Die eigene Werkstatt im Haus: 10 Tipps zur Planung

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Ist es nicht der Traum eines jeden (Hobby-) Handwerkers sich irgendwann einmal eine große und tolle Werkstatt im eigenen zu Hause einzurichten? Vielleicht spielt auch ihr mit dem Gedanken. Falls ja, kommt dieser Beitrag gerade recht, denn wir verraten euch, was ihr für eine eigene Werkstatt alles benötigt und worauf ihr dabei achten solltet. 

Wer als Hobbyhandwerker in seinem zu Hause über genügend Platz verfügt, kann im Keller oder der Garage seine eigene Werkstatt einrichten. Dabei kommt es in der Werkstatt nicht nur auf die richtige Größe an, sondern auch auf eine angemessene Ausstattung.

Wann macht eine eigene Werkstatt im Haus überhaupt Sinn?

Eine eigene Werkstatt im Haus macht vor allem dann Sinn, wenn ihr regelmäßig handwerkliche Arbeiten, DIY-Projekte oder Reparaturen selbst durchführt. Sie bietet den idealen Raum, um Werkzeuge übersichtlich zu lagern und Projekte ohne Zeitdruck und unabhängig von Wetterbedingungen durchzuführen.

Hobby-Handwerker profitieren von der unmittelbaren Verfügbarkeit aller Materialien und Werkzeuge, was spontane Arbeiten oder Reparaturen erleichtert. Zudem ermöglicht eine eigene Werkstatt, Fähigkeiten im Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Techniken zu erweitern und kreative Ideen in Ruhe zu entwickeln.

Auch aus finanzieller Sicht kann sich eine eigene Werkstatt lohnen, da sie langfristig Kosten für Handwerkerdienste einsparen hilft. Für Familien kann eine solche Werkstatt zudem ein Ort sein, wo praktisches Wissen und handwerkliches Geschick an die nächste Generation weitergegeben werden.

Eine eigene Werkstatt im Haus ist eine Bereicherung für alle, die gerne selbst gestalten, reparieren und bauen.

Die eigene Werkstatt einrichten: So funktioniert’s!

Für die meisten handwerklich begabten Männer oder Frauen geht es zu Hause vor allem darum, in der Werkstatt einmal einen Fahrradreifen flicken, neue Möbel aufbauen, schreinern oder basteln zu können. Dabei spielt das nötige Material bzw. das notwendige Werkzeug keine unwesentliche Rolle – und genau dafür braucht ihr eine Menge Platz.

Der Raum

In welchem Raum die Werkstatt im eigenen Haus eingerichtet werden soll, hängt natürlich immer davon ab, welche Ansprüche der Raum erfüllen muss und welche örtlichen Gegebenheiten vorliegen. Sprich:

  • Wie groß ist das Haus?
  • Steht ein Keller zur Verfügung?
  • Ist in der Garage noch Platz?
  • Gibt es einen leerstehenden Raum, der als Werkstatt verwendet werden kann?

Für kleinere Arbeiten, zum Beispiel die Reparatur eines defekten Fahrradreifens, das Zusammenschrauben eines Regals oder das Lackieren eines Gegenstands reicht eine kleine Werkstatt vollkommen aus. Jedoch finden selbst in heimischen Hobbywerkstätten oftmals auch größere Arbeiten mit zum Teil recht sperrigen und großen Maschinen statt.

In diesem Fall sollte die Werkstatt selbstverständlich ausreichend Platz bieten. Außerdem ist es sinnvoll darauf zu achten, dass die Werkstatt über eine überdurchschnittlich breite Tür sowie gegebenenfalls auch Fenster verfügt. Denn nur so ist gewährleistet, dass auch größere Gegenstände in die Werkstatt gelangen können.

Reicht der Platz für das Einrichten der Werkstatt nicht aus, solltet ihr überlegen, einen zusätzlichen Raum anzubauen oder eine kleine Halle neben oder an eurem Haus zu errichten. Wobei eine Fertighalle aus Metall eine kostengünstige Lösung ist, da sie schnell und einfach zu errichten ist.

Die Anschlüsse

Zwei Anschlüsse, die auf keinen Fall in einer Werkstatt fehlen dürfen, sind der Strom- sowie Wasseranschluss. Dies solltet ihr von vornherein auf dem Schirm haben, wenn ihr die Einrichtung einer Werkstatt im eigenen Haus plant.

Strom

Für die Nutzung von diversen Maschinen, wie zum Beispiel die Kreissäge, Bohrmaschine oder den Winkelschleifer, reichen für den Hobby-Handwerker die üblichen 220-Volt-Steckdosen vorerst aus. Hier solltet ihr darauf achten, dass in eurer Werkstatt genügend solcher Steckdosen zu Verfügung stehen, denn für einige Arbeiten werden oftmals mehrere Maschinen gleichzeitig benötigt.

