Fertighaus und Energiewende – Warum beides so gut zusammen passt

Da etwa ein Drittel des Energieverbrauchs in Deutschland in Privathäusern erfolgt, spielt die Energiewende für angehende Immobilienbesitzer eine immer wichtigere Rolle. Grund genug, um uns in diesem Beitrag etwas genauer mit der Begrifflichkeit und den Einfluss der Energiewende auf den Hausbau zu befassen.

Unter dem Begriff Energiewende versteht man den Übergang von fossilen Energieträgern und Kernenergie hin zu regenerativen Energien. Dieser Gedanke reicht in Deutschland bis in die 1970er Jahre zurück.

So erwuchs in der Bevölkerung nach der ersten Ölkrise im Jahr 1973 ein zunehmendes Umweltbewusstsein, das in den folgenden Jahren zunehmend Einfluss in der Politik gewann – auch auf internationaler Ebene. Unter anderem trat 2005 das im Jahr 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll in Kraft, worin sich die Industriestaaten dazu verpflichteten, verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen einzuhalten.

Damit soll langfristig auch der Gedanke der Nachhaltigkeit umgesetzt werden. Dieser besagt, dass die Bedürfnisse der aktuell lebenden Generation erfüllt werden sollten, ohne dass die Bedürfnisse nachfolgender Generationen darunter leiden müssen.

Genau das ist eben beim zunehmenden Verbrauch endlicher Ressourcen wie Kohle, Erdöl oder Erdgas nicht gegeben. Zudem ist die konventionelle Energiegewinnung mit Kernkraft mit erheblichen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden, wie die Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und im japanischen Fukushima gezeigt haben.

Doch auch die steigenden Energiekosten sind ein wesentliches Thema für Bauherren. Weil die meisten Personen eben nur einmal in ihrem Leben bauen, sollten sie schon in der Planungsphase ein Augenmerk auf die Kosten für Heizung und Strom legen. Diese lassen sich auf zwei Wege sehr gut reduzieren, bei einem individuellen und konventionellen Haus ebenso wie bei einem Fertighaus.

So lassen sich die Energiekosten senken

Der erste Schritt zur Energieeinsparung besteht darin, den Bedarf durch eine optimale Konstruktion sowie eine gute Wärmedämmung zu minimieren. Komplett wird die optimale Energieversorgung eines Hauses schließlich durch den Einsatz effizienter Heizverteilsysteme sowie moderner Haustechnik.

Und schließlich sollten Immobilienbesitzer daran denken, erneuerbare Energien wie Sonne, Wind oder Erdwärme bestmöglich in die eigene Energieversorgung zu integrieren. Etwa durch eine Solaranlage auf dem Dach oder ein kleines Windrad im Garten oder am Gebäude – sofern das örtliche Baurecht diese Maßnahme zulässt.

Entsprechende Anlagen werden durch besonders zinsgünstige Darlehen, eventuelle Zuschüsse und die sogenannte Einspeisevergütung gefördert. Diese sinkt jedoch alljährlich kontinuierlich, sodass die Einspeisung des selbst erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz zunehmend an finanzieller Attraktivität verliert.

Die bessere Alternative besteht langfristig also darin, möglichst viel von der selbst erzeugten Energie auch selbst zu verbrauchen. Allein dadurch lassen sich die monatlichen Fixkosten erheblich reduzieren.

Das Fertighaus als eine Säule der Energiewende

Wenn Sie den Gedanken der Nachhaltigkeit in Ihren eigenen vier Wänden verwirklichen möchten, sollten Sie sich für ein Fertighaus in Form eines Energieeffizienzhauses entscheiden. Derzeit sind in Deutschland insgesamt vier Arten dieser energiesparenden Häuser auf dem Markt:

Bei jedem dieser Haustypen steckt der Gedanke dahinter, dass die verbrauchte Energie bestmöglich im Haus zurück bleibt. Die entsprechenden Maßnahmen erstrecken sich über die gesamte Bauphase, wobei der Schlüssel zur Energieeinsparung in einer besonders effizienten Wärmedämmung liegt.

Weil Bauherren staatliche Förderungen für den Bau eines Energieeffizienzhauses in Anspruch nehmen können, wird deren Energieeffizienz nach bestimmten Richtlinien eingestuft. Die entsprechenden Vorschriften sind in der ENEV 2009 (Verordnung zur Einsparung von Energie) geregelt.

