Rutschsichere Böden: Anforderungen und Tipps

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Verletzungen, die durch Stürze in den eigenen vier Wänden hervorgerufen werden, sind ein noch immer unterschätzter Unfallfaktor. Dabei können solche Unfälle durch rutschsichere Böden relativ einfach vermieden werden. Worauf ihr dabei achten solltet, verraten wir euch in diesem Beitrag.

Ein rutschfester Bodenbelag kann aus verschiedenen Materialien bestehen. Dabei spielt vor allem eine Eigenschaft eine ganz besondere Rolle: die Sicherheit. Durch einen besonderen Grip, eine bestimmte Rauheit oder die jeweilige Oberflächenbeschaffenheit verleihen sie dem Untergrund eine hohe Trittsicherheit. Des Weiteren darf, vor allem in Privathäusern, die Optik nicht zu kurz kommen.

In Feucht- und Nassräumen spielen bei den rutschhemmenden Bodenbelägen insbesondere Fliesen und keramische Untergründe eine Rolle. Diese können in Form eines Mosaiks oder als dekorative Großfliesen gelegt werden und sorgen nicht nur im Badezimmer für ein optisch ansprechendes Ambiente, sondern auch für die notwendige Sicherheit.

Natursteine wie Granit weisen ebenfalls häufig einen besonderen Grip auf, der bei der Verlegung in Räumen mit hohen Sicherheitsanforderungen zum Tragen kommt. Moderne Materialien sind Epoxidharz oder, im Außenbereich, Polyurethanharz. Dabei handelt es sich um zweikomponentige Reaktionsstoffe, die nach der Vermischung chemisch aushärten.

In diese Werkstoffe können verschiedene Materialien eingestreut werden, die die Trittsicherheit erhöhen. Dies können zum Beispiel Sand oder Quarz sein. Mit der entsprechenden Versiegelung weisen diese Werkstoffe außerdem eine hohe Lebensdauer und eine einfache Reinigung auf.

Wer profitiert von einem Anti-Rutsch-Boden?

In öffentlichen Räumen ist ein rutschfester Bodenbelag Pflicht. Diese wird über die Normen DIN EN 51130 und DIN EN 51097 geregelt und gelten überdies für Gewerbebereiche. In Arbeitsräumen, in denen die Rutschgefahr erhöht ist, soll auf diese Weise für die notwendige Sicherheit der Mitarbeiter gesorgt werden.

Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser und Schulen sind Institutionen, in denen rutschsichere Böden auf alle Fälle zum Einsatz kommen sollten. Doch wie sieht es mit Privathaushalten aus?

Auch diese profitieren von der Anti-Rutsch-Wirkung. Sollte es im Alter zu einer verminderten Trittfestigkeit oder krankheitsbedingter Unsicherheit kommen, so wirkt ein geeigneter Bodenbelag wahre Wunder und kann euch oder eure Liebsten vor so manchem Sturz bewahren.

Rutschsichere Böden für jedermann

Ältere Mitmenschen sind allerdings nicht die Einzigen, die ein Haus mit Anti-Rutsch-Belägen bewohnen sollten. Jeder kann sich deren Vorteile zunutze machen. In der nass-kalten Jahreszeit werden häufig Schmutz, Feuchtigkeit sowie lose Blätter mit nach Hause gebracht. Diese entpuppen sich im Eingangsbereich als Stolperfalle. Ein rutschfester Bodenbelag kann auch in solchen Fällen die Sturzgefahr mindern.

Für kognitiv oder körperlich beeinträchtigte Menschen kann ein rutschhemmender Untergrund dann ein Segen sein, wenn sie von häufigen Stürzen betroffen sind. Rollstuhlfahrer zum Beispiel profitieren von dem hohen Grip, den ein solcher Boden bietet. Zudem haben Gehhilfen oder Spezialschuhe auf dem griffigen Untergrund einen besseren Halt.

Jedoch sind auch für körperlich und geistig fitte und gesunde Menschen die Gefahren eines Sturzes nicht zu unterschätzen. Insbesondere in Nassbereichen wie dem Badezimmer sollte Wert auf einen geeigneten und griffigen Untergrund gelegt werden. Nicht umsonst passieren die meisten Unfälle im eigenen Haushalt.

Welche Anforderungen müssen rutschsichere Böden erfüllen?

Neben den Sicherheitsstandards, die rutschhemmende Böden erfüllen müssen, sollten noch andere Merkmale eine Rolle spielen. Für euch als Eigenheimbesitzer ist natürlich die Optik ein wesentlicher Faktor. Niemand möchte gern in einem Haus wohnen, das zwar einen Sicherheitsboden besitzt, der jedoch alles andere als schön anzusehen ist.

