Bitte nicht nachmachen: Die 22 gravierendsten Fehler beim Hausbau

Fehler passieren und sind absolut menschlich. Beim Hausbau können diese jedoch verheerend sein, was meist mit enormen Verzögerungen und hohen Kosten verbunden ist. Letztere können sogar die eigene Existenz bedrohen. Damit es nicht soweit kommt, haben wir einige Fehler für Sie aufgelistet, die bereits von anderen begangen wurden und aus denen Sie lernen sollten. 

„Jeder darf mal einen Fehler machen“, heißt es im Volksmund oftmals. Die Aussage möchten wir auch gar nicht widerlegen, jedoch kann beim Hausbau einer davon so gravierend sein, dass dieser nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Daher sollten Sie, auch wenn Sie sich noch so sehr auf Ihr Traumhaus freuen, vor allem eines: sich Zeit nehmen.

Viele Handlungen und Entscheidungen von Bauherren sind überstürzt, sodass sie im Nachhinein bereut werden. Wir möchten jedoch, dass Ihnen genau das erspart bleibt. Daher zeigen wir Ihnen die häufigsten Fehler vom Hausbau-Interessenten bis hin zu den Bauherren und Eigentümern auf – Lösungsvorschläge inklusive.

Die 22 gravierendsten Fehler beim Hausbau

1. SIE WISSEN NICHT WIRKLICH, WAS SIE WOLLEN

Lösung: Überlegen Sie bereits lange im Voraus, wie Ihr Traumhaus sein sollte, welchen Ansprüchen es genügen muss und wieviel Geld Sie zur Verfügung haben. Halten Sie Ihre Gedanken in einem Notizbuch fest. 

2. IHRE WÜNSCHE UND ZIELE HABEN SIE NICHT KLAR KOMMUNIZIERT

Lösung: Im Beratungsgespräch sollten Sie klar formulieren, auf welche Bereiche Sie besonders großen Wert legen. Vergessen Sie dabei auch nicht die kleinsten Details. Je klarer Ihr Standpunkt, umso leichter ist es für Ihren Fertighausanbieter, Ihre Wünsche umzusetzen. 

3. SIE UNTERSCHREIBEN DEN KAUFVERTRAG OHNE IHN NOCHMALS ZU PRÜFEN

Lösung: Vertrauen Ihrem Fertighaushersteller gegenüber ist enorm wichtig, allerdings sollten Sie Dokumente wie den Kaufvertrag genau prüfen. Verstehen Sie bestimmte Klauseln nicht, dann haken Sie bei Bekannten oder einem externen Bauberater nach. 

4. DIE STANDORTWAHL WAR DANK DES NEUEN JOBS GAR KEIN PROBLEM

Lösung: Die Standortwahl zählt zu den konstitutiven Entscheidungen, da sie langfristige Auswirkungen hat. Daher sollte der Standort keineswegs ausschließlich von einem neuen Berufsangebot abhängig gemacht werden, der nicht wirklich Nachhaltigkeit gewährleistet. 

5. SIE VERWERFEN KURZFRISTIGE ÄNDERUNGSWÜNSCHE, DA JA SOWIESO SCHON ALLES FESTGELEGT WURDE

Lösung: Auch, wenn Sie kurzfristig Änderungen am Objekt vornehmen möchten, sollten Sie diese Ihrem Ansprechpartner IMMER mitteilen. Ihr Ansprechpartner wird Ihnen dann schon sagen, was noch möglich ist. 

6. SIE FRAGEN BEI UNKLARHEITEN NICHT NACH

Lösung: Um Unklarheiten, die Ihr Haus, die Finanzierung oder Maßnahmen zur Förderung betreffen, aus dem Weg zu räumen, sollten Sie stets nachfragen. Sie als Laie haben nicht umsonst einen Profi für die Umsetzung Ihres Traumhauses arrangiert.

7. IHR VERTRAUEN IST GRENZENLOS FREI NACH „DER FERTIGHAUSANBIETER WIRD´S SCHON RICHTEN“

Lösung: Stellen Sie Ihrem Fertighausanbieter schon frühzeitig Fragen zu bestimmten Themen und zum exakten Ablauf des Baus. Auch, wenn Sie diesem „blind“ vertrauen, sollten Sie sich in manchen Bereichen nicht ausschließlich auf eine Quelle berufen und z. B. Freunde oder externe Berater hinzuziehen. 

