Planungs- und Gestaltungstipps für das perfekte Schlafzimmer

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Nach aktuellen Studien schlafen wir täglich zwischen sechs und acht Stunden. Wir verbringen somit ein Viertel bis ein Drittel der Tageszeit im Schlafzimmer. Grund genug, um fürs Eigenheim das möglichst perfekte Schlafzimmer zu planen.  

Der Begriff Schlafzimmer, alternativ Schlafstube oder regional Schlafkammer genannt, bezieht sich im allgemeinen Sprachgebrauch auf das sogenannte Elternschlafzimmer – mit Größe, Ausstattung und Einrichtung für zwei erwachsene Personen.

Die heutige Abtrennung des Schlafzimmers von anderen Wohn- und Nutzräumen im Haus oder in der Wohnung ist in der westlichen Welt und in Deutschland – historisch betrachtet – relativ neu. Seit den 1950er-Jahren und später gehört das Schlafzimmer als eigener sowie verschließbarer Raum zum Wohnstandard.

Vom Grundsatz her wird das Schlafzimmer ausschließlich zur Nachtruhe sowie für Ruhephasen am Tage genutzt. Seit einigen Jahren ist die Wohnraumknappheit in Großstädten und Ballungsgebieten ein Anlass zur Mehrfachnutzung des Schlafzimmers, zum Beispiel auch als Schreibecke, Homeoffice oder Rückzugsraum.

Die Planungsphase des Eigenheims – ausreichend Zeit nehmen

Das Deutsche Institut für Normung bietet mit seinen Regelwerken DIN 18011 und 18022 Richtgrößen für den – sozialen – Wohnungsbau. Sie sind für den Bauherren und das perfekte Schlafzimmer ein Anhaltspunkt – nicht mehr und nicht weniger.

Innerhalb der Raumliste für das Eigenheim folgt in der Priorität das Schlafzimmer unmittelbar nach dem Wohnzimmer mitsamt Essbereich und der Küche. Als Planungshilfe werden die DIN-Richtgrößen großzügig bis individuell ausgelegt – immerhin wird ein frei finanziertes Haus gebaut, sprich ohne Zwänge und Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus.

Mit einer lichten Türbreite von mindestens 90 cm sollte schon in der Planungsphase an das perfekte Schlafzimmer mit späterer Barrierefreiheit gedacht werden. Schwellenlose und breite Zugänge für den Rolllator oder Rollstuhl sind hier eine Möglichkeit.

Schlafzimmertrends und Einrichtungsstile zu Beginn der 2020er-Jahre

In der heutigen Zeit werden vom Schlafzimmer die drei Kriterien Gemütlichkeit, Nachhaltigkeit sowie Schlafkomfort erwartet. Nach wie vor ist das Schlafzimmer der persönlichste und intimste Raum im Haus, in der Wohnung oder in dem jeweiligen Stockwerk.

Das Bett mit Kopfteil, die von Material und Interieur her passenden Textilien sowie das Bettgestell aus Holz sind ein unverzichtbares Muss. Naturmaterialien haben oberste Priorität. Für die passende bis stimmungsvolle Beleuchtung sorgen neben den Nachttischlampen eine Stehlampe sowie Stimmungslichter wie Lichterketten. Auf die standardmäßige Decken- oder Hängeleuchte wird zunehmend mehr verzichtet.

Eine Auswahl moderner Einrichtungsstile

Boho

Der Boho Stil steht für unkonventionelles Wohnen sowie einen bewusst unperfekten Look. Boho steht für Bohemien als Lebenskünstler oder Intellektuelle aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Shabby Mobiliar wird mit anderen Möbeln kombiniert. Elemente zur Deko und Einrichtung sind Einzelstücke vom Flohmarkt bis zur Antikscheune.

Feng Shui

Hier dominiert die fernöstliche Harmonielehre. Das Schlafzimmer sollte nach Westen ausgerichtet sein. Geht das nicht, dann aber zumindest das Bett. Es darf nicht in dem Energiefluss zwischen Tür und Fenster stehen. Das Bett als Mittelpunkt des Schlafzimmers muss beidseitig zugänglich sowie mit Kopf- oder Fußende an einer tragenden Wand platziert sein. Für den Einrichtungsstil selbst gibt es keine Vorgaben.

Maritim

Vorherrschende Materialien der Schlafzimmereinrichtung sind Hölzer. Farbakzente sind neben Weiß auch Blau und Rot, gekonnt abgesetzt mit sanften Pastelltönen. Weiße Gardinen korrespondieren mit den blauweiß gestreiften Betttextilien. Passende Deko-Elemente sind Treibholzstücke, Glasflaschen oder Taue in unterschiedlicher Stärke. Die Wand schmücken aufgestickte Leuchttürme, Buddelschiff und Kompass.

