Vom Baustrom zum Hausanschluss – So funktioniert´s

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Wieso vom Baustrom zum Hausanschluss? Vielleicht fragst du dich gerade, was wir genau damit meinen. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Damit euer Haus gebaut werden kann, benötigt ihr zuallererst Baustrom, welcher zeitlich begrenzt vom örtlichen Versorger zur Verfügung gestellt wird. Wie genau das alles funktioniert und in welchem Ablauf das Ganze stattfindet, zeigen wir euch in diesem Artikel.

Ein Neubau ohne Strom? Nicht möglich! Denn auch in der Bauphase benötigt ihr auf der Baustelle Strom für Geräte, Werkzeuge und alles was elektrisch betrieben werden muss.

Genau aus diesem Grund solltet ihr euch bereits früh um den Baustrom kümmern. Doch woher kommt der Baustrom und wie müsst ihr diesen beantragen?

Beantragung des Baustroms

Den Baustrom muss der Bauherr bei dem örtlichen Versorger beantragen. Dabei kann es sich um den örtlichen Energieversorger, den Netzbetreiber oder auch die Stadtwerke handeln.

Wenn ihr bei der Beantragung des Baustroms nichts falsch machen möchtet, empfehlen wir euch, einen Elektroinstallateur zu beauftragen. Dieser kann die Beantragung ganz ohne euch übernehmen. Selbstverständlich solltet ihr zusätzlich prüfen, ob diese Leistung nicht bereits im Bauvertrag mit eurem Hausbauer abgedeckt ist.

Sobald der Baustrom beim zuständigen Versorger beantragt wurde, beauftragt dieser einen Techniker, welcher den Baustrom anschließt. Wichtig für euch als Bauherr zu wissen ist zudem, dass es sich bei dem Baustrom um einen zeitlich begrenzten Anschluss handelt, der nur für die Bauphase genehmigt wird.

Wie wird der Baustrom aktiv?

Ist der beauftragte Techniker des Versorgers vor Ort, installiert dieser einen sogenannten Baustromkasten mit einem eigenen Zähler. Die Kosten für den Verbrauch müsst ihr als Bauherr selbstverständlich vollständig übernehmen.

Für die Installation des Baustromkastens fallen zusätzliche Kosten an, die zuerst beim Versorger beglichen werden müssen, damit der Baustrom freigegeben wird und aktiv genutzt werden kann.

Möchtet ihr die Kosten für den Baustromkasten einsparen, könnt ihr solch einen Stromkasten auch selbst kaufen oder mieten. Hier lohnt es sich, euch von einem Elektroinstallateur in eurer Nähe genauer beraten zu lassen.

Wenn der Baustrom nicht mehr benötigt wird

Sobald die Bauphase abgeschlossen ist, wird der Baustrom nicht mehr benötigt. Für den Abbau des Baustromkastens ist ebenfalls ein Techniker des Versorgers zuständig. Hierfür fallen in der Regel jedoch keine weiteren Kosten mehr an.

Nach dem Abschluss der Bauphase wird es Zeit, dass euer Haus dauerhaft an das Stromnetz angeschlossen wird. Da der Antrag und die Umsetzung einige Zeit in Anspruch nehmen kann, empfehlen wir euch, den Stromanschluss frühzeitig, am besten parallel zum Bauantrag, bei eurem zuständigen Betreiber zu beantragen.

Genau wie beim Baustrom, müsst ihr dies nicht alleine machen. Prüft hierzu die Leistungen eures Hausbauers oder überlasst diese Aufgabe einem Elektroinstallateur eurer Wahl.

Strom- / Hausanschluss: Diese Unterlagen braucht ihr

Im Gegensatz zu anderen Antragsverfahren, benötigt ihr für die Beantragung eures Hausanschlusses lediglich einen Lageplan eures Hauses sowie einen Gebäudeumriss. Die Gegebenheiten vor Ort werden im Anschluss vom Stromversorger geprüft.

