Das Haus aus dem 3D-Drucker: Träumerei oder Zukunft?

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Umweltfreundlich, zeit- und kostensparend: So lauten nur einige der Pluspunkte, die die sogenannte 3D-Drucktechnik im Hausbau mit sich bringt. Doch was verbirgt sich eigentlich genau dahinter? Handelt es sich dahingehend tatsächlich um eine optimierte Alternative zum traditionellen Hausbau und worin bestehen die Vor- und Nachteile?

Dass der Bau eines Hauses aus dem 3D-Drucker oftmals mit der Dekoration einer Torte verglichen wird, verwundert bei dem Besuch einer solchen, futuristisch anmutenden Baustelle nicht. Schließlich ähnelt die überdimensionale Düse, aus der das Baumaterial in Wurstform kommt, den Spritzbeuteln, die für die Tortenherstellung eingesetzt werden.

Ist die 3D-Druckbautechnik im Hausbau nur eine Träumerei?

Allerdings besteht der „Teig“ hier in der Regel aus einem Gemisch, das auf Sand, Zement und Bauschutt basiert und im Handumdrehen ein Traumhaus aus dem gigantischen, rund 150 Meter langen Drucker zaubert. Die Rekordzahlen liegen bei zehn Häusern, die innerhalb von 24 Stunden mit dieser bahnbrechenden neuen Technik erstellt werden können.

Zu schön, um wahr zu sein? Keineswegs. Vielmehr ist das soeben beschriebene Szenario bereits veraltet, da es das Pilotprojekt der als Vorreiter im 3D-Hausbau angesehenen chinesischen Firma WinSun beschreibt. Inzwischen kann die sowohl in der Fachwelt als auch unter Laien stetig für angeregte Diskussion sorgende innovative Bautechnik weitere Verbesserungen, wie beispielsweise den direkten Bau der Häuser vor Ort, verzeichnen.

Um welche Größenverhältnisse es sich dabei handelt? Wird die Bauzeit auf 12 bis 24 Stunden angesetzt, so schafft die speziell zu diesem Zweck entwickelte Maschine ein einstöckiges Haus mit einer Fläche von 60 bis 80 Quadratmetern.

Haus aus dem 3D-Drucker: Von der Anfangsphase bis heute

Die wohl wichtigste Errungenschaft der letzten Jahre besteht darin, dass die für die hier im Zentrum stehende Hausbauweise eingesetzten Großdrucker portabel sind und somit innerhalb weniger Stunden direkt vor Ort ein Haus wie aus dem Nichts „zaubern“ können. Dabei besteht das wichtigste Element aus einem drehbaren Roboterarm. Dieser verteilt den Inhalt der Maschinen – in diesem Fall flüssigen Beton – an den dafür vorgesehenen Stellen.

Neben dieser fortschrittlichen Variante werden Häuser aus dem 3D-Drucker natürlich weiterhin in Fabriken hergestellt. Der Unterschied besteht in erster Linie darin, dass hier zuerst einzelne Teile „gedruckt“ und im Anschluss zusammengesetzt werden. Bei einem Aufbau vor Ort wird das Haus hingegen Schicht für Schicht in einem Schritt hergestellt.

Da sich der Markt und die hier Agierenden ständig in Bewegung befindet, sind in Zukunft weitere wichtige Verbesserungen im 3D-Druck-Hausbau zu erwarten. Gegenwärtig lässt die Verfahrensweise angesichts der mit allen Finessen ausgestatteten, preisgünstigen Häuser jedoch kaum noch Wünsche offen.

Vor- und Nachteile der 3D-Hausbautechnik im Diskurs

Mit Blick auf die genannten Zahlen ergibt sich ein Großteil der klaren Vorzüge der 3D-Haustechnik bereits von selbst: Es wird weniger Zeit für die Planung und den tatsächlichen Bauprozess benötigt. Darüber hinaus ermöglicht das Verfahren eine drastische Senkung der Kosten.

Auch in puncto Bewohnbarkeit hat sich seit dem Pilotprojekt so einiges getan. Denn inzwischen werden nicht nur einstöckige Häuser in 3D-Druckbautechnik, sondern auch mehrgeschossige Villen geplant.

Experten sehen in der 3D-Hausbautechnik auch eine kostengünstige Chance auf Verbesserungen im sozialen Wohnungsbau. Ein weiterer Vorteil besteht in dem geringen Platzbedarf während der Bauphase, von dem sowohl die jeweilige Stadt als auch die unmittelbare Nachbarschaft profitieren.

Darüber hinaus gewährt der 3D-Druck Architekten größtmögliche Freiheiten, zumal per Hand nur schwer gestaltbare Formen, wie zum Beispiel geschwungene Linien, einfach, kostengünstig und makellos gedruckt werden können. Den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten sind somit keine Grenzen gesetzt.

Neben allen aufgeführten Vorteilen besteht die größte Herausforderung in einem Mangel an technischer Ausrüstung. Kurz: Speziell für den Hausbau konstruierte 3D-Drucker werden nicht als Massenware angefertigt.

Wird sich der 3D-Druck beim Hausbau langfristig durchsetzen?

Während man sich im deutschen Raum den rasch voranschreitenden Entwicklungen auf dem 3D-Druckbaumarkt lange zurückhaltend gezeigt hat, haben andere Länder das Konzept mit Begeisterung aufgenommen.

In Dubai beispielsweise entstand bereits im Jahre 2016 mit einer Arbeitsfläche von rund 250 Quadratmetern das erste solide Bürogebäude. Dabei belief sich die Bau- bzw. Druckzeit auf lediglich 17 Tage. Die Kosten wiederum halbierten sich im Vergleich zu klassischen Bauverfahren.

Dem Haus aus dem 3D-Drucker gehört die Zukunft. Denn gerade, wenn es um die heute immer mehr gefragte individuelle Gestaltung von Häusern geht, wartet die 3D-Drucktechnik mit ungeahnten Möglichkeiten auf. Hinzu kommen die ausführlich beschriebenen Vorteile in Bezug auf den minimalen Zeit- und Kostenaufwand.

Natürlich konnte die komplexe Thematik „Haus aus dem 3D-Drucker“ hier nur grob angerissen werden. Die tatsächliche Umsetzung ist zudem mit zahlreichen Ressourcen verbunden, die vorhanden sein müssen. Vorerst wird das eigene Haus aus dem 3D-Drucker daher nicht salonfähig werden. Dennoch wird es die Zukunft des Hausbaus mehr als beeinträchtigen.

Bildquelle: @zmorph3d | Unsplash.com

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