Modern

Beim modernen Schlafzimmerstil dominieren Eigenschaften wie einfach, klar und schlicht, glatte Linien sowie Flächen zusammen mit hell-dezenten Farben. Der große, zimmerhohe Wandschrank mit Schiebetüren ist optimal raumsparend. Weiteres Mobiliar wird auf das absolut Notwendige begrenzt. So wirkt das Schlafzimmer optisch größer als es ist – es bietet buchstäblich viel Luft zum Atmen.

Romantisch

Für die gewünschte Romantik und Verspieltheit sorgen Mahagoniholz, fließende Formen sowie warme Farben in zartrosa und grünen Farbtönen. Der Mix von Shabby Chic mit beispielsweise französischem Stuck nebst barocken Goldverzierungen sorgt für Schlafzimmer-Romantik pur. Samt, Organza zusammen mit goldenen Intarsien machen das Schlafzimmer zu einem regelrechten Kuschelparadies.

Skandinavisch

Der Stil ist geprägt durch das typisch schwedische Holzhaus oder das dänische Ferienhaus am Strand. Die klassischen Farben sind Weiß und ein klares Hellblau zusammen mit dem typischen Dalarna-Rot aus Mittelschweden – abgesetzt mit warmen, hellen Naturhölzern sowie schlichten Textilien wie Leinen oder Jute. Das Mobiliar auf dünnen Holzbeinen mit abgerundeten Ecken sorgt für einen optisch leichten Look.

Anforderungen an das perfekte Schlafzimmer

Größe

Das zeitgemäß perfekte Schlafzimmer – für zwei – hat eine Mindestgröße von 15 bis 16 m². Großzügig ist es ab einer Grundfläche von 20 m². Für den Kleiderschrank als das größte Möbelstück im Raum sollte eine gerade Wand ab drei Metern Länge geplant werden. Für das zusätzliche Ankleidezimmer werden weitere sechs bis acht m² benötigt. Ab 12 m² gilt das Schlafzimmer als ausgesprochen klein, ab 16 m² als mittelgroß und ab 25 m² als groß.

Lage

Bei der Neubauplanung sollte das Schlafzimmer im ruhigsten Teil des Hauses seinen Platz bekommen – idealerweise im ersten Obergeschoss. Beste Himmelsausrichtung ist die nach Osten – der Schlafende kann sich so durch die Morgensonne wecken lassen. Eine Alternative ist die Ausrichtung nach Norden, quasi ohne Sonnenlicht. Die Lage zur Straße hin sollte schon bei der Planung vermieden werden, unabhängig von Erd- oder Obergeschoss.

Raumklima

Die standardmäßig vorgesehene Schlafzimmertemperatur liegt zwischen 16 und 19 Grad Celsius – gleichzeitig auch als Schlaftemperatur. Der Raum selbst sollte abgedunkelt und durchgängig gut gelüftet sein. Stoßlüften oder eine gute Lüftungsanlage bieten sich hierfür bestens an.

Ein zu kaltes Raumklima verursacht dauerhafte Muskelanspannungen. Ist es zu warm, leidet der Schlaf unter dem Schwitzen.

Ausstattung und Einrichtung für das perfekte Schlafzimmer

Bett zum Schlafen und Ruhen

Im Mittelpunkt des Schlafzimmers steht das Doppelbett. Damit es beidseitig begehbar ist, wird es zentriert platziert. Das Kopfteil ist zu einer der Schlafzimmerwände hin ausgerichtet. Links und rechts flankieren die Nachttische mit Nachttischlampe und Ablagefläche die jeweilige Betthälfte. Das Bett besteht aus den drei Komponenten Gestell, Lattenrost und Matratze.

Bodenbelag

Wohngesunde, fußwarme sowie leise Bodenbeläge auch zum Barfußlaufen sind Kork, Parkett und Teppich. Fliesen- oder Kachelboden ist ohne einen Teppichbelag zu kalt und auch zu unpersönlich. Der Vollholzboden ist, abhängig von der Verarbeitung des Fußbodens, schadstofffrei, wovon unter anderem Allergiker profitieren. Teppichboden ist deutlich trittleiser und geräuschärmer als Hartboden.

Boudoir – Tisch, Stuhl und Spiegel

Aus dem einstigen französischen Ankleidezimmer, dem Boudoir wird im heimischen Schlafzimmer das Boudoir mit Tisch, Konsole oder Kommode samt Spiegel. Es ist der – oftmals einzige – intime Rückzugsort der Frau im Hause mit Platz zum Wohnen und Sein gleichermaßen. Das Boudoir ist ein Eyecatcher und gleichzeitig unverzichtbares Möbel im Schlafzimmer.

