Das Gartenhaus – Arten, Vorschriften und der richtige Standort

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Bei einem Gartenhaus handelt es sich um ein Haus, welches im Garten aufgestellt wird und für viele unterschiedliche Zwecke genutzt werden kann. Dabei kann ein Gartenhaus als Fertigsatz gekauft oder auch selbst gebaut werden. Was ihr sonst noch über die Nutzung, Arten und Vorschriften wissen solltet, verraten wir euch in diesem Beitrag. 

Für die Errichtung eines Gartenhauses im eigenen Garten gibt es gar nicht so viel, was ihr als Bauherren beachtet müsst. Zuallererst müsst ihr euch natürlich für eine Art des Gartenhauses entscheiden. Hier kommt es darauf an, welchen Zweck dieses bei euch erfüllen soll.

Egal für welche Art von Gartenhaus ihr euch schlussendlich entscheidet, gibt es einige Punkte, die ihr vor dem Aufbau prüfen solltet. So zum Beispiel welcher Standort der richtige ist, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist und ob die Nachbarn miteinbezogen werden müssen.

Die Nutzung des Gartenhauses

Wie zuvor schon kurz angedeutet, ist das Gartenhaus vielseitig nutzbar. So kann es von jedem einzelnen Bauherren für unterschiedliche Verwendungszwecke eingesetzt werden. Grob werden die Gartenhäuser jedoch in folgende Kategorien unterteilt:

  • Gartenlaube
  • Grillhaus
  • Gartenpavillon
  • Geräteschuppen

Was ihr vielleicht jetzt nicht vermutet hättet, ist, dass es sich bei einem Gartenhaus baurechtlich auch um ein “normales” Gebäude handelt. Denn es ist überdacht, selbstständig nutzbar und kann euch als Schutz dienen. Zudem ist das Gartenhaus in aller Regel immer mit dem Erdboden verbunden.

Warum ist diese Info wichtig für euch? Ganz einfach:

Auch ein Gartenhaus kann einer Baugenehmigung unterliegen.

Wird ein Gartenhaus nur vorübergehend genutzt, ist normalerweise keine Baugenehmigung erforderlich. Wird das Gartenhaus hingegen langfristig, wie in unserem Beispiel, als Wohnraum genutzt, muss es von der Stadt beziehungsweise Gemeinde abgesegnet werden.

Die Vorschriften für diese Art von Genehmigung können sich jedoch von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden. Worauf ihr darüber hinaus beim Kauf oder Bau eures Gartenhauses achten müsst, möchten wir euch nachfolgend erläutern.

Welche Arten von Gartenhaus gibt es?

Je nach Zweck und Nutzung des Gartenhauses sind diese natürlich auch in verschiedenen Arten erhältlich. Heutzutage bestehen die Gartenhäuser aus den Materialien wie Holz, Kunststoff oder Metall. Nachfolgend möchten wir euch die üblichen und beliebtesten Arten von Gartenhäusern vorstellen.

Gartenlaube

Bei der Gartenlaube handelt es sich um ein Gartenhaus, welches vor allem im Sommer genutzt wird. Sie eignet sich hervorragend als Rückzugsort und für ein geselliges Miteinander. Die klassische Gartenlaube besteht aus Holz und ist in der Regel mit einem Satteldach ausgestattet und die Fassade verfügt über mehrere Fenster.

Gartenpavillon

Der Gartenpavillon benötigt im Gegensatz zur Gartenlaube ein festes Fundament, damit dieser stabil aufgestellt werden kann. Er eignet sich aufgrund seiner Bauweise vor allem für den Einsatz von Gartenpartys oder sonstigen Feierlichkeiten.

Bestehen tut der Gartenpavillon meist aus Holz oder Metall und lässt sich zu jederzeit einfach abbauen. Auch ist der Gartenpavillon nicht für alle Witterungsbedingungen geeignet.

Grillhaus

Bei dem Grillhaus handelt es sich um ein ganz besonderes “Gartenhaus”. Denn die sogenannte Grillkota, wie der Grillplatz im Garten auch bezeichnet wird, verfügt in der Mitte über eine Feuerstelle, einen Grill oder einen Ofen. Das Grillhaus eignet sich so für ein gemütliches Zusammensein und gleichzeitig für einen schönen Grill- und Barbecue-Abend.

Die Fassade des Grillhauses ist mit mehreren Fenstern ausgestattet. Aufgrund seiner Funktion verfügt das Grillhaus natürlich auch über einen Abzug bzw. Kamin. Das aus Skandinavien stammende Grillhaus wird in aller Regel immer aus Holz gefertigt.

Geräteschuppen

Der Geräteschuppen unterscheidet sich in seiner Bauweise eklatant zu allen anderen bereits vorgestellten Arten von Gartenhäusern. Ein Geräteschuppen muss nicht schön sein. Er muss vielmehr seine Funktion erfüllen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der klassische Geräteschuppen über keinerlei Fenster verfügt.

Stattdessen ist dieser robust gebaut und ganz einfach gestaltet. Schließlich wird der Geräteschuppen schlussendlich nur für das Abstellfläche von Gartengeräten oder als Lagerplatz genutzt. Erhältlich ist ein Geräteschuppen in allen bekannten Materialien – Holz, Metall oder auch Kunststoff.

Vorschriften und Genehmigungen

Von den Vorschriften und Genehmigungen für das Aufstellen eines Gartenhauses solltet ihr euch jetzt nicht den Spaß verderben lassen. Es ist alles viel unkomplizierter, als ihr es gerade vielleicht denken mögt. Dennoch möchten wir euch natürlich über ein paar wenige und wichtige Vorschriften sowie Genehmigungsverfahren informieren.

