Balkon, Terrasse oder vielleicht doch lieber beides?

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Ihr plant einen Hausbau und steht nun vor der Frage: Balkon oder Terrasse? Für eines von beiden solltet ihr euch auf jeden Fall entscheiden, denn sie sind ein hervorragender Rückzugsort und Platz zum Entspannen. Was es letztendlich wird, ist sicher in erster Linie vom vorhandenen Platzangebot und den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Wir verraten, wo die Vorzüge beider Bauarten liegen und worauf es bei der Planung ankommt.

Egal ob Balkon oder Terrasse: Eine optimale Gestaltung des Outdoorbereiches ist bei der Hausplanung von entscheidender Bedeutung. Plant also unbedingt Platz für ein geselliges Beisammensein mit eurer Familie und den Freunden beziehungsweise einen Rückzugsort für euch selbst ein. Besonders wenn ihr keinen großen Garten habt, ist ein Balkon oder auch eine Terrasse schon beinahe Pflicht beim Hausbau. Dann habt ihr einen Ort, an dem ihr die Sonnenstrahlen genießen könnt, Platz für eure Pflanzen und für eure Kinder zum Spielen.

Unterschiede zwischen Balkon und Terrasse

Die meisten Leute meinen, den wesentlichen Unterschied zwischen Balkon und Terrasse zu kennen. Scheinbar sagt der Name schon alles aus: Im Wort Terrasse versteckt sich „Terra“, was im Lateinischen so viel wie Boden bedeutet. Es liegt also nahe zu vermuten, dass eine Terrasse sich ebenerdig befindet, während der Balkon meist höher gebaut ist.

Doch gibt es auch Dachterrassen, die sich eben nicht direkt am Boden befinden. Eine überdachte und schmal geschnittene Terrasse hingegen wird als Veranda bezeichnet. Loggia, Freisitz und Dachgarten sind weitere Begriffe, die euch im Rahmen eures Neubaus unter Umständen begegnen.

Laut aktueller Begriffsdefinition ist ein Balkon eine Plattform am Gebäude, die über dem Gebäudeniveau liegt. Die Terrasse wiederum befindet sich auf dem Niveau des Bodens. Eine Terrasse dient nicht nur dem gemütlichen Beisammensein, sondern kann auch den dahinter befindlichen Eingangsbereich vor Witterungseinflüssen aller Art schützen.

Die richtige Ausrichtung

Habt ihr für euren Hausbau einen Architekten oder einen Fertighausanbieter beauftragt, wird er euch nützliche Tipps für den Bau von Balkon oder Terrasse geben. Von entscheidender Bedeutung ist die Ausrichtung, denn sicher möchtet ihr so viele Sonnenstunden wie möglich nutzen. Dann ist eine Süd-West-Ausrichtung optimal. Hier könnt ihr vom Vormittag bis in den späten Nachmittag hinein von Sonneneinstrahlung profitieren. Bei hochsommerlichen Temperaturen kann das allerdings auch von Nachteil sein und eure Pflanzen könnten unter der starken Hitze leiden.

Die Ausrichtung des Balkons oder der Terrasse muss natürlich immer den persönlichen Vorlieben angepasst werden. Habt ihr zum Beispiel kleine Kinder, die lieber im Schatten als in der Sonne spielen sollen, ist eine Westterrasse ideal.

Wenn ihr die lauen Abendstunden im Sommer genießen und einen traumhaften Sonnenuntergang erleben möchtet, ist ein Westbalkon ideal. Seid ihr hingegen eher Morgenmenschen und möchtet ein ausgiebiges Frühstück auf Balkon oder Terrasse im Sonnenschein verbringen, ist ein nach Osten ausgerichteter Balkon ideal. Für Balkonpflanzungen ist diese Art des Balkons übrigens auch ideal: Wenn die Sonne am Mittag ihren höchsten Stand erreicht, bekommen die Pflanzen durch die Hauswand Schatten und sind keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Zu guter Letzt sollte die Nordterrasse nicht unerwähnt bleiben. Diese Ausrichtung können wir aber nicht wirklich empfehlen, denn hier werdet ihr zu keiner Tageszeit wirklich von der Sonne verwöhnt.

Welche Eigenschaften hat ein Balkon?

