Anbau am Haus: die wichtigsten Fakten auf einen Blick

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Familienzuwachs, neue bzw. wiederentdeckte Hobbies oder der Wunsch nach einem separaten Arbeitszimmer: Das sind nur einige der Gründe, die viele Immobilienbesitzer zu einem Hausanbau bewegen. Damit dieser auch reibungslos vonstatten geht, sollen in diesem Beitrag nicht nur die vielen Vorteile, sondern auch mögliche Risiken und weitere bedeutende Punkte zur Sprache kommen. 

Grundsätzlich macht ein Hausanbau immer dann Sinn, wenn mehr Platz benötigt wird. Einige Situationen wurden eingangs bereits angesprochen. Vergleichbares gilt, wenn ihr beispielsweise eine Immobilie geerbt habt, die für eure Familie zu klein ist. Geht ihr einer selbstständigen Tätigkeit nach und empfangt ihr eure Geschäftspartner in euren eigenen vier Wänden, so ist ein Bereich in eurem Haus, der eigens zu diesem Zweck eingerichtet wurde, ebenfalls unverzichtbar.

Verfügt euer Haus weder über einen Keller noch über eine geräumige Abstellkammer, so schafft ein Hausanbau eine Fläche für alle Objekte, die keinen Platz im Wohnbereich finden. Dazu zählen beispielsweise Gartengeräte, Waschmaschine und Trockner, eine größere Gefriertruhe sowie ausladende Vorratsregale. Mit dem erfolgten Anbau profitiert ihr außerdem von mehr Raum in den verbleibenden Räumen, die ihr nunmehr ganz nach euren Wünschen einrichten könnt.

Ein weiteres mögliches Szenario ist der Einzug in das Haus eurer Eltern, die jedoch gerne einen kleinen Wohnbereich für sich erhalten möchten. In diesem Fall empfiehlt sich der Anbau einer Einliegerwohnung, die je nach persönlichem Wunsch nicht nur Wohn- und Schlafzimmer, sondern auch Bad und Küche umfasst.

Weitere Vorzüge, die ein Hausanbau mit sich bringt

Auf den Punkt gebracht profitiert ihr also von weitaus mehr Platz, wenn ihr auch für die Option „Anbau am Haus“ entscheidet. Während der zusätzliche Raum sowohl für private als auch für berufliche Zwecke genutzt werden kann, braucht ihr in eurem bisherigen Wohnbereich keine Einschränkungen zu befürchten.

Vielmehr garantiert euch der Anbau weitaus mehr Spielraum und Entfaltungsmöglichkeiten in euren alten Räumlichkeiten, da ihr diese nicht für platzraubende Objekte des alltäglichen Bedarfs wie Reinigungsmittel oder Konserven ‚vergeudet.‘

Ein weiterer großer Vorteil eines Hausanbaus liegt in einer allgemeinen Wertsteigerung, die vor allem bei der Nutzung als Einliegerwohnung zum Tragen kommt. Diese wiederum erhöht die Chancen auf eine vorbehaltlose Unterstützung bei der Finanzierung, auf die an späterer Stelle noch genauer eingegangen wird.

Als eindeutiger Pluspunkt ist zweifellos auch die Vielzahl an möglichen Formen eines Hausanbaus zu werten, die Optionen für jedes Budget enthalten und von einer überschaubaren Abstellkammer bis hin zu einem zusätzlichen Stockwerk inklusive Einliegerwohnung reichen.

Mögliche Nachteile & Risiken sowie Wege, diese zu umgehen

Die wohl größte Gefahr beim Hausanbau besteht in einer Unterschätzung des damit verbundenen Aufwandes. Dabei ist es irrelevant, ob es sich nun um eine zu erbauende Abstellkammer oder ein weiteres Stockwerk handelt. Denn in Bezug auf die Planung umfasst jedes noch so kleine Bauvorhaben grundlegende Schritte wie die Finanzierung, die Berücksichtigung gesetzlicher Richtlinien sowie das Einholen baulicher Genehmigungen.

Zudem ist davon abzuraten, euer noch unentdecktes handwerkliches Geschick erstmals beim Hausanbau unter Beweis stellen zu wollen, da dies die Kosten in die Höhe treiben kann.

Möchtet ihr auf Nummer sicher gehen, dass alles seine Richtigkeit hat und im Nachhinein nicht aufgrund mangelnder Sorgfalt, Unerfahrenheit oder anderer Versäumnisse zusätzliche Ausgaben auf euch zukommen, so solltet ihr unbedingt einen qualifizierten und erfahrenen Architekten engagieren.

Ebenfalls zu bedenken ist, dass ihr eventuell zugunsten eines Anbaus auf einen Teil eurer Grundstücksfläche, die ihr vielleicht bis dato als Garten genutzt habt, verzichten müsst.

