Inhalt
- Warum der Bausparvertrag beim Hausbau wieder interessant wird
- Die aktuelle Zinsentwicklung: Warum der Vergleich so wichtig ist
- So funktioniert Bausparen
- Welche staatlichen Förderungen gibt es beim Bausparvertrag?
- Vorteile eines Bausparvertrags
- Bausparvertrag: Nachteile, die ihr kennen solltet
- Für wen ist ein Bausparvertrag beim Hausbau sinnvoll?
- Zählt ein Bausparvertrag als Eigenkapital?
- Welche Alternativen gibt es zum Bausparvertrag?
- Checkliste: Das solltet ihr vor Abschluss eines Bausparvertrags prüfen
- Ist Bausparen 2026 noch zeitgemäß?
- FAQ: Häufige Fragen zum Bausparvertrag beim Hausbau
Der Bausparvertrag galt lange als sichere Grundlage für den Weg ins Eigenheim. In der Niedrigzinsphase wurde er von vielen Bauherren jedoch kaum noch beachtet. Seit dem deutlichen Anstieg der Bauzinsen ist Bausparen wieder stärker in den Fokus gerückt. Doch lohnt sich ein Bausparvertrag beim Hausbau 2026 wirklich noch? Wir zeigen euch, wie Bausparen funktioniert, welche Vorteile und Nachteile es gibt, welche Förderungen ihr nutzen könnt und wann Alternativen sinnvoller sein können.
Wer ein Haus bauen möchte, braucht eine Finanzierung, die langfristig tragfähig ist. Dabei geht es nicht nur um möglichst niedrige Zinsen, sondern auch um Planungssicherheit, Eigenkapital, Fördermöglichkeiten und die spätere monatliche Belastung.
Genau hier setzt der Bausparvertrag an. Er verbindet eine Sparphase mit einem späteren Darlehensanspruch zu vorher festgelegten Konditionen. Das klingt zunächst attraktiv, ist aber nicht automatisch für jeden Bauherren die beste Lösung.
Das Wichtigste auf einen Blick
✓ Ein Bausparvertrag kann euch feste Darlehenszinsen für die Zukunft sichern.
✓ Besonders interessant ist Bausparen, wenn ihr erst in einigen Jahren bauen, kaufen oder modernisieren möchtet.
✓ Ein niedriger Darlehenszins allein reicht nicht aus: Abschlussgebühr, Guthabenzins, Zuteilung und spätere Rate müssen mitgerechnet werden.
✓ Staatliche Förderungen wie Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage und vermögenswirksame Leistungen können Bausparen attraktiver machen.
✓ Als reine Geldanlage ist ein Bausparvertrag meist weniger geeignet.
Warum der Bausparvertrag beim Hausbau wieder interessant wird
Jahrelang waren Bauzinsen so niedrig, dass viele Bauherren kaum über einen Bausparvertrag nachgedacht haben. Klassische Bankdarlehen waren günstig, lange Zinsbindungen attraktiv und Bausparen wirkte für viele eher wie ein Modell aus früheren Zeiten.
Das hat sich mit der Zinswende geändert. Seit 2022 liegen Bauzinsen deutlich über dem Niveau der Niedrigzinsjahre. Wer heute ein Haus bauen oder kaufen möchte, muss seine Finanzierung daher genauer planen. Schon kleine Zinsunterschiede können bei hohen Darlehenssummen große Auswirkungen auf die monatliche Rate und die Gesamtkosten haben.
Genau deshalb erlebt der Bausparvertrag wieder mehr Aufmerksamkeit. Laut Verband der Privaten Bausparkassen gibt es in Deutschland rund 21 Millionen Bausparverträge, zuletzt wurden rund 1,3 Millionen Neuabschlüsse gezählt. Bausparen ist also weiterhin ein relevanter Baustein der Immobilienfinanzierung.
