Ob sich die Hausbewohner im Erdgeschoss oder in einer Wohlfühlzone in den oberen Stockwerken aufhalten – erst Treppen machen es möglich, alle Ebenen innerhalb eines Fertighauses ungehindert zu erreichen und zu genießen. Dieser Blogartikel soll unter anderem darüber aufklären, welche Materialien für Treppen infrage kommen, welche Treppenarten es gibt und welche Vorteile eine barrierefreie Treppe mit sich bringt.

Wird im Volksmund von „Treppenarten“ gesprochen, betrifft dies zum einen das verwendete Material, zum anderen hängt es von der Treppenform und Konstruktionsweise ab. Wir wollen zunächst die verwendeten Materialien unter die Lupe nehmen, bevor wir uns im Detail mit den Treppenarten auseinandersetzen.

Die Treppen und ihre Materialien

Im Folgenden finden Sie die einzelnen Materialen in einer kurzen Übersicht:

➩ Treppe aus Holz
➩ Treppe aus Holzwerkstoff (z. B. Furniertreppe)
➩ Treppe aus Natur- und Kunststein
➩ Treppe aus Beton
➩ Treppe aus Stahl
➩ Treppe aus Glas

Treppen aus Holz

Holz präsentiert sich beim Innenausbau als zeitloser Klassiker – auch im Hinblick auf die verschiedenen Treppenarten. Der nachwachsende Rohstoff Holz verfügt mit Zeichnung, Maserung und Haptik über einen unvergleichlichen Charme und bereichert Wohnräume wie kein zweites Material.

Als einer der ältesten Baustoffe überhaupt, bewährt sich Holz seit Jahrhunderten auch im Treppenbau. Werden die Treppen stark beansprucht, greifen Hausbewohner gerne zu harten Laubhölzern wie Eiche, Buche, Esche und Ahorn. Tanne, Fichte, Kiefer und Lärche sind als weichere Nadelhölzer nicht ganz so widerstandsfähig, aber preisgünstiger.

Holz beeindruckt optisch nicht nur mit seiner Maserung, sondern auch mit der jeweiligen Holzfarbe. Einen dunklen, erdigen Farbton liefert Nussbaum und wirkt sehr elegant. Mit einem etwas helleren Braunton und der charakteristischen Zeichnung, weiß die Eiche zu beeindrucken.

Die Kiefer besitzt einen leicht rötlichen Ton und versprüht ordentlich Temperament. Und das Ahornholz ist mit seinem fast weißlichen Farbton in der Lage, dunkle Ecken aufzuhellen.

Die Oberfläche der Treppen kann gewachst, gelackt oder geölt werden. Eine Holztreppe erweist sich als widerstandsfähig, langlebig und lässt sich im Gegensatz zu einer Furniertreppe leicht ausbessern.

Treppen aus Holzwerkstoff

Furnierte Holzwerkstoffe bestehen aus einer Trägerplatte wie Spanplatte, Tischlerplatte oder Sperrholz, auf die ein dünnes Echtholzfurnier aufgeleimt wird. Der Vorteil dieser Konstruktionsweise zeichnet sich im geringeren Preis ab und der Tatsache, dass sich qualitativ hochwertige Furniertreppen kaum von einer Vollholztreppe unterscheiden lassen. Ist das Furnier allerdings nach längerer Beanspruchung abgenutzt beziehungsweise beschädigt, fällt die Reparatur schwer.

Als Holzwerkstoffe für Treppen kommen auch mitteldichte Holzfaserplatten (MDF) in Betracht. Aber auch hier gilt, dass sie nur mit entsprechendem Gütesiegel eingesetzt werden dürfen.

Treppen aus Natur- und Kunststein

Eine Treppe aus Naturstein wird gerne auch als „Treppe für die Ewigkeit“ bezeichnet. Denn große Abnutzungserscheinungen müssen die Hausbewohner zum Beispiel bei einer Marmortreppe nicht befürchten, wobei Marmor noch etwas weicher als Granit ist.

