Tiny House Ratgeber: Anforderungen, Vorteile und jede Menge Tipps

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Tiny Houses erfreuen sich weltweit einer immer größeren Beliebtheit. Der folgende Ratgeber beantwortet grundlegende Fragen rund um die kleinen Häuser, die ihr teilweise sogar mit dem Fahrzeug transportieren könnt. Vielleicht bekommt ihr sogar Lust, bald selbst in einem zu wohnen?

Wie kam es zur Tiny-House-Bewegung und wen spricht sie an?

Um die Tiny-House-Bewegung zu verstehen, bietet sich ein kleiner Rückblick in die Geschichte an. In den führenden Industrienationen entwickelte sich in der Nachkriegszeit Wohneigentum zu einem der wichtigsten Statussymbole.

Dass man es geschafft hatte, wollte man nach außen hin zeigen, am liebsten mit einem schönen Einfamilienhaus. Obwohl immer weniger Menschen unter einem Dach wohnten, nahm die durchschnittliche Wohnfläche von westlichen Einfamilienhäusern bis Anfang des 21. Jahrhunderts immer weiter zu.

Finanzkrise als Treiber für das Tiny House

Diese Entwicklung zog beispielsweise in den USA einen wahren Bauboom nach sich, der durch die Finanzkrise ab 2007 jedoch einen herben Dämpfer erfuhr. Freddie Mac und Fannie Mae, die beiden größten Baufinanzierungsunternehmen des Landes, hatten mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen.

Hinzu kam, dass zahlreiche Bauherren in der Wirtschaftskrise nicht mehr fähig waren, ihre Hauskredite zu bedienen. Um irgendwie über die Runden zu kommen und drastisch Kosten zu senken, entschlossen sich viele dazu, in notdürftigen Unterkünften auf Anhängern zu wohnen.

Selbst wenn die Schrecken der Finanzkrise längst der Vergangenheit angehören, hat die Tiny-House-Bewegung mit jedem Jahr weiter an Fahrt gewonnen. Auch heutzutage ist ein Tiny House für Personen mit geringem Einkommen interessant, aber auch Wohlhabende finden immer größeren Gefallen am Minihaus.

Minimalismus und Nachhaltigkeit als Motiv

Einige angehende Bauherren entscheiden sich für ein transportables Häuschen, weil sie einen bewussten Lebensstil favorisieren, der nicht auf den materiellen Besitz ausgerichtet ist. Die Idee dahinter: Wer seine Wohnfläche drastisch reduziert, muss sich von vielen Dingen trennen, die sich in größeren Wohnungen gerne ansammeln. Im Zentrum steht die Einsicht, wie wenig Besitz bereits ausreicht, um ein zufriedenes Leben zu führen.

Neben Minimalisten ziehen Tiny Houses auch viele Menschen an, die möglichst ökologisch wohnen möchten. Immer mehr setzt sich das Bewusstsein durch, wie viele Ressourcen das Bauen verschlingt.

Ein Beispiel: Der globale Bauboom wäre beispielsweise ohne Sand kaum denkbar, der für die Herstellung von Beton benötigt wird. Der enorme Bedarf sorgt dafür, dass immer mehr Strände verschwinden. Doch auch der Verbrauch fossiler Energien ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

Je größer die Wohnfläche ist, desto mehr Energie muss zum Heizen und Beleuchten eingesetzt werden. Mithilfe eines Tiny Houses ist es hingegen ein Leichtes, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, zumal vermehrt mit Holz in der Fertigbauweise gebaut wird.

Viele Beweggründe für den Bau

Die Idee, in kleinen Häusern zu wohnen, ist natürlich älter als die Finanzkrise. Die englische Architektin Sarah Susanka schrieb bereits 1997 ein Buch mit dem paradigmatischen Titel „The Not So Big House – A Blueprint For the Way We Really Live“. In diesem entwickelte sie ihre Überlegungen zu einem neuen Wohnen. Längst haben sie in vielen Ländern Früchte getragen.

Übrigens erfreuen sich Tiny Houses – wie bereits erwähnt – auch in wohlhabenderen Kreisen einer immer größeren Beliebtheit, beispielsweise als kompakte Wochenendhäuser, Ferienhäuser oder Unterkünfte für Gäste.

Wer die Idee ansprechend findet, aber noch zweifelt, hat immer öfter die Möglichkeit, ein Tiny House zu mieten. Eine weitere Option besteht darin, gezielt in einem Tiny House Urlaub zu machen, um einen Kontrapunkt zum stressigen Alltagsleben zu setzen.