Wasser

Genau wie der Stromanschluss wird in einer Werkstatt auch ein Wasseranschluss benötigt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Arbeitsmaterial oder Maschinen gereinigt werden müssen.

Deshalb solltet ihr darauf achten, dass eure heimische Werkstatt zumindest über ein kleines Waschbecken inklusive Wasser verfügt, welches ihr bei Bedarf nutzen könnt

Das Werkzeug

Beim Werkzeug in der eigenen Werkstatt kommt es nicht nur darauf an, genug Auswahl für seine Arbeiten zu haben, sondern insbesondere auf die Qualität zu achten. Nichts ist für einen Handwerker schlimmer, als wenn das Werkzeug nicht das tut, was es soll oder es nach kurzer Verwendung bereits den Geist aufgibt.

Außerdem sollte in einer Werkstatt stets Ordnung herrschen und jedes Werkzeug sowie Zubehör am richtigen Platz zu finden sein. Ganz egal, ob Schraubenzieher, Säge oder Nägel. Dies dient nicht nur der Optik, sondern auch der eigenen Sicherheit.

Ordnungs-Systeme

Damit in der Werkstatt stets Ordnung herrscht, sind diverse Möglichkeiten von Vorteil, Werkzeuge sowie Maschinen entsprechend zu platzieren beziehungsweise zu verstauen. Hierfür sorgen unter anderem die folgenden Helferlein:

  • Wandhaken
  • Schubladen
  • Regalreihen

Werkzeuge und Maschinen

Jede Werkstatt, sei sie auch noch so klein, sollte eine gewisse Grundausstattung an Werkzeug und Maschinen haben. Dies gilt sowohl für das normale Werkzeug, wie zum Beispiel einen Schraubendreher, einen Hammer oder eine Handsäge, als auch für häufig notwendige elektrische Maschinen, wie zum Beispiel die Bohrmaschine.

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Nachfolgend erhaltet ihr eine kleine Übersicht über Werkzeuge und Maschinen, welche in keiner Grundausstattung fehlen dürfen:

  • Schraubendreher
  • Hammer
  • Inbusschlüssel
  • Zangen
  • Feile
  • Bohrmaschine
  • Säge
  • Akku-Schrauber

Zubehör

Zu einer guten Grundausstattung zählt beim Einrichten der eigenen Werkstatt natürlich auch Zubehör, mit dem jeder halbwegs ambitionierte Handwerker im Normalfall im Überfluss ausgestattet ist. Hierzu zählen unter anderem:

  • Nägel
  • Dübel
  • Schrauben
  • Kleber

Die Sicherheit

Egal, wo mit Werkzeugen oder Maschinen gearbeitet wird, sollte die Sicherheit stets an oberster Stelle stehen. Dies gilt natürlich auch für die handwerklichen Arbeiten in der Werkstatt zu Hause.

Damit die Sicherheit zu jederzeit gewährleistet ist, muss auch eure Werkstatt, genau wie bei der Grundausstattung von Werkzeugen und Maschinen, ebenfalls eine Grundausstattung an Sicherheitsequipment bieten. Zu diesem Sicherheitsequipment zählt unter anderem:

  • eine Schutzbrille
  • Arbeitshandschuhe
  • ein Gehörschutz
  • eine Atemschutzmaske
  • Sicherheitsschuhe

Gefahrstoffe

Neben dem Sicherheitsequipment, welches beim Einrichten der Werkstatt nicht fehlen darf, gilt es auch, einen anderen ganz wichtigen Faktor bei der Arbeit in der Werkstatt zu berücksichtigen. Die Rede ist vom richtigen Umgang mit diversen Gefahrstoffen sowie gefährlichen Werkzeugen beziehungsweise Maschinen.

Nicht selten wird in der Werkstatt auch mit Lacken, Säuren oder Ölen hantiert. Bei diesen Stoffen handelt es sich um sogenannte Gefahrstoffe, denn diese sind

  • entzündlich,
  • explosiv,
  • giftig,
  • reizend,
  • umwelt- sowie gesundheitsschädigend.

Ist dies der Fall, solltet ihr sicherstellen, dass diese Gefahrstoffe nicht für Kinder erreichbar sind und in einem abschließbaren Schrank aufbewahrt werden. Dabei ist natürlich zusätzlich darauf zu achten, dass jeder Gefahrstoff auf seine eigene Art aufbewahrt werden muss.

Ganz ähnlich ist es mit gefährlichem Werkzeug, wie zum Beispiel Sägen oder Messern. Auch diese müssen stets in einem abgeschlossenen Fach aufbewahrt werden. Sie dürfen niemals unbeaufsichtigt herumliegen – gerade wenn sich Kinder im Haushalt befinden.

Die Werkbank

Die Werkbank ist der zentrale Ort einer jeden Werkstatt. Denn an dieser wird geschraubt, gesägt und gebastelt. Aus diesem Grund solltet ihr als Handwerker darauf achten, dass die Werkbank eure Ansprüche erfüllt und ein ökonomisches Handwerken möglich ist.