Farblich sowie atmosphärisch sollte sich der gewählte Bodenbelag also perfekt an die Innenausstattung anpassen. Außerdem sollte ein rutschfester Bodenbelag einfach zu reinigen sein. Ihr werdet euch ärgern, wenn ihr nach jeder einzelnen Reinigung unschöne Schlieren entdeckt oder feststellt, dass der Boden nicht hygienisch sauber wird.

Daneben spielt die Haptik eine übergeordnete Rolle. Weder die Optik, noch die einfache Reinigung werden euch weiterhelfen, wenn ihr beim Laufen über den Bodenbelag kein angenehmes Fußgefühl verspürt. Dieses ist so individuell wie die optischen Ansprüche – dem einen gefällt es, über Vinyl zu gehen, der andere bevorzugt Naturstein.

Rutschfester Bodenbelag – welcher eignet sich besonders gut?

Die Vielfalt an Materialien ist heutzutage extrem hoch, sodass für jeden Hausbesitzer nicht nur sicherheitstechnisch, sondern auch optisch der richtige Untergrund gefunden werden kann. Besonders beliebt sind neben Klassikern, wie zum Beispiel Fliesen, Kork oder Parkett, moderne Materialien wie Epoxidharz oder Vinyl.

Hier werden manchmal Bedenken geäußert, dass solche Stoffe gesundheitsschädigend sein könnten. Wir können euch jedoch beruhigen: Nach der Aushärtung sind sowohl Polyurethan wie auch Epoxidharz gesundheitlich unbedenklich. Nur während des Auftragens sowie der Aushärtungsphase muss auf eine optimale Belüftung und die Arbeitssicherheit in Form von Atemmaske und Handschuhen geachtet werden.

Natursteine sowie Fliesen sind besonders gut für Feuchträume geeignet und sollten dort so verlegt werden, dass keine Feuchtigkeit in den Untergrund gelangen kann. Bei beschichteten Fliesen ist Vorsicht geboten, denn die Beschichtung kann bei Nässe durchaus rutschig sein. Ist dir also eine Rutschhemmung wichtig, solltest du auf unbeschichtete Fliesen achten.

Rutschhemmende Böden nachträglich erzeugen

Rutschsichere Böden lassen sich nicht nur bereits beim Hausbau selbst einbauen – der Effekt kann auch im Nachhinein durch verschiedene Stellschrauben erreicht werden. Zum Bespiel kann mithilfe chemischer oder mechanischer Methoden eine nachträgliche Rutschhemmung aufgebracht werden.

Es sind chemische Mittel erhältlich, die auf die Mineralien abzielen, welche sich im Bodenbelag befinden. Diese Mineralien werden durch die Chemikalien zum Teil herausgelöst, sodass sich winzige Rillen und Vertiefungen im Material bilden.

Dadurch erhält die Oberfläche mehr Grip. Der Gleitwiderstand wird drastisch erhöht, sodass die Unfallgefahr vermindert wird. Häufig müssen solche Chemikalien nur ein einziges Mal alle paar Jahre aufgebracht werden.

Für Nassbereiche sind solche Chemikalien jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn auch damit kann die Trittsicherheit nicht so erhöht werden, dass ein nasser Bodenbelag völlig sicher ist. Des Weiteren dürfen zur Reinigung nur bestimmte Mittel verwendet werden, um den chemischen Belag nicht zu beschädigen.

Neben der chemischen Rutschhemmung besteht die Möglichkeit, den Bodenbelag durch mechanische Einwirkung sicherer zu gestalten, beispielsweise durch Sandstrahlen. Diese Methode bietet eine hohe Sicherheit, ohne den Boden uneben zu hinterlassen. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, die weder mechanisch noch chemisch funktionieren, wie zum Beispiel das Anrauen mittels Laserstrahlen.

Sämtliche Möglichkeiten sind abhängig vom jeweiligen Bodenbelag. Aufzeigen wollten wir euch lediglich, dass ein rutschiger Boden auch im Nachhinein noch angepasst werden kann. Hakt hier am besten bei einem Fachmann vor Ort nach, welche Möglichkeit sich für euren Boden am besten anbietet.

Die bessere Alternative: Greift bereits beim Hausbau auf den richtigen Bodenbelag zurück und berücksichtigt ihn bei euren Planungen. Bei einer Bemusterung könnt ihr die verschiedenen Materialien beispielsweise wunderbar auf ihre Rutschfestigkeit und Haptik testen. Außerdem könnt ihr euch dadurch besser vorstellen, wie der jeweilige Bodenbelag in euren eigenen vier Wänden wirkt.


Bildquelle: Mazrobo | pixabay.de

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