Raumbedarf – mit einem geschickten Grundriss die richtige Zahl an Räumen planen

raumbedarf

Jede Planung für den Raumbedarf im Eigenheim oder in der Eigentumswohnung beginnt mit der Grundrissplanung. Der Grundriss als solcher ist die zeichnerische Darstellung über die Lage, Anordnung und Größe von Räumen. Wir geben euch diesmal einen detaillierten Einblick, was ihr darüber wissen solltet. 

In der heutigen Zeit wird die Grundrissplanung nicht nur mit Rechenschieber und Bleistift erstellt, die Möglichkeiten gehen weiter über eine 3D-Visualisierung bis hin zur 360-Grad-Rundumansicht. Die Grundrissplanung als 2D-Darstellung ist für den Raumbedarf eine Berechnung der Fläche, während mit der 3D-Darstellung der Raum in seiner Gesamtheit gezeigt wird.

Doch bis es tatsächlich so weit ist, wird noch lange geplant, überlegt und teilweise sogar geträumt. Letztendlich gibt es mehrere Eckpunkte, an denen sich eure Grundrissplanung mit dem Raumbedarf orientiert – oder anders gesagt, an dem die Raumplanung nebst dem Raumbedarf an ihre Grenzen stößt.

Wer in seinem Leben schon mal gebaut hat oder sich in der Planungsphase befindet, der kann aus manch leidvoller Erfahrung mitsprechen. Im Verlaufe der Grundrissplanung schrumpft nicht selten der einstmals gewünschte und als ideal bezeichnete Raumbedarf auf den realistischen, sprich machbaren, Raumbedarf.

Wie ihr beim Hausbau den Raumbedarf am besten ermittelt

Um den notwendigen beziehungsweise machbaren Raumbedarf festzustellen gibt es mehrere Eckpunkte. Da ist zum einen die Familiensituation mit der momentanen sowie der zukünftigen Personenzahl in zwei bis drei Generationen. Das Haus wird als ein Zuhause für die kommenden Jahrzehnte gebaut. Hier gilt es vorausschauend zu planen und zu überlegen.

Wer muss, soll und wer kann zukünftig dauerhaft in dem Haus leben.

Die Grundfläche des Gebäudes kann durch die Grundstücksgröße beeinflusst und begrenzt sein. Wenn das zutrifft, dann kann für den Raumbedarf die Geschosszahl entscheidend sein. Das Kellergeschoss des vollunterkellerten Hauses bietet viel Platz für Nutz- und Gebrauchsräume.

Abhängig von der Gebäudelage kann die Gemeinde mit ihrem Bebauungsplan direkten Einfluss darauf nehmen, ob ein-, zwei- oder mehrgeschossig gebaut werden darf. Daran orientiert sich die Grundrissplanung, und der Raumbedarf wird dementsprechend angepasst.

In der Grundrissplanung selbst sollte ein eventuell zukünftiger Raumbedarf auch dahingehend eingeplant werden, dass an das Gebäude angebaut oder dass es im Nachhinein um eine Etage aufgestockt werden kann.

Die wichtigsten Zimmer für die Raumplanung

Jetzt geht’s ans Eingemachte! Wenn anhand der Grundrissplanung die Wohn- und Nutzfläche insgesamt feststeht, dann könnt und müsst ihr als nächstes innerhalb der Raumplanung festlegen, welche Zimmer und Räume für welche Zwecke und Nutzungsmöglichkeiten gewünscht oder gar notwendig sind.

Der Raumbedarf wird ganz allgemein in die Wohn- und in die Nutzräume aufgeteilt, die alternativ auch als Gebrauchsräume bezeichnet werden. Ergänzend zur Art und Zahl der Räume sollte die Fläche an Wohn- und Nutzräumen in einem – wie man sagt – gesunden Verhältnis zueinander stehen. Andererseits kann auf bestimmte Räume, wie beispielsweise den Sanitärbereich, die Küche oder die Eingangsdiele, nicht verzichtet werden.