Wichtig ist aber: Ein Bausparvertrag ersetzt in den meisten Fällen keine vollständige Baufinanzierung. Er ist eher ein Baustein, mit dem ihr Eigenkapital aufbauen, spätere Modernisierungen finanzieren oder euch Zinsen für die Zukunft sichern könnt.
Die aktuelle Zinsentwicklung: Warum der Vergleich so wichtig ist
Stand Juli 2026 bewegen sich Bauzinsen laut Finanztip je nach Zinsbindung, Beleihung und Bonität meist zwischen rund 3,6 und 4,3 Prozent pro Jahr. Damit liegen sie deutlich über dem Niveau der Niedrigzinsphase, aber weiterhin unter historischen Höchstständen früherer Jahrzehnte.
Auch die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank haben Einfluss auf das allgemeine Zinsumfeld. Die Bundesbank nennt mit Wirkung zum 17. Juni 2026 einen Zinssatz von 2,25 Prozent für die Einlagefazilität,
2,40 Prozent für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und 2,65 Prozent für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Gleichzeitig lag die Inflationsrate in Deutschland im Juni 2026 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts bei 2,3 Prozent.
Für euch als Bauherren bedeutet das: Die Zinsen können sich weiter verändern. Niemand weiß sicher, ob Bauzinsen in einigen Jahren höher, niedriger oder ähnlich hoch liegen werden. Ein Bausparvertrag kann euch deshalb Planungssicherheit geben, wenn ihr euch heute schon einen späteren Darlehenszins sichern möchtet.
Aber Vorsicht: Der festgelegte Darlehenszins ist nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend ist, ob der Vertrag insgesamt zu euch passt. Dazu gehören Abschlussgebühr, Guthabenzins, Zuteilungszeitpunkt, Tilgungsrate und mögliche Förderungen.
So funktioniert Bausparen
Ein Bausparvertrag besteht aus zwei Phasen: der Sparphase und der Darlehensphase. In der ersten Phase zahlt ihr regelmäßig Geld ein.
Nach Erreichen bestimmter Voraussetzungen kann der Vertrag zugeteilt werden. Dann könnt ihr euch das angesparte Guthaben auszahlen lassen und zusätzlich ein Bauspardarlehen nutzen.
Bausparsumme festlegen
Zu Beginn legt ihr die sogenannte Bausparsumme fest. Sie bestimmt, wie viel Geld euch später insgesamt zur Verfügung stehen soll – also angespartes Guthaben plus mögliches Bauspardarlehen.
Ein Beispiel: Ihr vereinbart eine Bausparsumme von 100.000 Euro. Dann spart ihr zunächst einen bestimmten Anteil an, häufig etwa 40 bis 50 Prozent. Der Rest kann später als Bauspardarlehen ausgezahlt werden, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Die richtige Bausparsumme hängt von eurem Ziel ab. Wollt ihr Eigenkapital für den späteren Hausbau aufbauen? Möchtet ihr eine Modernisierung finanzieren? Oder soll der Bausparvertrag später ein bestehendes Bankdarlehen ergänzen? Je genauer ihr euer Ziel kennt, desto besser lässt sich der Vertrag auswählen.
Sparphase
In der Sparphase zahlt ihr monatlich oder in unregelmäßigen Abständen Geld ein. Je nach Tarif könnt ihr auch Sonderzahlungen leisten. Achtet dabei darauf, ob diese jederzeit möglich sind oder ob es Einschränkungen gibt.
Der Guthabenzins ist bei vielen Bausparverträgen eher niedrig. Deshalb eignet sich Bausparen nur bedingt als reine Geldanlage. Der eigentliche Vorteil liegt darin, dass ihr euch ein späteres Darlehen zu vorher festgelegten Konditionen sichern könnt.
Bekommt ihr von eurem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen, kann ein Bausparvertrag zusätzlich interessant sein. Dann fließt ein monatlicher Betrag des Arbeitgebers in euren Vertrag, den ihr unter bestimmten Voraussetzungen mit staatlicher Förderung kombinieren könnt.
