Ein Mehrfamilienhaus bauen und davon profitieren

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Bezahlbarer Wohnraum wird dringend benötigt. Der Bau eines Mehrfamilienhauses kann daher das Notwendige mit dem Sinnvollen verknüpfen, wenn ein solcher Schritt auch als Kapitalanlage verstanden wird. Doch worauf ist dabei genau zu achten?

Rund ein Drittel aller in Deutschland bewohnten Immobilien wird als Mehrfamilienhaus definiert. Schnell schießen dabei Vorstellungen von gigantischen Mietshäusern in den Sinn. Und der Gedanke ist gar nicht einmal falsch. Denn in ihnen soll einer Vielzahl an Menschen die Möglichkeit an die Hand gegeben werden, die eigenen vier Wände zu bewohnen.

In welcher Größe und in welchem Umfang das geschieht, ist gesetzlich nicht eindeutig festgeschrieben. Tatsächlich kann es je nach Bundesland, Landkreis, Stadt und Kommune sogar zu unterschiedlichen Anforderungen für die Interessenten kommen, möchten diese gerne ein Mehrfamilienhaus bauen.

Allgemein ist jedoch davon auszugehen, dass ein solches Gebäude genügend Grundfläche für drei unterschiedliche Parteien bietet. Jede von ihnen bewohnt ein eigenes und für sich abgegrenztes Areal – etwa die Wohnung, die gesamte Etage oder sogar einen eigenständigen Loft, der sich über mehrere Stockwerke erstrecken kann.

Entstanden ist diese Bauform Ende des 18. Jahrhunderts. Zu einer Zeit, als die heute bekannte Industrialisierung noch in ihren Kinderschuhen steckte. Das Errichten großer Häuser, in denen eine Vielzahl an Menschen eine bequeme und vor allem preiswerte Bleibe findet, ist auf den damaligen technischen Fortschritt zurückzuführen.

Heute lassen sich Mehrfamilienhäuser aus den meisten Städten dagegen kaum noch wegdenken – sie haben ihren Platz längst behauptet.

Die Vorteile eines Mehrfamilienhauses

Wer ein Mehrfamilienhaus einmal von außen betrachtet, findet eine relativ kleine Grundfläche vor, die – durch das Bauen in die Höhe – vergleichsweise vielen Personen einen Platz zum Wohnen bietet. Es wird kaum einmal ein größeres Grundstück beansprucht, entsprechend preiswert kann die Immobilie errichtet werden.

Obwohl sich hierbei viele Menschen auf engem Raum begegnen, führt doch jeder von ihnen ein eigenes und vor allem eigenständiges Leben. Sobald die Wohnungstür geschlossen wird, betritt der Bewohner seine persönlichen vier Wände, muss mit den anderen Mietern also weder interagieren noch kommunizieren.

Dennoch ergibt sich in einem Mehrfamilienhaus meist eine ganz besondere Aura, die eine wunderbare Form des Zusammenlebens ermöglicht. Zu denken wäre hier an die unterschiedlichen Generationen und sozialen Gruppen, die auf wenig Platz über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte gemeinschaftlich wohnen. Die gegenseitige Hilfe, das Rücksichtnehmen auf seine Nachbarn, der tägliche Austausch, manches nette und aufmunternde Wort im Treppenhaus – es sind diese kleinen Gesten, die sich beinahe ausnahmslos in Mehrfamilienhäusern antreffen lassen.

Obwohl jede Partei ein eigenständiges Leben führt, wird oft ein spürbares Band des Zusammenhaltes zwischen den Bewohnern geknüpft. Dass durch sie schnelle Hilfe im Notfall gewährt wird, sei da nur am Rande erwähnt.

Kennt das Mehrfamilienhaus auch Nachteile?

Wenn ihr ein Mehrfamilienhaus bauen möchtet, solltet ihr jedoch nicht alleine mit diesen idyllischen Vorstellungen an die Planung herangehen. Denn erfahrungsgemäß lauert bei vielen Menschen auf engem Raum immer auch das Potenzial zum Streit.

Wer also einmal alleine sein möchte, findet in den eigenen vier Wänden zwar die Möglichkeit, sich von den Mitmenschen ein wenig abzugrenzen – gänzlich frei von deren Einwirken ist der Bewohner aber nicht. Vielleicht sind es die spielenden Kinder im Garten, die stören. Eventuell kann aber auch der Fernseher oder die Musik des Nachbarn durch die Wand hindurch gehört werden.

Daneben sind die Bewohner in ihrer eigenen Entfaltung meist eingeschränkt. Schon das Einreißen bestehender oder das Aufbauen neuer Wände dürfte gerade in Mietshäusern untersagt sein. Die Veränderung des eigenen Wohnraums gelingt also nur in wenigen Fällen. Denn entscheidend ist nicht, was der Einzelne wünscht – vielmehr gibt die Hausordnung die Verhaltensweisen vor.

