Container ausbauen als neuer Bautrend – ein Überblick

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Eine Idee aus den USA ermöglicht ein ungebundenes Leben in einem schnell gebauten Haus. Wir zeigen euch, was man sich unter einem Eigenheim in einem Container vorzustellen hat und wie es günstig und unkompliziert gebaut werden kann.

In den USA sind Containerhäuser Teil einer Bewegung, die als Gegentrend zu immer größeren Wohnflächen entstanden ist. Ein Haus aus Metall: Das mag sich anfangs nicht allzu einladend anhören, doch mit ein paar architektonischen Tricks kann auch ein Container zu einem gemütlichen Eigenheim werden.

Bautrend Containerhaus: Definition und Grundriss

Günstig, schnell aufgebaut und flexibel, kann das Containerhaus als das perfekte Haus für freiheitsliebende Menschen und Minimalisten bezeichnet werden. Grundsätzlich bezeichnet der Begriff des Containerhauses Schiffscontainer, die zu voll nutzbaren Wohnräumen ausgebaut werden. Durch eine modulare Bauweise entstehen, gestapelt oder nebeneinandergestellt, Bungalows oder sogar mehrstöckige Häuser.

Seitdem die Tiny-House-Bewegung wie eine Welle aus den USA zu uns nach Deutschland herübergeschwappt ist, erfreuen sich Containerhäuser auch hierzulande immer größerer Beliebtheit und haben längst auch den konventionellen Hausbau erreicht. Inzwischen bieten erste Bauunternehmen containerbasierte Fertigmodule an. Ihr Grundriss unterscheidet sich insofern von gewöhnlichen Häusern, als dass sie eben aus einzelnen, bereits fertigen Modulen zusammengefügt werden.

Abhängig von eurem Bauvorhaben eignet sich grundsätzlich fast jeder Container für einen Umbau zum Containerhaus. In der Praxis haben sich allerdings Container mit rechteckigem Grundriss als am sinnvollsten erwiesen. Am besten greift ihr auf speziell zu diesem Zweck angefertigte Spezialmodule zurück, weil wirklich alte Seefahrt-Container hierzulande nur schwer zu finden sind.

Wenn euch die Themen Recycling und Nachhaltigkeit aber sehr wichtig sind, könnt ihr natürlich auch einen alten Container ausbauen. Was die Statik angeht, sind übrigens auf jeden Fall Container aus Stahl zu wählen.

Container ausbauen: Vorteile und Nachteile

Ein großer Vorteil von Containerhäusern ist der Preis: Ein Container kostet gebraucht zwischen 1.000 und 3.000 Euro, allerdings müssen noch Umbaukosten mit einkalkuliert werden. Mit der Unterstützung eines erfahrenen Architekten ist es möglich, ein kleines Haus aus einem alten Schiffscontainer zu bauen.

In Zeiten, in denen Recycling und Nachhaltigkeit zu immer größeren Themen in unserer Gesellschaft werden, bietet der Bautrend Containerhaus die Möglichkeit, günstige und nachhaltige Häuser zu bauen, die sich in Zukunft vermutlich weit verbreiten werden. Wenn ihr also Innovation und Modernität liebt, werdet ihr mit einem Containerhaus bestimmt sehr glücklich werden.

Die enorme Größe und eine clevere Bauweise erlauben geräumiges Wohnen für bis zu vier oder sogar mehr Personen. Wer Nachwuchs erwartet, kann einfach ein Containermodul andocken oder aufstocken.

Ein Nachteil von Containerhäusern ist, dass die Wände relativ schmal und die Decken vergleichsweise niedrig sind: Bei einer Deckenhöhe von zweieinhalb Metern können sich viele Menschen auf Dauer schnell eingeengt fühlen.

Auch ist es nicht überall erlaubt, Containerhäuser aufzubauen. Viele Wohnsiedlungen haben strenge Vorschriften zu den Bebauungen der Grundstücke, so dass es je nach Gebiet eine Herausforderung sein kann, eine Baugenehmigung zu bekommen.

Bautrend Containerhaus: Kosten und Planung

Im Vergleich zu Fertig- und Massivhäusern sind Containerhäuser vergleichsweise günstig – doch natürlich hängt der endgültige Preis auch hier von der Größe, den Materialien und der Ausstattung ab. Für ein einfaches Fertigmodul, das 14 Quadratmeter groß ist, beginnen die Verkaufspreise bei etwa 6.600 Euro.

Soll das Haus über Anschlüsse für die Küche und das Badezimmer verfügen, sodass ihr eine Dusche und eine Toilette einbauen könnt, müssen rund 8.000 Euro eingeplant werden. Für Containerhäuser mit mehr Wohnfläche und einer qualitativ hochwertigen Dämmung belaufen sich die Kosten auf etwa 25.000 Euro insgesamt.