Das wird am Beispiel einer mehrköpfigen Familie mit zwei Generation deutlich:

  • Unentbehrliche Gebrauchsräume sind unter anderem…
    • Sanitärbereich mit Dusche/Bad/WC
    • Küche offen, geschlossen oder als Wohnküche
    • Abstellraum oder Hauswirtschaftsraum, kombinierbar als Vorratsraum
  • Zu den Wohnräumen gehören unter anderem…
    • Wohnzimmer mit Essecke
    • Esszimmer gemäß Grundrissplanung und bei entsprechendem Raumangebot
    • Schlafzimmer Eltern
    • Schlaf-/Jugendzimmer für jedes Kind

Auf der Strecke bleiben sehr schnell das Arbeitszimmer mit der gesamten Kommunikationstechnik, der sogenannte Bügelraum für die Hausfrau oder das Gäste-WC im Erdgeschoss. Und ohne Kellergeschoss oder ohne Anbau ist an einen Hobbyraum, an eine Heimsauna oder an die Werkstatt für den Heimwerker gar nicht zu denken.

Wie viel Platz ihr als Bauherr je Person einplanen solltet

Jetzt wird’s kniffelig! Im Grunde genommen ist die Grundrissplanung anhand der bisherigen Vorgaben recht einfach. Ihr kennt die Gesamtfläche in Quadratmetern und habt euch für den Raumbedarf entschieden.

Eine weitere mitentscheidende Vorgabe für Aufteilung und Größe der Räume ist der Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz mit Wasser und Heizung. Wasseranschlüsse gibt es in den Nutzräumen wie Küche, Sanitär, Gäste-WC und Hauswirtschaftsraum sowie im Kellergeschoss.

Nach einer Faustregel beträgt der Raumbedarf für die Wohnräume etwa Dreiviertel der gesamten Wohn-/Nutzfläche. Darin enthalten sind sowohl alle Wohn- als auch die Nutzräume.

Die verbleibenden etwa 25 Prozent sind in der Grundrissplanung vorgesehen für

  • Haustechnik mit Heizungsanlage, Wasserversorgung, Hausanschlüsse
  • hausinterne Verkehrswege wie Flur, Diele im Eingangsbereich, Treppe ins Unter- und ins Obergeschoss
  • kaum oder eingeschränkt nutzbare Fläche unterhalb der Treppe

Der Gesetzgeber plant den Raumbedarf für Empfänger von Transferleistungen mit den folgenden Richtwerten:

  • Raumbedarf für eine Person 45 m²
  • für zwei Personen 60 m²
  • für drei Personen 75 m²
  • für vier Personen 85 m²
  • für jede weitere Person bis zu 12 m²

Dabei handelt es sich ausdrücklich um Richtwerte mit einem Ermessensspielraum sowohl nach oben als auch nach unten. Dennoch könnt ihr euch als Bauherr durchaus, wenn auch nur grob und unverbindlich, daran orientieren.

Direkter Zusammenhang zwischen Grundrissplanung und Raumbedarf

Die Grundrissplanung bestimmt einerseits den Raumbedarf mit der Zuordnung und Größe der einzelnen Räume; andererseits aber auch die Wegführung im Gebäude oder den Licht- und Sonneneinfall im einzelnen Zimmer. Das Wohnzimmer ist mit seiner Fensterfront nach Süden ausgerichtet und der Hauseingang dementsprechend entgegengesetzt nach Norden.

Ein weiteres Kriterium für die Grundrissplanung sind Lage und Ausrichtung des Gebäudes. Insofern sind der Raumbedarf und die Grundrissplanung wie ein Junktim. Eins geht nicht ohne das andere, und eins zieht das andere nach sich.

Frühzeitig vor dem Baubeginn den Raumbedarf planen

„Was einmal steht, das steht!“ Diese Redewendung gilt auch für den Raumbedarf, sobald das Haus steht. An der Grundrissplanung ist nach dem Hausbau nichts mehr zu ändern.

Änderungen sind ausschließlich in der Planungsphase für die Grundrissplanung möglich. Anschließend lässt sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Raumbedarf nur recht eingeschränkt den neuen Wohn- und Lebensverhältnissen anpassen und ist oftmals mit hohen Kosten verbunden.

Vor diesem Hintergrund solltet ihr vor Beginn der Bauphase eher einmal zu viel als zu wenig über die gesamte Thematik nachdenken und diskutieren. Wenn ihr diesbezüglich bereits eure ganz persönliche Erfahrung gesammelt habt, dann verratet uns gerne mehr dazu in den Kommentaren.

Bildquelle: @szolkin | Unsplash

Antwort hinterlassen

Your email address will not be published. Required fields are marked *