Bundesförderung für effiziente Gebäude: Fristen, Vorteile und Antragstellung

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Mit einer ausgewogenen Energieeffizienz eures Hauses spart ihr bares Geld. Durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind Standards vorgegeben, die bei Neubauten und Sanierungen zu erreichen sind. Dafür gibt es staatliche Förderungen: Ab 2021 startet die neue BEG. Wie ihr die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim Neubau nutzt, erfahrt ihr hier.

Für den Hausbau gibt es staatliche Zuschüsse für energieeffizientes Bauen. Doch wo und wie beantragt ihr diese?

Um das Wirrwarr etwas zu entzerren, hat der Staat mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) verschiedene Angebote von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (der KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in einem Programm zusammengeführt.

Bundesförderung für effiziente Gebäude – was ist das?

Wer ein neues Haus plant oder eine Bestandsimmobilie saniert, kann die BEG beantragen. Die Förderung ist für Wohngebäude und Nichtwohngebäude möglich. Die Bundesförderung für Gebäude beantragen können:

  • Einzelpersonen
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • kommunale Träger
  • gemeinnützige Organisationen
  • Unternehmen und Freiberufler
  • Wohnungsbaugenossenschaften

Der Antrag muss vor Beauftragung von Leistungs- oder Lieferverträgen erfolgen und durch einen ausgewiesenen Fachhandwerker ausgeführt werden. Es können sowohl Zuschüsse als auch Kredite beantragt werden.

Das Förderprogramm untergliedert sich in drei große Bereiche:

Bundesförderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Die Bundesförderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM) richtet sich an Sanierungsvorhaben von Bestandsimmobilien. Bereits ab einem Gebäudealter von fünf Jahren können Arbeiten an der Gebäudehülle (z. B. Dämmarbeiten, Ersatz von Fenstern und Türen), Einbau einer Lüftungsanlage und Heizungstausch und -optimierung gefördert werden.

Förderrichtlinie für Wohngebäude (BEG WG)

Die BEG-Förderung für Wohngebäude (BEG WG) kann genutzt werden, um einen Effizienzhausstandard zu erreichen. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen. Sämtliche Arbeiten, inklusive Dämmung und Optimierung der Heizung, werden gefördert.

Bundesförderung für Nichtwohngebäude (BEG NWG)

Die Bundesförderung für Nichtwohngebäude (BEG NWG) entspricht der BEG-Förderung für Wohngebäude im Bereich der Nichtwohngebäude. Spannend wird es also für alle, die ein Eigenheim planen, ihr Haus energetisch auf Vordermann bringen oder landwirtschaftliche und gewerblich genutzte Bauten effizient ausrichten wollen.

Welche Förderungen gibt es?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) übernimmt die Finanzierung der Förderung. Die BEG vereint die Förderung zum Einsatz erneuerbarer Energien mit der Energieeffizienz. Speziell die BEG WG ist entscheidend für neue Baupläne.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim Neubau setzt sich speziell für energieeffizientes Bauen (unter Berücksichtigung von durch das BMI anerkannten Nachhaltigkeitszertifikaten), den Einsatz erneuerbarer Energien und die Förderung von Digitalisierungsmaßnahmen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung ein.

Dabei werden Komplettvorhaben und Einzelmaßnahmen gefördert, zum Beispiel:

  • Anlagentechnik (außer Heizung),
  • Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik),
  • Fachplanung und Baubegleitung,
  • Heizungsoptimierung
  • und die Optimierung der Gebäudehülle

Voraussetzung ist, dass der Antrag vor Beginn der Arbeiten gestellt wird. Die Expertise eines Energieberaters ist nicht zwingend notwendig, wird jedoch ebenfalls über die Fachplanung und Baubegleitung gefördert.

Der Fördersatz wächst mit höherer Einbindung erneuerbarer Energien. Eine erhöhte Förderung erhalten Projekte des nachhaltigen Bauens mit entsprechender Zertifizierung als NH-Klassen und Heizungsanlagen, die erneuerbare Energien nutzen, als EE-Klassen. Außerdem gibt es erstmals Förderungen bei Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung.

