Luftfeuchtigkeit in Räumen: So erreicht ihr die optimalen Werte

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Die Luftfeuchtigkeit hat einen erheblichen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Doch wie lässt sich ihr Vorkommen auf ein angenehmes Maß verändern – und welche Folgen können sich einstellen, wenn die Luft zu trocken oder zu feucht ist?

Luft mag nicht sichtbar und nicht zu greifen sein, sie weist dennoch zahlreiche Inhaltsstoffe auf, die übrigens auch nicht zu sehen oder zu hören, zu riechen und zu schmecken sind. Neben einigen in geringer Menge vorkommenden Gasen handelt es sich dabei vor allem um Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.

Letztgenannter definiert den Wert der Luftfeuchtigkeit. Je mehr Wassermoleküle sich also in der Luft befinden, desto feuchter wirkt sie. Unterschieden werden dabei im Wesentlichen die relative und die absolute Luftfeuchtigkeit. Der absolute Wert zeigt an, wie viel Gramm des Wassers sich pro Kubikmeter in der Luft befinden.

Demgegenüber steht die relative Luftfeuchtigkeit. Dieser Wert wird allgemein als Prozentzahl angegeben. Er gibt an, zu welchem Anteil die Luft mit Wassermolekülen gefüllt ist. Theoretisch denkbar wären hier also Zahlen zwischen null und 100 Prozent. Wie genau diese Anreicherung an Wasser in der Luft auf das menschliche Wohlbefinden wirkt, darauf gehen wir später genauer ein.

Für die Bewohner eines Hauses oder die Angestellten in einem Büro ist es daher sehr wichtig, das individuell optimale Maß an Luftfeuchtigkeit in Räumen zu ermitteln – und möglichst dauerhaft einzuhalten. Das mag zunächst kompliziert und aufwändig klingen, gelingt im Alltag aber ebenso leicht wie unbewusst.

Warum ist eine optimale Luftfeuchtigkeit so wichtig?

Menschen und Tiere reagieren sensibel auf die unterschiedlichsten äußeren Einflüsse. Zu ihnen kann etwa die Temperatur oder die Feuchtigkeit der Luft gehören, die eine Person umgibt. Ist es zu warm oder zu kalt, fühlen wir uns unwohl.

Mehr noch: Schon geringe Abweichungen können erhebliche Folgen auf unser Leistungsvermögen besitzen. Ein wenig zu viel Hitze lässt uns müde und träge werden. Gerade in Büros kann die Arbeit unter solchen Bedingungen spürbar leiden. Ähnlich verhält es sich mit der Luftfeuchtigkeit in Räumen: Erreicht sie kein optimales Maß, so fühlen sich die anwesenden Personen nicht wohl.

Doch was genau ist eigentlich optimal? Es gilt die Faustformel, dass in Wohn- und Arbeitsbereichen rund 40 Prozent Luftfeuchtigkeit vorliegen sollten. Im Schlafzimmer kann dieser Wert leicht erhöht sein und auf ein Maß von bis zu 60 Prozent steigen. Insbesondere nach langen Nächten, in denen das Fenster geschlossen blieb, bilden sich nicht selten beschlagene Scheiben. Ein guter Anlass, morgens einmal durchzulüften.

Überboten werden diese Zahlen allerdings vom Badezimmer: Wer ein ausgiebiges Vollbad nimmt und sich dabei ein wenig Zeit lässt, treibt die Luftfeuchtigkeit durchaus in den Bereich der 70 Prozent. Werte, die fast an eine Sauna erinnern.

Wie gefährlich ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in Räumen?

Zimmer, in denen ein deutlich höheres Maß als die genannten 40 bis 60 Prozent an Luftfeuchtigkeit vorliegen, wirken auf Menschen oft unangenehm. Es ergibt sich der Eindruck eines Tropenhauses. Die Bewohner neigen zu einem verstärkten Schweißfluss. Kopfschmerzen und Migräneanfälle können sich einstellen. Müdigkeit und ein starkes Gefühl der Kraftlosigkeit sind in extremen Phasen spürbar.

Auch optisch lässt sich die gestiegene Luftfeuchtigkeit erkennen: Die Fensterscheiben sind beschlagen, hier können sich sogar Tropfen reinen Wassers bilden. Grund genug, die Wohnräume einmal gründlich zu lüften und somit die Feuchtigkeit ins Freie zu entsenden.

Wer auf diese helfende Maßnahme verzichtet, riskiert zunächst Schäden der Gesundheit. Die hohe Luftfeuchtigkeit in Räumen begünstigt das Wachstum des Schimmelpilzes. Breitet er sich ungestört aus, kann er die Atmung erschweren. Langfristig dürften Asthmaattacken, Schwindelgefühle und ein allgemeines Unwohlsein als Folgen der Pilze auftreten.

Neben dem Menschen reagieren übrigens auch Tiere sehr empfindlich auf den Schimmel. Setzt sich dieser allerdings in den Wänden fest, drohen ebenso langwierige wie teure Sanierungsmaßnahmen.

Ist trockene Raumluft gefährlich?

