Tipps für den ersten Besuch im Musterhauspark

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Der Ausflug in einen Musterhauspark kann weit mehr als ein schöner Nachmittag sein und stellt letztlich die Weichen für das Bauvorhaben. Was es dabei zu beachten gibt und wie das Beste aus dem Besuch herausgeholt werden kann, nehmen wir in diesem Beitrag etwas genauer unter die Lupe.

Falls ihr selbst ein Musterhaus besichtigen möchtet, steht euch in Deutschland eine praktisch endlose Auswahl zur Verfügung. Insgesamt gibt es landesweit rund 1.000 Musterhäuser. Passende Parks sind in den meisten Regionen zu finden – mit großer Wahrscheinlichkeit auch in eurer Nähe.

Die Wahl des Musterhausparks

Es ist im Übrigen nicht notwendig, beim Betreten eines Musterhausparks schon einen konkreten Entschluss gefasst oder gar die Finanzierung in der Tasche zu haben. Der Löwenanteil der Besucher begibt sich ohne feste Kaufabsicht in den “Park”. In diesem Fall können die gesammelten Eindrücke dazu beitragen, den späteren Wunsch reifen zu lassen.

Die meisten Musterhausparks liegen sehr verkehrsgünstig. Für viele Interessierte stehen damit mehrere Destinationen zur Auswahl. Wichtig ist eine Unterscheidung zwischen den folgenden Arten:

  • Einzelne Musterhäuser: Baufirmen und Ausstatter verfügen oftmals über einzelne Musterhäuser auf ihrem Gelände. Dies kann eine kurze Anfahrt zur Folge haben, doch eine größere Auswahl vor Ort besteht nicht.
  • Musterhauspark mit Themenschwerpunkt: In diesen Tagen gewinnen Aspekte wie das energieeffiziente Bauen oder das ökologische Holzhaus stark an Bedeutung. Wer sein Interesse derart konkret machen kann, findet in Deutschland passende Parks mit entsprechendem Themenschwerpunkt.
  • Musterhauspark eines Herstellers: Habt ihr euch bereits auf ein bestimmtes Bauunternehmen festgelegt, kann es ratsam sein, den Park genau dieses Herstellers zu besuchen. Beim Besuch lassen sich die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Häusern leichter erkennen.
  • Großflächiger Musterhauspark: In Deutschland gibt es mehrere großflächige Parks, an denen unterschiedliche Hersteller beteiligt sind. Hinter dem Zusammenschluss verbergen sich Firmen wie die Fertighaus Welt oder der Bundesverband Deutscher Fertigbau. Für Interessierte ohne konkrete Kaufabsicht kann ein Besuch in diesen Parks besonders wertvoll sein, da zahlreiche Hersteller mit unterschiedlicher Philosophie und Bauweise vertreten sind.

Die Vorzüge des Musterhausparks

Ein Musterhauspark bietet viel mehr als nur die Möglichkeit, unterschiedliche Eigenheime im Hinblick auf ihre Formschönheit zu vergleichen. Besonders wichtig ist die Chance, eine umfängliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Zum einen sind dafür die Fachberater in den einzelnen Musterhäusern mögliche Ansprechpartner. Der Großteil von ihnen kommt direkt aus der Baubranche und beantwortet gerne spezifische Fragen zum jeweiligen Haus.

Alternativ bieten größere Parks ein umfassendes Beratungsprogramm. Dieses ist nicht auf einen Aussteller zugeschnitten, sondern widmet sich auf allgemeiner Basis den Grundlagen des Bauvorhabens. Beginnend mit den bürokratischen Hürden, die auf dem Weg zu meistern sind, können somit wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Diese Art des „unparteiischen“ Informierens hat den Vorteil, auf eine völlig objektive Darstellung zu treffen. Besonders gefragte Themenkomplexe, wie zum Beispiel die Integration eines Smarthomes und weitere Möglichkeiten der Haustechnik, kommen auf Wunsch ebenfalls zur Sprache.

Der Besuch selbst hält die Chance bereit, sich umfassend über den jeweiligen Haustyp zu informieren und diesen zu erleben. Musterhäuser sind zumeist realistisch eingerichtet und vermitteln auf diese Weise ein authentisches Raumgefühl. Im Gegensatz zum leblosen Plan können Laien auf diese Weise gut einschätzen, ob ihnen zum Beispiel die offene Bauweise gelegen kommt und welche Wohnatmosphäre letztlich zu erreichen ist.

Die meisten Aussteller behandeln ihre Exponate als repräsentative Beispiel für Ihre Arbeit. Wer beim Musterhaus besichtigen nicht gänzlich mit dem Grundriss und der Raumaufteilung zufrieden ist, muss deshalb nicht den gesamten Hersteller fallen lassen. Meist ist eine Anpassung nach den eigenen Wünschen möglich. Das Musterhaus selbst soll vielmehr das Spektrum an unterschiedlichen Möglichkeiten aufzeigen, die baulich in die Tat umgesetzt werden können.

Wer ein Musterhaus besichtigen will, hat zumeist ein großes Interesse am Innenausbau. Während dieses Prozesses sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen, was zum Beispiel die Wahl der Türen und Fenster, des Bodens oder der Treppe angeht. Die Aussteller wissen um diese Bedeutung und verfügen meist über einen umfassenden Katalog an unterschiedlichen Beispielen. Dadurch ist eine solide Planung über die Phase des Rohbaus hinaus möglich.

