Sicherheit sollte beim Hausbau großgeschrieben werden. Da die Haustür ein besonders beliebtes Angriffsziel bei Einbrechern ist, erfahren Sie im ersten Teil der „Schutz vor Einbrüchen“-Serie, wie sich Einbrecher Zutritt zu Ihren eigenen vier Wänden verschaffen, welche Anforderungen eine sichere Haustür haben sollte und vieles mehr.

Die Haustür ist ein äußerst komplexes Konstrukt, vor allem, wenn sie gewisse Sicherheitsstandards erfüllen soll. Denn dann ist das Zusammenspiel verschiedener Komponenten gefragt, wie zum Beispiel dem Schloss, dem Beschlag, den Zargen und dem Schließblech.

Sind die notwendigen Vorkehrungen bei einer Tür nicht gegeben, benötigen Einbrecher oftmals nur wenige Sekunden, um sich einen ungewollten Zutritt zu Ihrem Hab und Gut zu verschaffen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ziemlich kostspielig, weshalb es sinnvoll ist lieber gleich in eine sichere Haustür zu investieren.

Die beliebtesten Angriffsziele bei Einbrüchen

Bevor Einbrecher zuschlagen, inspizieren sie die Umgebung des Hauses ausgiebig und planen ihr Vorhaben über einen längeren Zeitraum. Haustüren außerhalb des Sichtfeldes des Nachbarn sind für sie ein ebenso gefundenes Fressen, wie Hinter-, Balkon- oder Terrassentüren.

Durch geschicktes Aushebeln, der Verwendung eines Dietrichs oder durch Druck in Form von Gewalt stellen die Türen nur selten ein unüberwindbares Hindernis dar. Selbst Nachbarn oder Passanten bekommen vom Verbrechen erst etwas mit, wenn es bereits zu spät ist und die Einbrecher längst über alle Berge sind.

Die Türen im Obergeschoss sind dabei ebenso gefährdet wie Türen im Keller oder im Erdgeschoss. So ist es beim Mehrfamilienhaus leichter die Haustür im ersten oder zweiten Stock aufzubrechen, als ein Fenster, das von außen nur schwer zugänglich ist. Der Einfallsreichtum der Einbrecher kennt keine Grenzen, weshalb der beste Schutz gegen Einbruch eine sichere Haustür ist.

Die Anforderungen an eine sichere Haustür

Die Frage, worauf Sie bei der Auswahl der richtigen Tür achten sollten, ist für einen Laien gar nicht so leicht zu beantworten. Aus diesem Grund haben wir im Folgenden ein paar Fragen für Sie aufgelistet, die Sie beim Hausbau oder der Modernisierung unbedingt berücksichtigen sollten, um den Anforderungen an eine sichere Haustür gerecht zu werden:

  • Verfügt die Haustür über Sicherheitsbeschläge und eine Mehrfachverriegelung?
  • Ist die Tür sowohl an der Schlossseite als auch an der Bandseite gesichert?
  • Benötigen Sie ein Zutrittskontrollsystem, zum Beispiel durch einen biometrischen Fingerscanner oder mit Hilfe einer Bluetooth- oder Smartphone-Steuerung?
  • Stützen die Türschilde, also die Schutzbeschläge, den Bereich des Schlosses und sorgen diese somit für eine zusätzliche Stabilisierung?
  • Kann das Türschild von außen abgedreht, herausgezogen oder durchbohrt werden?
  • Gibt es weitere Zusatzschlösser bei der Türinnenseite, die für zusätzliche Sicherheit (z. B. Querriegelschlösser) sorgen?
  • Sind die Neben-, Terrassen- und Gartentüren einbruchssicher?

Konfrontieren Sie Ihren Ansprechpartner für Haustüren, egal ob es sich dabei um einen speziellen Fachmann oder den Hausbau-Anbieter dreht, mit den obigen Fragen. Im Idealfall sollte er auf alle Fragen eine Antwort wissen.

Als guten Indikator für eine sichere Haustür können Sie verschiedene Klassifizierungen heranziehen. Diese unterteilen sich in unterschiedliche Widerstandsklassen und kennzeichnen dadurch die Höhe des Einbruchsschutzes.