Welche Anforderungen an ein Tiny House aus gibt es?

Diese Frage lässt sich aus vielen Gründen nicht pauschal beantworten. Ob ein Bauantrag genehmigt wird, hängt sehr von der Gemeinde oder der Stadt ab, in der das kleine Haus errichtet werden soll. Ein Tiny House steht nicht für sich allein, sondern muss sich hinsichtlich seiner Gestaltung in den Ort einfügen.

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Bildquelle: © Claire Slingerland | stock.adobe.com

Allgemeine Bestimmungen für den Bau eines Tiny Houses

Je nach Bebauungsplan kann das bedeuten, dass das Haus eine bestimmte Dachform, Mindestgrundfläche oder Farbe zu haben hat. Aber auch das Material kann eine große Rolle spielen. Besonders beliebt ist übrigens Holz.

Wer sich für Holz als Baustoff entscheidet, muss in der Regel eine Blitzschutzanlage einplanen und bestimmte Brandschutzauflagen erfüllen. Aber keine Sorge: Ein Haus aus Holz verfügt in der Regel über nahezu perfekte Eigenschaften, um Bränden entgegenzuwirken.

Wichtig ist außerdem, dass das Grundstück erschlossen ist, sodass das Tiny House an das öffentliche Versorgungs-, Entsorgungs- sowie an das Straßennetz angebunden werden kann. Zu den Anforderungen an ein Tiny House gehört alles, was die Landesbauordnung für Bauten vorsieht.

Damit ein Tiny House ganzjährig bewohnbar ist, benötigt es ein Bad und eine Küche, aber auch die Bestimmungen für Treppen, Fenster, Türen und Fluchtwege sind in der Landesbauordnung festgehalten.

Besonderheit: Das mobile Tiny House

Eine gesetzlich verbindliche Größe für Tiny Houses gibt es nicht. Bestimmte Maße lassen sich jedoch aus den diversen Verordnungen und Regelungen ableiten. Wenn ihr mit eurem Tiny House auf einem fahrbaren Unterbau mobil sein wollt, braucht ihr eine Straßenzulassung.

Für diese gelten in Deutschland bestimmte Voraussetzungen. So darf das Gesamtgewicht 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Das Haus selbst darf höchstens 2,55 Meter in der Breite und 4 Meter in der Höhe messen.

Je nach Bauweise variiert die maximale Länge für ein Tiny House zwischen 7 und 12 Metern. Um die Verkehrssicherheit eines rechtlich als Wohnwagen geltenden Tiny Houses sicherzustellen, muss es in regelmäßigen Abständen zur Hauptuntersuchung. Auch eine Wohnwagen- beziehungsweise Anhängerversicherung ist erforderlich.

Der Grundriss ist entscheidend

Die rechtlichen Regelungen sind entscheidend, um den Grundriss für ein Tiny House zu entwickeln. Dieses Vorhaben ist eine echte Herausforderung, denn die geringe Fläche muss ausreichen, um alle erforderlichen Räume mit möglichst wenig Türen unterzubringen.

Grundsätzlich gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten für die Gestaltung eines Grundrisses. Entweder wird alles auf einer Ebene untergebracht, ähnlich wie bei einem Bungalow. Soll ein Tiny House über etwas mehr Platz verfügen, bietet sich eher ein Grundriss mit zwei Ebenen an. Dadurch ergibt sich mehr Wohnraum und sogar Abstellmöglichkeiten. Der Schlafbereich wird dann zum Beispiel oftmals nach oben verlagert.

Was zu beachten ist, wenn man in Deutschland ein Tiny House aufstellen möchte

Zunächst gibt es bei der Planung eine ganz besondere Frage zu beachten: Wo darf man in Deutschland überhaupt ein Tiny House aufstellen?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die kleinen Häuser auf Campingplätzen, auf privaten Baugrundstücken sowie in Wochenendhaus- und Feriengebieten stehen dürfen. Das bedeutet jedoch nicht, dass überall das Gleiche zulässig wäre.

