4 wichtige Hausbau-Versicherungen, auf die ihr bauen könnt

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Steht bei euch die Bauphase eures Traumhauses an? Dann solltet ihr vorab auf einen umfangreichen Schutz für Personen und Sachwerte setzen. Viele Versicherer bieten ihre Policen eigens für den gesamten Prozess der Planung und des Baus einer Immobilie an. Doch welche Hausbau-Versicherungen machen überhaupt Sinn, welche Leistungen sind dabei besonders wichtig und worauf ist darüber hinaus zu achten?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung

Vom ersten Spatenstich bis zur Übergabe des Schlüssels für das bezugsfertige Eigenheim kann euch viel Unvorhergesehenes passieren. Zuweilen sind davon auch andere Menschen und deren Güter betroffen. Als Bauherren steht ihr für Personen- und Sachschäden zwangsläufig in der Verantwortung. Grund genug, die zu erwartende rechtliche und wirtschaftliche Last eines Unfalls abzumildern.

Wichtige Hausbau-Versicherungen stellen somit immer auf die Bauherrenhaftpflicht ab. Sie kommt für alle auf der Baustelle entstandenen Schäden auf – egal, ob ihr selbst diese ausgelöst habt oder nicht. Neben dem Neubau eines Gebäudes bezieht diese Police übrigens diverse Umbau- und Sanierungsarbeiten mit ein, bei denen gleichfalls manches Ungeschick passieren kann.

Eine solche Versicherung beim Hausbau kann mit dem Versicherungsunternehmen allerdings nur dann abgeschlossen werden, wenn ihr einen kompetenten Partner an eurer Seite habt, der euch bei den anstehenden Planungen sowie beim Ausführen sämtlicher Arbeiten hilft. Das bedeutet, dass die Police ab dem Moment greift, in dem ihr einen Vertrag mit einem Architekten oder einer Baufirma schließt.

Führt ihr die Bautätigkeiten eigenständig aus und ist darin keiner der genannten Fachberufe involviert, so ist das dem Versicherungsunternehmen vorab mitzuteilen. Die Bauherrenhaftpflicht endet dagegen mit genau jenem Zeitpunkt, an dem auch die Bauarbeiten als abgeschlossen angesehen werden – etwaige Nachbesserungen sind davon bereits umfasst.

Die Bauleistungsversicherung

Wichtige Hausbau-Versicherungen gewährleisten die Hilfe immer auch dann, wenn Schäden aufgrund von Unwettern oder von Vandalismus geschehen. Bei Unfällen also, die ihr als Bauherren weder vorhersehen noch verhindern konntet. Gleiches gilt, wenn es zu Beschädigungen kommt, die auf Materialfehler oder mangelhaft ausgeführten Arbeiten auf der Baustelle zurückzuführen sind.

Zudem deckt die Versicherung die sogenannten Elementarschäden ab. Gemeint sind Überschwemmungen, Erdrutsche, Lawinen oder Erdbeben. In diesen Fällen greift die Bauleistungsversicherung, um euch gegenüber den dabei entstehenden wirtschaftlichen Rückschlägen abzusichern. Nicht umfasst sind dagegen Witterungsschäden, also ein wetterbedingter und somit normaler Verschleiß der für den Bau bestimmten Materialien.

Ihr übernehmt somit selbst einen Teil der Verantwortung. Finden eure Bauarbeiten in der kalten Jahreszeit statt, so müsst ihr die bereits verbauten sowie die für die weiteren Tätigkeiten vorgesehenen Werkstoffe etwa gegen Frost oder Nässe schützen. Unterbleibt diese Vorsorge, kann eine Deckung des Schadens nicht erfolgen.

Darüber hinaus ist es möglich, die Bauleistungsversicherung auf den Diebstahl zu erweitern. Sie unterstützt euch dabei in Fällen, bei denen zum Bau bestimmte oder bereits verbaute Güter von der Baustelle gestohlen werden. Dabei kann es sich um Waschbecken, Türen oder Fenster handeln. Als wichtige Versicherung beim Hausbau ergänzt die Bauleistungspolice somit die bereits erwähnte Bauherrenhaftpflicht.

Die Feuer-Rohbau-Versicherung

Bei den beiden zuvor genannten Versicherungen fällt auf, dass kein Schutz gegen Brände und deren Nachfolgen zu bestehen scheint. Wichtige Hausbau-Versicherungen sollten euch aber auch gegen das Feuer absichern – selbst dann, wenn es nicht unmittelbar auf der Baustelle ausgelöst wird.