Rechtliche Vorschriften & andere potentielle Fallstricke

Da die Bauordnungen je nach Bundesland Unterschiede aufweisen können, ist im Vorfeld zu klären, welche gesetzlichen Vorgaben an eurem Wohnort zu berücksichtigen sind. Eine vorzeitige Recherche ist daher ein absolutes Muss.

An dieser Stelle können lediglich einige grundlegende, feststehende Richtlinien benannt werden, die als Orientierungshilfe bei eurem Anbauprojekt zu verstehen sind.

Ungeachtet der jeweiligen Ausmaße muss jeder Anbau den Vorgaben der Energiesparverordnung entsprechen. Geplante Veränderungen im Erscheinungsbild sowie in der Nutzung eines Gebäudes oder einzelner Teile bedürfen in einem Großteil der Fälle einer Baugenehmigung.

In den Genuss der Ausnahmeregelung kommt ihr in der Regel nur, wenn der jeweilige Anbau gemäß der in dem zuständigen Bundesland vorherrschenden Bauordnung weder auf wirtschaftlicher noch auf städtebaulicher Ebene von Interesse ist. Um einen Bauantrag zu stellen, benötigt ihr einen genauen Bebauungsplan. Dieser stellt dar, welche Flächen bebaut werden und welche unbebaut bleiben. Ergänzt werden sollte dieser unter anderem um Bauzeichnungen, technische Belege, Schätzungen für den Kostenaufwand sowie einen Lageplan.

Darüber hinaus sind vorgegebene Mindestabstände zu benachbarten Grundstücken sowie Werte wie die Grundflächenzahl zu berücksichtigen.

Selbst wenn der Hausanbau in eurem Fall ohne Baugenehmigung erfolgen kann, müsst ihr diesen in Form einer sogenannten Bauanzeige ankündigen. Auch hier ist das fachliche Know-how von Experten wie qualifizierten Architekten gefordert, die euch vor folgenschweren Fehlern und damit langfristig auch vor unnötigen Kosten oder gar rechtlichen Konsequenzen bewahren.

Handelt es sich um ein größeres Bauprojekt, so lassen sich nur mit Hilfe eines detaillierten Zeitplanes und einer professionellen Bauleitung böse Überraschungen vermeiden. Schließlich geht es hier um die vorausschauende und sowohl zeitlich als auch finanziell ökonomische Koordination unterschiedlicher handwerklicher Betriebe.

Förderungsmöglichkeiten beim Hausanbau im Fokus

Außer Frage steht, dass es sich selbst bei kleineren Anbauten um eine größere Investition handelt, die ein gewisses finanzielles Budget verlangt. Die bereits erwähnte zu erwartende Wertsteigerung eurer Immobilie ist für viele Finanzinstitute ein entscheidendes Kriterium für die Bewilligung eines Baukredites, der in monatlichen Raten abbezahlt werden kann. Für die Vorsprache benötigt ihr außerdem einen detaillierten Kostenplan.

Eventuelle Wohnungsbauförderungen obliegen ebenso wie die Bauordnungen dem Ermessen eures Bundeslandes. Neben dem Erwerb und Bau eines Hauses fällt unter diese Kategorie auch die Modernisierung bzw. der An- und Ausbau von privatem Wohnraum.

Gerade Familien mit Kindern oder schwerbehinderten Angehörigen finden in vielen Förderprogrammen Berücksichtigung. Eine Grundvoraussetzung ist dabei, dass eurer Einkommen die jeweils festgelegten Grenzen nicht überschreitet. Plant ihr beispielsweise den Anbau einer behindertengerechten Einliegerwohnung für pflegebedürftige Verwandte, so ist die Aussicht auf eine Förderung überdurchschnittlich gut.

In einem Großteil der Fälle erfolgt die Förderung in Form von zinsgünstigen Darlehen.

Abschließende Tipps für einen erfolgreichen & erschwinglichen Hausanbau

Möchtet ihr den Zeit- und Kostenaufwand möglichst gering halten, so solltet ihr einen Hausanbau in Fertigbauweise in Erwägung ziehen. Wer es hingegen etwas kreativer mag, der kann aus einem breiten Spektrum an exklusiven Metall-, Glas- und/oder Holzkonstruktionen wählen.

Bei der Empfehlung für eine Hausverlängerung spielen gleichermaßen finanzielle sowie formelle Erwägungen eine Rolle, da hier eine rechtlich und baulich komplizierte Dachänderung wegfällt.

Natürlich konnten in diesem Beitrag nur essentielle Aspekte zum Thema „Anbau am Haus“ geklärt werden. Wir freuen uns daher, wenn ihr diesen in Form eines Kommentars um eure eigenen Erfahrungen, Gedanken und Ideen bereichert.

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