auf.

Der Laminatboden wurde in Schweden entwickelt und kam in den 1980er Jahren auf den Markt. Schnell avancierte der Newcomer zum heimlichen Star unter den Bodenbelägen. Heute steht Laminat weltweit unangefochten auf der Top-Position der beliebtesten Gestaltungsmöglichkeiten für Böden.

Was ist Laminat und wie ist ein Laminatboden aufgebaut?

Der Fußbodenbelag besteht aus hochverdichten Holzspan- oder Holzfaserplatten, auf die ein relativ dünnes Dekorpapier – zumeist in Holzoptik – aufgebracht wird. Abschließend erfolgt eine Versiegelung mit Melaminharz, was die Strapazierfähigkeit des Bodens erhöht.

Egal, welche Güteklasse Laminat aufweist, der Aufbau ist stets gleich. So besteht die unterste Lage aus einer imprägnierten Schicht, die sich auf der Unterseite der Trägerplatte befindet und zwei Funktionen erfüllt: Sie dient zum einen der Steigerung der Formstabilität, zum anderen sorgt sie für die Feuchtigkeitsabsperrung. Die dicke, mittlere Schicht aus Holzwerkstoffen fungiert als Trägerplatte.

Eine Nutz- und Dekorschicht bildet die oberste, sichtbare Schicht, die sich aus mehreren Lagen zusammensetzen kann. Beim Kauf von Laminat sollten Sie auf die Güteklasse dieser Schutzschicht und auf die Panelstärke der Trägerplatte achten. Beide Kriterien sind entscheidend für die Produktqualität.

Welche Eigenschaften zeigt Laminat?

Zu den positiven Eigenschaften von Laminatböden gehört es, dass sie abriebfest, robust, langlebig und pflegeleicht sind. Gegenüber Echtholzböden weist Laminat aufgrund seiner härteren oberen Schicht den Vorteil auf, dass der Boden deutlich unempfindlicher auf äußere Einwirkungen wie etwa Stöße reagiert.

Außerdem erweist sich Laminat als beständiger gegen UV-Strahlen, sodass ein Laminatboden wesentlich langsamer nachdunkelt als ein Parkettboden. Nicht ganz so vorteilhaft ist die relative Hellhörigkeit, die sich aber mit einem entsprechenden Trittschallschutz minimieren lässt.

Optisch muss Laminat den Vergleich mit Parkett nicht scheuen. So gibt es mittlerweile zahlreiche unterschiedliche Dekors, die Echtholz täuschend ähnlich nachahmen wie beispielsweise Dielenoptik. Hier erzeugen lange, in rustikaler Holzoptik gestaltete Paneele den Eindruck, dass es sich um einen echten Dielenholzboden handelt.

Die Zwei- und Dreistaboptik ist eine Designvariante, bei der die einzelnen Stäbe auf den Paneelen versetzt nebeneinander angeordnet sind, sodass sie ein attraktives Holzdekormuster bilden. Dabei reicht die Bandbreite der verschiedenen Holztöne von sehr heller Kiefer über mittelhelle Eiche oder Buche bis hin zu dunklem Nussbaum.

Wer einen Boden in Stein- oder Fliesenoptik favorisiert, wird bei Laminat ebenfalls fündig, denn auch hier hält der Handel etliche Varianten bereit. Da eine große Vielfalt verschiedener Oberflächendekors zur Auswahl steht, punktet Laminat somit auch bei den individuellen Gestaltungswünschen, sodass sich ein Laminatboden harmonisch in die unterschiedlichsten Einrichtungsstile einfügen kann.

Wofür stehen die Nutzungsklassen?

Die Nutzungsklassen definieren, für welche Bereiche sich ein Laminatboden eignet. So erfolgt damit die Angabe, wie es um die Abriebfestigkeit und Widerstandsfähigkeit des jeweiligen Produktes steht:

  • Nutzungsklasse 21 bis 23: Verwendung von Laminat nur im privaten Wohnbereich
  • Nutzungsklasse 31 bis 33: Einsatz von Laminat im gewerblichen und öffentlichen Bereich

Darüber hinaus spielt die Intensität der Nutzung des Laminatbodens eine Rolle hinsichtlich der Auswahl der richtigen Nutzungsklasse. Für ausschließlich privat genutzte Räumlichkeiten gilt Folgendes:

    • geringe Nutzung: Schlafzimmer, Gästezimmer, Abstellkammer
    • mittlere Nutzung: Wohnzimmer, Esszimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer
  • intensive Nutzung: Küche und Eingangsbereiche wie Flure

Ist ein Laminatboden in allen Räumen sinnvoll?

Laminat empfiehlt sich für alle Wohnräume – mit Ausnahme des Badezimmers. So hat eindringende Feuchtigkeit beim Laminatboden aufgrund des Bodenaufbaus und der Ritzen an den Klickverbindestellen leichtes Spiel.

Im Zweifelsfall kann dies dazu führen, dass die Trägerplatte nie richtig abtrocknet, nach und nach völlig durchweicht und sogar zu schimmeln beginnt. Zudem quellen dann die einzelnen Laminatelemente auf, was zu unschönen Formveränderungen führt.