Die Förderung für diese sogenannten KfW-Effizienzhäuser besteht aus besonderen Krediten mit einer sehr langen Laufzeit und niedrigen Zinsen. Vergeben werden diese Darlehen von der KfW-Förderbank (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Welche weiteren Fördermittel gibt es für ein Fertighaus?

Neben diesen zinsverbilligten Darlehen gibt es noch weitere Fördermöglichkeiten, die auch miteinander kombiniert werden können. Allerdings werden damit keine Neubauten, sondern Sanierungen und Modernisierungsmaßnahmen staatlich gefördert. Dazu gehört beispielsweise die BAFA-Förderung, die Sie lediglich in Anspruch nehmen können, wenn Sie Ihre Heizung austauschen und die Wärme künftig mit erneuerbaren Energien erzeugen möchten.

Äußerst beliebt sind bei Bauherren Holzpellet-Heizungen, die mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz befeuert werden. Ein nachträglicher Einbau ist unter Umständen aber mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Der Grund: In der Nähe der Heizungsanlage muss ein Lagerraum für die Holzpellets zur Verfügung stehen oder nachträglich gebaut werden. Neben Biomasse-Anlagen werden von der BAFA auch energieeffiziente Wärmepumpen sowie Solarthermie-Anlagen gefördert.

Darüber hinaus haben auch die Bundesländer verschiedene Förderprogramme für energieeffizientes Bauen aufgelegt. Die Art der Förderung erfolgt ebenfalls über Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Allerdings unterscheiden sich die Modalitäten von Bundesland zu Bundesland.

Mit etwas Glück gibt es für Sie sogar einen Zuschuss zum Bau von Ihrer Stadt oder Gemeinde. Entsprechende Zuschüsse werden bundesweit von mehr als 700 Kommunen vergeben.

Sofern Sie einen Bausparvertrag abgeschlossen haben, können Sie mit der Wohnungsbauprämie eine weitere staatliche Förderung zur Schaffung von Wohneigentum beanspruchen. Diese wird jedoch nur ausgezahlt, wenn die Antragsteller unter der Einkommenshöchstgrenze von 25.600 Euro für Alleinstehende und 51.200 Euro für Ehepaare bleiben.

Nachhaltigkeit wird ausgezeichnet

Das DGNB-Nachhaltigkeitszertifikat wurde im Januar 2009 eingeführt, um die Nachhaltigkeit von Gebäuden auszeichnen zu können. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit dem damaligen Verkehrsministerium sowie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, die zwei Jahre zuvor gegründet worden war, ins Leben gerufen.

Die Bewertung erfolgt nach folgenden sechs Kriterien:

  • Standort,
  • Technik,
  • Prozesse,
  • Ökonomie,
  • Ökologie,
  • funktionale und soziale Aspekte.

Vergeben wird das Nachhaltigkeitszertifikat in Bronze, Silber, Gold und Platin. Wie leistungsfähig eine Immobilie ist, wird in jeder Kategorie separat bewertet. Damit das Zertifikat vergeben wird, ist eine gute Note in jeder Kategorie erforderlich, denn Schwächen in einem Segment können nicht durch besondere Stärken in anderen Segmenten ausgeglichen werden.

Eingeführt wurde dieses Zertifikat, weil in den vorher bestehenden Systemen noch Lücken bestanden. Zudem wurde es dadurch möglich, zusätzliche Qualitätskriterien mit aufzunehmen, die auch deutschen Regelungen und Normen entsprechen.

Ein Blick in die Glaskugel

Schon jetzt kann ein großer Teil an Energie durch nachhaltiges Bauen im Sinne der Energiewende eingespart werden. Dieser Anteil dürfte in den folgenden Jahren auch dank der zinsgünstigen Darlehen selbst ohne weitere Anreize wie die Einspeisevergütung noch weiter ansteigen. Der Grund: Bei den alternativen Möglichkeiten zur Energieerzeugung handelt es sich mittlerweile um etablierte Technologien, die wesentlich günstiger erhältlich sind, als noch vor wenigen Jahren.

Bildquelle: Karsten Würth | unsplash.com

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