Versicherungen, Reparaturen, laufende Kosten – ein eigenes Haus kann über die Jahre einige Kosten verursachen. Am Anfang steht nur der Kaufpreis, doch bei diesem alleine bleibt es nicht. In unserem heutigen Beitrag erfahren Sie daher alles über die (laufenden) Kosten nach dem Hausbau.

In einem der vergangenen Blogartikel haben wir Ihnen bereits einige Tipps zur Baufinanzierung mit auf den Weg geben. Wenn Sie diesen gelesen haben, dann ist Ihnen sicherlich bewusst, dass Sie auch nach dem Hausbau nicht von Folgekosten verschont bleiben.

Kosten, die Sie einplanen sollten

Die Anschlusskosten sollten Sie von Anfang an bei der Finanzierung Ihres Fertighauses einkalkulieren, um später böse Überraschungen auf dem Bankkonto zu vermeiden. Welche auf Sie zukommen werden, haben wir in der folgenden Übersicht für Sie aufgelistet:

Grunderwerbsteuer und Grundbuch-Eintrag

Wer im Inland ein Grundstück, Haus oder eine Eigentumswohnung kauft, für den wird eine Grunderwerbsteuer fällig. Je nach Bundesland beträgt diese 3,5 bis 6,5 Prozent des Gesamtkaufpreises. Dazu können noch die Gebühren für einen Notar und den Grundbuch-Eintrag eingeplant werden.

Grundsteuer

Haus- und Wohnungsbesitzer müssen jährlich eine Grundsteuer entrichten. Diese wird mit einer komplizierten Rechnung ermittelt. Das Finanzamt legt zunächst einen Einheitswert fest. Dieser bestimmt den Wert der Immobilie zum 1.1.1964 (alte Bundesländer) und zum 1.1.1935 (neue Bundesländer).

Bei später errichteten Gebäuden wird der Wert auf das jeweilige Datum zurückgerechnet. Daher liegt der Einheitswert meist deutlich unter dem tatsächlichen Wert der Immobilie. Dieser Einheitswert wird nun mit einer Steuermesszahl multipliziert. Diese Steuermesszahl liegt zwischen 2,6 und 10,0. Entscheidend ist, um welchen Immobilientyp es sich handelt und ob sich das Gebäude in den neuen oder alten Bundesländern befindet.

Ergebnis ist der Grundsteuermessbetrag. Dieser wird wiederum mit einem Hebesatz multipliziert, der von der jeweiligen Gemeinde abhängt. Sinnvoll ist es, sich schon vor dem Hauskauf über die Höhe des Hebesatzes in der Gemeinde zu informieren.

Liegt der Hebesatz in Bayern beispielsweise bei 386 Prozent könnte er in Berlin bei 810 Prozent liegen. Somit würde die Grundsteuer in Bayern, bei einem Einheitswert von 50.000 Euro, im Schnitt bei 500 Euro liegen. In Berlin dagegen bei circa 1.000 Euro.

Kosten für Straßenreinigung und Müllentsorgung

Zu diesen Kosten zählt die Gebühr für die öffentliche Straßenreinigung. Diese hängt ebenfalls von der jeweiligen Gemeinde ab. Auch Gebühren für die Müllentsorgung müssen entrichtet werden. Dazu kommen die Kosten für die Mülltonnen.

Eigentümer können oft selber entscheiden, wie groß die Tonnen sein sollen. Pro Person wird jedoch eine bestimmte Literzahl je Tonne gerechnet. Die Berechnung der Müllkosten ist auch von der Art des Mülls abhängig. Hier wird zwischen Restmüll, Biomüll, und Papier unterschieden.

Es lohnt sich ein Blick in die Betriebskostenverordnung, um einen Überblick zu erhalten. Die jährlichen Kosten für Biomüll liegen bei 40 bis 60 Euro, für Restmüll bei 170 bis 200 Euro und für Papier bei 30 bis 40 Euro.

Die jährlichen Kosten für die Straßenreinigung liegen im Durchschnitt bei drei bis acht Euro je Meter Frontlänge des Grundstücks.

Kosten für den Schornsteinfeger

Ein Schornsteinfeger überprüft zum Beispiel regelmäßig die Heizungsanlage. Wer einen Kaminofen besitzt, der muss den dazugehörigen Schornstein einmal im Jahr kehren lassen.

Alle drei Jahre sollte zudem eine Besichtigung der Feuerstätte stattfinden, bei welcher überprüft wird, ob der Ofen noch sicher betrieben werden kann. Die Kosten der Dienstleistungen für einen Schornsteinfeger belaufen sich auf 70 bis 130 Euro.

Wasser und Abwasser

Mittlerweile sind fast alle Häuser an die öffentliche Wasserversorgung und das Kanalisationsnetz angeschlossen. Je nach Gemeinde können beispielsweise Kosten für Wasserverbände anfallen. Außerdem sind Abwassergebühren fällig.

Strom- und Heizkosten

Auch hier fallen wiederkehrende Kosten an und richten sich nach dem tatsächlichen Verbrauch. Je nach Stromanbieter, können diese höher oder niedriger ausfallen. Ein Vergleich der verschiedenen Stromanbieter lohnt sich.