Ihr erhaltet im Anschluss ein Angebot für die Installation des Hausanschlusses. Erst wenn ihr diesem zustimmt und das Angebot unterschrieben wurde, schickt der Versorger einen Techniker, der den Hausanschluss an eurem Haus installiert.

Wie wird der Hausanschluss installiert?

Grundsätzlich gibt es für die Installation des Hausanschlusses zwei Möglichkeiten. Entweder kann der Hausanschluss über einen Hausanschlusskasten oder über eine Hausanschlusssäule installiert werden.

Vorzugsweise ist der Hausanschlusskasten aber der Standard. Eine sogenannte Hausanschlusssäule wird nur in Betracht gezogen, wenn der Hausanschlusskasten an der Außenfassade nicht angebracht werden kann, weil es sich beispielsweise um eine Holzfassade handelt.

Egal, welche Variante für den Hausanschluss bei euch in Frage kommt, es muss immer eine Kabeltrasse verlegt werden. Dies ist mit Tiefbauarbeiten verbunden, denn das Stromkabel muss vom Hauptverteiler, unter der Erde, zu eurem Anschlusskasten verlegt werden.

Für die Tiefbauarbeiten könnt ihr entweder eine Firma beauftragen oder diese Arbeit auch selbst durchführen. Dies solltet ihr aber bitte nur tun, wenn ihr fachliche Unterstützung habt. Da es speziell bei der Stromleitung einige wichtige Punkte zu beachten gibt.

Der Hausanschlusskasten wird, wie weiter oben bereits kurz angedeutet, direkt an der Außenfassade eures Hauses angebracht. Dieser kann aus optischen Gründen, jederzeit verputzt werden. Jedoch erst, wenn die Stromleitung angeschlossen wurde.

Ist die Hauptleitung an den Zählerschrank angeschlossen, kann der Elektroinstallateur die “Inbetriebsetzung” beantragen. Das bedeutet, die Stromleitung kann “scharf” geschaltet werden. Bevor der Stromversorger die Leitung freigibt, müssen jedoch vorab die Kosten für die Installation sowie den Techniker beglichen werden.

Was kostet ein Hausanschluss?

Die Kosten für einen Hausanschluss lassen sich leider nicht eindeutig beziffern. Dies kann von Grundstück zu Grundstück sehr unterschiedlich sein. Folgende Faktoren spielen jedoch eine entscheidende Rolle:

  • Die Länge des Netzanschlusses auf dem Grundstück
  • Die Wahl des Netzbetreibers

In jedem Fall müsst ihr für die Verlegung und die Installation des Hausanschlusses mit mehreren tausend Euros rechnen.

Überblick: Vom Baustrom zum Hausanschluss

Um euch nochmal einen kurzen Überblick zum Ablauf zu verschaffen, fassen wir euch nachfolgend die wichtigsten Schritte zusammen.

  1. Baustrom beantragen
  2. Installation des Baustromkastens
  3. Bauphase beginnt
  4. Bauphase abgeschlossen
  5. Abbau des Baustromkastens
  6. Beantragung des Hausanschlusses
  7. Installation des Hausanschlusskastens
  8. Inbetriebsetzung der Hauptleitung
  9. Aktive Stromversorgung

Fazit

Beim Thema Strom lautet die Devise: „Ohne Strom nix los!“ Ohne Strom in der Bauphase eures neuen Hauses, geht nichts voran. Fast alle Geräte benötigen Strom, um betrieben zu werden und die anstehenden Arbeiten ausführen zu können.

Ihr solltet den Strom also nicht auf die leichte Schulter nehmen und euch frühzeitig, sowohl um den Baustrom, als auch den Hausanschluss kümmern. Lasst euch hierzu entweder vorab von eurem Hausbauer oder einem Elektroinstallateur eurer Wahl beraten.

Bildquelle: 1195798 | pixabay.com

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