Allergiefreies Haus bauen – Tipps nicht nur für Allergiker

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In der heutigen Zeit leiden zahlreiche Menschen unter den verschiedensten Allergien. Zur Linderung des Krankheitsbildes ist es wichtig, dass die Betroffenen so wenig Kontakt wie möglich zu den auslösenden Stoffen haben. Auch in puncto Hausbau gibt es hierzu einige Dinge zu beachten.

Seit einigen Jahren erfreuen sich Öko-Häuser aus Holz bei umweltbewussten Bauherren einer immer größer werdenden Beliebtheit. Jedoch könnte diese Wahl für euch problematisch werden. Insbesondere dann, wenn ihr bei der Errichtung des Holzhauses Insektizide und Holzschutzmittel verwendet, auf die ihr unter Umständen empfindlich reagiert.

Grundsätzlich solltet ihr darauf achten, dass nur Baustoffe zum Einsatz kommen, die auf Schadstoffe getestet wurden. Allerdings solltet ihr nicht nur die verwendeten Baumaterialien im Blick haben und euch bei eurem Hausbauanbieter vorab informieren. Auch der Innenausbau birgt für Allergiker manch potenzielle Gefahrenquelle. Insbesondere die Bodenbeläge sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

Grundsätzlich sollten in einem Allergiker-Haushalt keine langfaserigen Teppiche den Boden schmücken. Kurzfaserige Modelle sowie Fliesen, Laminat und Holzböden sind hier die bessere Wahl.

Beim Verlegen von Laminat solltet ihr darauf achten, dass die Produkte frei von chemischen Zusätzen wie Weichmachern sind. Auch diverse Klebstoffe, die beim Verlegen zum Einsatz kommen, könnten problematisch sein. Empfehlenswert ist in diesem Kontext Klicklaminat, da es ohne Kleber auskommt.

Die richtige Auswahl der Baustoffe ist entscheidend

Beim allergiefreien Bauen spielen die eingesetzten Baumaterialien eine entscheidende Rolle. Die beste Hausplanung nützt wenig, wenn ihr diesem Punkt keine Aufmerksamkeit schenkt. Wichtig ist es hierbei, bei der Produktauswahl eure jeweiligen Allergien im Blick zu haben.

Vor allem Naturmaterialien wie Wolle, Öle oder Holz enthalten manchmal Stoffe, die sich bei bestimmten Allergieformen negativ auswirken können. Achtet daher auf die eingesetzten Lösungs- und Bindemittel, die bei der Herstellung zum Einsatz kamen.

Sinnvoll ist es, grundsätzlich nur zu jenen Baustoffen zu greifen, die auf Schadstoffe getestet wurden. Mithilfe von verschiedenen Güte- und Prüfsiegeln ist es auch Laien möglich, diese zu erkennen. Empfehlenswert sind unter anderem Produkte, die mit dem Blauen Engel oder dem ECARF-Siegel ausgezeichnet wurden.

Wenn ihr beim Hausbau nicht selber Hand anlegt, sondern die Arbeit von einem Fertighausanbieter abwickeln oder von Fachfirmen erledigen lasst, solltet ihr diesen bereits vor Baubeginn Bescheid geben, welche Allergien ihr habt. Nur so lässt es sich vermeiden, dass allergene Stoffe zum Einsatz kommen.

Wie kann eine gute Haustechnik dazu beitragen, Allergien zu lindern?

Bei Pollenallergikern ist es vor allem die Lüftung, welche die unliebsamen Pollen hereinlässt. Um das Eindringen zu verhindern, könnt ihr den Einbau einer fest installierten Lüftung einplanen, welche die Luft von Rauch, Schadstoffen und Allergenen filtert.

Dank eines raffinierten Lüftungssystems wird die entstehende Feuchtigkeit zuverlässig aus dem Inneren des Hauses geleitet. Hierzu tauscht die Anlage in festgelegten Zeitperioden die gesamte Raumluft aus, sodass Schadstoffe und Feuchtigkeit sich nicht mehr anreichern können.

