Dachdämmung – Materialien, Methoden und weitere nützliche Tipps

Dachdaemmung

Bis zu 30 Prozent der Hauswärme entweicht ungehindert durch ein unzureichend gedämmtes Dach. Daher zählt eine professionelle Dachdämmung im Bereich der Energieeinsparung zu den effektivsten Sanierungsmaßnahmen. Die wichtigsten Fakten in puncto Notwendigkeit, Dämmarten und Materialien lernen Sie in diesem Artikel kennen.

Es gibt eine Reihe von Gründen, die für die Dämmung des Daches sprechen. In erster Linie ist in diesem Zusammenhang die deutliche Einsparung der Heizkosten zu nennen. Wie bereits erwähnt, entweicht durch ein ungedämmtes Dach bis zu ein Drittel der Raumwärme.

Ein Umstand, der vor allem in den eisigen Wintermonaten ein tiefes Loch in die Haushaltskasse reißt. Aber auch bei anderen Wetterlagen wird die fehlende Isolierung zum Problem: Während sich im Herbst Ihr Eigenheim in eine zugige Behausung verwandelt, herrschen in den heißen Sommermonaten tropische Temperaturen im Dachgeschoss.

Unglücklicherweise befinden sich in vielen Eigenheimen die Schlafzimmer genau dort, sodass eine erholsame Nachtruhe nahezu unmöglich wird. Eine fachgerechte Dachdämmung kann dem entgegenwirken, da diese ganzjährig für ein ausgeglichenes Wohnklima sorgt. Dank sinkender Heizkosten amortisieren sich die Ausgaben nach etwa 10 bis 20 Jahren.

Darüber hinaus sprechen weitere Punkte für eine effiziente Dämmung des Daches. Zu ihnen zählen im Wesentlichen:

  • Verbesserung des Brand- und Schallschutzes
  • Lärmisolierung des Hauses
  • verbesserter Feuchtigkeitsschutz, da sich weniger Kondenswasser bildet
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • Klimaschutz

Welche Varianten der Dachdämmung gibt es?

Im Wesentlichen sind hier drei Möglichkeiten zu nennen: die Untersparrendämmung, Zwischensparrendämmung sowie Aufsparrendämmung. Wo die genauen Unterschiede liegen und welche Vorteile die einzelnen Dämmarten bieten, erfahren Sie in den kommenden Abschnitten:

Zwischensparrendämmung

Wie es der Name bereits vermuten lässt, werden bei dieser Methode die Dämmstoffe fürs Dach zwischen den Sparren angebracht. Üblicherweise geschieht dies auf der Innenseite des Hauses. In der Regel kommen hierbei einfach zu verarbeitende Klemmfilze zum Einsatz, welche ohne weitere Befestigung zwischen den Sparren geklemmt werden können.

Um Schimmelbildung zwischen den Dachsparren zu vermeiden, ist es notwendig, unter dem Dämmmaterial (in Richtung Dachboden) eine Dampfbremse zu installieren. Sie verhindert eine erhöhte Kondensation von Wasserdampf und schützt somit die eingesetzten Dämmstoffe vor Feuchtigkeit.

Wer den Dachboden als Wohnraum nutzen möchte, muss im Anschluss daran eine weitere Verkleidung anbringen. Doch bevor Sie sich für diese Variante entscheiden, müssen Sie zuerst die tragenden Dachsparren Ihres Hauses prüfen. Denn diese Dämmart ist nur sinnvoll, wenn die Sparren groß genug sind, um zwischen ihnen genügend Dämmmaterial unterzubringen.

Sollten die Dachsparren nicht die gewünschte Größe aufweisen, ließe sich dieses Problem mithilfe einer Verstärkung der Sparren beheben. Als Materialien für die Zwischensparrendämmung eignen sich insbesondere Rollen, Filze und Matten aus Glaswolle, Holzfasern, Steinwolle, Zellulose, Hanf sowie Schafwolle.

Diese Baustoffe lassen sich relativ einfach auf das benötigte Maß zuschneiden und können somit konturgenau zwischen den jeweiligen Dachsparren angebracht werden. Vor allem Letzteres ist wichtig, da mit einer präzisen Arbeitsweise Wärmebrücken vermieden werden.

Darüber hinaus bietet die Zwischensparrendämmung diverse Vorteile. Insbesondere die niedrigen Kosten, die einfache Handhabung sowie das nachträgliche Anbringen der Dämmung sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Ferner erreicht diese Variante – verglichen mit einer einfachen Untersparrendämmung – eine bessere Dämmwirkung.

