Kleinwasserkraftwerke: Die neue „alte“ Alternative der erneuerbaren Energie

kleinwasserkraftwerke

In Zeiten, in denen die Strompreise immer teurer werden, setzen Bauherren vermehrt auf erneuerbare Energiequellen. Ein positiver Schritt, denn mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, um eigenen Strom zu produzieren und dabei umweltschonend zu sein.

Neben der Photovoltaik-Anlage, der Solarthermie, der Pelletheizung oder der Kleinwindkraftanlage, gibt es die Wasserkraft, die ebenso als erneuerbare Energiequelle im Fertighausbau genutzt werden kann.

Wasserkraft wird bereits seit vielen Jahrhunderten zur Gewinnung von Energie und somit zum Erzeugen von Strom genutzt. Sicher habt ihr schon einmal ein altes Mühlrad an einem Bach gesehen, welches noch vor einigen Jahrzehnten, tatsächlich zur Energiegewinnung eingesetzt wurde.

Heutzutage sind wir technisch natürlich schon viel weiter. Doch leider fehlt es den Kleinwasserkraftwerken für den privaten Haushalt an Popularität. Das hat natürlich seinen Grund, denn sie können im Gegensatz zu den anderen bekannten erneuerbaren Energiequellen, nur unter gewissen Standort-Voraussetzungen genutzt werden.

Um ein Wasserkraftwerk betreiben zu können, benötigt ihr Wasser, welches sich entweder auf dem eigenen Grundstück oder an einem naheliegenden öffentlichen Gewässer befindet.

Wie funktioniert ein Kleinwasserkraftwerk?

Das Kleinwasserkraftwerk funktioniert ebenso, wie die großen Wasserkraftwerke, die wir unter anderem von Stauseen oder großen Flüssen kennen. Das Wasser fließt hierzu mit einer festgelegten Fließ- und Fallgeschwindigkeit in ein Kraftwerk und treibt eine Turbine an.

Doch wie wird hieraus jetzt Strom? Die Turbine ist hierzu mit einem Generator gekoppelt, welcher die Energie durch die Drehbewegung der Turbine in elektrischen Strom umwandelt. Je größer die Turbine ist und je mehr Wasser hindurch fließen kann, desto mehr Strom kann durch die Wasserkraft gewonnen werden.

Da es Wasserkraftwerke heutzutage auch in “klein” gibt, könnt auch ihr die Wasserkraft nutzen, um für euer eigenes Haus Strom zu erzeugen. Hierzu müsst ihr jedoch an einem Standort wohnen, welcher über ein fließendes Gewässer verfügt.

Das bedeutet, ihr benötigt entweder ein fließendes Gewässer innerhalb eures Grundstücks oder ihr müsst auf öffentliche Gewässer, wie z. B. einen Bach oder Fluss, zurückgreifen. Sollte Letztgenanntes der Fall sein, ist eine Genehmigung der Behörden notwendig. Für die öffentlichen Gewässer sind schließlich die Kommunen zuständig.

Die Genehmigung für öffentliche Gewässer

Um ein Kleinwasserkraftwerk in einem öffentlichen Gewässer, beispielsweise einem Bach oder Fluss betreiben zu können, ist es für private Haushalte zwingend notwendig, eine Genehmigung nach dem Wasserrecht einzuholen. Grundlage hierfür sind das Wasserhaushaltsgesetz sowie das Landeswassergesetz.

Für die Genehmigung des Wasserkraftwerkes wird unter anderem geprüft, welche Auswirkung es auf die Umwelt hat. Weitere Informationen zur Genehmigung findet ihr auf der Website des Umweltbundesamtes.

Das Genehmigungsverfahren durch die zuständigen Behörden kann leider sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Um Fehler zu vermeiden, welche weitere Zeit für die Prüfung eures Antrags in Anspruch nehmen kann, solltet ihr euch vorab möglichst gut informieren.

Bringt am besten in Erfahrung, welche Unterlagen und welche Formulare für die Genehmigung notwendig sind. Nur so ist sichergestellt, dass sich das Genehmigungsverfahren aufgrund eines Fehlers nicht weiter hinauszögert.

Kleinwasserkraftwerk: Die Vor- und Nachteile

Wasserkraftwerke haben den höchsten Erntefaktor aller bekannten erneuerbaren Energiequellen. Somit macht es durchaus Sinn, dass sich jeder Bauherr, der die passenden Standort-Voraussetzungen erfüllt, intensiver mit dem Thema “Kleinwasserkraftwerk” auseinandersetzt.

Der Einsatz eines Kleinwasserkraftwerks kann sich für euch lohnen. Es bietet viele weitere Vorteile. Welche das sind und welche Nachteile es gibt, haben wir im Folgenden für euch aufgelistet:

Vorteile:

  • höchstmöglicher Erntefaktor
  • unabhängig von der Wetterlage
  • lange Lebensdauer
  • wenig Wartungsaufwand
  • umweltfreundlich
  • geringe Betriebskosten

Nachteile:

  • standortabhängig
  • Genehmigung notwendig (öffentliche Gewässer)

Wer profitiert von einem Kleinwasserkraftwerk?

Natürlich profitiert ihr als Bauherr von einem eigenen Kleinwasserkraftwerk. Denn es liefert euch zuverlässig für 24 Stunden am Tag Strom. Als privater Betreiber eines kleinen Wasserkraftwerkes ist es derzeit jedoch nur profitabel, wenn ihr den Strom, welches das Kleinwasserkraftwerk produziert, auch tatsächlich selbst nutzt.

Möchtet ihr den erzeugten Strom in das öffentliche Netz einbinden, hat dies fast keinerlei Auswirkung. Kleinwasserkraftwerke für die private Nutzung sind in ihrer Kapazität und auch aus Kostengründen meist so ausgelegt, dass sie ausschließlich für den Stromverbrauch eines Haushaltes entwickelt wurden.

Was kostet ein Kleinwasserkraftwerk?

Kleinwasserkraftwerke gibt es in verschiedenen Leistungsstufen. Je mehr Wasser die Turbine verarbeiten kann, desto mehr Kilowattstunden an Strom, können erzeugt werden.

Bauherren müssen je nach Art und Umfang des Projekts mit Kosten von ungefähr 7.000 bis 10.000 Euro rechnen. Das ist natürlich nicht ganz günstig, jedoch liefert ein solches Wasserkraftwerk durchgehend Strom, welcher sofort in das hauseigene Stromnetz eingespeist wird.

Alles in allem ist ein Kleinwasserkraftwerk eine tolle Sache für all diejenigen Hausbauer und Bauherren unter euch, die an einem entsprechenden Standort wohnen, welcher ihnen den Einsatz eines privaten Kleinwasserkraftwerks ermöglicht.

Das Kleinwasserkraftwerk bietet zahlreiche Vorteile gegenüber anderen erneuerbaren Energiequellen, welche unbedingt genutzt werden sollten. Verratet uns gerne, wie ihr zur Nutzung eines Kleinwasserkraftwerkes steht und welche Erfahrung ihr bisher damit gemacht habt.

Bildquelle: @leorivas | Unsplash.com

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