Misst man einmal die Luftfeuchtigkeit in Räumen des Wohnens und Arbeitens, so zeigen sich oft Werte, die weit von einer Trockenheit entfernt sind. Dennoch können sich gerade im Winter einige Besonderheiten einstellen: Wer wegen der Kälte nur selten einmal lüftet, dafür aber die Heizung stark erwärmt, wird ein Absinken der Luftfeuchtigkeit bemerken.

Die ersten Anzeichen dafür liegen in einer leicht erschwerten Atmung, in einem gereizten Hals sowie einem geringen Jucken und Spannen auf der Haut. Der Körper reagiert bereits auf relativ kleine Abweichungen in der Luftfeuchtigkeit, sodass ihr als betroffene Personen durchaus Gegenmaßnahmen ergreifen solltet.

Wer in solchen Momenten nicht zusätzlich lüftet oder den Wärmegrad der Heizung spürbar senkt, der setzt sich weiteren gesundheitlichen Problemen aus. Denn Viren und Bakterien fällt es gerade bei geringer Luftfeuchtigkeit in Räumen sehr leicht, sich schnell auf ein für Menschen und Tiere riskantes Maß auszubreiten.

Doch auch die Einrichtung kann negativen Einflüssen ausgesetzt sein: Pflanzen und das Papier von den Fotos oder Bildern an den Wänden leiden unter einer zu trockenen Luft. Liegen derlei Zustände häufiger vor, können natürliche Materialien zu Rissen neigen. Holz zieht sich bei extremer Trockenheit sogar zusammen, sodass es hier zu geringen Verformungen der Möbel kommen könnte.

Kann die Luftfeuchtigkeit in Räumen verändert werden?

Möchtet ihr die Gefahren der trockenen Zimmerluft vermeiden, könnt ihr die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Im kleinen Maßstab mag es dafür genügen, eine Wasserschale auf die warme Heizung zu stellen oder möglichst viele Pflanzen als Dekoration zu verwenden – auch ihre Atmung setzt Feuchtigkeit frei.

Demgegenüber ermöglicht der technische Fortschritt den Einsatz moderner Geräte. So lässt sich etwa über einen Luftbefeuchter das optimale Maß an Luftfeuchtigkeit regulieren. Besonders hochwertige Varianten davon verfügen sogar über einen Sensor, der die Wassermoleküle in der Luft misst: Sinkt ihr Wert, nimmt der Befeuchter automatisch seinen Dienst auf.

Luftbefeuchter arbeiten mit normalem Leitungswasser. Ebenso ist der Einsatz von destilliertem Wasser gebräuchlich. Nicht verwendet werden sollte dagegen Mineralwasser, da es die Verkalkung des Gerätes begünstigen kann. Oft stellen sich erste Defekte bereits nach wenigen Monaten ein. Wer sich nicht nur eine feuchte, sondern zugleich wunderbar riechende Luft wünscht, darf den Belüfter mit einigen Tropfen eines guten Aromaöls befüllen.

Übrigens kann die Luftfeuchtigkeit auch über eine Klimaanlage verändert werden. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass das Gerät keinen feuchtigkeitsentziehenden Filter besitzt – mit ihm würden die Wassermoleküle aus der Luft getrennt, wodurch sich in den Räumen ein eher trockenes Flair entwickelt.

Wie lässt sich die Luftfeuchtigkeit in Räumen außerdem verbessern?

Natürlich ist es nicht jedermann möglich, eine eigene Klimaanlage oder einen Raumbefeuchter zu erwerben. Die bereits genannten Tipps der Pflanzen und der Wasserschale können demgegenüber nicht immer den gewünschten Erfolg einbringen. Was also ist zu tun, wenn sich die Luft weiterhin zu trocken anfühlt?

Überprüft werden sollte nunmehr die Raumtemperatur. Oftmals ist es in den Zimmern schlichtweg zu warm – die Heizung strahlt zu viel Hitze ab. Zumeist kann ein wohltuendes Raumklima erzeugt werden, wenn die Heizanlage, der offene Kamin und der Ofen einfach ein wenig in ihrer Arbeit gestoppt werden.

Ebenso ist die Belüftung zu beachten. Zwar sollte wenigstens einmal am Morgen und einmal am Abend ein ordentlicher Durchzug hergestellt werden. Er reinigt die abgestandene Luft und füllt sie mit dem wohltuenden Sauerstoff auf. Bleibt die Luft allerdings tagsüber zu trocken, kann das stundenweise geöffnete Fenster zusätzliche Wunder bewirken.

Fischfreunde klagen übrigens nur selten einmal über zu wenig Luftfeuchtigkeit in Räumen. Der Grund dafür ist das aufgestellte Aquarium, das ebenfalls Wassermoleküle an die Umluft abgibt. Ein Effekt, den zudem alle Leute kennen, die einen Zimmerbrunnen besitzen. Auch damit gelingt es, das Maß an Luftfeuchtigkeit optimal zu regulieren. Vielleicht eine Idee für die Zukunft?

Oder habt ihr weitere Alltagshelfer für die richtige Luftfeuchtigkeit in Räumen? Wenn ja, dann verratet sie uns gerne in den Kommentaren. Wir sind gespannt auf eure Tipps und Tricks.

Bildquelle: @thesollers | Unsplash

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