Das bedeutet, eure Werkbank sollte für eure Arbeit ausreichend breit und lang sein. Außerdem muss sie euch ein aufrechtes Arbeiten ermöglichen. Im besten Fall verfügt ihr in eurer heimischen Werkstatt über eine höhenverstellbare Werkbank.

10 Tipps zum Planen der eigenen Werkstatt im Haus

Wenn ihr davon träumt, eure Leidenschaft fürs Basteln, Reparieren oder Kreieren in eurem eigenen Zuhause auszuleben, ist eine gut geplante Werkstatt der Schlüssel zum Erfolg. Egal, ob ihr einen speziellen Raum im Haus umgestalten oder den Keller in eine kreative Oase verwandeln wollt, die richtige Planung kann den Unterschied zwischen Chaos und effizientem Vergnügen ausmachen.

Hier sind zehn wertvolle Tipps, die euch dabei helfen sollen, euren Arbeitsraum so zu gestalten, dass er nicht nur eure Bedürfnisse erfüllt, sondern auch zu einem Ort wird, an dem ihr gerne Zeit verbringt.

1. Zweckbestimmung der Werkstatt

Definiert klar, welche Projekte ihr hauptsächlich in der Werkstatt durchführen wollt (z. B. Holzarbeiten, Autoreparaturen, Malerei, etc.), um den Raum entsprechend auszurichten und zu gestalten.

2. Raumgröße und Layout

Wählt einen Raum, der groß genug ist, um eure Werkzeuge und Arbeitsflächen bequem unterzubringen, sowie zukünftige Erweiterungen zu ermöglichen. Überlegt auch, wie ihr die Werkzeuge und Arbeitsbereiche anordnen wollt, um einen effizienten Arbeitsablauf zu gewährleisten.

3. Stromversorgung und Beleuchtung

Sorgt für ausreichend Steckdosen und eine gute Beleuchtung. LED-Leuchten sind energieeffizient und bieten eine ausgezeichnete Arbeitsbeleuchtung. Überlegt, ob ihr 220-Volt-Steckdosen für größere Maschinen benötigt.

4. Belüftung und Staubmanagement

Eine gute Belüftung ist essentiell, besonders wenn ihr mit Chemikalien oder Materialien arbeitet, die Dämpfe oder Staub erzeugen. Betrachtet den Einbau von Staubabsauganlagen oder Luftfiltern.

5. Lagerung und Organisation

Plant ausreichend Stauraum für Werkzeuge, Materialien und Projekte. Regale, Schränke und Werkzeugwände helfen euch, den Überblick zu behalten und den Arbeitsbereich frei zu halten.

6. Sicherheit

Achtet auf Sicherheitsaspekte wie Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Kasten, gute Beleuchtung, rutschfeste Böden und ordnungsgemäße Lagerung von gefährlichen Materialien.

7. Schalldämmung

Wenn ihr laute Maschinen nutzt, solltet ihr in eine gute Schalldämmung investieren, um den Rest des Hauses und eure Nachbarn nicht zu stören. Lest passend hierzu auch unseren Beitrag zum richtigen Schallschutz.

8. Bodenbelag

Wählt einen robusten, leicht zu reinigenden Bodenbelag. Epoxidharzböden sind zum Beispiel widerstandsfähig gegen Flecken und leicht zu säubern.

9. Anpassungsfähigkeit

Plant eure Werkstatt so, dass sie leicht an veränderte Bedürfnisse angepasst werden kann. Modular aufgebaute Arbeitsbereiche und mobile Werkbänke sind flexibel einsetzbar.

10. Klimakontrolle

Abhängig von eurem Standort und den Projekten könnte es notwendig sein, Heizung oder Klimatisierung zu berücksichtigen, um eine angenehme Arbeitsumgebung ganzjährig zu gewährleisten.

Auf dem Weg zur eigenen Werkstatt

Wer in seinem Eigenheim seine eigene Werkstatt einrichten möchte, hat einige Faktoren zu beachten, wie ihr sicher nach dem Lesen dieses Artikels selbst gemerkt habt. Es geht in erster Linie darum, dass der Raum eurer Werkstatt über genügend Platz verfügt, damit ihr unbeschwert werkeln und basteln könnt.

Für den Anfang reicht hierzu meist ein Teil des Kellers oder der Garage vollkommen aus. Sollten jedoch irgendwann schwere und große Maschinen hinzukommen, ist es ratsam, einen separaten Raum für die Werkstatt zu errichten oder gegebenenfalls zu mieten.

In diesem Sinne wünschen wir euch viel Spaß und Erfolg bei der Einrichtung eurer heimischen Werkstatt!

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Titelbild: © astrosystem | stock.adobe.com – Bilder im Text: Erstellt mit OpenAI’s DALL·E

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