Container ausbauen: Vergleich und Zukunftsfähigkeit

Containerhäuser könnten zukünftig eine echte Alternative zum „normalen“ Bauen sein, denn kaum ein Wohnraum ist so flexibel und wandelbar wie ein Container. Ausbauen, erweitern, einrichten – mit Türen, Fenstern oder Treppen. Der Gestaltung eurer Containerwohnung sind im Grunde keine Grenzen gesetzt.

Diese Flexibilität ist es, die das Containerhaus zur einmaligen Alternative zum herkömmlichen Hausbau und damit zum idealen Haus für all jene macht, die sich zwar ein Eigenheim wünschen, aber nicht für immer und ewig an denselben Ort gebunden sein möchten. Ein Wohncontainer benötigt kein Fundament und kann daher viel schneller gebaut werden als ein normales Massivhaus aus Holz oder Stein.

Selbst ein Fertighaus kann in Sachen Zeitersparnis nicht mit dem Containerhaus mithalten. Sollte irgendwann einmal eine größere Wohnfläche erforderlich sein, so können Containerhäuser ebenso flexibel erweitert werden.

Eine gute Lösung sind die Containerwohnungen auch für Studierende und Wochenendpendler, denn sie suchen am Arbeits- oder Studienort meistens nach einer möglichst günstigen Wohnung, für die keine hohen Kosten aufgewendet werden müssen.

Auch die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit machen Containerhäuser zu einer echten Baualternative. Denn der Umbau alter Schiffscontainer ist mit einem fast kompletten Recyclingprozess verbunden, was den ökologischen Fußabdruck verschwindend gering macht.

Bautrend Containerhaus: Förderung und Finanzierung

Wenn ihr einen Container ausbauen möchtet, müsst ihr euch früher oder später auch darüber Gedanken machen, wie ihr euer Containerhaus finanzieren möchtet. Wir haben gute Nachrichten für euch: Grundsätzlich funktioniert die Finanzierung eures Containerhauses wie bei jedem anderen Neubau auch.

Ihr könnt eine herkömmliche Immobilienfinanzierung dafür verwenden. Als Kreditsicherheit dient ein Containerhaus allerdings nicht. Auch eine Förderung könnt ihr leider nicht in Anspruch nehmen, denn Bund und Länder fördern in aller Regel nur klassische Immobilien, auch wenn das Containerhaus als dauerhafter Wohnsitz dienen sollen.

Schon etwas anders sieht es aus, wenn ihr euer Containerhaus nach dem Prinzip des Passivhauses bauen möchtet. In diesem Fall braucht ihr aufgrund der qualitativ hochwertigen Dämmung und der Verwendung von Wärmetauschern normalerweise gar keine klassische Heizung.

Natürlich erhöht sich der Preis eures Containerhauses dadurch. Andererseits könnt ihr aber von einer staatlichen Förderung profitieren. Die KfW-Bank unterstützt den Bau von Passivhäusern mit einem zinsgünstigen Darlehen und lukrativen Zuschüssen. Zudem existieren mehrere regionale Förderprogramme.

Was das Finanzielle angeht, so kommt für Containerhäuser eigentlich nur die Finanzierung über einen Verbraucherkredit in Frage. Diese Kredite haben eine Laufzeit von maximal 120 Monaten, wobei der Höchstbetrag in aller Regel bei 50.000 Euro liegt. Ein Betrag, für den man bereits ein sehr solides Containerhaus bauen kann. Eine persönliche Bonität wird vorausgesetzt. Wie bei allen größeren Anschaffungen gilt natürlich auch hier: Je mehr Eigenkapital, desto besser.

Containerhaus – ja oder nein?

Ihr seid neugierig geworden? Ihr könntet euch durchaus vorstellen, in ein Eigenheim zu investieren, um in Zukunft abgesichert zu sein, möchtet aber trotzdem möglichst flexibel bleiben? Dann ist ein Containerhaus möglicherweise genau das Richtige für euch, denn es liegt nicht nur im Trend, sondern spart aufgrund seiner bedarfsorientierten Anpassung der Wohnfläche auch Kosten für Wohnraum, Instandhaltung und Versorgungsenergie. Indem ihr Ressourcen schont, profitiert ihr von einem ökologischen Vorteil, wenn ihr in einen Container ausbaut.

Was meint ihr? Würde eine Containerwohnung für euch in Frage kommen oder bevorzugt ihr doch eher das klassische Fertig- oder Massivhaus? Wir sind neugierig und freuen uns auf eure Meinungen und Erfahrungen. Und wenn euch unser Artikel über den Bautrend Containerhaus gefallen hat, sind wir natürlich auch für jede Art von Feedback dankbar.

Bildquelle: @samuelzeller | Unsplash.com

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