Ein- und Zweifamilienhaus: Was ist was und welche Vorteile hat jede Bauart?

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Ob es ein Ein- oder Zweifamilienhaus werden soll, hängt nicht nur vom Budget oder der aktuellen Familienplanung ab. Beide Hausvarianten haben ihre Vor- und Nachteile, die individuell ausgelegt werden können. Außerdem gibt es verschiedene Bauarten. Ein Bungalow kann sowohl Ein- als auch Zweifamilienhaus sein, das gilt auch für die Villa oder das Reihenhaus.

Was ist ein Einfamilienhaus?

Das Einfamilienhaus kann frei stehen, es kann ein Reihenhaus sein oder als Gartenhofhaus ausgebaut werden. Sogar ein Haus mit Einliegerwohnung zählt üblicherweise als Einfamilienhaus. Meist wird solch ein Haus vom Eigentümer selbst bewohnt, allerdings kann es natürlich auch vermietet werden.

Oft ist es eingeschossig wie ein Bungalow gebaut. Viele Einfamilienhäuser sind jedoch mit zwei oder mehr Geschossen versehen. Das wichtigste Merkmal ist aber, dass es sich um ein Gebäude für eine Familie handelt. Natürlich muss hier keine Familie im klassischen Sinne mit Vater, Mutter und Kind darin wohnen.

Besonders wichtig: Das Einfamilienhaus ist für das dauerhafte Bewohnen gedacht. Daher fallen Ferien- und Wochenendhäuser aus dieser Definition heraus. Das Einfamilienhaus kennt verschiedene Baustile wie den Bungalow, die Villa, das Stadthaus, das Schwedenhaus oder das Fachwerkhaus.

Was ist ein Zweifamilienhaus?

Zu einem Zweifamilienhaus gehören dem Namen nach zwei Wohneinheiten. Die Definition als Zweifamilienhaus ist aber nur richtig, wenn im Einzelfall beide Wohneinheiten baulich strikt voneinander getrennt sind. Jede Wohneinheit muss über die üblichen Wohnräume wie Wohn- und Schlafzimmer, Bad und Toilette, Koch- und Waschgelegenheit verfügen.

Ein eigener Zugang zu jeder Einheit ist nicht zwingend vorgeschrieben. Die Räume des jeweiligen Teils müssen aber eine Einheit bilden. Jede Wohneinheit muss damit für sich eigenständig nutzbar sein.

Das Platzangebot in einem Zweifamilienhaus reicht in der Regel für zwei Familien. Oft sind hier Ober- und Untergeschoss voneinander getrennt, sodass jede Familie eine eigene Etage benutzt. Möglich wird das zum Beispiel durch einen gemeinsamen Hauseingang, der wiederum in ein gemeinsames Treppenhaus führt. Von dort aus hat jede Wohneinheit einen eigenen Zugang. Möglich ist auch, dass ein eigener Treppenaufgang für jedes Geschoss vorhanden ist.

Der Unterschied zwischen einem Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung und einem Zweifamilienhaus liegt darin, dass in einem Zweifamilienhaus in der Regel zwei komplett gleichwertige Wohnungen vorhanden sind. Eine Einliegerwohnung ist hier nachrangig zu betrachten und damit kleiner bzw. geringwertiger ausgestattet als die Hauptwohnung.

Was ist der Unterschied zwischen dem Ein- und Zweifamilienhaus?

In der Regel ist das Zweifamilienhaus deutlich größer als das Einfamilienhaus, sollen doch hier zwei Familien ausreichend Platz finden. Gleichzeitig ist bei einem Zweifamilienhaus oft das Grundstück kleiner, denn es wird zwischen beiden Parteien aufgeteilt. Angesichts der stetig steigenden Preise für Bauland ist das ein nicht zu verachtendes Merkmal. Durchschnittlich werden Einfamilienhäuser auf 450 m² Grund gebaut, eine Doppelhaushälfte kommt auf ca. 330 m² Grund.

Das Zweifamilienhaus ist unter dem Strich günstiger: Die Investitionskosten in Bauplanung und Erschließung sind die gleichen wie bei einem Einfamilienhaus, doch letzten Endes finden hier zwei Familien Platz. Bei der Planung des Materialbedarfs findet dieser Aspekt allerdings keine Berücksichtigung, denn das Material wird für das Zweifamilienhaus in doppelter Menge gegenüber dem Einfamilienhaus benötigt.

Die größten Unterschiede zwischen Ein- und Zweifamilienhaus liegen also in der Flächenersparnis, die sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn ohnehin für zwei Familien gebaut werden sollte (zum Beispiel für Kinder und Eltern) und in der Größe.

Naturgemäß wird das Zweifamilienhaus mehr Wohnfläche aufweisen als das Einfamilienhaus, zumindest, wenn von durchschnittlichen Größen ausgegangen wird. Allerdings ist es natürlich auch möglich, eine Wohnung etwas kleiner ausfallen zu lassen, doch der Grundanspruch der Ebenbürtigkeit muss erhalten bleiben.

Was sind die Vor- und Nachteile von Ein- und Zweifamilienhaus?