Das Tiny House auf Wochenend- und Campingplätzen

Welcher Haustyp in welcher Größe errichtet werden darf, hängt sehr vom Aufstellort ab. Auch die Anforderungen können variieren. Wochenend- und Campingplätze zählen zu den Sondergebieten, die der Erholung dienen. Die genauen Anforderungen können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Nachlesen könnt ihr sie in der jeweiligen Camping- und Wochenendplatzverordnung (CWVO). Zu den Anforderungen an ein Tiny House gehört in diesen Erholungsgebieten meist eine maximale Höhe von 3,5 Metern. Andere Regelungen kommen zum Tragen, wenn ein Tiny House ganzjährig bewohnbar sein und auf einem privaten Grundstück errichtet werden soll.

Auf vorhandenem Grundstück bauen

Selbst wenn ihr bereits über ein bebautes Grundstück verfügt und ihr darauf zusätzlich ein Tiny House errichten möchtet, um beispielsweise Gäste zu beherbergen, müsst ihr einen Bauantrag stellen. Für Tiny Houses gelten somit die gleichen Regelungen wie für ein ganz gewöhnliches Haus.

Das bedeutet zum Beispiel, dass ihr euch an die Bauvorschriften halten und ein Baugenehmigungsverfahren durchführen müsst. Für den geplanten Stellplatz heißt das, dass er voll erschlossen, sprich über eine verkehrsgerechte Straßenanbindung und Strom verfügen sowie an das Wasser- beziehungsweise Abwassersystem angeschlossen sein muss.

Ein Tiny House soll sich zudem in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen, also in Sachen Bauweise, Größe und Art der Nutzung zur ortsüblichen Bebauung passen. Übrigens gibt es immer mehr Projekte, die genau auf Tiny Houses zugeschnitten sind. In diesen sogenannten Tiny-House-Dörfern ist es natürlich einfacher, die eigenen Ideen umzusetzen.

Wie wichtig ist die Qualität eines Tiny Houses?

Die Qualität eines Tiny Houses sollte auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Da der Markt noch sehr jung ist, gibt es viele Anbieter mit teilweise recht wenig Erfahrung. Mittlerweile teilen sich über 50 Hersteller den deutschen Markt, von denen jedoch nicht jeder als seriös gelten kann.

Unser Tipp: Wählt besonders faire Hausanbieter, die über die nötige Erfahrung beim Hausbau verfügen.

Bevor ihr euch für einen Anbieter entscheidet, ist es deshalb besonders wichtig, Wert auf die entsprechenden Qualifikationen zu legen. Fehlerhafte Wasserleitungen führen zum Beispiel schnell dazu, dass sich Feuchtigkeit in den Räumlichkeiten breitmacht und Schimmel entsteht. Im Idealfall bietet euch der Hersteller an, ein Musterhaus zu besuchen und vielleicht sogar dort probeweise zu wohnen, sodass ihr euch alle Details in aller Ruhe anschauen könnt.

Wer sich für ein Tiny House entscheidet, hat einiges zu beachten, damit es sich möglichst lange bewohnen lässt. Hochwertige Bauweisen und Materialien bilden dazu die solide Grundlage. Wichtig ist aber auch, das Haus regelmäßig zu prüfen, beispielsweise auf undichte Stellen im Dach beziehungsweise in Tanks und Leitungen. Da bereits minimale Schäden die Wohnqualität des gesamten Hauses nachhaltig verschlechtern können, bietet es sich an, selbst kleinste Reparaturen umgehend zu erledigen und nicht aufzuschieben.

Eine nicht zu unterschätzende Belastungsprobe ist der Transport des Tiny Houses, sofern dies für euch überhaupt relevant ist. Daher empfiehlt es sich, es nicht öfter als alle paar Monate zu bewegen – idealerweise in Regionen, deren Wetterbedingungen das Häuschen vor keine allzu großen Herausforderungen stellen.

Wer auf all diese Punkte achtet, kann mehrere Jahrzehnte Freude an seinem Tiny House haben, denn die Qualität der Minihäuser sollte einem gewöhnlichen Haus in nichts nachstehen.

Die Vor- und Nachteile eines Tiny Houses

Vorteile

Wie bereits im ersten Abschnitt angedeutet worden ist, bieten Tiny Houses eine Reihe von Vorzügen, allen voran die geringen Kosten. Diese haben den Vorteil, dass für den Bau nur ein Bruchteil der üblichen Materialien benötigt wird.

Mit einem Tiny House lässt sich jedoch nicht nur viel Geld sparen, sondern auch Zeit. Je kleiner das Haus ist, desto weniger muss geputzt werden und desto schneller ist der Wohnraum wieder aufgeräumt. Das hat den positiven Effekt, dass mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt.