Der einschlagende Blitz, ein defekter Stromkasten an der Straße, eine achtlos ins Gras geworfene Zigarette – relativ simple Auslöser für manch verheerende Brandkatastrophe, der nicht alleine die bereits begonnenen Bautätigkeiten zum Opfer fallen können, sondern die sich daneben oftmals auch auf wertvolle Baumaschinen und ähnliche Güter erstreckt. Auf diese Weise kann in kurzer Zeit ein millionenschwerer Schaden entstehen.

Eine Feuer-Rohbau-Police darf daher als wichtige Versicherung beim Hausbau keinesfalls fehlen. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie nicht alleine die direkt durch den Brand ausgelösten Schäden reguliert, sondern auch für nachträglich einsetzende Folgen einen Schutz bietet. Hier sei daran zu denken, dass nach dem Löschen des Feuers ein erheblicher Wasserschaden entstehen kann, der umfangreiche Sanierungsmaßnahmen auslöst. Er führt zuweilen sogar dazu, dass bestehende Wände abgerissen und neu errichtet werden müssen, da sie anderweitig nicht mehr zu retten sind.

Sogar kann die Rauchentwicklung kann ihre Spuren hinterlassen. Abgesichert sind somit alle zum Bau gehörenden Güter, ebenso aber die noch nicht verbauten Rohstoffe.

Die Bauhelfer-Unfallversicherung

Versicherungen müssen allerdings immer auch dann greifen, wenn es neben den Sach- zu Personenschäden kommt. Sicherlich, davor schützt euch zunächst die bereits erwähnte Bauherrenhaftpflicht. Im Zweifelsfall kann ein Bauarbeiter zudem über seine für den Beruf vorliegende Unfallversicherung entschädigt werden. Doch wie verhält es sich mit Freunden und Kollegen, die auf dem Bau mithelfen?

Für ihre Sicherheit könnt ihr die private Bauhelfer-Unfallversicherung abschließen. Aber Vorsicht: Dieser Schritt erfolgt lediglich auf freiwilliger Basis. Er befreit euch nicht von der Verpflichtung, alle helfenden Personen außerdem in der gesetzlichen Unfallversicherung der Bauberufsgenossenschaft anzumelden. Verzichtet ihr darauf, riskiert ihr empfindliche Bußgelder.

Da der Haftungsumfang der gesetzlichen Unfallversicherung begrenzt ist, spielt die Bauhelfer-Unfallpolice als wichtige Versicherung beim Hausbau eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie greift für alle Personenschäden der Bauhelfer – egal, ob ihr diese zu verantworten habt oder nicht. Die Gewährleistung beginnt mit dem Start der Bauarbeiten und endet mit der Abnahme aller damit in Verbindung stehenden Tätigkeiten.

Die Versicherung wird zudem nicht konkret für bestimmte Personen abgeschlossen, sondern gilt pauschal für alle Bauhelfer. Bei Abschluss der Police ist jedoch Vorsicht angeraten: Bei einigen Anbietern werden Familienmitglieder nicht in den geschützten Personenkreis aufgenommen. Lasst ihr euch durch Ehepartner, Kinder und Väter helfen, so müssen diese zuweilen zusätzlich versichert sein.

Weitere Hausbau-Versicherungen, auf die ihr nicht verzichten solltet

Neben den vier erwähnten Policen kann es sinnvoll sein, auch die eine oder andere zusätzliche Versicherung beim Hausbau und für die Zeit danach abzuschließen. Drei davon möchten wir euch noch kurz vorstellen.

Die Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden ab, die durch Feuer, Leitungswasser, Hagel, Elektrizität oder Sturm am Gebäude entstehen. Und das selbst dann, wenn die Bauphase bereits abgeschlossen ist und der Schutz anderer Bauversicherungen schon nicht mehr besteht.

Die Wohngebäudeversicherung in der Basisvariante könnt ihr bei vielen Anbietern zudem erweitern lassen. Sie übernimmt dann sogar Schäden durch Glasbruch, Explosionen oder durch defekte Anlagen und Maschinen.