Kleiderständer

Bei ausreichend vorhandener Stellfläche bietet sich für Straßenkleidung oder zum Kleidungslüften ein mobiler Kleiderständer an. Mit seinen Haken eignet er sich zum Aufhängen von Kleidungsstücken, Handtasche und weiteren Accessoires. Als frei stehendes Möbelstück sollte er leicht und gut transportabel sein.

Kleiderschrank

Abhängig von den Raummaßen ist er das mit Abstand größte Möbelstück im Schlafzimmer. Seine Innenausstattung ist für liegende und hängende Bekleidungsstücke mit Kleiderstange, Fächern, Regalen und Schüben vorgesehen.

Nach den Vorgaben der Deutschen Möbelindustrie sollte der Zweier-Kleiderschrank ab zwei Meter lang, zwei Meter hoch und 60 bis 70 cm tief sein. Frei stehende Kleiderschränke werden im Möbelhandel angeboten, der Einbau-Kleiderschrank seinerseits individuell angepasst.

Nachttisch mit Equipment

Nachttischleuchte und Nachttisch sind wie ein Junktim. Er ist gleichzeitig die Ablage für persönliche Utensilien – von der Nachtlektüre über die Lesebrille bis zu Salbe und Tabletten. Die Leselampe auf dem Nachttisch muss mit viel Flexibilität den Aufenthalt im Bett optimal ausleuchten.

Sitzgelegenheit

Zusätzlich zum Stuhl am Boudoir wird eine zweite Sitzgelegenheit benötigt, sprich ein gemütlicher Polsterstuhl als Schlafzimmerstuhl. Er dient sowohl zum Sitzen als auch zur vorübergehenden Kleiderablage.

Schlafzimmer planen mit Ambiente, Flair und Interieur

Beleuchtung

Schlafzimmerlampen sind einerseits Lichtquelle und andererseits ein Stimmungserzeuger im Raum. Zum Einsatz kommen hier zum Beispiel Decken-, Hänge-, Pendel-, Wandleuchte, Deckenfluter, Einbaustrahler. Das Hintergrundlicht sollte überwiegend dimmbar sein.

Betttextilien

Sie gelten seit jeher als besonderer Luxus im Schlafzimmer. Das frisch bezogene Bett ist ein immer wieder attraktiver Look. Gleichzeitig ist es eine Wohltat, in frischer und hochwertiger Bettwäsche mit Laken, Zudeckbett nebst Kopfkissen zu schlafen.

Fenstervorhang

Im Dunkeln zu schlafen erfordert neben Außen- beziehungsweise Innenrollo ein zusätzliches Fensterbehängen mit Gardine und Vorhang. Für das Schlafzimmer bieten sich zur ausgleichenden Raumwirkung neutrale Farbtöne wie sanftes Blau, Grün, Rosa bis hin zu gedecktem Weiß an.

Raumfarbe

Sie sollte auf Textilien wie Fensterbehang, Bettbezüge und Bettdecke abgestimmt sein – oder umgekehrt. Wandfarben wie Blau und Rosa, Grün oder Indigo wirken bewiesenermaßen beruhigend und schlaffördernd. Braun steht für Natürlichkeit, Wärme und Gemütlichkeit, Grün für Ruhe sowie Entspannung und Blau für Harmonie.

No-Gos beim Schlafzimmer planen

  • Auslegware und Staubfänger sind der ideale Lebensraum für Schädlinge wie Hausstaubmilben
  • elektronische Geräte verursachen Elektrosmog, der den erholsamen Schlaf regelrecht konterkariert
  • offene Regale sowie kleinteiliges Mobiliar
  • jeglicher Hausrat, der nicht ursächlich zum und ins Schlafzimmer gehört
  • rot ist im Alltagsgebrauch eine Warnfarbe und sollte als Wandfarbe im Schlafzimmer vermieden werden

Erfahrungsaustausch mit Mehrwert zum Schlafzimmer planen

Ihr habt jetzt viel Interessantes und Neues rund um das perfekte Schlafzimmer kennengelernt. Möglicherweise sind zum Schlafzimmer planen noch Fragen offen. Viele unter euch haben langjährige eigene Erfahrungen darin, was beim Schlafzimmer planen alles berücksichtigt werden sollte, könnte oder müsste.

Hinterlasst jetzt einen Kommentar, gebt Ratschläge oder verratet Tipps & Tricks für diejenigen, deren Traum das perfekte Schlafzimmer ist und die jetzt aktuell mit dem Schlafzimmer planen beginnen!

Bildquelle: © Pixel-Shot | stock.adobe.com

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