Der Balkon ist an das Obergeschoss eines Hauses angeschlossen, wobei zwei Bauarten möglich sind: Der freitragende oder der auf Stützen errichtete Balkon. Grundsätzlich ist der Balkon kleiner als die Terrasse und bietet daher nur Platz für eine begrenzte Anzahl an Personen. Der Vorteil dabei: Durch die geringere Größe eines Balkons müsst ihr weniger Zeit für die Reinigung und Pflege einplanen.

Der Balkon ist nicht unbedingt eine preisgünstige Anschaffung: Je nach Größe, Material und Konstruktion müsst ihr mit Kosten von mindestens 10.000 Euro rechnen. Fehlt euch dieses Budget beim Hausbau, könnt ihr einen Balkon problemlos später nachrüsten lassen. Fertigbalkone sind dann die preisgünstigste Wahl.

Die wesentlichen Vorteile eines Balkons liegen trotz seiner geringeren Größe auf der Hand: Von hier aus genießt ihr einen unverbauten Weitblick in die Ferne und könnt am Abend den Sonnenuntergang genießen. Bedingt durch seine Höhe seid ihr beim Balkon zudem vor den neugierigen Blicken eurer Nachbarn geschützt, was bei einer Terrasse nicht immer der Fall ist. Hier müsst ihr unter Umständen einen Sichtschutz anbringen.

Welche Eigenschaften und Vorteile hat eine Terrasse?

Eine Terrasse ist in den meisten Fällen größer als ein Balkon, was ihr wesentlicher Vorteil ist. Ihr plant ausgelassene Feiern und Grillfeste im Sommer? Dann ist eine Terrasse definitiv besser geeignet. Auch bietet die Terrasse ausreichend Platz für viele Pflanzen, sodass ihr euch euren eigenen kleinen Wohlfühlbereich schaffen könnt. Auf dem Balkon hingegen ist das Platzangebot für Pflanzen begrenzt.

Der Bau einer Terrasse ist für ambitionierte Heimwerker problemlos in Eigenregie möglich, was bei einem Balkon nicht der Fall ist. Ein weiterer Vorteil der Terrasse: Sie kann barrierefrei gestaltet werden, sodass Rollstuhlfahrer keine Probleme mit dem Zugang haben. Die Kosten für eine Terrasse sind natürlich von deren Größe abhängig. Ihr könnt diese also minimieren, wenn ihr auf einige Quadratmeter verzichtet.

Am günstigsten wird eure Terrasse, wenn ihr die Verlegearbeiten selbst übernehmt. Rechnet für das reine Material mit Kosten von etwa 50 Euro pro Quadratmeter. Wenn ihr dann eine professionelle Firma für die Verlegung beauftragt, kommen Lohnkosten von bis zu 120 Euro pro Quadratmeter hinzu. Vergesst weiterhin nicht die Kosten für die Terrassentür, die bei hochwertigen Modellen bei mehreren tausend Euro liegen können.

Welche allgemeinen Tipps zur Planung gibt es?

Grundsätzlich gibt es bei der Planung eines Balkons mehr zu beachten als bei der Terrasse, auch wenn sich diese Aussage nicht immer pauschalisieren lässt. Sobald dieser über einen öffentlichen Gehweg ragt, ist eine Baugenehmigung erforderlich. Für eine Terrasse benötigt ihr eine solche meist nicht. Wichtig ist nur, den erforderlichen Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten.

Beim Bau eines Balkons sind zahlreiche weitere Dinge zu beachten. So muss er zwingend mit einem Geländer und in den meisten Fällen auch mit einer Absturzsicherung versehen sein. Am besten informiert ihr euch vor dem Bau über die jeweiligen Bestimmungen, denn diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In der Regel muss das Balkongeländer aber mindestens 110 Zentimeter hoch sein. Ebenfalls zu beachten ist der Abstand zwischen den einzelnen Streben: Er muss mindestens zwölf Zentimeter betragen.

Ihr habt nun alles Wichtige zur Frage Balkon oder Terrasse erfahren und sicher längst eine Entscheidung gefällt. Für den Balkon sprechen die Höhe und die damit verbundene Aussicht, während eine Terrasse großzügiger gestaltet ist. Das Optimum ist sicher die Dachterrasse, denn sie verbindet die Vorzüge von Balkon und Terrasse.

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