Beim Anschluss einer Lampe, eines Schalters oder einer Steckdose müssen die Verkabelungen korrekt verbunden werden. Dabei ist es ratsam die verschiedenen farblichen Ummantelungen der in einem Stromkabel befindlichen Adern zu kennen, um die Anschlüsse sachgemäß vorzunehmen und Unfälle zu vermeiden.

Durch ein Stromkabel laufen unterschiedliche Adern mit jeweils eigenen Funktionen. Um diese Einzelleitungen auseinanderzuhalten und zu identifizieren, werden für diese bestimmte Farben verwendet. Im Wohnbereich wird -k beispielsweise bei Stromkabeln für Steckdosen und Lampen – grundsätzlich zwischen drei Arten von Kabeladern differenziert:

  • den spannungsführenden Leiter, der als Außenleiter oder Phasenleiter (L) bezeichnet wird,
  • den Neutral- bzw. Nullleiter (N) sowie
  • den Schutzleiter bzw. die Erdung (PE).

Nach IN VDE 0293-308 existieren in Deutschland spezifische Normen hinsichtlich der farblichen Ummantelung von Kabeladern in flexiblen Stromkabeln.

Farbe und Funktion der unterschiedlichen Kabeladern

Die ungeschaltete Phase

Spannungsführende Leiter führen – wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt – den Strom vom Sicherungskasten zu den Schaltern und Steckdosen. Ungeschaltete Leiter müssen der deutschen Norm entsprechend schwarz sein.

Als ungeschaltet werden Leitungen bezeichnet, bei welchen zwischen dem Sicherungskasten und den zu verbindenden Verbrauchern kein Schalter zwischengeschaltet ist. In Steckdosen ist in aller Regel eine schwarze Kabelader vorzufinden.

Die geschaltete Phase

Geschaltete Leiter sind in Schaltern, aber auch fest installierten Geräten und Lampen vorzufinden. In Bezug auf geschaltete Leiter existiert keine Normierung. Daher können die dazugehörigen Leiter braun, orange, weiß, rosa oder violett sein. Dabei hat es sich durchgesetzt, dass Lampen braune, weiße, graue oder violette Leitungen aufweisen.

Orangefarbene Kabeladern werden oftmals in Leitungen zwischen korrespondierenden Wechsel- und Kreuzschaltern eingesetzt. Rosafarbene Leitungen befinden sich dagegen häufig zwischen Steuerleitungen und Taster.

Der Neutralleiter

Der laut Norm blau ummantelte Neutralleiter führt den Strom vom eingeschalteten Verbraucher wieder zurück zur Hauptsicherung. Er sorgt so für einen Rückfluss des Stroms, wenn der Stromkreis durch das Einschalten des Verbrauchers geschlossen wird.

Der Schutzleiter

Der Schutzleiter leitet Fehlströme in Richtung Erde ab. Fehlströme entstehen bei Fehlern in der Elektroinstallation oder wenn der Strom nicht korrekt über den Nulleiter ins Stromnetz zurückfließt.

Prinzipiell können auch Lebewesen den Strom zur Erde ableiten und so zu einem Erdleiter werden. Entsprechend fungiert die Erdung als Personenschutz und schützt so vor Unfällen im Bereich elektrisierter Oberflächen. Der Schutzleiter weist laut Normierung eine grün-gelbe Ummantelung auf.

Die Reihenfolge der einzelnen Kabeladern beim Anklemmen

Vor dem Anschluss von Leitungen sollte die jeweilige Sicherung abgeschaltet werden, um die Leitung auf apolig (spannungsfrei) zu schalten. Um ganz sicher zu gehen, sollte zusätzlich der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) ausgeschaltet sein. Die Kabeladern im Leitungskabel einer Lampe sollten in folgender Reihenfolge angeklemmt werden:

  1. Erdung/Schutzleiter: Zuallererst sollte der Schutzleiter (gelbgrüne Ader an gelbgrüne Ader) angeklemmt werden, damit eventuelle Fehlströme nicht durch den Installateur zur Erde abgeleitet werden.
  2. Neutralleiter/Nulleiter: In einem zweiten Schritt wird der Neutralleiter (blaue Ader an blaue Ader) angeschlossen.
  3. Außenleiter/Phase: Erst am Ende wird mit der Phase der spannungsführende Leiter angeklemmt.

Mehrere Außenleiter in Drehstromanlagen

Drehstromanlagen und -geräte arbeiten mit Drehstrom. Als Drehstrom werden unterschiedliche Formen von Mehrphasen-Wechselstrom bezeichnet. Bei den dazugehörigen Leitungen osziliert der Strom zeitversetzt durch verschiedene Einzelleitungen.

Drehstromanlagen verfügen daher über mehrere, zumeist drei Außenleiter: L1, L2 und L3. Die korrespondierenden Farben sind Braun (L1), Schwarz (L2) sowie Grau (L3). Beim Anschluss von Drehstromanlagen muss die korrekte Reihenfolge eingehalten werden. Andernfalls kann sich die Drehrichtung der Drehstrommotoren ändern.

Weitere mögliche Farben für Einzeladern in Stromkabeln

Daneben können auch die jeweiligen Vorlieben des installierenden Elektrikers zu abweichenden Farben bei den Adern führen. Zudem haben sich die Farbnormen über die Jahre mehrfach verändert.

Entsprechend können insbesondere in alten Gebäuden oder Elektrogeräten abweichende Farben bei dem Kabeladern vorliegen. So ist bei diesen beispielsweise zu berücksichtigen, dass die graue Ummantelung erst seit dem Jahr 2006 für geschaltete Leiter normiert ist und vor 1974 für Nulleiter galt. Aufgrund möglicher Abweichungen von der Normierung ist seit 2012 beim Verkauf eines Eigenheims ein Elektriker-Gutachten erforderlich.

Fazit

Bei Elektroinstallationsarbeiten sollte die Farbnormierung für die einzelnen Kabeladern immer berücksichtigt und ein Mischen der verschiedenen Farben für die Kabeladern vermieden werden.

Andernfalls kann es dazu kommen, dass sich Spannung in Bereichen befindet, die nicht mit Strom versorgt werden dürfen. Bei Metallgeräten ist bei Berührung zudem ein Stromschlag möglich.

2 KOMMENTARE

  1. Am besten eine (richtige) Fachkraft ins Haus holen!

    Hier auf die 5 Sicherheitsregeln hinweisen, aber dann mit einem einpoligen Pruefer die Spannungsfreiheit feststellen wollen…

    Wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich nicht auf Halbweisheiten des Internets verlassen!

    • Hallo Arne,

      in unseren Beitrag hat sich tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen. Daher überarbeiten wir den Blogbeitrag nochmals, damit auch alles seine Richtigkeit hat.

      Beste Grüße und ein schönes Restwochenende, Ihr BauMentor-Team.

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