Wer in einem traditionellen Haus gelebt hat, kennt das Problem: Nach einigen Jahren stellt man fest, dass sich allerlei Gegenstände angesammelt haben. Viele davon erfüllen keinerlei Funktion, außer in irgendeinem Karton herumzustehen. Wer in einem Tiny House lebt, kommt nicht mehr in die Situation, seine Räumlichkeiten in gewissen Abständen entrümpeln zu müssen.

Der überschaubare Wohnraum wirkt sich auch auf das Konsumverhalten aus. Nur Dinge, die tatsächlich einen Mehrwert bringen, finden auch in einem Tiny House ihren Platz. Übrigens: Durch dieses Gesundschrumpfen des Hausstandes gehen auch Umzüge viel leichter von der Hand.

Nachteile

Natürlich gibt es auch einige Nachteile, von denen der wohl gravierendste offensichtlich ist: Tiny Houses bieten nur einen sehr begrenzten Raum zum Leben. Zwar stimmt es, dass Bauherren immer kreativer darin werden, den vorhandenen Raum zu nutzen, doch die engen Grenzen bleiben bestehen.

Für allein lebende Bewohner muss das nicht unbedingt ein Problem sein, doch für WGs, Paare und ganze Familien kann es schnell zu einem Stresstest werden, wenn man sich kaum noch aus dem Weg gehen kann. Daher sollte das Umfeld idealerweise viele Möglichkeiten bieten, die Zeit im Freien zu genießen.

Gewöhnungsbedürftig ist für viele sicherlich auch die Toilette in einem Tiny House. Da es oftmals nur wenig Platz gibt, ist es ratsam, sich mit diesem Thema sehr genau zu beschäftigen, so etwa mit der Geruchsentwicklung und wie sie sich minimieren lässt. Am Markt sind unterschiedliche Toiletten erhältlich.

Anders als große Häuser und Grundstücke ist ein Tiny House weniger wertbeständig und für Investments nicht immer relevant. Die Nachfrage lässt noch zu Wünschen übrig, was sich in den kommenden Jahren sicherlich ändern wird.

In vielerlei Hinsicht fallen Tiny Houses nach wie vor in eine Grauzone, weshalb es schwierig sein kann, einen Baukredit zu erhalten. Der Markt für die winzigen Häuser ist noch sehr jung und unübersichtlich. Daher ist es schwierig, den Wert eines Tiny Houses zu bestimmen.

Eine weitere Schwierigkeit, mit der Bewohner von Tiny Houses zu kämpfen haben, ist die noch ziemlich uneinheitliche Rechtslage. Gerade wer mit seinem Haus gerne andere Länder erkunden möchte, kann sich auf unangenehme Überraschungen gefasst machen. In vielen Staaten gelten die Kleinsthäuser nicht als legaler Wohnraum. Daher stellt sich mitunter heraus, dass man das Haus am falschen Ort aufgestellt hat.

Ein Tiny House bietet zwar die einzigartige Freiheit, den Wohnort – sofern gewünscht – ohne große Mühe zu wechseln. Dazu ist aber natürlich auch ein zugkräftiges Fahrzeug erforderlich. Die Kosten für einen geeigneten Wagen, eine Anhängerkupplung und einen Anhänger sollten auf keinen Fall unterschätzt werden.

Die Habseligkeit im Häuschen dürfen in Summe nicht zu schwer sein, damit es sich noch problemlos bewegen lässt. Deshalb sollten Bewohner immer auf das Gewicht jedes Gegenstandes achten, sofern es überhaupt bewegt werden soll.

Allgemeine Tipps zur Planung eines Tiny Houses

Zum Abschluss möchten wir euch in diesem Tiny House Ratgeber noch ein paar Tipps an die Hand geben, wie ihr euch den Traum vom eigenen Tiny House erfüllen könnt.

1. Haus-Variante bestimmen

Wer ein Tiny House planen möchte, sollte zunächst ganz grundsätzlich ansetzen und fragen, welche Art von Haus sich am besten eignen würde. Im Allgemeinen wird unter einem Tiny House ein winziges Haus, teilweise auf Rädern, verstanden.

Es gibt jedoch noch viel mehr Möglichkeiten, auf kleinem Raum zu leben, beispielsweise den Zirkuswagen, ein Baum-, Modul- oder Minihaus. Auch ein Bungalow kann recht komprimiert geplant werden.