Zuteilungsreife
Ein Bausparvertrag wird nicht automatisch zu einem festen Datum ausgezahlt. Er muss zunächst zuteilungsreif sein. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, zum Beispiel ein Mindestguthaben, eine Mindestlaufzeit und eine ausreichende Bewertungszahl.
Das ist ein wichtiger Punkt: Der genaue Zuteilungszeitpunkt ist nicht immer garantiert. Wenn ihr das Geld zu einem bestimmten Termin für euren Hausbau braucht, solltet ihr deshalb sehr genau prüfen, ob der Vertrag zu eurem Zeitplan passt.
Bauspardarlehen nutzen
Nach der Zuteilung könnt ihr das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Dieses Darlehen ist in der Regel zweckgebunden. Ihr müsst es also wohnwirtschaftlich verwenden, etwa für den Hausbau, den Immobilienkauf, eine Modernisierung oder energetische Maßnahmen an eurer Immobilie.
Der Vorteil: Der Darlehenszins wurde bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Steigen die Bauzinsen später deutlich, kann das ein echter Pluspunkt sein. Sinken die Marktzinsen dagegen, kann ein klassisches Bankdarlehen günstiger sein.
Rückzahlung des Bauspardarlehens
Sobald ihr das Bauspardarlehen nutzt, beginnt die Rückzahlung. Die Tilgung ist bei Bauspardarlehen häufig höher als bei klassischen Annuitätendarlehen. Dadurch ist das Darlehen schneller zurückgezahlt, die monatliche Belastung kann aber spürbar steigen.
Gerade wenn ihr parallel noch ein größeres Bankdarlehen für euren Hausbau zurückzahlt, solltet ihr die Doppelbelastung genau berechnen. Eine niedrige Verzinsung hilft wenig, wenn die monatliche Rate später nicht zu eurem Budget passt.
Was passiert, wenn ihr das Darlehen nicht nutzt?
Ihr könnt auf das Bauspardarlehen verzichten und euch nur das angesparte Guthaben auszahlen lassen. Ohne staatliche Förderung seid ihr bei der Verwendung grundsätzlich flexibler.
Habt ihr jedoch Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage oder andere Förderungen erhalten, ist die Verwendung meist an wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden. Es gibt Ausnahmen, etwa bei jungen Sparern unter bestimmten Voraussetzungen.
Prüft deshalb vor Vertragsabschluss genau, welche Förderbedingungen für euch gelten.
Welche staatlichen Förderungen gibt es beim Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag kann durch Förderungen interessanter werden. Besonders wichtig sind die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmer-Sparzulage und vermögenswirksame Leistungen. Ob ihr davon profitiert, hängt unter anderem von eurem Einkommen, eurem Alter, der Einzahlungshöhe und der späteren Verwendung ab.
Wohnungsbauprämie
Die Wohnungsbauprämie unterstützt private Sparleistungen für wohnwirtschaftliche Zwecke. Nach Angaben der Verbraucherzentrale beträgt sie 10 Prozent auf förderfähige Einzahlungen.
Maximal gefördert werden 700 Euro pro Jahr bei Alleinstehenden und 1.400 Euro bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften. Daraus ergeben sich maximal 70 Euro beziehungsweise 140 Euro Prämie pro Jahr.
Die Einkommensgrenze liegt bei einem zu versteuernden Einkommen von 35.000 Euro für Alleinstehende und 70.000 Euro für Ehepaare. Wichtig: Es geht nicht um euer Bruttoeinkommen, sondern um das zu versteuernde Einkommen.
Arbeitnehmer-Sparzulage
Wenn ihr vermögenswirksame Leistungen in einen Bausparvertrag einzahlt, kann zusätzlich die Arbeitnehmer-Sparzulage infrage kommen. Laut Bundesfinanzministerium gelten seit 2024 Einkommensgrenzen von 40.000 Euro für Ledige beziehungsweise 80.000 Euro bei Zusammenveranlagung.
