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Schutz vor Einbrüchen, Teil 2: Darauf kommt es beim Sicherheitsfenster an

Im ersten Teil unserer „Schutz vor Einbrüchen“-Serie haben wir Ihnen die sichere Haustür vorgestellt. Daran möchten wir anknüpfen und Ihnen diesmal erläutern, worauf es beim Sicherheitsfenster ankommt und welche Tricks Einbrecher auf Lager haben, um in Ihr Haus zu gelangen.

Eine der obersten Prioritäten beim Hausbau sollte die Sicherheit sein, um Einbrecher nicht nur abzuschrecken, sondern sie von einem tatsächlichen Eindringen abzuhalten. Da die beliebtesten Einstiegsmöglichkeiten nunmal die Türen und die Fenster sind, bedarf es einem Einbruchschutz nach bestimmten Standards.

So erfolgen Einbrüche durch das Fenster

Eine sichere Haustür, die wir Ihnen bereits vorgestellt haben, ist dabei ebenso wichtig, wie ein unüberwindbares Sicherheitsfenster. Beides sind beliebte Angriffsziele, wobei das Fenster laut Polizei in 90 Prozent der Fälle durch Aufhebeln betreten wird. Ein Brecheisen oder ein langer Schraubendreher reichen hierfür oftmals aus.

Das Einschlagen der Fensterscheiben wird in der Regel vermieden. Zum einen ist dieser Vorgang zu laut und auffällig. Zum anderen ist das Risiko für Verletzungen und dem Hinterlassen von Spuren des Einbrechers sehr hoch. So ist es kaum verwunderlich, dass nur ein Bruchteil der Einbruchsfälle aufgeklärt wird.

Auch die Geschwindigkeit der Einbrecher ist beeindruckend. So verschafft sich ein geübter Einbrecher innerhalb von wenigen Sekunden Zugang zur Ihren eigenen vier Wänden. Besonders gefährdet sind Häuser und Wohnungen, in denen sich tagsüber und an Wochenenden niemand aufhält. Ist zusätzlich das Fenster offen oder gekippt, hat der Einbrecher besonders leichtes Spiel.

Mit Sicherheitsfenster gegen Einbrüche vorbeugen

Weder Mehrfachverglasungen noch Sicherheitsglas bedeuten automatisch mehr Sicherheit vor Einbrüchen. So hat das Sicherheitsglas seinen Namen zum Beispiel dadurch erhalten, dass es im Falle eines Bruchs zu keinen schlimmeren Schnittverletzungen kommt. Mit einem Sicherheitsfenster nach bestimmten Qualitätsstandards haben beide Verglasungen daher nur wenig zu tun.

Einbruchssichere Fenster kennzeichnen sich unter anderem durch folgende Vorkehrungen, die für einen zusätzlichen Schutz sorgen:

  • Pilzkopfverriegelungen, die das Aufhebeln eines Fensters erschweren
  • abschließbare Griffoliven, die trotz eines eingeschlagenen Fensters das Öffnen des Fensterflügels unmöglich machen
  • starke Fensterbeschläge ohne bruchgefährdetes Material
  • Zusatzsicherungen einfacher Fensterbeschläge, z. B. durch Zusatzschlösser oder Teleskopstangen
  • Gitter an der Außenwand, in der Laibung oder direkt am Fenster
  • Einsatz von Smarthome-Lösungen, wie zum Beispiel einer automatischen Beleuchtungsanlage

Wie einbruchssicher gute Sicherheitsfenster tatsächlich sind, beweisen die Fenster von Hanse Haus, deren Stabilität beim Tag der offenen Tür von den Besuchern eindrucksvoll getestet wurde. Hier das passende Video dazu:

Die Sicherheitsfenster können noch so stabil und widerstandsfähig sein, wenn sie nicht richtig montiert werden. Beim Hausbau sollten Sie daher darauf achten, dass Sie oder Ihr Fertighaus-Anbieter geprüfte und zertifizierte Fenster verwenden und über genügend Erfahrung im Montieren verfügen.

Die Widerstandsklassen als Qualitätsmerkmal

Um einen besseren Überblick über einbruchssichere Sicherheitsfenster zu bekommen, wurden in der DIN EN 1627 Widerstandsklassen für einbruchhemmende Bauteile aufgeführt. Insgesamt gibt es sieben solcher Widerstandsklassen, die sich namentlich unter anderem aus RC (= resistance class) und N (verweist auf nationale Regelung) zusammensetzen.

Die Widerstandsklassen für Sicherheitsfenster im Überblick:

RC1N: Hierbei handelt es sich um einen begrenzten Schutz geben Aufbruchversuche durch körperliche Gewalt oder Hebelwirkungen.

RC2N: Ebenfalls ein Grundschutz, der sich auf Einbrüche mit einfachen Werkzeugen, wie zum Beispiel einem Keil oder einem Schraubendreher, bezieht.

RC2: Ähnlich wie die Widerstandsklasse RC2N, die das Aufbrechen jedoch über eine Dauer von mindestens drei Minuten verhindert.

RC3: Kennzeichnet den Einbruchschutz mit einem weiteren Gegenstand, wie zum Beispiel der Verwendung eines Schraubendrehers und eines Keils, und hält diesen mindestens fünf Minuten Stand.

RC4: Sicherheitsfenster dieser Widerstandsklasse schützen vor wuchtigen Werkzeugen zum Einbrechen, beispielsweise dem Stemmeisen oder einem Hammer.

RC5: Hier bieten die Bauteile der Fenster Schutz vor elektrischen Geräten wie der Bohrmaschine oder einer Stichsäge.

RC6: Bei der letzten Kategorisierung sollten Sicherheitsfenster selbst gegen leistungsstarke Elektrowerkzeuge gewappnet sein.

Die Sicherheitsfenster in Ihrem Haus oder Fenster sollten mindestens der Widerstandsklasse RC1N entsprechen. Ein Schutz, der höher als der Klasse RC3 entspricht ist laut der Polizei nicht von Nöten und rechnet sich für den Hausbauer oftmals nicht hinsichtlich der anfallenden Kosten.

Der Rundumschutz für Ihr Eigenheim

Genauso wie bei der Haustür sollten Sie beim Hausbau darauf achten, dass Ihre Fenster ausreichend vor Einbrüchen geschützt sind. Informieren Sie sich daher im Vorhinein, welcher Anbieter welche Sicherheitsfenster und natürlich auch -türen anbietet, um Einbrechern keine Chance zu lassen.

Mit welchen Fenstern haben Sie bisher gute Erfahrungen gemacht beziehungsweise wie sieht Ihr Rundumschutz gegen Einbrecher aus? Haben Sie auch schon mal über die Installation einer Smarthome-Lösung nachgedacht, die zusätzlichen Schutz bietet?

Verraten Sie es uns in den Kommentaren oder auf unserer Facebook-Seite. Gerne diskutieren wir mit Ihnen über die für Sie ideale Lösung und Ihre bisherigen Erfahrungen.

Bildquelle: Olu Eletu | unsplash.com

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