Die Anforderungen hängen auch sehr davon ab,…

  • für wen und wie viele Personen das Haus gebaut werden soll
  • wie minimalistisch ihr leben könnt
  • und wo der Standort sein soll.

2. Bauen oder bauen lassen?

Diese Frage sollten sich alle stellen, die ein Tiny House planen. Wer sein eigenes handwerkliches Können in die Waagschale wirft, spart natürlich viel Geld, muss andererseits aber auch Unmengen seiner Freizeit opfern und gegebenenfalls vieles erst erlernen, damit das Tiny House allen Anforderungen entspricht.

Wichtig ist jedenfalls, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, damit das spätere Tiny House ganzjährig bewohnbar ist sowie Wind und Wetter trotzt. In der Praxis empfiehlt sich oft ein Mittelweg, bei dem sich erfahrene Fachleute um den Rohbau kümmern, während die späteren Bewohner die Arbeiten im Innenausbau ausführen.

3. Präferenzen klären

Aufgrund des geringen Platzangebots solltet ihr genau überlegen, worauf ihr bei eurem Tiny House vor allem Wert legt.

  • Ist euch eine verhältnismäßig geräumige Küche wichtig, weil ihr Kochen liebt?
  • Oder legt ihr mehr Wert auf eine gemütliche Ecke, in der ihr ein gutes Buch lesen könnt?
  • Würde euch ein Schlaf-Loft zusagen oder eher ein Bett auf der tieferen Ebene?
  • Wie wichtig ist es euch, Freunde empfangen zu können?

Auch die Möglichkeit, sich zeitweise räumlich voneinander zu trennen, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

4. Grad der Autarkie bestimmen

Wenn ihr euer Tiny House im weitesten Sinne wie eine normale Immobilie bewohnen möchtet, steht einer vollständigen Anbindung nichts im Wege. Das gilt beispielsweise für sanitäre Einrichtungen, die Wasser und Wärme liefern. Auch die Toilette lässt sich wie gewohnt mit dem Abwasser verbinden, sodass ihr nicht auf eine Komposttoilette zurückgreifen müsst.

Dieser Komfort bedeutet aber auch, dass ein möglicher Ortswechsel mit umso mehr Aufwand verbunden ist. Der Vorteil ist jedoch, dass ihr etablierte Systeme des Energie- und Sanitärsektors nutzen könnt, die ohne besondere Schwierigkeiten erhältlich sind.

Wenn ihr ein Tiny House planen wollt, gehört die vollständige Autarkie wohl zu den größten Herausforderungen. Als besonders schwierig gestaltet sich die unabhängige Energieversorgung. Zwar setzen sich die erneuerbaren Energien immer mehr durch, doch mit Wind- und Photovoltaik-Anlagen allein ist es schwierig, den Stromverbrauch komplett abzudecken.

Daher bietet es sich an, ein Hauptaugenmerk auf einen fähigen Energiespeicher der neuesten Generation zu legen. Ein bewusst niedriger Energieverbrauch kann ebenfalls helfen, die Unabhängigkeit zu vergrößern.

5. Den rechtlichen Rahmen kennen

Dass dieser Punkt in unserem Tiny House Ratgeber erneut Erwähnung findet, hat einen guten Grund: Wer sich mit einer Vielzahl der bereits erwähnten Punkte intensiv beschäftigt hat, weiß genau, welche rechtlichen Aspekte für das eigene Vorhaben relevant sind. Zumindest solltet ihr darüber genauestens Bescheid wissen, damit euer Bauvorhaben nicht zum Scheitern verurteilt ist.

Macht euch schlau, welche Bestimmungen in eurer Gemeinde beziehungsweise Stadt gelten, was der Bebauungsplan vorschreibt und wo Grenzen beim Hausbau liegen. Ist all das geklärt, steht dem ersten Spatenstich nichts mehr im Wege.

Dem Tiny House gehört die Zukunft

Der Bau von Tiny Houses findet immer mehr Anklang, sowohl bei Bauherren als auch bei Baubehörden. Daher werden die Hürden nicht nur aus rechtlicher Sicht weniger, sondern auch hinsichtlich der Finanzierung. Die Zahl der Banken, die Kredite für Tiny Houses bereitstellen, wächst stetig. Die Tiny House-Zukunft kann also kommen.

Ihr habt Fragen und Anregungen? Dann könnt ihr uns unten gerne einen Kommentar hinterlassen!

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