Das Einfamilienhaus zeichnet sich dadurch aus, dass es eine hohe Flexibilität in Bezug auf die Gestaltung aufweist. Berücksichtigt werden müssen hier vor allem städtebauliche Vorgaben, ansonsten ist der Bauherr in seinen Ideen frei.

Preislich gesehen ist das Einfamilienhaus natürlich günstiger, denn der Materialverbrauch ist nur halb so groß wie bei einem Mehr- oder Zweifamilienhaus. Dennoch kann das Einfamilienhaus genügend Platz bieten, wenn eine Einliegerwohnung angebaut wird. Es lässt sich leichter vermieten, denn in der Regel gehen Einfamilienhäuser auf dem Immobilienmarkt besser weg als Zweifamilienhäuser.

Und noch ein Vorteil sei an dieser Stelle genannt: Das Einfamilienhaus ermöglicht ein ungestörtes Wohnen. Hier lebt niemand mit unter diesem Dach, der sich gestört fühlen könnte oder Gründe findet, um mit seinem Mitbewohner zu streiten.

Auch in Bezug auf die Gestaltung der Türen und Fenster hat der Bauherr nahezu freie Hand, dazu kann er den Garten nach seinem Gutdünken gestalten. Bei Zweifamilienhäusern ist hier eine gewisse Abstimmung nötig.

Dennoch hat auch das Einfamilienhaus durchaus Nachteile. So ist es zum Beispiel nicht möglich, dass mehrere Generationen unter einem Dach wohnen. Eltern und ihre Kinder leben hier, bis der Nachwuchs dem Schulalter entwachsen ist und wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen kann.

Durch den Anbau einer Einliegerwohnung kann dieses Problem aber umgangen werden. Außerdem ist das Einfamilienhaus im Bau vergleichsweise teuer und nur in der Standardvariante erschwinglich. Villen oder hochwertige Bungalows kosten oft weit über 400.000 Euro und sind damit für den Durchschnittsverdiener fast unbezahlbar.

Doch natürlich weiß auch das Zweifamilienhaus zu punkten. Hier können mehrere Generationen unter einem Dach wohnen und jede Familie genießt genügend Platz. Das Familienleben findet wie früher in der Großfamilie statt, denn es leben mindestens drei Generationen unter einem Dach bzw. können hier leben.

Wer nicht mit der Familie zusammenleben möchte, kann die zweite Haushälfte eventuell vermieten und erzielt damit ein festes Einkommen durch die monatliche Miete. Und noch ein Aspekt, der als Vorteil auf die Kosten abzielt: Die Gebühren für den Schornsteinfeger, die Grundsteuern und weitere Kosten können zwischen beiden Parteien aufgeteilt werden und belasten damit nicht nur das Haushaltsbudget einer Familie.

Als nachteilig erweist sich das geringere Maß an Privatsphäre. Durch eine gute Dämmung kann zumindest die Lärmbelastung im Haus reduziert werden, sodass sich niemand durch Tritte, Kindergeschrei oder das Spielen von Instrumenten belästigt fühlen muss. Außerdem müssen Kompromisse bei der Gestaltung eingegangen werden, denn um ein harmonisches Miteinander zu erreichen, sind bei vielen Punkten Absprachen nötig.

Darüber hinaus sind die Kosten nicht zu vergessen: Die Errichtung eines Zweifamilienhauses kostet deutlich mehr als der Bau eines Einfamilienhauses, was durchaus zu Problemen bei einer nötigen Kreditvergabe führen kann. Allerdings ist es möglich, durch das Teilen der Kosten auf beide Wohneinheiten die Belastung für jeden Einzelnen zu senken.

Für wen lohnt sich welche Art von Haus?

Als Generationenhaus bietet sich das Zweifamilienhaus an. Es bietet ausreichend Platz für zwei Familien und lässt beiden dennoch ihren Freiraum. Ein solches Haus ist vor allem für berufstätige Eltern hilfreich, die ihre Kleinen in sicherer Obhut der Großeltern wissen wollen.

Auch für den Fall, dass die Eltern schon älter sind und Pflege brauchen, ist ein Zweifamilienhaus ideal. So kann der Auszug in ein Alten- oder Pflegeheim oft noch lange Zeit hinausgezögert werden. Zweifamilienhäuser sind damit die ideale Lösung für alle, die in großer Runde zusammenleben und dabei Geld sparen wollen. Um das Wohneigentum selbst zu nutzen und dennoch Mieteinnahmen zu erzielen, kommt ebenfalls ein Zweifamilienhaus in Betracht.

Das Einfamilienhaus hingegen ist optimal für alle, die Wert auf ein Höchstmaß an Individualität, Flexibilität und Eigenständigkeit legen. Paare oder Eltern mit Kind wohnen hier ideal. Eine angeschlossene Einliegerwohnung ist eine gute Lösung, wenn beispielsweise ein Kindermädchen mit einziehen oder ein separater Bereich für Gäste vorhanden sein soll.

Die Einliegerwohnung kann bei Bedarf auch vermietet werden. Ist das Budget für den Hausbau eingeschränkt, ist ebenfalls das Einfamilienhaus die bessere Option.

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