Wichtig zu wissen, ob für euer Gartenhaus eine Baugenehmigung notwendig ist, erfahrt ihr ausschließlich bei der zuständigen Gemeinde beziehungsweise dem zuständigen Bauamt. Seid ihr euch also unsicher, ob es sich bei eurem Objekt um ein baugenehmigungspflichtiges Bauvorhaben handelt, solltet ihr euch über die jeweilige Landesbauverordnung informieren.

Wie oben schon kurz beschrieben, ist ein Gartenhaus unter anderem immer dann genehmigungspflichtig, wenn es beispielsweise langfristig als Wohnraum genutzt wird. Auch die Größe eures Gartenhauses kann dazu führen, dass für den Bau eine Genehmigung erforderlich wird. So hat jedes Bundesland seine eigenen Maße an Kubikmeter, welche diese erforderlich machen oder eben nicht.

Trifft keiner der Punkte auf euch zu, handelt es sich in aller Regel um ein sogenanntes “Verfahrensfreies Vorhaben”. Dies unterliegt keiner Baugenehmigungspflicht.

Dennoch habt ihr auch dann einige Vorschriften zur Grundstücksbegrenzung zu beachten. Je nach Bundesland darf das Gartenhaus beispielsweise nur mit einem Abstand von drei Metern zur Grundstücksgrenze gebaut werden. Zudem dürfen die sogenannten “Nebenlagen”, zu welchen auch das Gartenhaus zählt sowie deren Bauteile, die Grundstücksbegrenzung nicht überschreiten.

Die genauen Grundstücksbegrenzungen könnt ihr in eurem Bebauungsplan nachvollziehen. Merkt euch außerdem, dass eine Baugenehmigung immer vor dem Bau notwendig ist. Wird zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt, dass euer aufgebautes Gartenhaus eigentlich genehmigt hätte werden müssen oder nicht den Vorschriften entspricht, muss dieses im schlimmsten Fall sogar abgerissen werden.

Welcher Standort ist der richtige?

Für die Auswahl des richtigen Standorts des Gartenhauses gibt es kein richtig oder falsch. Es kann hierbei auf viele verschiedene Faktoren ankommen. Verfügt eurer Garten beispielsweise über einen Teich oder Pool, ist die Auswahl des Standorts schon deutlich eingeschränkt.

Außerdem gilt es, wie zuvor bereits erwähnt, die Nachbarschaft sowie die bei euch vorherrschende Gesetzeslage zu berücksichtigen. So spielt hier vor allem die Grundstücksgrenze eine wichtige Rolle. Überschreitet das Gartenhaus zudem eine gewisse Größe (je nach Bundesland), ist außerdem eine Baugenehmigung erforderlich.

Ebenfalls solltet ihr vor der Errichtung des Gartenhauses die Bodenbeschaffenheit prüfen. Da Gartenhäuser kein festes Fundament benötigen, sondern direkt auf dem Erdboden platziert werden, sollte dieser nicht zu Feucht oder matschig sein. Dies kann zwar mit Kies behoben werden, bedeutet aber zusätzlichen Aufwand.

Der ideale Standort des Gartenhauses wäre ein nordöstlicher Platz. Denn dann könnt ihr nachmittags und abends die Sonne in vollen Zügen genießen. Vorausgesetzt natürlich, dass es sich hierbei nicht um einen reinen Geräteschuppen oder ähnliches handelt.

Die Grundstückswahl

Natürlich sollte die Grundstückswahl nicht vom Gartenhaus abhängig gemacht werden. Doch es macht einen großen Unterschied, ob ihr ein Gartenhaus auf einem ebenerdigen oder einem Grundstück in Hanglage errichten wollt.

Bei einem Grundstück in Hanglage, auf welches ihr ein Gartenhaus aufstellen wollt, muss der entsprechende Platz mit zusätzlicher Erde begradigt werden. Auch ist hier zu prüfen, ob eventuell eine Stützmauer notwendig wird.

Denkt beim Errichten des Gartenhauses auch immer an eure Nachbarn.

Fakt ist, auch wenn ihr alle eventuell notwendigen Genehmigungen für den Bau eures Gartenhauses vorliegen habt und euch an alle Vorschriften haltet, können sich eure Nachbarn beeinträchtigt fühlen. Sei es aufgrund der Sicht oder der Größe des Gartenhauses.

Um Streitigkeiten diesbezüglich von vornherein aus dem Weg zu gehen, solltet ihr eure Nachbarn deshalb vorab über das Vorhaben informieren. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass es für sie in Ordnung geht oder ihr findet einen Kompromiss, womit beide Seiten leben können.

Natürlich bleibt es aber euch überlassen, wie wichtig oder unwichtig euch die Beziehung zu euren Nachbarn ist. Um den Frieden mit den Nachbarn zu bewahren, kann eine Unterhaltung mit den direkt umliegenden Nachbarn aber nicht schaden.

Fazit

Ein Gartenhaus ist eine tolle Ergänzung für den heimischen Garten. Besonders viel Spaß macht es sicherlich, wenn ihr selbst handwerklich begabt seid und euer Häuschen selbst nach euren eigenen Vorstellungen erbaut.

Solange ihr alle Vorschriften einhaltet und eventuelle Baugenehmigungen eingeholt habt, sollte einem entspannten Aufenthalt in eurer Gartenlaube, dem Grillhaus oder dem Gartenpavillon nichts mehr im Wege stehen.

Bildquelle: Arno Smit | Unsplash

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