Gefahren vermeiden: Tipps für eine bessere Haussicherheit

Haussicherheit

Jeder Bauherr träumt davon, über Jahre und Jahrzehnte ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit in den eigenen vier Wänden zu erleben. Dennoch begleiten viele Unklarheiten die Frage, welche Sicherheitsvorkehrungen im Eigenheim verankert werden sollen. In diesem Beitrag widmen wir uns der Möglichkeit, die Haussicherheit mithilfe einfacher Maßnahmen zu erhöhen.

Die Gefahren von Rauch und Feuer

Bisweilen diente eine gute Hausratversicherung als ausreichender Schutz vor einer Brandkatastrophe oder Einbrüchen in den eigenen vier Wänden. Doch selbst die finanzielle Unterstützung der Police kann das Hab und Gut nicht ersetzen, welches den Flammen erliegt oder abhanden kommt. Daher gilt, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen und präventiv durch verschiedene Maßnahmen gegen einen potenziellen Verlust vorzugehen.

Der Rauchmelder

Zumindest ein Teil des Brandschutzes wird inzwischen durch den Gesetzgeber geregelt. In allen Bundesländern wurde in den vergangenen Jahren die Rauchmelderpflicht in Neubauten durchgesetzt. Mit der Ausnahme des Freistaats Sachsen, wo die Pflicht erst ab 2020 in Kraft tritt.

Mithilfe sensibler Sensoren nimmt der Rauchmelder Veränderungen in der Luft wahr, die auf eine Brandentwicklung hindeuten. Sofort wird nun ein durchdringender Alarm ausgelöst, welcher die Bewohner des Hauses auf die Gefahr aufmerksam macht.

Per Funk vernetzte Rauchmelder können den Alarm auf alle anderen Räume übertragen, um die Evakuierung aller Personen einzuleiten. Somit handelt es sich um eine wichtige Grundlage des persönlichen Brandschutzes.

Der Kohlenstoffmonoxidmelder

Nicht nur ein Brand kann derweil für die sogenannte Rauchvergiftung verantwortlich sein. Durch verschiedene Brennstoffe kann farb- und geruchloses Gas auch in Öfen oder Heizungen entstehen und im schlimmsten Fall zu einer Kohlenmonoxidvergiftung führen.

Da Kohlenstoffmonoxid nicht vom Menschen wahrgenommen werden kann, übernimmt der Kohlenstoffmonoxidmelder eine besonders wichtige Funktion. Überschreitet die Konzentration des giftigen Gases in der Raumluft das natürliche Mittel, wird Alarm ausgelöst.

Bleibt das Gas zu lange unbemerkt, so erhöht sich mit jeder Minute die Erstickungsgefahr. Bevor nach möglichen Ursachen geforscht wird, ist es sinnvoll, das Haus zu evakuieren und für die Sicherheit aller Bewohner zu sorgen.

Die Montage der Kohlenstoffmonoxidmelder allein reicht jedoch für einen konsequenten Brandschutz nicht aus. Denn nicht jedes wachsende Feuer zeichnet sich durch einen sofortigen Anstieg der CO-Konzentration in der Luft aus.

Der klassische Rauchmelder lässt sich folglich nicht ersetzen. Zudem muss der sensible Kohlenstoffmonoxidmelder je nach Modell alle drei bis zehn Jahre ausgetauscht werden.

Der Einbruchschutz

Die Einbruchzahlen in Deutschland, welche sich in den letzten Jahren konstant auf hohem Niveau bewegten, veranlassen viele Menschen dazu, über die Sicherheit im Haus vor Einbruch nachzudenken. Um teure Nachrüstungen zu vermeiden, empfiehlt es sich bereits beim Hausbau, die Grundlagen der Absicherung einzubeziehen.

So führen viele Baufirmen Sicherheitsfenster in ihrem Angebot, die gegen einen Aufpreis eingebaut werden können. Mit ihren speziell verstärkten Rahmen sind sie dazu in der Lage, dem Täter über einen längeren Zeitraum Widerstand zu leisten. Gleichsam wird auf Verbundsicherheitsgläser nach DIN EN 356 Wert gelegt, welche ein simples Einschlagen erschweren.

Das Konzept der Sicherheitsfenster sieht jedoch nicht vor, absoluten Schutz zu gewähren. Abhängig von ihrer Ausrüstung und der am Tatort verbrachten Zeit können sich Einbrecher dennoch Zutritt verschaffen.

Vielmehr besteht der Zweck eines Sicherheitsfensters darin, die dafür benötigte Zeitspanne zu verlängern. Aufgrund der mit jeder Minute steigenden Gefahr, ertappt zu werden, entscheiden sich viele Täter für die Flucht.

