Rückzugsraum einplanen: Tipps zur Umsetzung beim Neubau

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In der gegenwärtigen Architektur dominieren die offenen Wohnkonzepte. Sie werden von angehenden Bauherren, Eigenheimbesitzern und Architekten gleichermaßen geschätzt. Doch macht es durchaus Sinn, rechtzeitig für persönliche Rückzugsräume zu sorgen und diese schon in die Planung mit einzubeziehen.

Gemeinsam mit den Menschen, die einem am Herzen liegen, zusammenzuwohnen, ist der große Traum vieler Zeitgenossen. Dabei sollte jedoch immer auch bedacht werden, dass diese Gemeinschaft und Nähe zwar sehr schön sein kann, es mitunter aber dann doch vorkommt, dass einem die anderen auf die Nerven gehen (können).

In solchen Fällen braucht ihr unbedingt Ruhe und Rückzugsräume, in denen sich alles nur um einen selbst dreht. Es ist daher nicht nur bei einem offenen Wohnkonzept wichtig, einen Rückzugsraum einzuplanen und dies dem Architekten oder eurem Hausbauunternehmen unbedingt rechtzeitig mitzuteilen.

Was genau sind Rückzugsräume und für wen sind sie gedacht?

Rückzugsräume sind, wie der Name schon sagt, Räumlichkeiten, in denen ihr euch zurückziehen könnt. Zurückziehen bedeutet in diesem Zusammenhang einen Raum zu haben, in dem ihr zur Ruhe kommen und entspannen könnt.

Jeder Rückzugsraum soll folglich auch dazu dienen, Stress abbauen zu können und neue Kraft für den Alltag zu tanken. In erster Linie ist das bei einem stressigen Arbeitsumfeld vonnöten, bei dem nach der Arbeit ein Raum benötigt wird, wo ihr die Beine hochlegen könnt.

Stress kann jedoch auch im privaten Umfeld entstehen und erst recht in der Familie. Wenn beispielsweise die Kinder streiten und laut sind, dürftet ihr euch als Vater oder Mutter auch danach sehnen, einen Raum ganz für euch zu haben, der vor dem Tumult draußen zumindest einige Zeit schützen kann.

Letztendlich gilt es dann auch zu berücksichtigen, dass wir Menschen zwar überaus soziale Wesen sind, die der Gemeinschaft mit anderen Menschen bedürfen, die aber dennoch für ihr eigenes Wohlbefinden hin und wieder eine Auszeit benötigen. Auch wegen dieser Auszeiten sollte ein Rückzugsraum beim Hausbau unbedingt eingeplant werden.

Wie lässt sich so ein Rückzugsraum eigentlich konkret nutzen?

Einen Rückzugsraum einplanen heißt meist noch nicht, schon genau zu wissen, welchen konkreten Zweck er erfüllen soll. Oftmals kristallisiert sich das erst im Laufe der Zeit heraus. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der Raum wie eine Oase sein soll. Es geht darum, einen Ort zu schaffen, an dem ihr euch zurückziehen und ganz zu euch kommen könnt.

Wie der Raum im Detail aussehen soll, bleibt euch überlassen. So lassen sich derartige Räumlichkeiten beispielsweise als Lese- oder Musikraum gestalten. Wen Basteln oder Heimwerken entspannt, sollte seinen Rückzugsraum vielleicht als eine kleine Werkstatt einrichten. Und wer gerne näht oder strikt, schafft sich mit seinem Rückzugsraum am besten ein kleines Atelier, in dem ihr die eigene Kreativität voll entfalten könnt.

Das wichtigste Wort bei der Nutzung und Gestaltung eines Rückzugraums lautet stets „Ich“. Es kommt ganz allein auf euch und eure Bedürfnisse an, also lasst das wilde Treiben außerhalb eurer individuellen Ruheoase.

Einige ganz allgemeine Tipps für Rückzugsräume im Haus

Wenn ihr einen Rückzugsraum einplanen möchtet, solltet ihr euch zunächst einmal darüber klar werden, für was genau er euch dienen soll. Anders ausgedrückt: Ihr solltet unbedingt wissen, was ihr in dem Raum machen möchtet. Das muss noch nicht bis ins kleinste Detail klar sein, jedoch ist es meist hilfreich, wenn schon erste Ideen und Vorstellungen vorhanden sind.