8. DAS REGIONALE UNTERNEHMEN UM DIE ECKE WIRD SCHON DAS RICHTIGE SEIN

Lösung: Selbst wenn Sie regionale Unternehmen unterstützen möchten, sollten Sie bei verschiedenen Fertighausherstellern Beratungsgespräche durchführen. Fragen Sie vorab auch bei Freunden und Bekannten nach deren Erfahrung und vergleichen Sie verschiedene Unternehmen. 

9. SIE ÜBERSCHÄTZEN IHRE EIGENEN FÄHIGKEITEN BEI DER PLANUNG

Lösung: Die Planung beim Hausbau ist der für Sie wahrscheinlich wichtigste Teil. Planen Sie keine Umsetzungen, von denen Sie nichts verstehen. Wenden Sie sich daher stets an einen Ansprechpartner und gestehen Sie sich ein, dass Sie nicht alles wissen können. 

10. DIE HAUSBANK IST DER ERSTE UND EINZIGE ANSPRECHPARTNER FÜR IHRE FINANZIERUNG

Lösung: Obwohl Sie bereits Ihr Leben lang mit Ihrer Hausbank zufrieden sind, sollten Sie sich Finanzierungsangebote weiterer Banken einholen und diese abgleichen. Die Konditionen sind teilweise sehr unterschiedlich, weshalb es sich lohnt, zu vergleichen. 

11. SIE BAUEN EIN PRUNKVOLLES FERTIGHAUS, UM IHREN STATUS ZU VERBESSERN

Lösung: Übernehmen Sie sich nicht bei der Planung und Umsetzung Ihres Hauses, nur um Ihren Nachbarn und Bekannten zu zeigen, wie toll Sie sind. Ihr Fertighaus muss letztendlich Ihnen und Ihrer Familie gefallen und sollte keinesfalls als Statussymbol dienen, das Ihnen ein großes Loch in den Geldbeutel reißt. 

12. DIE GEGENWART IST IHNEN WICHTIGER ALS DIE ZUKUNFT

Lösung: Bei der Planung sollten Sie unbedingt an die Zukunft denken und langfristig planen. Eine bedeutende Rolle spielt hier die Barrierefreiheit, auf die Sie momentan wahrscheinlich nicht angewiesen sind, die in Zukunft aber nicht ganz unwichtig werden könnte und dann gegebenenfalls hohe Kosten für den Umbau verursacht. 

13. SIE LEGEN KEINEN WERT AUF DIE AUSRICHTUNG IHRES FERTIGHAUSES

Lösung: Planen Sie die Hausausrichtung mit einem Architekten. Dieser teilt Ihnen mit, wie dadurch zum Beispiel Energiekosten gespart und der Wohlfühlfaktor erhöht werden können. Es heißt schließlich Sonnenterrasse und nicht Schattenterrasse. 

14. SIE SPAREN VERSICHERUNGEN, UM ÜBERFLÜSSIGE FIXKOSTEN ZU VERMEIDEN

Lösung: Versicherungen gibt es wie Sand am Meer. Dementsprechend dürfen Sie diese beim Hausbau durchaus kritisch beäugen. Aus Geiz sollten Sie jedoch nicht an den falschen Stellen sparen. In unserem Beitrag „Die wichtigsten Fertighaus-Versicherungen im Überblick“ verraten wir Ihnen, auf welche Versicherungen Sie nicht verzichten sollten. 

15. IHRE WAHL FÄLLT AUF GÜNSTIGE MATERIALIEN, UM DIE KOSTEN NIEDRIG ZU HALTEN

Lösung: Natürlich können Sie bei der Auswahl des Materials eine Menge Kosten einsparen. Aber ist es das mittel- bis langfristig wirklich wert? Qualität hat nun mal ihren Preis.

16. DAS GÜNSTIGE ANGEBOT HAT AUCH DAS BESTE PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS

Lösung: Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte, egal, in welchem Preissegment Sie sich beim Hausbau bewegen, immer sehr gut sein. Investieren Sie sehr viel in Ihr Eigenheim, so sollte sich auch der Leistungsumfang von preiswerteren Alternativen abheben. Holen Sie sich daher Angebote zu unterschiedlichen Objekten ein und vergleichen Sie diese von ihrem Umfang her.