Untersparrendämmung

Bei dieser Methode werden die Dämmstoffe fürs Dach unterhalb der Sparren eingesetzt. Wie die Zwischensparrendämmung ist auch diese Variante eine Form der Innendämmung. Sie kommt vor allem bei Sanierungsarbeiten bereits bewohnter Häuser zum Einsatz, deren Sparrenzwischenräume bereits vor Jahren mit einer Wärmedämmschicht gefüllt wurden.

Oftmals reicht jedoch diese Isolierung nicht aus, sodass die ursprüngliche Dämmschicht mit einer Untersparrendämmung erweitert wird. Diese Zusammenstellung bietet zwei wesentliche Vorteile: Zum einen wird die bereits vorhandene Isolierung verbessert beziehungsweise ergänzt, zum anderen werden Wärmebrücken geschlossen.

Die Handhabung ist hierbei recht simpel, da die Dämmstoffe einfach unter den Dachsparren angebracht werden. Bei der Untersparrendämmung kommen vor allem Materialien aus Hartschaum sowie Glas- und Steinwolle zum Einsatz. Im Fachhandel werden diese in Form von Matten oder Platten angeboten.

Diese Produkte bieten den Vorteil, dass sie sich besonders flexibel den räumlichen Gegebenheiten anpassen. Die Dicke des eingesetzten Dämmmaterials hängt hierbei von der Traglattung sowie der Dachstuhlkonstruktion ab. Für gewöhnlich kommen bei einer Untersparrendämmung Stärken von 5 bis 20 Zentimeter zum Einsatz.

Viele Eigenheimbesitzer bevorzugen hierbei die dünneren Dämmmatten beziehungsweise -platten, da diese einen geringeren Wohnraumverlust bedeuten. Allerdings bieten die voluminöseren Produkte eine höhere Wärmedämmung, sodass Sie in diesem Punkt genau das Für und Wider abwägen müssen.

Aufsparrendämmung

Bei dieser Variante werden die Dämmstoffe fürs Dach oberhalb der Sparren befestigt. Diese Dämmart empfiehlt sich vor allem dann, wenn die Sparren außen freiliegen und Sie ohnehin Ihr Dach neu eindecken möchten.

Da diese Alternative oftmals starken Temperaturwechseln ausgesetzt ist, müssen Sie beim Kauf der Dämmstoffe besonders auf die Qualität achten. Auch sollten die Platten dimensionsstabil sein, damit sich im Laufe der Jahre keine Risse bilden.

Darüber hinaus ist es für die Wärmedämmung entscheidend, dass Sie die Platten lückenlos anbringen, sodass Wärmebrücken keine Chance haben. Sobald der Dämmstoff befestigt ist, müssen Sie noch eine zusätzliche Unterfolie als Dampfsperre einsetzen, um das Eindringen von Wasserdampf zu unterbinden.

Als Materialien eignen sich insbesondere Steinwolle und Glaswolle. Aber auch Produkte aus Polystyrol, Polyurethan und Holzfasern werden im Fachhandel angeboten. Die Aufsparrendämmung punktet mit zwei wesentlichen Vorteilen: Zum einen verfügt sie über sehr gute Dämmeigenschaften, zum anderen führt das Anbringen dieser Dachdämmung zu keinerlei Wohnraumverlust.

Allgemeine Tipps zur Dachdämmung

Eine Dachdämmung verändert die Bauphysik des Hauses. Daher sollten Sie diese beim Haus modernisieren niemals voreilig in Eigenregie ausführen. Sinnvoller ist es, wenn Sie sich vorher mit einem Fachbetrieb in Verbindung setzen und sich von diesem beraten lassen.

Insbesondere die Art der Dämmung sowie die Auswahl der Materialien sollten Teil des Beratungsgespräches sein. Darüber hinaus müssen Sie sich ebenfalls mit den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) beschäftigen, da auch eine selbst durchgeführte Dachdämmung den Vorschriften der Verordnung genügen muss.

Fazit: Eine Dachdämmung zählt zu den effizientesten Modernisierungsmaßnahmen. Sie senkt nicht nur merklich die Heizkosten, sondern schont auch unsere Umwelt. Hierbei stehen Ihnen verschiedene Varianten zur Verfügung, über die Ihnen Ihr Fertighaushersteller oder Fachbetrieb nähere Auskünfte gibt.

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