Die Absicherung von Türen

Ein Maximum an Haussicherheit und Bedienkomfort sollen auch Sicherheitstüren bieten. In der höheren Preisklasse werden hierzu diverse Mechanismen eingesetzt, welche die Widerstandskraft der Tür erhöhen.

Dazu zählt eine fünffache Verriegelung samt spezieller Sicherheitsdorne, die von außen nicht sichtbar sind. Auch ein Sicherheitsschloss mit eingelassener Schließfalle und einem massiven Stahlschließriegel ist in den hochpreisigen Produkten verbaut. Für die Täter ist es aus diesem Grund nur in der Theorie möglich, über diesen Zugang ins Haus zu gelangen.

Aufgrund der finanziell angespannten Situation, welche den Hausbau zumeist begleitet, entscheiden sich viele Bauherren zunächst gegen diese Möglichkeiten der Absicherung. Dies bedeutet nicht, dass im Nachhinein keine Aufrüstung möglich wäre.

Verschiedene Hersteller bieten nachträglich zu installierende Sperrriegel an, welche sich auf der Innenseite anbringen lassen. Während ästhetische Nachteile die Folge sind, ist auf diese Weise eine gleichwertige Sicherheit zu erreichen. Auch der Einsatz spezieller Sicherheitsschlösser ist nach dem Innenausbau noch immer möglich.

Die Sicherung der Wertgegenstände

Kleine Gegenstände, die einen großen Wert haben, geraten als erstes ins Visier geübter Einbrecher. So wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Möglichkeiten entwickelt, um deren Absicherung zu verbessern. Dazu zählt die künstliche DNA, welche auf Schmuck oder wertvollen Uhren aufgetragen werden kann.

In der kaum sichtbaren Markierung wird ein Code versteckt, der den Wertgegenstand eindeutig seinem Besitzer zuordnet. Bei behördlichen Kontrollen wird die künstliche DNA unter dem Einsatz von Schwarzlicht sichtbar und erleichtert so die Rückkehr gestohlener Wertsachen.

Die Haussicherheit kann dieses Prinzip jedoch nur unwesentlich erhöhen. Nur im Falle einer spezifischen Kontrolle können die Täter anhand der Markierung überführt werden.

Da die künstliche DNA jedoch nicht flächendeckend im Einsatz ist, mangelt es an der Durchsetzung dieser Überprüfungen. Zudem überführen viele organisierte Täter die gestohlenen Wertgegenstände ohnehin ins Ausland, sodass die Chance gering ist, Wertsachen auf diese Weise wieder zu erhalten.

Experten empfehlen stattdessen, im Sinne der Haussicherheit einen gut versteckten Safe zu erwerben. Hochwertige Modelle halten enormen Krafteinwirkungen stand, sofern die Täter dazu in der Lage sind, den Standort ausfindig zu machen. Darin liegt die Möglichkeit, die Wertsachen vor dem Zugriff der Täter zu schützen und damit den materiellen Schaden im Falle eines Einbruchs zu reduzieren.

Das Smart Home als Chance

Zu den großen Qualitäten, die den neuen Technologien des Smart Homes zugeschrieben werden, zählt ein verbesserter Einbruchschutz. Entscheidend dafür könnte bereits die ständige Übertragung aller wichtiger Daten zu einer zentralen Steuereinheit sein.

Im Stile einer Alarmanlage können verdächtige Aktivitäten auf diese Art leichter enttarnt werden, um die persönliche Sicherheit zu erhöhen. Nicht nur innerhalb der eigenen vier Wände können Hausbesitzer vor der drohenden Gefahr gewarnt werden. Da die gesammelten Informationen an ein Smartphone oder Tablet weitergeleitet werden können, ist es selbst während einer Urlaubsreise möglich, auf verdächtige Aktivitäten aufmerksam zu werden.

Entscheidend für die Sensibilität der Sicherheitstechnik im Smart Home sind wiederum die integrierten Systeme. Bereits auf der Grundlage heutiger Technologien ließe sich der Fremdkontakt mit den Fensterscheiben wahrnehmen. Zudem werden klassische Überwachungskameras im Smart Home weiterhin bedeutend sein.

Zukunftsmusik sind derweil verschiedene Technologien, welche künftig flächendeckend als Eingangskontrolle dienen (könnten). Neben dem Zutritt nach erfolgreicher Überprüfung des Fingerabdrucks ist dabei auch eine integrierte Iris-Erkennung denkbar, welche Informationen über die Identität einer Person liefert.