Von der Krag- über die Spindel- bis hin zur Bolzentreppe werden Treppenarten mit Naturstein als Trittmaterial umgesetzt. Als nicht brennbares Material zeigt sich eine Natursteintreppe auch gegenüber Kälte, Feuchte und Druck unbeeindruckt. Wie der Name schon vermuten lässt, sind Kunststeine den Natursteinen nachempfunden und künstlich hergestellte Werksteine.

In der Regel handelt es sich um einen Verbund aus natürlichem Quarz und Polyester mit Farbpigmenten, die in Schalungen gegossen werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der Farbkomposition und Textur sind somit nahezu unbegrenzt.

Treppen aus Beton

Auch die Treppe aus Beton erfüllt besonders gut die Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes. Nahezu unverwüstlich und pflegeleicht bildet sie den soliden Übergang von einem Stockwerk ins andere.

Ein spezielles Augenmerk wird hier auf den Trittschall gelegt. Es macht Sinn, die Betontreppe als Fertigteil einzubauen und die korrekte Ausbildung der Auflager an den Decken im Fokus zu behalten.

Nach der Montage (Fertigbauweise) oder dem Bau der Treppe (Ortbeton) gilt es zu beachten, dass nachfolgende Gewerke (z. B. Verputzen) keine Körperschallbrücken erzeugen.

Treppen aus Stahl

Mit einer Treppe aus Stahl kommen wir zu den besonders filigran wirkenden aber dennoch sehr stabilen Treppenarten. Die hohe Tragfähigkeit des Materials macht es möglich, besonders schlanke Profile einzusetzen. Ein gutes Beispiel gibt die Spindeltreppe ab, die sich auf engstem Raum emporwindet und dabei eine betörend gute Figur macht.

In allen RAL-Farbtönen beschichtbar, passt sich die Stahltreppe dem jeweiligen Interieur optimal an. Soll hingegen der unbehandelte Stahl seinen Reiz verströmen, wird Klarlack aufgetragen. Stahlkonstruktionen sollten trittschalltechnisch entkoppelt werden.

Treppen aus Glas

Vom komplettierten „Transparent-Look“ her gehören Treppen aus Glas zu den neueren Treppenarten. Denn waren es ursprünglich nur Geländerfüllungen, die für die Bezeichnung Treppen aus Glas standen, setzen Innenarchitekten die lichtdurchlässigen Eyecatcher inzwischen auch für die Treppenstufen ein.

Die Mattierung des Glases dient dazu, einer eventuellen Höhenangst bzw. einem Schamgefühl bei eigenem Blick nach unten bzw. fremdem Blick nach oben vorzubeugen. Dreischeibensicherheitsglas mit dazwischen eingelegter Mattfolie hat sich als ideal für Stufen und Podeste erwiesen.

Welche Treppenarten gibt es?

Nachdem wir die Materialbeschaffenheit unter die Lupe genommen haben, soll es im Hinblick auf die unterschiedlichen Treppenarten nun um Treppenform und Konstruktionsart gehen.

Die Grundrissgeometrie sowie der Verlauf der Treppenlinie entscheiden über die Einteilung nach Treppenform. Bei der geraden Treppe kommt es zu einem linearen Treppenlauf (wahlweise mit oder ohne Zwischenpodest). Gewinkelte oder gegenläufige Treppen besitzen mindestens zwei Läufe sowie Wendepodeste zur Richtungsänderung.

Ferner unterscheiden sich noch Wendel- oder Spindeltreppen, die sich radial um einen Punkt winden, sowie Sondertreppen in Kegel- oder Pyramidenform – aber auch barrierefreie Rampen und Treppenlifte.