17. SIE LASSEN SICH BEIM BERATUNGSGESPRÄCH IHRES FERTIGHAUSANBIETERS EIN HAUS ANDREHEN

Lösung: Ein Beratungsgespräch bei Ihrem Fertighausanbieter sollte sich keinesfalls zu einem Verkaufsgespräch entwickeln. Ist dies der Fall, dann ziehen Sie rechtzeitig die Reißleine, schließlich sollten stets Ihre Wünsche im Vordergrund stehen und nicht die des Verkäufers, äh Beraters. Vertrauen ist hierbei ein hilfreicher Indikator. 

18. DAS FERTIGHAUS SOLL AM BESTEN SCHON SEIT GESTERN STEHEN

Lösung: Der große Vorteil eines Fertighauses ist die schnelle Bauzeit. Für die Planung der Umsetzung und der Finanzierung sollten Sie sich dennoch genügend Zeit nehmen und sich nicht unter Druck setzen lassen, um Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden. Bis Sie Ihr Traumhaus auf Papier gebracht und mit Ihrem Fertighausanbieter besprochen haben, können gut und gerne einige Monate vergehen.

19. DIE PREISE IN DEN HAUSBAUKATALOGEN SIND MASSGEBEND FÜR IHRE FINANZIERUNG

Lösung: Fertighauskataloge sind eine gute Orientierung dafür, mit welchen Preisen Sie für Ihr Fertighaus rechnen müssen. Doch je individueller Ihre Wünsche sind, umso mehr verändert sich der Preis, was wiederum zu Problemen bei der Finanzierung führen kann. 

20. MIT IHREM NACHBARN WERDEN SIE SCHON IRGENDWIE KLARKOMMEN

Lösung: Sie kennen Ihren Nachbarn vom Sportverein und wissen beide, dass Sie nicht miteinander klarkommen. Macht es dann wirklich Sinn, ein Haus in unmittelbarer Nähe zu bauen und ihm täglich über den Weg zu laufen? Egal, ob Sie Ihren Nachbarn bereits kennen oder nicht, treffen Sie sich doch im Vorhinein einfach mal auf einen Kaffee mit ihm, um sich vorzustellen und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. 

21. SIE HELFEN BEIM BAU MIT, WO ES NUR GEHT, UM DIE GESAMTSUMME ZU SCHMÄLERN

Lösung: In der Regel kümmert sich Ihr Fertighausanbieter um den Bau Ihres Fertighauses. Beim Ausbauhaus hingegen haben Sie die Möglichkeit selbst mit anzupacken, wodurch Sie weitere Kosten sparen. Doch haben Sie wirklich das Zeug dazu, sich konstruktiv am Hausbau zu beteiligen? Wenn nicht, dann lassen Sie lieber den Profi seine Arbeit machen.

22. IHRE RESERVEN SIND BIS ZUM EINZUG PERFEKT DURCHKALKULIERT

Lösung: Vergessen Sie die Kosten nach dem Hausbau nicht und kalkulieren Sie diese von Anfang an mit ein. Auch, wenn das Haus steht und Sie eingezogen sind, kommen weitere Kosten wie die Grundsteuer, Kosten für die Straßenreinigung, Strom- und Heizkosten sowie Kosten für Versicherungen auf Sie zu. Es lohnt sich daher stets einen Geldpuffer parat zu haben.

Vermeiden Sie unnötige Fehler

Setzen Sie sich bei der Planung Ihres Fertighauses nicht unter Druck. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um den für Sie idealen Fertighausanbieter zu finden. Vereinbaren Sie beispielsweise mehrere Beratungsgespräche, um sich einen guten Eindruck zu verschaffen.

Haben Sie Ihren Anbieter gefunden, dann trägt dieser in der Regel die volle Verantwortung. Die Fehlerquelle beläuft sich dabei meist auf Null, da die Mitarbeiter großer Bauunternehmen routinierte Abläufe und weitreichende Erfahrungen haben. Sollte doch einmal ein Fehler auftreten, so haftet der Hersteller dafür.

Wir hoffen nicht, dass Ihnen einer der oben aufgelisteten Fehler bereits passiert ist. Dennoch freuen wir uns über den Austausch mit Ihnen zu den gravierendsten Fehlern beim Hausbau.

Bildquelle: Ben White | Unsplash

 

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