Die Holztafelbauweise – ökologisch und kostensparend bauen

Holztafelbauweise

Holz gilt als nachhaltige Ressource. Sie kann kostengünstig für das Errichten von Gebäuden verwendet werden. Insbesondere für den Holztafelbau hat sich in den letzten rund 50 Jahren eine starke Nachfrage entwickelt. Doch was genau ist das eigentlich – und worin liegen seine Besonderheiten?

Manchmal dauert es eben etwas länger, ehe sich ein sinnvolles Konzept durchsetzt. Und so hat sich der Holztafelbau, der sich vornehmlich in Nordamerika über das gesamte 20. Jahrhundert hinweg großer Beliebtheit erfreute, in Mitteleuropa erst ab den 1970er Jahren etablieren können. Doch was genau wird unter dieser Art des Bauens eigentlich konkret verstanden?

Allgemeines zur Holztafelbauweise

Zunächst einmal gilt, dass alle tragenden Bestandteile des zu errichtenden Gebäudes aus Holzplatten hergestellt werden. Diese lassen sich bereits im Rahmen der Planung so exakt vermessen, dass sie später in einem Produktionswerk ganz nach Wunsch angefertigt werden können, um anschließend als Fertigbauteil ihre Verwendung zu finden.

Wände werden bei der Holztafelbauweise oft aus zwei Elementen errichtet, die parallel zueinander aufgebaut werden – und zwischen denen sich ein Hohlraum von wenigen Zentimetern an Breite befindet. Diese Fläche kann anschließend mit dämmenden Materialien gefüllt werden.

Zudem befinden sich an den später verdeckten Rückseiten der einzelnen Holzwände zumeist mehrere Rippen aus Holz. Sie sollen dem Bauteil zu mehr Stabilität verhelfen. Rund 15 Prozent aller neuen Gebäude hierzulande werden aus diesem Leichtbausystem hergestellt.

Insbesondere der zeit- und kostensparende Aufbau gilt dabei als einer der größten Vorteile der Holztafelbauweise, die im Vergleich zu Bauten aus Stein und Zement nur geringfügig an Beständigkeit einbüßt.

So wird der Holztafelbau konstruiert

Da bei diesem Baukonzept alle verwendeten Bestandteile exakt aufeinander abgestimmt sein müssen, ist bereits vor dem ersten Handgriff eine penible Planung erforderlich. Das Haus kann somit ganz nach eigenen Wünschen errichtet werden – ebenso ist der Rückgriff auf standardisierte Anfertigungen möglich.

Die entsprechenden Aufträge werden dem herstellenden Werk durch den Architekten zugestellt. Üblicherweise wird eine Dauer von etwa zwei bis vier Wochen für die Produktion aller benötigten Elemente beansprucht. Zeit genug also, um das Fundament aus Beton zu gießen oder es ebenfalls aus Holz zu legen – hierbei kommen in der Regel schwere Platten zum Einsatz.

Die reine Holztafelbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass die einzelnen Elemente wie in einem Steckkastensystem aneinandergefügt und die dabei entstehenden Übergänge verbunden werden. Üblich ist zugleich aber auch das sogenannte Holzrahmenkonzept.

Dafür wird zunächst ein grobes Skelett aus Holzbalken aufgebaut, an dessen Außen- und Innenseiten anschließend die einzelnen Holzplatten angebracht werden. Die dabei entstehenden Hohlräume lassen sich mit dämmenden Materialien ausfüllen, um dem Haus eine gute Energieeffizienz zu ermöglichen.

Übrigens werden die Bauteile im Werk bereits so konstruiert, dass sie beim Einbau über alle benötigten Öffnungen für Türen und Fenster verfügen. Diese können somit mühelos eingesetzt werden.

Die Vorteile der Holztafelbauweise

Das zeit- und kostensparende Konzept ermöglicht ein schnelles und relativ risikoarmes Errichten eines neuen Gebäudes, dem eine Verwendungsdauer von etwa 80 bis 100 Jahren bescheinigt werden kann.

Da Holz eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Stein und Beton besitzt, wird die Wärme durch das Heizen in den Räumen nur in geringfügiger Menge nach außen abgegeben. Auf diese Weise lassen sich die Ausgaben für die benötigten Energie- und Kraftstoffe durchaus senken. Ist das Haus solide verarbeitet worden, sollten auch Wärme- und Luftbrücken deutlich seltener als in einem Massivhaus auftreten.

Ein solcher Holztafelbau wird zudem umweltfreundlich hergestellt. Viele der dabei verwendeten Materialen stammen direkt aus der Natur und werden ohne schädliche Zusätze in die Konstruktion einbezogen.

Insbesondere Allergiker und Personen mit Erkrankungen des Immunsystems profitieren daher oft von der Holztafelbauweise. Zugleich sinkt bei der Herstellung der Ausstoß von giftigen Dämpfen sowie des Kohlenstoffdioxids.

Obwohl die verarbeiteten Holzelemente vergleichsweise dünn wirken mögen, kommt ihnen eine zumindest gute Schallisolierung zu. In diesem Punkt hängt das Ergebnis aber auch maßgeblich von den Fragen ab, mit welchen Materialien die Hohlräume gedämmt wurden und mit wie vielen Rippen die Rückseiten der Holztafeln versehen sind.

Die Holztafelbauweise kennt auch Nachteile

Der reine Holztafelbau kennzeichnet sich durch die Verwendung vorab gefertigter und zumeist großer sowie schwerer Holzelemente. Soll nach vielen Jahren einmal eine Wand herausgerissen werden, so kann es im Vergleich zum Massivbau bei diesem Vorhaben zu Problemen kommen.

Insbesondere dann, wenn es sich um tragende Wände handelt. Ein Merkmal, das eigentlich allen verwendeten Holztafeln zukommt.

Die gesamte Konstruktion muss also gut durchdacht sein, da nachträgliche Veränderungen kaum noch möglich sind. Ein weiteres Problem stellt sich in den Sommermonaten ein, in denen die Gebäude der Holztafelbauweise oft einen spürbaren Wärmestau in den einzelnen Räumen aufweisen und diese daher stets gut durchlüftet sein müssen.

Zudem muss bedacht werden, dass sich die Außenseiten des Hauses zwar durch Anstriche schützen lassen. Im Gegensatz zu Materialien aus Stein, Stahl oder Kunststoff erweisen sie sich aber weiterhin als relativ stark anfällig für die Witterung.

Etwa alle fünf bis zehn Jahre darf daher erwogen werden, dem Gebäude eine neue Lasur zu spendieren. Werden dabei auch nur kleinste Stellen vergessen, kann jedoch Feuchtigkeit in den Holztafelbau eindringen und dort über Jahre hinweg schädigende Wirkungen auslösen.

Ebenso sollte bereits in der gesamten Bauphase ein Auftreten von Nässe überall dort vermieden werden, wo die noch unbehandelten Holzteile gelagert und verarbeitet werden. Erst wenn das gelingt, kann das neue Gebäude alle seine Vorteile langfristig ausspielen.


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Bildquelle: @eugen1980 | Unsplash.com

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