Beim Bausparen werden in der Regel bis zu 470 Euro Sparleistung pro Jahr mit 9 Prozent gefördert. Das ergibt maximal 43 Euro Arbeitnehmer-Sparzulage pro Jahr für Alleinstehende. Bei Ehepaaren oder Lebenspartnerschaften kann der Betrag entsprechend höher ausfallen, wenn beide anspruchsberechtigt sind.
Vermögenswirksame Leistungen
Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillige oder tariflich vereinbarte Zahlungen des Arbeitgebers. Viele Arbeitgeber zahlen einen monatlichen Betrag, den ihr zum Beispiel in einen Bausparvertrag einzahlen könnt.
Ob sich das lohnt, hängt vom Tarif, der Höhe der Arbeitgeberleistung und eurer Förderberechtigung ab. Wenn ihr die Leistungen ohnehin bekommt, solltet ihr sie nicht ungenutzt lassen. Prüft aber auch hier, ob ein Bausparvertrag oder eine andere VL-Anlage besser zu eurem Ziel passt.
Förderungen richtig prüfen
☐ Habt ihr Anspruch auf Wohnungsbauprämie?
☐ Zahlt euer Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen?
☐ Kommt die Arbeitnehmer-Sparzulage für euch infrage?
☐ Ist die spätere Verwendung wohnwirtschaftlich geplant?
☐ Passt die Förderung zum Vertrag oder frisst die Abschlussgebühr den Vorteil wieder auf?
Vorteile eines Bausparvertrags
Ein Bausparvertrag kann mehrere Vorteile haben. Entscheidend ist, dass ihr ihn nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eurer gesamten Baufinanzierung.
- Planungssicherheit: Der spätere Darlehenszins wird bereits bei Vertragsabschluss festgelegt.
- Eigenkapitalaufbau: Ihr spart gezielt Geld für Hausbau, Kauf oder Modernisierung an.
- Fördermöglichkeiten: Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage und vermögenswirksame Leistungen können den Vertrag attraktiver machen.
- Modernisierung: Bauspardarlehen eignen sich oft für kleinere oder mittlere Modernisierungsmaßnahmen.
- Flexibilität nach Zuteilung: Das Darlehen muss in vielen Fällen nicht sofort abgerufen werden.
- Unabhängigkeit von späteren Marktzinsen: Steigen die Bauzinsen stark, kann der gesicherte Darlehenszins ein Vorteil sein.
Besonders sinnvoll kann ein Bausparvertrag sein, wenn ihr heute noch nicht baut, aber in einigen Jahren sicher mit einem Immobilienprojekt rechnet. Dann verschafft ihr euch einen festen Rahmen für einen Teil eurer späteren Finanzierung.
Bausparvertrag: Nachteile, die ihr kennen solltet
So solide Bausparen auf den ersten Blick wirkt, es gibt auch klare Nachteile. Diese solltet ihr vor Vertragsabschluss unbedingt prüfen.
- Abschlussgebühr: Laut Verbraucherzentrale liegt die Abschlussgebühr je nach Anbieter häufig bei 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme.
- Niedrige Guthabenzinsen: Als reine Sparanlage ist ein Bausparvertrag oft wenig attraktiv.
- Unsicherer Zuteilungszeitpunkt: Der Vertrag ist erst nutzbar, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.
- Hohe Tilgungsraten: Bauspardarlehen müssen oft schneller zurückgezahlt werden als klassische Bankdarlehen.
- Gesamtkosten schwer vergleichbar: Ein niedriger Darlehenszins kann durch Gebühren und niedrige Guthabenzinsen relativiert werden.
- Nicht immer passender Zeitpunkt: Wenn ihr kurzfristig bauen wollt, kommt ein neu abgeschlossener Bausparvertrag meist zu spät.
Zusätzliche Entgelte solltet ihr ebenfalls genau prüfen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bestimmte Bausparkassenentgelte in der Sparphase gerichtlich beanstandet wurden. Weitere Informationen dazu findet ihr bei der Verbraucherzentrale.