Die Hausratversicherung

Wollt ihr euer Haus nicht neu bauen, sondern die bereits vorhandene Immobilie sanieren, so können die darin befindlichen Güter gleichfalls beschädigt werden. Da Möbel, Geld, Schmuck, Haushaltsgeräte und Kleidung aber durch keine der vorgenannten Policen geschützt sind, bietet sich der Abschluss einer Hausratversicherung an. Sie kommt für alle Schäden auf, die durch Vandalismus und Einbruch, durch Feuer und Wasser sowie durch Sturm und Hagel auftreten.

Dabei unterscheidet sie nicht, ob das Malheur während oder nach der Bauphase entstanden ist. Eine solche Versicherung lohnt sich grundsätzlich immer – auch dann, wenn ihr die Immobilie lediglich gemietet habt und nicht ihr Eigentümer seid.

Die Elementarschadenversicherung

Wichtige Hausbau-Versicherungen sollten darüber hinaus stets die Tücken des Wetters einkalkulieren. Das gilt umso mehr, wenn ihr euer Traumhaus in einem Gebiet errichten möchtet, in dem besonders stark mit Überflutungen, Lawinen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen zu rechnen ist. Ratsam erweist sich dabei die Elementarschadenversicherung.

Sie unterstützt euch für alle in der Folge notwendigen Maßnahmen, etwa die Trockenlegung des Gebäudes, kleinere und größere Reparaturen sowie den Abriss und den Neubau. Elementarschäden sind zwar zuweilen auch in anderen Versicherungen enthalten, werden dabei aber nur mit geringen Schadenssummen geschützt. Der Abschluss einer eigenständigen Elementar- oder Naturschadenpolice ist daher zu empfehlen.

Allgemeine Tipps zur Wahl der Versicherung beim Hausbau

Ihr findet bei den meisten Versicherungsanbietern diverse Policen, um euch gegen unterschiedliche Schäden und deren Folgen zumindest wirtschaftlich abzusichern. Gerade während der Bauphase lassen sich Unfälle kaum vermeiden. Beachtet vor Abschluss in jedem Falle, dass sich die Versicherung auch tatsächlich darauf erstreckt. Der Beginn und das Ende des Gewährleistungszeitraums müssen stets den gesamten Prozess des Hausbaus abdecken.

Hinterfragt zudem kritisch, gegen welche Schäden ihr abgesichert seid, wer konkret zu den geschützten Personen zählt, welche Güter zu den im Umfang einbezogenen Sachwerten gehören und wie hoch jeweils die Schadenssummen ausfallen.

Gerade bei den festgelegten Schadenssummen besitzt ihr einen erheblichen Einfluss. Je günstiger ihr die Police abschließt, desto geringer ist im Zweifelsfall auch die vom Versicherer geleistete Tilgung. Seid daher nicht geizig.

Die vorgenannten Beispiele zeigen euch, wie schnell ein hoher Sachschaden entstehen kann. Ganz zu schweigen von jenen Unglücken, in die auch Menschen involviert sind. Legt daher Wert auf eine möglichst hohe Deckungssumme, um jederzeit bestens abgesichert zu sein. Zumal selbst umfangreich schützende Policen kaum einmal mit hohen Kosten verbunden sind, die von euch zu zahlenden Summen und die beim Schaden gewährleistete Übernahme des finanziellen Gegenwerts fallen also zu euren Gunsten aus.

Viele Versicherer bieten euch eine Selbstbeteiligung an. Damit senkt ihr zwar die laufenden Kosten für die jeweilige Police – im Schadensfalle müsst ihr einen Anteil der Gesamtsumme aber aus eigener Tasche leisten. Rechnet daher nach, ob sich das für euch lohnt. Zudem steht euch zumeist die Möglichkeit offen, die Basisvariante einer Versicherung um zusätzliche Gewährleistungen zu erweitern. Auch das ist mit weiteren Kosten verbunden, kann sich aber lohnen.

Fragt im Zweifelsfall beim Verbraucherschutz, einem Versicherungsexperten, dem Ansprechpartner eures Hausbauunternehmens oder einem Architekten nach, welche Policen ihr für euer Bauvorhaben abschließen solltet. Denn jede Versicherung beim Hausbau kann euch letztlich vor den dramatischen Folgen eines Unfalls bewahren.

Werft abschließend gerne einen Blick auf das folgende Video, wo die wichtigsten Hausbau-Versicherungen noch einmal zusammengefasst werden.

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