Die Hersteller haben deshalb inzwischen spezielles, gegen Nässe geschütztes Feuchtraumlaminat entwickelt. Das Risiko des Aufquellens erweist sich dadurch zwar als deutlich kleiner, ist damit aber noch nicht vom Tisch. Wer sich für dieses Laminat im Badezimmer entscheidet, sollte die folgenden Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Duschkabine: völlig dicht abschließende Tür erforderlich
  • Badewanne: Ausstattung mit Vorhang zur Vermeidung von Spritzwasser
  • Wasserpfützen vermeiden: das Abtrocknen in der Dusche oder Wanne erledigen
  • Reinigung des Bodens: stehendes Wasser unbedingt vermeiden
  • Boden regelmäßig checken: umgehende Reparatur von Beschädigungen notwendig

Für den Einsatz im Bad kann Laminat somit nur als bedingt tauglich eingestuft werden, zumal die Badnutzung dann engen Regeln unterworfen ist. Hier empfiehlt sich nach wie vor der Klassiker für Feuchträume schlechthin, der Fliesenboden.

Wie reinigt und pflegt man einen Laminatboden richtig?

Die Reinigung und Pflege von Laminatböden ist denkbar einfach. Regelmäßiges Staubsaugen oder Fegen und gelegentliches Wischen mit einem Mikrofasertuch reicht völlig aus. Es gilt allerdings hierbei zu beachten, dass Laminat empfindlich auf zu viel Nässe reagiert, sodass nur nebelfeucht gewischt werden darf.

Wer versehentlich zu viel Wasser genutzt hat, sollte umgehend mit einem trockenen Tuch nacharbeiten, da der Fußbodenbelag ansonsten Schaden nehmen kann.

Es ist darüber hinaus wichtig, keine scharfen Reinigungsmittel einzusetzen wie etwa handelsübliche Allzweckreiniger oder Scheuermittel, da die auflaminierte Holzdekorschicht auf lange Sicht darunter leidet. Im Fachhandel sind spezielle Laminatreiniger erhältlich, deren Zusätze außerdem für Glanzeffekte sorgen, allerdings liegen solche Reiniger eher im Hochpreissegment.

Doch es gibt auch kostengünstigere Alternativen. Neutralseife eignet sich ebenso hervorragend für die gründliche Reinigung und Pflege eines Laminatbodens wie Baby-Haarshampoo.

Generell gilt, dass Laminat auf eine zu große Dosis an Reinigungsmitteln im Wischwasser unerwünscht reagiert, egal, um welches Mittel es sich handelt. Oft zeigen sich dann nach der Trocknungsphase unschöne Schlieren, sodass der Boden nachpoliert oder erneut gewischt werden muss. Ein sparsamer Gebrauch ist somit ratsam.

Wie wird ein Laminatboden verlegt und was sollten Sie beachten?

Der Bodenbelag wird nicht verleimt, sondern schwimmend verlegt. Dank des integrierten Klicksystems lassen sich die einzelnen Laminatelemente auf einfache Weise miteinander verbinden.

Wer über etwas handwerkliches Geschick verfügt, benötigt keine professionelle Unterstützung und kann den Laminatboden problemlos selbst verlegen. Die Wahl der Verlegerichtung hängt natürlich von individuellen Vorstellungen ab. Dennoch gilt es, dabei einige grundsätzliche Regeln zu beachten.

So sollte aufgrund der Hellhörigkeit von Laminatböden generell eine Trittschalldämmung integriert werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Laminatpaneele quer zur Laufrichtung und längs zur Hauptlichtquelle auszurichten. Wenn dies nicht möglich ist, weil beispielsweise Fenster und Zimmertür gegenüberliegend platziert sind, wählen Sie einfach die Variante, die Ihnen optisch besser gefällt.

Zudem lässt sich ein Laminatboden nicht nur quer oder längs verlegen, sondern auch diagonal. Entsprechende Anpassungs- und Übergangsprofile kaschieren die dabei entstehenden Spalten und Dehnungsfugen. Allerdings ergibt sich mit der Wahl dieser Verlegerichtung ein etwas höherer Zeitaufwand.

Ob die Laminatverlegung quer, längs oder diagonal erfolgt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Allerdings wirkt sich das Ergebnis ganz konkret darauf aus, wie wir die Größe eines Raumes wahrnehmen. Kleine Räume können mittels der passenden Verlegeart optisch vergrößert werden. Dies funktioniert natürlich auch bei großen Räumen, die dank der richtigen Verlegeart kleiner und gemütlicher erscheinen.

Fazit

Laminatböden bestechen nicht nur durch zahlreiche Vorteile, sondern sind auch deutlich kostengünstiger als Echtholzböden. Ebenso wie Parkett strahlt ein Laminatboden Behaglichkeit aus und verleiht Räumen eine angenehme Wohnatmosphäre.

Da es heute zudem vielfältige Designvarianten gibt, ist der individuelle Gestaltungsspielraum sehr groß. Wer sich für einen Fußbodenbelag aus Laminat in entsprechender Qualität entscheidet, trifft die Wahl für ein Produkt, das modernste Ansprüche erfüllt.

Bildquelle: markusspiske | Pixabay

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