Lasst euch daher alle Kosten transparent aufschlüsseln. Entscheidend ist nicht, welcher Zinssatz besonders niedrig aussieht, sondern welche Gesamtkosten euch über die gesamte Laufzeit entstehen.
Für wen ist ein Bausparvertrag beim Hausbau sinnvoll?
Ein Bausparvertrag ist vor allem dann sinnvoll, wenn ihr ein klares wohnwirtschaftliches Ziel habt und Planungssicherheit höher bewertet als maximale Rendite.
Das kann auf euch zutreffen, wenn:
- ihr in einigen Jahren bauen oder kaufen möchtet,
- ihr gezielt Eigenkapital für euer Traumhaus aufbauen wollt,
- ihr euch gegen steigende Bauzinsen absichern möchtet,
- ihr vermögenswirksame Leistungen oder staatliche Förderungen nutzen könnt,
- ihr später eine Modernisierung, Sanierung oder energetische Maßnahme plant,
- ihr Wert auf feste Raten und klare Konditionen legt.
Weniger geeignet ist ein Bausparvertrag, wenn ihr nur Geld anlegen möchtet, kurzfristig maximale Flexibilität braucht oder noch gar kein konkretes Immobilienziel habt. Auch wenn ihr euer Haus sehr zeitnah bauen möchtet, hilft euch ein neu abgeschlossener Bausparvertrag meist nicht rechtzeitig weiter.
Wenn ihr bereits ein angespartes Bausparguthaben habt, kann es dagegen ein wertvoller Eigenkapitalbaustein sein. In unserem Beitrag zur Baufinanzierung ohne Eigenkapital zeigen wir euch, welche Rolle vorhandene Geldquellen bei der Finanzierung spielen können.
Zählt ein Bausparvertrag als Eigenkapital?
Das angesparte Guthaben aus einem Bausparvertrag kann grundsätzlich als Eigenkapital in eure Baufinanzierung einfließen. Das verbessert häufig eure Ausgangslage bei der Bank, weil ihr weniger Fremdkapital benötigt.
Der noch nicht ausgezahlte Darlehensanteil ist dagegen kein Eigenkapital, sondern ein weiteres Darlehen. Er kann eure Finanzierung ergänzen, erhöht aber auch eure monatliche Belastung.
Plant deshalb nicht nur mit der Bausparsumme, sondern trennt klar zwischen angespartem Guthaben und späterem Bauspardarlehen. Für eure Gesamtfinanzierung ist entscheidend, wie viel eigenes Geld ihr tatsächlich einbringen könnt und welche Kreditraten anschließend tragbar sind.
Weitere Grundlagen zur Finanzierungsplanung findet ihr in unseren Tipps zur Baufinanzierung.
Welche Alternativen gibt es zum Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag ist nicht die einzige Möglichkeit, Geld für den Hausbau anzusparen oder eine Finanzierung planbarer zu machen. Je nach Ziel kommen verschiedene Alternativen infrage.
Tagesgeld und Festgeld
Wenn ihr flexibel sparen möchtet, können Tagesgeld oder Festgeld sinnvoll sein. Tagesgeld bleibt verfügbar, Festgeld bietet meist einen festen Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit. Dafür habt ihr keinen Anspruch auf ein späteres Immobiliendarlehen.
ETF- oder Fondssparplan
Für längere Anlagezeiträume können auch ETF– oder Fondssparpläne infrage kommen. Sie bieten höhere Renditechancen, sind aber mit Wertschwankungen verbunden. Geld, das ihr zu einem festen Zeitpunkt für den Hausbau braucht, sollte deshalb nicht zu riskant angelegt werden.
Annuitätendarlehen mit langer Zinsbindung
Beim klassischen Annuitätendarlehen zahlt ihr eine gleichbleibende Rate aus Zins und Tilgung. Eine lange Zinsbindung kann euch ebenfalls Planungssicherheit geben. Sie eignet sich besonders, wenn ihr bereits konkret bauen oder kaufen wollt.
