Hausbau auf einem schmalen Grundstück – wenig Platz effizient nutzen

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Da große Baugrundstücke vor allem im städtischen Bereich knapp und teuer sind, greifen viele Bauherren auf ein schmales Grundstück zurück. Und das zu Recht: Auf kleiner Fläche sind viele Optionen möglich. Worauf beim Hausbau auf einem schmalen Grundstück geachtet werden sollte, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Der Irrglaube, dass auf einem schmalen Grundstück keine angemessen großen Häuser errichtet werden können, wurde bereits mehrfach widerlegt. Tatsächlich entwickelt es sich zu einem Trend, nicht nur schmale Grundstücke in wertvollen Baugrund zu verwandeln, sondern auch, bestehende Lücken in städtischen Bebauungsgebieten zu schließen oder ein weiteres Haus auf bereits bebaute Grundstücke unterzubringen.

Dadurch ist es oftmals möglich, ein Schnäppchen zu erstehen – ohne dabei auf viel verzichten zu müssen. Neben einigen Nachteilen können darüber hinaus viele Vorteile genutzt werden.

Schmale Grundstücke haben Nachteile – aber auch viele Vorteile

Generell muss natürlich gesagt werden, dass ein schmales Grundstück vor allem einen Nachteil mit sich bringt: Die geringe Breite sorgt dafür, dass mehr Aufwand in Planung und Bau eines Hauses gesteckt werden muss. So kommen Standardlösungen oder besonders verwinkelte Häuser seltener in die engere Auswahl. Stattdessen lohnt sich in diesen Fällen zumeist die Beauftragung eines Architekten, der individuelle Pläne erstellen kann – und diese Vorgehensweise muss nicht einmal teuer sein.

Schmale Grundstücke bestechen aber vor allem durch eine Vielzahl an Vorteilen, die mit einer Bebauung einhergehen. Als besonders wichtiger Punkt kann hier etwa der geringe Grundstückspreis genannt werden, der sich nicht nur durch eine kleinere Fläche, sondern auch durch die Form ergibt.

Da diese Art des Grundstücks häufig als ungünstiger Zuschnitt bezeichnet wird, sind auch die Quadratmeterpreise in vielen Fällen geringer. Auch Grundsteuer, Notargebühren und Grundbuchskosten fallen somit weniger hoch aus.

Darüber hinaus reduzieren sich etwa der Instandhaltungsaufwand für den Außenbereich, die Gesamtkosten für Baumaterialien können geringer gehalten werden und auf Grundfläche muss nicht verzichtet werden, wenn in die Höhe gebaut werden kann.

Diese Fertighäuser eigenen sich für schmale Grundstücke

Ein kleines Grundstück bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch nur ein kleines Haus darauf errichtet werden kann. Um den vorhandenen Platz auf einem schmalen Grundstück effizient zu nutzen, sind daher vor allem bei der Grundstücksplanung entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Wie bereits kurz erwähnt, können Architekten eine große Hilfe darstellen. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine individuelle Planung des Hauses, sodass auf alle Wünsche eingegangen werden kann. Aber auch einige Hersteller von Fertighäusern haben inzwischen Lösungen parat, die auf schmalen Grundstücken funktionieren. Im Regelfall ist es ebenfalls möglich, die dortigen Modelle noch weiter zu individualisieren.

Beim Hausbau auf einem schmalen Grundstück sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die ausgewählte Art des Hauses zu den entsprechenden Anforderungen an das Grundstück passt. So sind beispielsweise Bungalows nicht die erste Wahl, wenn eine große Wohnfläche erreicht werden soll. Stattdessen bietet es sich vor allem an, mehrgeschossig mit Keller und ausgebautem Dachgeschoss (zum Beispiel Massivhäuser) zu arbeiten. Auch Dachterrassen sind eine Überlegung wert, um die verlorene Gartenfläche zu ersetzen.

Wer energieeffizient bauen möchte, kann außerdem ein schmales, mehrgeschossiges Energiesparhaus errichten, das durch seine Höhe auch mit Solarpanelen ausgestattet werden kann. Steht das Haus auf einem eher dunklen Grundstück, können darüber hinaus auch Innenhöfe eingeplant werden, die sich über alle Stockwerke ziehen und mehr Licht ermöglichen. Hier bietet sich zudem die Option, ein Reihenhaus zu errichten, da Fenster an den Außenwänden reduziert werden können.

Wenn weniger Wohnfläche benötigt wird, kommen außerdem unkonventionelle Lösungen, wie zum Beispiel ein Tiny House oder ein Containerhaus in Betracht, die raffiniert mit dem vorhandenen Platz umgehen. Generell sollte bei schmalen Grundstücken darauf geachtet werden, dass der Platz nach oben genutzt wird und auf tote Flächen (wie beispielsweise breite Treppen, Flure oder Durchgänge) verzichtet wird.

Vor allem dann, wenn der Haushalt aus mehr als zwei Personen besteht, lautet folglich die Devise: Wer in die Höhe baut, gewinnt an Fläche. Wenn zusätzlich auf eine offene Raumgestaltung, wenige Möbel und sinnvollen Stauraum geachtet wird, stehen schmale Grundstücke ihren größeren Vertretern in nichts nach.

Viele Haushalte profitieren von schmalen Grundstücken

Da der Hausbau auf einem schmalen Grundstück durch eine Vielzahl an Möglichkeiten nicht zwingend bedeutet, dass nur wenig Wohnfläche vorhanden ist, eignen sich diese Grundstücke für praktisch jede Haushaltsgröße. Hier kommt es vor allem darauf an, wie geplant werden kann: Wenn die baulichen Bestimmungen mehrere Stockwerke zulassen, können wenige Quadratmeter Grundfläche ganz leicht dupliziert werden.

So eignen sich schmale Grundstücke sowohl für Singles, Paare als auch für Familien. Minihäuser und einstöckige Varianten sind hingegen zumeist begrenzender in Bezug auf die Wohnfläche, weswegen diese Optionen eher für Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte geeignet sind.

Das gilt es bei der Planung zu beachten

Auf eine Sache kann beim Hausbau nie verzichtet werden: die entsprechende Planung. Diese fällt bei schmalen Grundstücken zumeist umfangreicher aus, weil zusätzliche Faktoren in Bezug auf Höhe, Platznutzung und Grundstücksgrenzen beachtet werden müssen. Es lohnt sich, hier umfangreiche Recherchen anzustellen und beim zuständigen Bauamt nachzufragen, welche Möglichkeiten gegeben sind.

Generell gilt, dass vor allem die Abstandsflächen zu den angrenzenden Grundstücken und Bauten berücksichtigt werden müssen, die in den Landesbauordnungen geregelt sind. Auch die Höhe ist mit einem Maximum versehen, das bei privaten Bauprojekten nicht überschritten werden darf.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, bereits bei der Planung auf die Unterstützung eines Innenarchitekten zu bauen. So können Lösungen gefunden werden, die die geringe Breite des Hauses voll ausschöpfen.

Bildquelle: wwarby | Unsplash.com

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