Während des Austauschprozesses werden allergieauslösende Blütenpollen und Staubpartikel herausgefiltert. Ein nützlicher Nebeneffekt solcher Anlagen ist, dass sie zeitgleich die Schimmelbildung in den Räumlichkeiten verhindern.

Dusch- und Wasserfilter befreien das Trinkwasser von allergenen Substanzen. Da unser Leitungswasser mit vielen verschiedenen Stoffen in Kontakt kommt, bleiben oftmals Rückstände zurück, die bei empfindlichen Menschen zu Problemen führen können. Insbesondere Chlor, Schimmelsporen sowie verschiedene Mikroorganismen sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

Mit dem Einbau eines Dusch- und Wasserfilters könnt ihr euch davor schützen. Ein solcher ist in der Lage, selbst kleinste Schwebstoffe aus dem Wasser herauszufiltern. Vor allem für Neurodermitiker ist diese Haustechnik sehr empfehlenswert, da die ohnehin schon empfindliche Haut nicht zusätzlich belastet wird.

Auch die Wahl des richtigen Heizsystems spielt eine bedeutende Rolle für Allergiker. Empfehlenswert sind hierbei Flächenheizungen wie Wand-, Decken- oder Fußbodenheizungen, da sie ohne punktuellen Heizkörper arbeiten.

Letztere bieten zudem den Vorteil, dass sich auf den beheizten Fußböden weniger Milben und Pilzsporen bilden. Auch ist die Staubaufwirbelung bei homogen verteilter Wärme ist wesentlich geringer. Wandheizungen punkten weiterhin mit einer Verringerung des Schwitzwassers, sodass es der Schimmel schwerer hat, sich in den beheizten Räumlichkeiten auszubreiten.

Diese Hausmittel helfen, euren Allergien auch ohne sinnvolle Haustechnik den Kampf anzusagen

Neben einer ausgeklügelten Haustechnik können vor allem Pollenallergiker einiges tun, um ihr Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden zu steigern. Nachfolgend findet ihr einige einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen, die ihr anwenden könnt, sofern ihr nicht über die passende Haustechnik verfügt:

Staubwischen und Staubsaugen

Vor allem in der „Hauptsaison“ könnt ihr euch einen putzfreien Tag kaum leisten, um pollenfrei zu leben. Tägliches Wischen und Saugen minimiert die Anzahl der Pollen erheblich und trägt so zu eurem Wohlbefinden bei, auch wenn es viel Zeit in Anspruch nimmt.

Pollenschutzgitter an den Fenstern

Handelsübliche Gitter lassen sich kinderleicht an allen gängigen Fenstern abringen. Alternativ können diese aber auch von einem Fachbetrieb angefertigt und montiert werden. Diese Ausgaben lohnen sich immer dann, wenn die Fenster besondere Maße aufweisen.

Möbel und Dekorationsartikel

Die richtige Wohnungseinrichtung trägt erheblich dazu bei, die Pollenbelastung in den Räumen zu senken. Insbesondere an Teppichen, Vorhängen und Gardinen bleiben Allergene gut haften.

Eine gute Option ist es, die Ausstattung durch Holzböden oder Rollos zu ersetzen. Weiterhin solltet ihr auf alle „Staubfänger“ verzichten. Diese sehen zwar nett aus, schaden jedoch eurer Gesundheit.

Ein gute Haustechnik ist Trumpf

Wollt ihr ein allergiefreies Haus bauen, solltet ihr euch bereits in der Planungsphase mit einer modernen Haustechnik sowie gesunden Baustoffen beschäftigen, damit Hausmittel gar nicht erst zum Einsatz kommen müsssen. Fragt hierzu bei eurem Bauunternehmen nach und teilt ihnen gleich zu Beginn eure Allergien mit. Sie haben ganz sicher die passende Lösung für euch parat.

Wie habt ihr eure Allergie in den eigenen vier Wänden in den Griff bekommen und auf welche Haustechnik wollt ihr nicht mehr verzichten? Teilt uns gerne eure Erfahrung und Tipps in den Kommentaren mit.

Bildquelle: rawpixel | Unsplash

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