Checkliste für alle Eindrücke

Wie diese Beispiele zeigen, können Besucher eines Musterhausparks zahlreiche Informationen sammeln und wertvolle Eindrücke gewinnen. Durch das Einströmen der vielen Informationen erscheint es sinnvoll, diese im Rahmen einer Checkliste zu gliedern. Die wichtigsten Eindrücke für den typischen Erstbesucher haben wir hier aufgeführt:

  • Welche Bauweise passt am besten und welche Hersteller kommen infrage?
  • Entspricht das Musterhaus optisch den Erwartungen?
  • Sind Raumaufteilung und Grundriss veränderbar?
  • Entspricht das Raumgefühl den Erwartungen?
  • Welche Baumaterialien verwendet der Hersteller?
  • Welche Optionen bestehen beim Innenausbau?

Je konkreter der Wunsch vom Eigenheim ist, desto eher rückt auch die finanzielle Frage in den Vordergrund. Die Aussteller sind zumindest in der Lage, eine grobe Preisspanne für den Kauf vorzugeben. Es besteht jedoch die Notwendigkeit, direkt beim Fachberater nachzufragen, welche Posten im Kostenvoranschlag enthalten sind. So kann schon im ersten Austausch mit dem Aussteller ermittelt werden, ob ein Haus dieser Art grundsätzlich mit dem persönlichen Budget in Einklang zu bringen wäre.

Mehr aus dem Besuch herausholen

Wer ein Musterhaus besichtigen möchte, belässt es nicht bei einem einzelnen Besuch. Viele Parks sind komplett kostenlos oder erheben nur ein kleines Eintrittsgeld, welches für die Instandhaltung des Geländes eingesetzt wird. Wir haben im Folgenden sechs Tipps aufgelistet, mit denen sich der Mehrwert des Besuchs noch steigern lässt.

Tipp #1: In Begleitung erscheinen

Das Eigenheim muss nicht nur den eigenen Ansprüchen standhalten, sondern wird auch zum Zuhause für den Lebenspartner und die Kinder werden. Vier Augen sehen deutlich mehr als zwei. Daraus ergeben sich unterschiedliche Perspektiven und Eindrücke. Alles spricht also dafür, den Besuch nicht alleine zu absolvieren.

Tipp #2: Einen entspannten Tag verbringen

Über dem Besuch im Musterhauspark schwebt die wohl größte Kaufentscheidung des Lebens. Gerade deshalb ist es ratsam, ohne Zeitdruck an einem freien Tag durch den Park zu schlendern und sich nicht selbst unter Druck zu setzen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann sich zwischen den Besichtigungen einen Imbiss auf dem Gelände holen oder in den Parkanlagen in der Sonne entspannen. So bleibt die Aufnahmefähigkeit möglichst lange erhalten.

Tipp #3: Besichtigungstermine vereinbaren

Die Besucherzahl im Musterhauspark kann sehr unterschiedlich sein. Wer sicher gehen möchte, dass die Berater viel Zeit für das persönliche Anliegen mitbringen, der entscheidet sich für einen Besuch abseits von Sonn- und Feiertagen. Noch besser ist es, direkt einen konkreten Termin mit den Vertretern auszumachen. So nehmen sich diese viel Zeit für die eigenen Fragen und es ist nicht nötig, mit anderen Parkbesuchern um ihre Aufmerksamkeit zu konkurrieren.

Tipp #4: Die Grundstücksfrage klären

Konkrete Angebote stellen viele Baufirmen erst dann aus, wenn das Baugrundstück nachgewiesen werden kann. Schließlich hängen die tatsächlichen Kosten unmittelbar vom jeweiligen Gelände ab. Wer die Parkbesuche mit einem unterschriftsreifen Angebot abschließen möchte, sollte sich in einem ersten Schritt um den Erwerb des Bauplatzes kümmern. Dieser wird zur Grundlage für alle weiteren Fragen.

Tipp #5: Detailfragen stellen

Viele wichtige Fragen, die mit dem Bauvorhaben verbunden sind, ergeben sich erst aus der Besichtigung selbst. Zögern ist hier nicht angebracht, stattdessen müssen konkrete Antworten her.

  • Wie steht es um staatliche Förderungen zur Finanzierung?
  • In welchem Umfang ist Haustechnik schon im Kaufpreis enthalten?
  • Und welche Arbeiten können auf Wunsch auch in Eigenleistung erbracht werden?

Ist der Ansprechpartner dazu in der Lage, diese Fragen konkret und eindeutig zu beantworten, spricht dies für einen seriösen Partner. Diese Hilfestellung muss natürlich über den Besuch hinaus erhalten bleiben. Auch während der Bauphase müssen Austausche möglich sein, um den Hausbau nach den eigenen Vorstellungen zu ermöglichen.

Tipp #6: Vollständiges Angebot anfordern

Wer ein Musterhaus besichtigen und seinen Wunsch vom Eigenheim verwirklichen möchte, schließt diesen mit dem Erhalt eines unterschriftsreifen Angebots ab. Dieses ist die Grundlage für alle weiteren Planungsschritte. Welche Details im Kaufvertrag genau festgehalten sind, ist letztlich Verhandlungssache. Die meisten Baufirmen kalkulieren vorab einen Verhandlungsspielraum ein, den die Vertreter nach ihrem Ermessen ausschöpfen können.

Als Grundlage für die abschließende Entscheidung müssen natürlich vollständige Angebotsunterlagen vorgelegt werden, in denen auch die Baunebenkosten enthalten sind. Eine Baufirma, die keinen Zeitdruck aufbaut und ihren Kunden genügend Bedenkzeit lässt, um sich im Zweifel mit einem externen Berater über das Angebot auszutauschen, bringt in jedem Fall ihre Seriosität zum Ausdruck.

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