Welche Förderung die passende ist, richtet sich nach dem Bauvorhaben und den Möglichkeiten. Wenn ihr die BEG beantragen wollt, ist es sinnvoll, einen Experten einzubeziehen. Das hat mehrere Vorteile:

  1. Ein individuelles Konzept kann dadurch erarbeitet werden.
  2. Es spart Zeit und mindert die Fehlerquote beim Ausfüllen des Antrags.
  3. Die entstehenden Kosten können mit in die Förderung aufgenommen werden.

Gewährt wird die Förderung als Kredit mit Tilgungszuschuss (hier muss zurückgezahlt werden) oder als Zuschuss (lohnt sich bei ausreichend Eigenkapital). Außerdem gibt es weiterhin die Möglichkeit, Handwerkerkosten in Höhe von 6.000 Euro pro Jahr zu 20 Prozent von der Steuer abzusetzen, sodass sich ein Bonus von 1.200 Euro pro Jahr ergibt.

EE-Paket? NH-Paket? Plus-Paket?

Hierbei geht es um die Energieeffizienzklassen von A+ mit den besten Werten bis zu H mit der ungünstigsten Energieeffizienz. Erfasst wird die Energieeffizienzklasse eures Hauses im Energieausweis, den unter anderem qualifizierte Handwerker, Ingenieure oder euer Architekt ausstellen.

Gefördert werden sollen besonders ambitionierte Projekte, die über die Standards im niedrigen Primärenergiebedarf und baulichen Wärmeschutz hinausgehen. Dabei richtet sich die Höhe der Förderung nach der zu erreichenden energetischen Qualität eures Hauses.

Die EE-Klassen werden zusätzlich durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim Neubau mit um fünf Prozentpunkte angehobenen Fördersätzen belohnt. Der Endenergiebedarf muss bei der Förderung durch das EE-Paket zu mindestens 55 Prozent Wärme aus erneuerbaren Energien beziehen. Dazu zählen die Solarthermie, die Nutzung von Geothermie mittels Wärmepumpe sowie die Verfeuerung fester und gasförmiger Biomasse. Die Höchstsumme der förderfähigen Kosten wurde von 120.000 auf 150.000 Euro erhöht.

Das NH-Paket bezieht sich auf Neubauten in der Errichtung und im Ersterwerb. Dabei müssen Effizienzklassen erreicht werden, die durch das Nachhaltigkeitszertifikat belegt werden. Es gelten die Anforderungen des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude” des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Eine Kombination von EE- und NH-Paket ist in der Bundesförderung für effiziente Gebäude beim Neubau nicht möglich.

Weiterhin gefördert wird im Plus-Paket der Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien. Dazu müssen die Anforderungen an das EE-Paket erfüllt werden und die Installation

vorhanden sein.

Gefördert werden Photovoltaikanlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die zu hundert Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, Kleinwindkraftanlagen (Wind-Energie-Anlagen nach DIN V 18599–9) und Kombinationen dieser Techniken.

Fristen, Fristen, Fristen – wer beantragt wo bis wann was?

Seit dem 2. Januar 2021 könnt ihr Zuschüsse für die BEG-Einzelmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude beim Neubau beantragen. Der Antrag kann online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

Ab dem 1. Juli 2021 könnt ihr eine Kreditförderung für die Einzelmaßnahmen sowie einen Kredit oder Zuschuss für Neubauten und Vollsanierungen direkt bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Um einen Zuschuss zu erhalten, müssen mindestens 2.000 Euro selbst aufgebracht werden. Bis zum 30. Juni 2021 ist es auch noch möglich, die Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ bei der KfW zu nutzen.

Zukünftig reicht ein Antrag aus, um alle Förderangebote zu nutzen. Dazu wendet ihr euch entweder an das BAFA oder die KfW. Die Beantragung muss unbedingt vor Baubeginn bzw. Umsetzung der geplanten Maßnahmen erfolgen. Angebote und Planungsleistungen sollten erbracht werden, den Auftrag an das Handwerksunternehmen solltet ihr aber noch nicht erteilen.