Von der Konstruktionsweise werden die Treppenarten eingeteilt in Balken- oder Holmtreppen, bei denen die Stufen an parallel laufenden Trägern oder einem mittigen Holm angebracht werden. Bei Wangentreppen (siehe Titelbild) sind die Stufen zwischen zwei schräg laufenden Wangen eingespannt.

Wird die Treppenkonstruktion über Stäbe oder Seile von der Geschossdecke abgehängt, wird von abgehängten Treppen gesprochen. Und bei einer freitragenden Treppe ist der Treppenlauf nur am unteren und oberen Ende aufgelagert.

Unsere Tipps zu den einzelnen Treppenarten

1. Die barrierefreie Treppe

Es muss keine körperliche Einschränkung vorliegen, um sich für eine barrierefreie Treppe zu entscheiden. Ein Fertighaus ist schließlich eine Investition fürs Leben und es macht Sinn, vorausschauend zu denken.

Ein sogenannter Homelift lässt sich ohne Unterfahrt und Maschinenraum harmonisch ins Wohnumfeld integrieren – und im Übrigen auch nachrüsten. Eine zierliche Person kann mittels Homelift auch leicht schwere Lasten ins jeweilige Stockwerk bringen.

2. Die Kragtreppe aus Holz- und Glaselementen

Im Gegensatz zur geschlossenen „Kabine“ eines Homelift führt die Kragtreppe mit ihren in der Wand eingelassenen Trittstufen und spartanischer Geländerfüllung aus Glas fast schon „schwebend“ nach oben. Optimal geeignet für große, offene Wohnräume, die es für Hausbewohner, Freunde und Gäste gemeinsam zu erschließen gilt.

3. Die Spindeltreppe als Metallkonstruktion

Futuristisch anmutend betreten die Hausbewohner über die Spindeltreppe die nächst höhere Ebene. Ein Irrglaube, dass Treppenarten wie die Spindeltreppe aufgrund des geringen Platzbedarfs nur in kleinen Räumen ihre Vorzüge ausspielen.

In der Ecke eines großen Wohnraums neben einer lichtdurchfluteten Glaswand installiert, wirkt es aus der Distanz fast so, als hinge ein XXL-Mobile von der Decke herab. Ein toller Effekt.

4. Die „Lichttreppe“

Nicht nur natürliches Licht sorgt bei Hausbewohnern für positive Stimmung. Ein jeder weiß, wie vorteilhaft sich ein gutes Indoor-Beleuchtungssystem auf unser Gemüt auswirkt.

Das schließt auch die Treppen mit ein. Wer möchte, kann mit am Handlauf angebrachten LEDs abends für eine blendfreie und sichere Lichtatmosphäre sorgen.

5. Die kinderfreundliche Treppe

Kinder und Treppen – da wird natürlich gerne mal herumgerutscht, gekrabbelt und geturnt. Sicherheit geht hier ganz klar vor.

Zu den Treppenarten, die sich empfehlen, gehört die haptisch ansprechende und „fußwarme“ Holztreppe – am besten in geschlossener Form mit Setzstufen und beidseitigem Geländer. Die Geländerstäbe sollten nicht mehr als 12 Zentimeter Abstand haben, damit Kinder beim Spielen nicht zwischen den Stäben stecken bleiben können.

6. Die Treppe als „Stauraumwunder“

Kaum zu glauben, wie viel Platz oftmals unter der Treppe verschenkt wird. Man stelle sich ein schönes großes Wohnzimmer vor, in welchem eine stylische freitragende Treppe nach oben führt. Unter der Treppe ist, passend zur Schräge, ein Bücherregal auf Maß eingepasst. Das sieht klasse aus und nutzt jeden Winkel im freien Raum.

Das waren lediglich ein paar Ideen und Anregungen. Treppen in Fertighäusern sind ein spannendes Thema, mit dem Sie sich als zukünftiger Bauherr intensiv auseinandersetzen sollten. Oder konnten Sie bereits eine schöne Idee realisieren? Hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar. Wir freuen uns über Ihren Beitrag.

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