Darauf aufbauend solltet ihr Rückzugsräume aber immer auch als ein Projekt verstehen, das noch am Werden ist. Unabhängig davon gibt es jedoch ein paar wenige grundlegende Regeln, die ihr auf jeden Fall beachten solltet. So ist es zum Beispiel wichtig, dass der Rückzugsraum nicht unbedingt im Zentrum des Hauses liegt, wo meist auch der größte Betrieb und nur wenig Ruhe ist.

Von großer Bedeutung ist darüber hinaus auch, dass der Raum beispielsweise über einen eigenen Wasseranschluss verfügt, dass ihr nicht bei jedem Glas Wasser in die Küche gehen müsst. Bei der Planung gilt es darüber hinaus zu berücksichtigen, dass der Raum nach Möglichkeit über eine eigene Toilette verfügt, die ihr bequem nutzen könnt, ohne durch das ganze Haus laufen zu müssen.

Je nach Zweck der Nutzung sind auf jeden Fall auch mehrere Steckdosen zu empfehlen, über die sich Werkzeuge, ein Fernseher oder auch eine Nähmaschine antreiben lassen. Und noch etwas hat für jeden Rückzugsraum eine große Bedeutung: Wärme. Einen Rückzugsraum einplanen heißt deshalb in jedem Fall auch, dass ihr eine angenehme Wärmequelle bzw. eine Heizung installiert.

Entspannung und zur Ruhe kommen funktioniert in einem warmen, behaglichen Umfeld meist deutlich besser. Damit wären wir dann auch schon beim Thema Gemütlichkeit angelangt. Oberstes Ziel ist es, dass ihr euch in eurem Rückzusgraum wirklich wohl fühlt. Genau darauf sollte auch die Ausgestaltung und die Einrichtung des Raums ausgelegt sein. Achtet hierbei auch auf die Farbgestaltung, denn Farben in Räumen wirken ganz unterschiedlich.

Seht euer Rückzugszimmer einfach als eine Art Höhle, in der ihr sicher seid und euch ganz und gar entspannen könnt. Trotz des Höhlengedankens ist es übrigens sinnvoll, für ausreichend Tageslicht zu sorgen. Ein großes Fenster – vielleicht sogar ein Sitzfenster – ist daher unbedingt zu empfehlen, um durch die Helligkeit euer allgemeines Wohlbefinden zu steigern. .

Fazit: Einen Rückzugsraum einplanen bedeutet an die Zukunft zu denken

Rückzugsräume in einem Haus haben in nahezu jedem Lebensalter ihre Bedeutung. Es kann jedoch sein, dass ihr im Moment in einer Lebensphase seid, in der ihr noch gar nicht an einen derartigen Rückzugsraum denkt. Vielleicht habt ihr gerade erst eine Familie gegründet und Nachwuchs bekommen. Eins zu sein mit der Familie erscheint euch in dieser Situation natürlich als das Größte überhaupt.

Dabei solltet ihr jedoch nicht vergessen, dass sich die Zeiten ändern. Jetzt einen Rückzugsraum einplanen bedeutet deshalb auch an die Zukunft zu denken. Kleine Kinder, die heute womöglich noch ruhig miteinander spielen, entwickeln sich vielleicht schon in wenigen Jahren zu tobenden „Monstern“, die euch in stressigen Zeiten den letzten Nerv rauben können. Da wünscht ihr euch mitunter dann tatsächlich einen Raum, in den ihr euch zurückziehen und neue Kraft tanken könnt.

Ganz ähnlich verhält es sich, wenn die Belastung und der Stress am Arbeitsplatz steigen – also bei der Hausplanung den Rückzugsraum am besten direkt einplanen. Nutzt ihn alternativ auch gerne als Bastel-, Lese- oder vielleicht sogar Gästezimmer. Bei der Gestaltung sind euch keine Grenzen gesetzt.

Bildquelle: © Africa Studio | stock.adobe.com

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