Die Zuschussförderung ist an Fristen gebunden. Grundsätzlich werden 24 Monate zur Umsetzung gewährt. Kommt es in der Zeit zu Herausforderungen, die ihr nicht verschuldet, kann ein Antrag gestellt werden, um den Bewilligungszeitraum noch einmal auf maximal 24 Monate zu erweitern. Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums muss die erfolgte Umsetzung der Maßnahme nachgewiesen werden.

Die Beantragung könnt ihr als Bauherr und Eigentümer selbst übernehmen oder gemeinsam mit eurem Architekten, dem Ansprechpartner eures Hausbauunternehmens oder dem Energieberater durchführen. Ohnehin muss eine technische Projektbeschreibung (TBP) für den Antrag erstellt werden, die die geplante Maßnahme genau beschreibt.

Weitere Fragen, Unterlagen und Formulare

Um herauszufinden, welche Förderung am besten zu eurem Vorhaben passt, könnt ihr euch online beim BAFA über den Förderwegweiser Energieeffizienz informieren. Dort findet ihr auch einen direkten Ansprechpartner.

Empfohlen wird die Planung mit einem qualifizierten Experten für Energieeffizienz. Dafür gewährt das BAFA ebenfalls einen Zuschuss. Energieberater, die für das Förderprogramm zugelassen sind, erhalten diesen direkt.

Die Unterlagen und Formulare für die KfW werden über die Bank eurer Wahl vorbereitet und an die KfW weitergeleitet. Bis zur Entscheidung dauert es etwa vier Wochen. Sobald die Zusage vorliegt, könnt ihr dem Bauunternehmen das Go geben und mit den geplanten Maßnahmen beginnen.

Ist die bewilligte Maßnahme umgesetzt, müssen die Belege über die Bank eingereicht werden. Erst nach Prüfung der Nachweise, die die förderungsgemäße Verwendung belegen, zahlt die KfW den Zuschuss zur Tilgung eines Kredits oder Ergänzung der selbst erbrachten Summe aus.

Die Vorteile der BEG für angehende Bauherren auf einen Blick

Was die BEG bringt, seht ihr hier noch einmal zusammengefasst:

  • Vereinfachung der Antragstellung: Mit einem Antrag können sämtliche Förderangebote genutzt werden. Das spart Zeit, Geld und jede Menge Stress. Formulare müssen nur einmal ausgefüllt und Unterlagen nur einmal zur Antragstellung eingereicht werden. Die Nachweise erfolgen nach Umsetzung der Positionen.
  • Die Antragstellung ist online möglich: Das spart eine Menge Zeit. Die Bearbeitung soll innerhalb von vier Wochen erfolgen.
  • Die Förderung lässt sich als Zuschuss oder in Form eines Kredits beantragen. Das kommt individuellen Bedürfnissen entgegen und erweitert den finanziellen Spielraum.
  • Die Höchstsumme der förderfähigen Kosten wurde von 120.000 Euro auf 150.000 Euro erhöht.
  • Bauberatung wird verstärkt gefördert: Das hilft bei der nachhaltigen Planung der eigenen Projekte und bei der Stellung des Antrags selbst.

Bei allen spezifischen Fragen ist es sinnvoll, sich zusätzlich Rat einzuholen. Da dieser bezuschusst wird, solltet ihr darauf zurückgreifen. Außerdem kommen zu der finanziellen Förderung beim Hausbau mindestens noch drei weitere Vorteile hinzu, zum Beispiel:

  • das gute Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun
  • die Ersparnis bei den Betriebskosten
  • eine Verbesserung der Wohnqualität nach euren Vorstellungen

Es lohnt sich also, sich einmal ausführlich mit den Paragrafen und Förderrichtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude beim Neubau zu beschäftigen. Die Zeit ist gut investiert. Mit der Energieberatung vor dem Hausbau verschafft ihr euch einen realistischen Überblick und könnt einschätzen, welche Maßnahmen ihr umsetzen wollt.

Bildquelle: nattanan23 | pixabay.com

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