Mit jeder technischen Errungenschaft, welche im Smart Home ihren Platz findet, steigt sogleich der Anspruch an die Cybersicherheit. Für Einbrecher bietet die digitale Welt neue Angriffsflächen, die adäquat abgesichert werden müssen. So sind wiederum neue Maßnahmen gefragt, um von der Sicherheit im Smart Home profitieren zu können.

Gelegenheit der Prävention

Längst informiert die Polizei im Internet über die Sicherheit im Haus vor Einbrüchen. In den Analysen der Experten spielen immer wieder präventive Ansätze eine Rolle, die nur wenige Bundesbürger in ihrem Eigenheim verfolgen. Potenzielle Einbrecher führen im Vorfeld ihrer Tat eine sehr gründliche Analyse geeigneter Objekte durch.

Dabei achten sie auf typische Signale, welche auf ein derzeit unbewohntes Haus hindeuten. Bleibt etwa die Beleuchtung in den Abendstunden ohne jede Reaktion, steigt auf Seiten der Täter die Zuversicht, den Einbruch unbemerkt verüben zu können. Selbst ein über Tage voller Briefkasten wird auf diese Weise zum Risikofaktor.

Längst sind präventive Technologien am Markt zu finden, welche die Haussicherheit in diesen Fragen verbessern sollen. So kann eine automatische Lichtsteuerung eine Beleuchtung simulieren, die dem natürlichen Rhythmus gleicht.

Bereits ein zweistelliger Betrag leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur persönlichen Sicherheit. Je häufiger längere Perioden der Abwesenheit im eigenen Alltag vorkommen, desto wichtiger scheint es, sich diesen Möglichkeiten nicht zu verschließen.

Bildquelle: Piotr Chrobot | Unsplash

3 CommentsKommentar hinterlassen

  • Wir haben uns auch eine Smart Home Lösung einbauen lassen. Ich finde es gut, denn, wie Sie schon sagen, wird man ständig über die Vorgänge im Haus informiert. Zusätzlich haben wir zwei Tresore einbauen lassen. Einer davon gut versteckt in der Wand eingelassen.

  • Hallo und vielen Dank für den Beitrag zur eigenen Haussicherheit!

    Mir stellt sich nun aber noch die Frage, wie ich als Mieter in einem Mehrfamilienhaus am besten vorgehen sollte wenn es um Alarmanlagen oder Sensoren etc., also irgendwelche Sicherheitssysteme geht? Folgenden Hinweis hatte ich nämlich bezüglich der Einbrecher gefunden:
    „Drei Viertel aller Wohnungseinbrüche betreffen Mehrfamilienhäuser. In diesen sind oft weder ausreichende Sicherheitsvorkehrungen noch sichere Schließ- und Alarmanlagen installiert. Und auch die Anwohner sind leichtsinniger – sie öffnen zum Beispiel die Tür per elektrischen Türöffner ohne sich vorher mithilfe der Gegensprechanlage zu vergewissern, wer dort vor der Tür steht. “ Das Zitat war auf https://ihr-sicheres.haus/ – aber auch dort hatte ich keinen Rat dazu gefunden, welche Rechte ich als Mieter habe, z.B. Alarmsysteme zu fordern, oder Kosten für eigene Anschaffungen solcher Anlagen auf den Vermieter „abzuwälzen“.
    Im Grunde ist das ja eine Wertsteigerung eines Gebäudes, was nicht mir gehört. Der Vermieter sollte da doch an der Alarmanalge beteiligt werden können. Geht das? Gibt es dazu irgendwelche Tipps? Oder denke ich da zu optimistisch?
    Oder ist das (falls der Vermieter nicht zahlen muss) zumindest irgendwie steuerlich absetzbar?
    Vielen Dank vorab für jegliche Hilfe oder Tipps, wo ich die Antworten finden könnte!
    Klaus

    • Hallo Klaus,

      vielen Dank für ihren Kommentar. In gewisser Weise ist die Installation einer Alarmanlage eine Wertsteigerung, allerdings muss der Vermieter nicht für eine solche aufkommen. Dies ist unseres Wissens lediglich der Fall, wenn bereits mehrfach versucht wurde in eine Wohnung einzubrechen. In diesem Fall wäre die Wohnung sicherheitsgefährdet, sodass der Vermieter handeln müsste.

      Im Allgemeinen muss die Installation einer Alarmanlage mit dem Vermieter abgesprochen werden. An den Kosten beteiligen muss er sich nicht, allerdings gibt es hier sicherlich Vermieter, die entgegenkommend sind.

      Steuerlich absetzbar sind die Handwerker, welche diverse Sicherheitsvorkehrungen installieren. Bei den Kosten für die Alarmanlage selbst sieht es dagegen eher schlecht aus.

      Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten.

      Beste Grüße und schöne Osterfeiertage,
      Ihr BauMentor-Team.

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