Bauherrenhaftpflichtversicherung

Was bringt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?

Wer als Bauherr ein Haus baut, trägt die volle Verantwortung. Er haftet nicht nur für sich, sondern für alles, was im Zusammenhang mit der Baustelle steht, persönlich. Die wichtigste Absicherung beim Neubau ist daher die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die wir Ihnen in diesem Blogbeitrag näher vorstellen.

Schäden auf der Baustelle sind keine Seltenheit, egal ob sie Gegenstände oder Personen betreffen. So kann ein Sturm ein Gerüst umstürzen, ein Kind unglücklich über eine Schaufel stolpern oder der Bagger den Garten des künftigen Nachbarn beschädigen. All das sind Schäden für die Sie als Bauherr haften – da hilft auch kein Warnschild „Eltern haften für ihre Kinder“.

Hintergründe zur Bauherrenhaftpflichtversicherung

Ob Sie vor dem ersten Spatenstich eine Bauherrenhaftpflichtversicherung in Anspruch nehmen, bleibt Ihnen überlassen, schließlich zählt sie laut Gesetz nicht zu den Pflichtversicherungen. Abschließen sollten Sie eine solche auf jeden Fall. Diese bewahrt Sie zwar nicht vor Personen- oder Sachschäden, schützt Sie jedoch vor den hohen Kosten, die durch einen Schaden oder Unfall auf Sie zukommen können.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung läuft meist über eine Dauer von zwei bis drei Jahren und endet entweder nach Fristende oder mit der Fertigstellung des Hauses. Je nach Anbieter ist eine Versicherung von bis zu fünf Jahren möglich. Mitversichert sind dann sowohl der Bauherr, als auch die an der Baustelle beschäftigten Personen.

Der Versicherungsbeitrag bemisst sich nach der angenommenen Bausumme des Projektes und wird nach dem Abschluss des Neubaus, der Sanierung oder einer Modernisierung mit den tatsächlich angefallenen Kosten verrechnet. Beträgt die Bausumme beispielsweise 280.000 Euro und liegt der Beitragssatz bei einem Prozent, so beträgt die Nettoversicherungsprämie 2.800 Euro, die in der Regel einmalig bezahlt wird.

Die Leistungen im Überblick

Das Leistungsspektrum einer Bauherrenhaftpflichtversicherung kann von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich sein. Im Großen und Ganzen sollte die Versicherung die folgenden Bereiche abdecken:

  • Personen-, Sach- und Vermögensschäden
  • finanzieller Schutz vor Risiken und Gefahren auf der Baustelle
  • Senkung von Grundstücken und Erdrutschungen
  • KfZ bis 6 km/h
  • Hub- und Gabelstabler sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen bis 20 km/h
  • Abwehren unberechtigter Ansprüche
  • Gerichts- und Anwaltskosten

Schäden, die Sie selbst erleiden oder vorsätzlich herbeigeführt wurden, werden durch die Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht abgedeckt. Ebenso wenig wie Strafen und Bußgelder, die in Verbindung mit dem Hausbau entstehen.

Falls Sie mit dem Gedanken spielen, dass Ihre Haftpflichtversicherung für den Hausbau ausreicht, dann verwerfen Sie diesen bitte sofort wieder. Eine solche hilft im Schadenfall nur begrenzt weiter, da in den meisten Fällen entweder die Deckungssumme zu niedrig ist oder die Versicherung auf eine bestimmte Bausumme beschränkt ist. Auch der Leistungsumfang entspricht nicht dem einer Bauherrenhaftpflichtversicherung

Tipp: Vergleichen Sie verschiedene Versicherungsanbieter, studieren Sie den Leistungsumfang Ihres Versicherungsanbieters und fragen Sie bei Unklarheiten nach.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung, ein absolutes Muss

Wie bereits erwähnt, können Sie sich die Kosten der Bauherrenhaftpflichtversicherung auch sparen, da Sie keine Pflichtversicherung ist. Da die Beitragssumme in Bezug auf die finanzielle Abdeckung im Schadenfall jedoch sehr günstig ist, sollten Sie sich vor den finanziellen Risiken, die durch den Hausbau entstehen, unbedingt schützen.

Die Deckungssumme sollte dabei mindestens drei Millionen Euro betragen, da sowohl Personen- und Sachschäden als auch Vermögensschäden immense Kosten hervorrufen können. Einen Teil des Versicherungsbeitrags können Sie sich in der Steuererklärung beim Finanzamt zurückholen, da der Beitrag als Sonderausgabe geltend gemacht werden kann.

Seien Sie also auf der sicheren Seite und schließen Sie rechtzeitig eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ab. Damit vermeiden Sie zwar keine Unfälle und Schäden auf der Baustelle, haben aber die Sicherheit, keinen finanziellen Ruin durch eine kleine Unachtsamkeit erleiden zu müssen.

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