Die Türarten im Überblick

Bei der Auswahl an Türen können Sie sich schnell verlieren, denn es gibt eine ganze Reihe an unterschiedlichen Ausführungen, Stilrichtungen, Materialien, Farben und sogar Klängen. Um den Fokus weiterhin auf den Sicherheitsaspekt zu legen, möchten wir mit den Vollholz-, Füllungs-, Metall- und Wabentüren kurz auf die gängigsten Türen und Merkmale eingehen:

Vollholztüren: Die beliebten Holztüren sind von beiden Seiten verkleidet. Massivholzbretter sorgen für einen stabilen Aufbau. Die Türzargen aus Holz müssen im Bereich des Schließblechs stabil befestigt sein, um höchste Sicherheit zu bieten. Zudem ist es wichtig, dass die Schrauben und Dübel tief ins Mauerwerk reichen. Der große Vorteil von Vollholztüren ist, dass weitere Nachrüstungen problemlos angebracht werden können.

Füllungstüren: Füllungstüren sind, wie der Name schon andeutet, Türen mit Füllungen. In der Regel besteht diese aus Holzwerkstoffen oder Verglasungen. Damit sie genügend Schutz vor Einbrechern bieten, müssen sie zwei Voraussetzungen erfüllen: Erstens darf die Füllung von außen nicht demontierbar sein. Zweitens muss der Türrahmen robust und die Füllungen stabil sein.

Metalltüren: Ideal zum Abschrecken sind Metalltüren, die einen stabilen und nahezu unüberwindbaren Eindruck machen. Doch der Einbruchschutz ist nicht immer gegeben. Vor allem dann nicht, wenn die Metallzargen nicht ausreichend im Mauerwerk befestigt sind. Auch das Schloss und das Schließblech sollten von guter Qualität sein und Stößen und Hebelwirkungen standhalten. Ist dies der Fall sind Metalltüren nicht nur abschreckend, sondern auch sicher.

Wabentüren: Wabentüren haben den Nachteil, dass sie nicht massiv aufgebaut sind. Das liegt daran, dass sie meist aus verschiedenen Materialien bestehen, worunter die Robustheit und damit die Sicherheit leidet. Als Einbruchschutz sind sie daher nicht die erste Wahl, auch wenn es mittlerweile gute Entwicklungen gibt.

Beraten lassen und für Komplettschutz sorgen

Wie zu Beginn bereits angesprochen, ist die sichere Haustür ein komplexes Konstrukt, das Ihnen nur dann genügend Sicherheit bietet, wenn das Zusammenspiel verschiedener Komponenten und Prozesse funktioniert. Lassen Sie sich daher von einem Experten beraten, bevor Sie Ihr Eigenheim modernisieren oder Sie sich ein Haus bauen.

Bei Neubauten ist es empfehlenswert von Beginn an eine Smarthome-Anlage zu installieren, die Ihnen auf Grund verschiedener Mechanismen zusätzlichen Schutz vor Einbrechern bietet. Wie ein solches Smarthome funktioniert, können Sie im Beitrag „Smarthome – energieeffizientes, komfortables und innovatives Wohnen“ nachlesen.

Ansonsten stehen wir Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung. Falls Sie selbst noch einen wichtigen Tipp für die sichere Haustür auf Lager haben oder eigene Erfahrungen mit dem Thema Sicherheit gesammelt haben, dann hinterlassen Sie gerne einen Kommentar.

8 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für den Beitrag. Wir wollen nun auch die Haustür auswechseln und sind von der großen Auswahl an Haustüren sehr überwältigt. Die Sicherheit ist hier aber eines der wichtigsten Faktoren und hierbei ist der Artikel doch sehr hilfreich.

  2. Hallo,

    ein wirklich toller Beitrag mit guten Tipps! Eine sichere Haustüre ist sehr wichtig und sollte daher gut ausgewählt sein!

    Grüße

    Markus

  3. Vielen Dank für die Hinweise um Einbruchsicherheit. Ich will, dass meine Familie sicher ist und Ich dachte, Ich soll von vorne anfangen. Ist eine Metalltür billig? Danke nochmal für die Information!

  4. Hallo Greco,

    nichts zu danken. Haben wir doch gerne gemacht. Die Kosten hängen natürlich immer auch von der Größe und den gewünschten Anforderungen ab. Pauschalisieren lässt sich eine Antwort leider nicht.

    Beste Grüße, Ihr BauMentor-Team.

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