KfW-Förderung und weitere Förderprogramme
Beim Neubau solltet ihr immer prüfen, ob Förderprogramme infrage kommen. Dazu zählen zum Beispiel KfW-Programme für klimafreundliches Bauen oder Förderungen einzelner Bundesländer und Kommunen.
Einen Überblick zum KfW-Programm findet ihr in unserem Beitrag zum Klimafreundlichen Neubau.
Checkliste: Das solltet ihr vor Abschluss eines Bausparvertrags prüfen
Bevor ihr einen Bausparvertrag unterschreibt, solltet ihr verschiedene Angebote vergleichen und euch nicht nur vom niedrigen Darlehenszins leiten lassen.
- Wie hoch ist die Abschlussgebühr?
- Welche Guthabenzinsen bekommt ihr in der Sparphase?
- Wie hoch ist der effektive Darlehenszins?
- Wann ist der Vertrag voraussichtlich zuteilungsreif?
- Wie hoch ist die spätere monatliche Rate?
- Sind Sondertilgungen möglich?
- Welche laufenden Entgelte oder Servicepauschalen fallen an?
- Könnt ihr Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmer-Sparzulage nutzen?
- Passt der Vertrag zu eurem geplanten Bauzeitpunkt?
- Welche Alternativen schneiden im Vergleich besser ab?
Lasst euch idealerweise mehrere Varianten durchrechnen: mit und ohne Bausparvertrag, mit klassischem Annuitätendarlehen, mit Förderdarlehen und mit unterschiedlichen Zinsbindungen. Erst dann seht ihr, welche Lösung für euch wirklich tragfähig ist.
Ist Bausparen 2026 noch zeitgemäß?
Bausparen ist weder automatisch überholt noch automatisch die Ideallösung. Es ist ein Finanzierungsbaustein, der zu bestimmten Situationen gut passt und in anderen Fällen unnötig teuer oder unflexibel sein kann.
Seine größte Stärke ist die Planungssicherheit. Wenn ihr davon ausgeht, dass ihr in einigen Jahren bauen, kaufen oder modernisieren möchtet, kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein. Besonders dann, wenn ihr Förderungen nutzen könnt und der spätere Darlehenszins im Vergleich attraktiv ist.
Seine Schwächen liegen vor allem in den Kosten, niedrigen Guthabenzinsen und der nicht immer sicheren Zuteilung zum gewünschten Zeitpunkt. Als reine Sparanlage ist ein Bausparvertrag daher meist nicht die beste Wahl.
Unser Fazit: Prüft Bausparen nicht nach Bauchgefühl, sondern mit konkreten Zahlen. Wenn der Vertrag zu eurem Bauzeitpunkt, eurem Budget und eurer gesamten Finanzierung passt, kann er ein sinnvoller Baustein sein. Wenn nicht, seid ihr mit Tagesgeld, Festgeld, einem klassischen Annuitätendarlehen oder Förderdarlehen oft besser aufgestellt.
FAQ: Häufige Fragen zum Bausparvertrag beim Hausbau
Ihr möchtet wissen, ob ein Bausparvertrag zu eurer Baufinanzierung passt? In unseren häufig gestellten Fragen findet ihr die wichtigsten Antworten zu Kosten, Förderungen, Eigenkapital und den Einsatzmöglichkeiten beim Hausbau.
Lohnt sich ein Bausparvertrag 2026 noch?
Wie hoch sind die Kosten beim Bausparvertrag?
Zählt ein Bausparvertrag als Eigenkapital?
Welche Förderungen gibt es für Bausparer?
Was ist besser: Bausparvertrag oder Annuitätendarlehen?
Noch mehr Infos zum Hausbau?
Bildquelle: © Robert Kneschke | stock.adobe.com
3 Kommentare zu „Bausparvertrag beim Hausbau: Sinnvoll oder längst überholt?“