Bei all den Versicherungen, die für den Hausbau benötigt werden, den Überblick zu behalten, ist fast schon ein Kunstwerk. Wer jedoch auf die Energiegewinnung durch eine Photovoltaik-Anlage setzt, der kommt um eine Photovoltaikversicherung nicht herum. Wir erläutern Ihnen, warum diese so wichtig ist und welche Bereiche sie abdecken sollte.

Erneuerbare Energien liegen im Trend. Nicht nur bei Neubauten, sondern auch im Rahmen der Modernisierung von Bestandsimmobilen. Besonders beliebt sind dabei Photovoltaik-Anlagen. Das zeigen auch aktuelle Statistiken, schließlich werden bereits sieben Prozent des Stromverbrauchs durch Solarenergie abgedeckt.

Für Hausbauer sind PV-Anlagen ein lukratives Geschäft, da durch die Installation der Strom nicht nur für den eigenen Gebrauch produziert wird. Bei einem Überschuss kann er in das öffentliche Netz eingespeist werden, was zu zusätzlichen Einnahmen führt.

Weitere Hintergrundinformationen zur Photovoltaik-Anlage können Sie in unserem Beitrag „Die Photovoltaik-Anlage – das müssen Sie wissen“ nachlesen, da wir uns im Folgenden primär mit der Photovoltaikversicherung beschäftigen.

Das spricht für die Photovoltaikversicherung

Eine Photovoltaik-Anlage ist ein technisch komplexes Konstrukt, das auf Grund seiner freien Lage anfällig für Schäden ist. Diese können zum Beispiel durch Tiere, ein Gewitter oder puren Vandalismus entstehen, was hohe Kosten für das beschädigte Material oder die Reparatur zur Folge hat.

Auch bei Kriminellen erfreut sich die Photovoltaik-Anlage an großer Beliebtheit, da die Einzelteile sehr kostspielig sind. Mit einer Photovoltaikversicherung können Sie den entstandenen Schaden zwar nicht rückgängig machen, allerdings bleiben Sie nicht auf den verursachten Kosten sitzen.

Oftmals kommt die Versicherung sogar mit einer Entschädigung für den Ausfall der Anlage auf. Dies ist auch der Fall, wenn sich die Behebung des Schadens über mehrere Monate zieht. Der Zeitraum ist jedoch abhängig von Ihrem jeweiligen Anbieter, beträgt normalerweise aber bis zu zwölf Monate.

Versichert ist in der Regel die komplette PV-Anlage. Dazu zählen unter anderem die einzelnen Solarmodule, der Wechseltrichter, die Überspannungsschutzeinrichtung sowie die Verkabelungen. Die Höhe der Kosten für die Photovoltaikversicherung bestimmt sich nach der Größe der Anlage, der Art der Gebäudenutzung (Landwirtschaft, Wohngebäude, Gewerbegebäude), dem Standort (Dachanlage, Freifläche) und dem Ausschluss von Risiken.

Der Umfang der Photovoltaikversicherung

Wie bereits erwähnt, trägt der Anbieter einer Photovoltaikversicherung für gewöhnlich die Kosten für eine Reparatur, die beschädigten Materialien sowie den Ertragsausfall durch die Einspeisung ins öffentliche Netz. Verschleißteile sind bei den meisten Versicherungen jedoch ausgenommen.

Da der Versicherungsumfang je nach Anbieter unterschiedlich ist, haben wir Ihnen aufgelistet, für welche Schäden und Gefahren Sie abgesichert sein sollten:

➩ Diebstahl
➩ Sachbeschädigung
➩ Kurzschluss
➩ Induktion
➩ Überspannung
➩ Feuer
➩ Schneelast
➩ Blitzschlag
➩ Sturm
➩ Hagel
➩ Wasser und Feuchtigkeit
➩ Aufprall eines Luftkörpers
➩ Materialfehler
➩ Bedienungsfehler
➩ Erdbeben
➩ Tierbisse
➩ Fahrlässigkeit

Anhand der Gefahrenpotenziale wird deutlich, wie schnell eine Photovoltaik-Anlage auszufallen droht. Falls Sie noch immer mit dem Gedanken spielen, keine Photovoltaikversicherung abzuschließen, sollten Ihre letzten Zweifel mit der Aufzählung der obigen Punkte und den damit verbundenen Kosten beseitigt worden sein.

Hilfreiche Tipps für den Abschluss der Versicherung

Einen Gedanken daran verschwenden, voll und ganz auf Ihre Hausratversicherung zu bauen, sollten Sie ebenfalls nicht. Diese wird Ihnen im Ernstfall wenig weiterhelfen. Informieren Sie sich lieber frühzeitig über die Photovoltaikversicherung, zu der Ihnen im Idealfall Ihr Fertighausanbieter nähere Informationen geben kann.

Kümmern Sie sich vor der Bauphase um den Abschluss der Versicherung, da es bereits bei der Installation zu Schäden oder Diebstählen kommen kann. Bei einem verspäteten Abschluss bleiben Sie schlimmstenfalls komplett auf den Kosten sitzen.

Prüfen Sie vorab, ob die Photovoltaikversicherung nicht bereits als Zusatzbaustein Ihrer Wohngebäudepolice eingebunden ist. Beachten Sie aber auch, dass eine spezielle Versicherung für Ihre Photovoltaik-Anlage meist umfangreicher ist und mehrere Bereiche abdeckt.

Haben Sie mehrere Versicherungsanbieter zur Auswahl, dann vergleichen Sie den Versicherungsumfang Ihrer Favoriten. Welche Versicherung deckt mehr Schäden ab? Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis? Zögern Sie nicht und konfrontieren Sie den jeweiligen Anbieter mit Ihren offenen Fragen.

Sofern Sie die geplante Photovoltaik-Anlage als Gewerbetreibender unterhalten wollen, besteht die Möglichkeit, die Versicherungsbeiträge steuerlich abzusetzen. Ein Aspekt, den Sie bei der Anschaffung definitiv in Erwägung ziehen sollten.

Zusätzlich zur Photovoltaikversicherung kann es sich lohnen, eine zusätzliche Betreiber-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese tritt in Kraft, sobald ein Schaden durch Ihre installierte Anlage gegenüber Dritten verursacht wird. Ein Beispiel hierfür ist ein herabfallendes Teil Ihrer PV-Anlage, das eine Person verletzt. Oftmals kann die Haftpflichtversicherung mit dem Abschluss einer Photovoltaikversicherung kombiniert werden.

Ihr Fertighausanbieter weiß Bescheid

Haben Sie sich für den Einsatz einer Photovoltaik-Anlage entschieden und möchten Sie dadurch auf erneuerbare Energien zurückgreifen, dann gratulieren wir Ihnen zu diesem Entschluss. Wir hoffen auch, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag deutlich gemacht haben, wie schnell ein Schaden entstehen kann und welch große Rolle die richtige Versicherung spielt.

Ihr Fertighausanbieter wird Sie, wenn es um das Thema Solarenergie und die Installation einer PV-Anlage geht, auf die Möglichkeiten einer relevanten Versicherung hinweisen. Einen Schaden wünschen wir Ihnen natürlich nicht, allerdings ist es manchmal einfach besser, für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Bildquelle: skeeze | unsplash.com

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