Die Kosten für den Heizungsbetrieb hängen von der Versorgungsquelle und der Gebäudeart ab. Es ist ein großer finanzieller Unterschied, ob die Heizung mit Fernwärme, Öl, Gas, Strom oder Pellets betrieben wird. Öl oder Pellets müssen zum Beispiel regelmäßig angeliefert werden, wobei zusätzliche Kosten anfallen.

Die jährlichen Stromkosten für einen Zwei-Personen-Haushalt (2500 kWh) liegen im Durchschnitt (je nach Anbieter und Region) bei 350 bis 650 Euro. Die jährlichen Heizkosten für eine Gasheizung (1000 Kubikmeter Gas) liegen bei 800 bis 1.000 Euro.

Telefon- oder Kabelanschluss

Für einen Telefon- oder Kabelanschluss entstehen zusätzliche Kosten. Je nach Anbieter und Tarif können hier zwischen 30 und 100 Euro im Monat fällig werden, die Sie auf alle Fälle mit in Ihre Kalkulation einbeziehen sollten.

Kosten für Versicherungen

Natürlich sollte sich ein Eigentümer auch für Schadensfälle finanziell absichern. Dafür eignet sich der Abschluss von Versicherungen. Unverzichtbar sind eine Privathaftpflicht für Eigenheimbesitzer (bzw. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bei vermieteten Objekten), eine Wohngebäudeversicherung und eine Elementarschaden-Police.

Wird die Immobilie vom Eigentümer noch abbezahlt, ist eine Restschuld- bzw. Risikolebensversicherung empfehlenswert. Natürlich kann auch eine Hausratversicherung, Glas- oder Rechtsschutzversicherung von Vorteil sein.

Kommt es irgendwann zu einem Schaden im oder am Haus, können die entstehenden Kosten bei der Versicherung geltend gemacht werden.

Kosten für Reparaturen, Instandhaltung und Modernisierung

Eingeplant werden müssen auch Kosten für Reparaturen, Modernisierungen oder Instandhaltungen am Haus. Hier sollten Sie unbedingt Rücklagen bilden. Empfohlen wird, dass monatlich pro Quadratmeter, ein Euro für Reparaturen/ Instandhaltungen zurückgelegt wird.

Es ist sehr wichtig, dass diese Rücklagen schon zu Beginn gesichert werden, da im Laufe der Jahre durchaus hohe Kosten entstehen können.

Rechenbeispiel für die Nebenkosten des Eigenheims

Anhand eines Beispiel für ein Effizienzhaus 55 mit der Größe von 140 Quadratmetern auf einer Grundstücksfläche von 400 Quadratmetern möchten wir Ihnen die Kosten nach dem Hausbau verdeutlichen. Zu berücksichtigen ist am Beispiel auch, dass der Zwei-Personen-Haushalt über eine Gasheizung verfügt und sich das Haus in Köln befindet.

  • Hausratversicherung:
    • jährlich: 200 Euro
    • monatlich: 16,67 Euro
  • Wohngebäudeversicherung:
    • jährlich: 150 Euro
    • monatlich: 12,50 Euro
  • Grundsteuer:
    • jährlich: 780 Euro
    • monatlich: 65 Euro
  • Elementarschadenversicherung:
    • jährlich: 180 Euro
    • monatlich: 15 Euro
  • Telefon und Internet:
    • jährlich: 480 Euro
    • monatlich: 40 Euro
  • Stromkosten:
    • jährlich: 570 Euro
    • monatlich: 47,50 Euro
  • Haftpflichtversicherung:
    • jährlich: 75 Euro
    • monatlich: 6,25 Euro
  • Heizkosten:
    • jährlich: 800 Euro
    • monatlich: 66,67 Euro
  • Schornsteinfeger:
    • jährlich: 100 Euro
    • monatlich: 8,33 Euro
  • Müllentsorgung:
    • jährlich: 240 Euro
    • monatlich: 20 Euro
  • Straßenreinigung:
    • jährlich: 300 Euro
    • monatlich: 25 Euro
  • Abwassergebühren:
    • jährlich: 525 Euro
    • monatlich: 43,75 Euro
  • Rücklagen:
    • jährlich: 1680 Euro
    • monatlich: 140 Euro
  • Gesamtkosten:
    • jährlich: 6080 Euro
    • monatlich: 506,67 Euro

Für den monatlichen Bedarf resultiert aus den einzelnen Kostenstellen also ein Gesamtbetrag von 506,67 Euro. Hinzu können eventuell noch die monatlichen Kosten für Ratenzahlung/ Hauskredit kommen.

Planen Sie anfallende Kosten ein

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem Beitrag beispielhaft darstellen konnten, mit welchen Kosten Sie nach dem Hausbau rechnen müssen, ohne Sie dabei abzuschrecken. Sie sollten diese jedoch, wie bereits erwähnt, bei Ihrer Finanzierung berücksichtigen und stets ein finanzielles Polster zur Verfügung haben.

Gerne können Sie uns in den Kommentaren Ihre Meinung zu den anfallenden Kosten preisgeben. Oder diskutieren Sie mit uns auf Facebook oder Twitter. Dort erhalten Sie zudem regelmäßige Meldungen rund ums Fertighaus. Schauen Sie doch mal vorbei!

Bildquelle: blickpixel | unsplash.com

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