Kommt es einmal zu Ausnahmesituationen, darf über das weitere Vorgehen die Bewohnerversammlung befragt werden. Abermals gilt hierbei, dass das Gemeinwohl dem individuellen Recht überlegen ist. Einzelpersonen haben sich daher der Gemeinschaft zu fügen. Auch das kann ein Umstand sein, der von einigen Bewohnern als Nachteil angesehen wird.

Ein Mehrfamilienhaus bauen – für wen lohnt sich dieser Schritt?

Das Mehrfamilienhaus bietet vielen Menschen den Vorteil, preisgünstig eine eigene Bleibe zu finden, dabei idealerweise auf nette Personen zu treffen und langfristig eine kleine Gemeinschaft zu gründen. Doch für wen lohnt es sich eigentlich, ein solches Gebäude zu errichten?

Neben dem finanziellen Aspekt wird der Bau einer Immobilie als Maßnahme für die Zukunft angesehen. Von den hier investierten Summen können die Bauherren sowie deren Kinder und Enkel auch in vielen Jahren und Jahrzehnten noch profitieren. So gehören Häuser und Grundstücke noch immer zu den sichersten langfristigen Anlagemöglichkeiten – auch, wenn sie laufende Kosten verursachen.

Plant ihr ein Mehrfamilienhaus zu bauen, dann solltet ihr daher einerseits über die finanziellen Möglichkeiten für die Planung, das Errichten und die Kosten nach dem Hausbau verfügen. Andererseits müsst ihr dafür aber auch den Willen und die freie Zeit haben, eine solche Immobilie langfristig zu verwalten.

Der Eigentümer übernimmt ein großes Maß an Verantwortung, für das er tatsächlich einzustehen hat – und für das er juristisch belangt werden kann. Es ist allerdings genau diese emotionale Bindung an das Haus, die viele Bauherren davon überzeugt, den Schritt des Errichtens in die Tat umzusetzen. Wer einen Baum pflanzt, der wurzelt immer auch selbst ein wenig an diesem Ort – für das Bauen eines Gebäudes gilt das Gleiche.

Eignet sich das Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage?

Wie ist es nun aber um den bereits kurz angesprochenen finanziellen Aspekt bestellt? Hier gilt, dass die zunächst benötigten Investitionen gut durchdacht sein sollten. Denn mit einer Rendite im Bereiche der fünf bis zehn Prozent eignet sich ein Mehrfamilienhaus selbst bei voller Auslastung nur als langfristige Anlage.

Darüber hinaus ist erneut auf die laufenden Kosten hinzuweisen, die nur in Teilen auf die Mieter oder Eigentümer umgelegt werden können. Auch Reparaturmaßnahmen oder Umbauarbeiten dürften eine zusätzliche Last auslösen. Ein Schnäppchenprojekt werden Bau und Verwaltung der Immobilie somit nicht.

Demgegenüber profitiert der Bauherr von Förderungen durch Bund und Länder. Viele der getätigten Investitionen kann er – ebenso wie die Immobilie selbst – bei der Berechnung der Jahressteuer anführen. Das Schaffen von Wohnraum wird durch den Staat finanziell honoriert.

Neben den stetigen Einnahmen durch die Mieten muss bedacht werden, dass der Wert der Immobilie über die Jahre stark steigen dürfte. Mag das Gebäude an sich vielleicht nicht im Fokus des Investors stehen, so explodieren vielerorts doch die Grundstückspreise.

Auch damit lässt sich beim Verkauf nach langen Jahrzehnten ein satter Gewinn erzielen. Als Kapitalanlage lohnt sich ein Mehrfamilienhaus bei sorgfältiger Planung daher fast immer.

Welche Tipps sollten für das Mehrfamilienhaus bedacht werden?

Ein Mehrfamilienhaus kann eine attraktive Möglichkeit zur Sicherung des eigenen Vermögens darstellen. Planung, Bau und Verwaltung sind aber vielfach mit massiven Investitionen verbunden. Es muss daher gut kalkuliert werden, welche Summen für ein solches Projekt zur Verfügung stehen.

Wer hoch hinaus möchte und eine Immobilie für möglichst viele Bewohner anstrebt, sollte somit über ein prall gefülltes Sparschwein verfügen. Natürlich gilt mit Blick auf die finanzielle Belastung, dass schon im Vorfeld erörtert werden muss, welche Förderungen durch Bund und Länder umgehend sowie über die Jahre in Anspruch genommen werden können.

Daneben wird ein enger Kontakt zur örtlichen Stadtverwaltung und zur Baubehörde gepflegt. Die Suche eines Grundstücks und die Planung eines Hauses, das auch tatsächlich von den potenziellen Bewohnern gewünscht ist, gelingen nicht immer. Denn der Bedarf kann sich von Ort zu Ort spürbar unterscheiden.

Sind diese Fragen geklärt, wird mit einem Architekten das weitere Vorgehen besprochen. Schnell und kostengünstig lassen sich die Pläne in die Tat umsetzen, wenn zur Fertigbauweise gegriffen wird. Oft kann das Mehrfamilienhaus hierbei innerhalb weniger Monate bezugsfertig errichtet werden – und davon profitiert der Bauherr ebenso wie die Bewohner.

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