Das intelligente Haus, bei dem alle Geräte vernetzt sind und miteinander kommunizieren, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nicht umsonst war das Thema Smarthome Schwerpunkt der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Wir werfen einen Blick in die Zukunft und stellen Ihnen die wichtigsten Smarthome-Trends für 2018 vor.

Grundlage der klugen Haustechnik sind miteinander vernetzte Endgeräte und Sensoren, die sich per App oder andere interaktive Oberflächen steuern lassen. Herzstück des Systems ist die „Home Base“ – über die zentrale Schnittstelle kommunizieren alle vernetzten Geräte per Funk miteinander.

Smarthome-Systeme werden in drei Bereichen eingesetzt:

➩ Komfort

➩ Energiesparen

➩ Sicherheit

Das Konzept des vernetzen Hauses hat sich stetig weiterentwickelt und wartet seither immer wieder mit neuen Anwendungen auf. Waren es anfänglich noch einzelne Geräte, die sich über Funksteckdosen steuern ließen, bieten Smarthome-Systeme heute ganze Szenarien an, die individuell konfigurierbar sind.

Derzeit sind laut Statista 15,7 Prozent aller Haushalte mit einem Smarthome-System ausgestattet. Bis 2022 soll sich diese Zahl mehr als verdoppeln.

Einer der wichtigsten Smarthome-Trends: Die Sprachsteuerung

Das intelligente Zuhause bringt Annehmlichkeiten mit sich, an die man sich schnell gewöhnen kann. Ob Licht, Heizung oder Rollläden – alles lässt sich bequem mit Tablet oder Smartphone steuern. Seit einiger Zeit macht die Sprachsteuerung herkömmlichen Steuerungssystemen Konkurrenz. Wenn man neuesten Smarthome-Trends glauben darf, wird aus dem derzeitigen Hype um den persönlichen Sprachassistenten ein Dauerbrenner werden. Die Sprachsteuerung birgt ein enormes Entwicklungspotenzial, das noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Wo bisher mit Hardware gesteuert wurde, reicht heute eine Sprachanweisung aus, um Geräte ein- oder auszuschalten oder festgelegte Szenarien abzurufen. Und nicht nur das – intelligente Sprachassistenten lernen stetig dazu. Sie analysieren dank künstlicher Intelligenz den Kontext, in dem der Nutzer bestimmte Anweisungen gibt. So stellen sich Sprachassistenten immer mehr auf das individuelle Verhaltensprofil jedes Nutzers ein und setzen Befehle zuverlässiger um.

Die intelligente Steuerung wird immer komplexer

Neue Smarthome-Systeme erlauben das Konfigurieren komplexer individueller Szenarien – sogenannter Situationen. Dabei werden verschiedene Geräte und Systeme über WLAN miteinander verknüpft. Mehrere Anwendungen können mit einem Fingertipp gleichzeitig aktiviert werden. Da kommt der neue WLAN-Standard 802.11ax gerade recht. Er geht 2018 mit neuen Routern und der vierfachen Geschwindigkeit an den Start.

Die Systemsoftware sorgt dafür, dass für den Fernsehabend alles perfekt vorbereitet ist. Beim Betreten des Wohnzimmers läuft bereits die Lieblingssendung, das Licht ist heruntergedimmt und die Rollläden sind heruntergelassen.

Wer morgens gut gelaunt in den Tag starten möchte, lässt sich von seinem Lieblingssong wecken, geht ins vorgewärmte Bad und wird in der Küche vom Kaffeevollautomaten mit herrlich duftendem Latte macchiato empfangen. Die Liste der Szenarien ließe sich beliebig erweitern – sie ist so lang wie die Fantasie des Nutzers.

Auch die intelligente Steuerung ist lernfähig und passt sich den Gewohnheiten der Bewohner an. Trägt der Nutzer eine Smartwatch, erkennt und ortet das System jeden Bewohner. Aufgrund der gesammelten Erfahrung stellt es Räume, die der Nutzer betritt, automatisch auf sein gewohntes Lieblingsszenario zu dieser Tageszeit ein. Vielleicht erklingt gedämpfte Musik und der Raum ist punktuell beleuchtet. Das System wird sogar aufgrund von Erfahrungswerten bestimmte Interaktionsmöglichkeiten vorschlagen, die auf dem Verhalten des Bewohners basieren.

Dies gilt auch für die Haustechnik. Bei einbrechender Dunkelheit schließen die Rollläden und Sie finden nach der Arbeit ein kuschlig warmes Zuhause vor. Im Sommer schaltet sich die Klimaanlage oder der Ventilator bei einer bestimmten Raumtemperatur automatisch ein.

Die intelligente Steuerung macht auch Schlüssel überflüssig. Haustür und Garagentor lassen sich mit einer App über das Smartphone verriegeln oder öffnen. Rasensprenger treten bei langer Trockenheit oder hohen Temperaturen selbstständig in Aktion.

Der Reigen der Geräte, die sich in das Smarthome System eingliedern lassen, scheint unbegrenzt. Auf der IFA wurde eine Waschmaschine vorgestellt, die selbstständig Verschmutzungsgrad und Material der Wäsche feststellt und Waschmittelmenge sowie Waschprogramm festlegt. Auch ein intelligentes Fenster, das bei verbrauchter Luft automatisch öffnet oder bei zu starker Sonneneinstrahlung verschattet, wurde vorgestellt.

Sicherheit 3.0 mit innovativen Smarthome-Systemen

Nach wie vor steht bei den Smarthome-Trends auch die Sicherheit im Fokus. Hier geht es darum, das Heim lückenlos zu überwachen und vor Eindringlingen zu schützen. Sind die Bewohner abwesend, hat die Systemsoftware alles im Blick.

Im Abwesenheits- oder Urlaubsmodus erwecken moderne Smarthome Systeme den Eindruck, die Bewohner seien zu Hause. Mal geht das Licht in der Küche, mal im Bad, mal im Wohnzimmer an. Mal erklingt Musik, mal Hundegebell oder Stimmen – mal ist das Geräusch eines Mixers oder Staubsaugers zu hören.

Hinzu kommt die Kameraüberwachung – inklusive automatischer Warnung per Smartphone, wenn Unbefugte das Haus betreten. Sensoren melden zusätzlich Wasserschäden oder Rauchentwicklung per SMS aufs Handy.

Smarthome-Trends beim Energiesparen

Innovative Smarthome Systeme zeigen nicht nur den Stromverbrauch aller vernetzten Geräte an, sie schlagen auch dem Stand-by-Modus ein Schnippchen, indem sie alle Geräte mit einem einzigen Vorgang ausschalten, wenn wir aus dem Haus gehen.

Ebenso werden wir informiert, wieviel die Photovoltaikanlage auf dem Dach gerade produziert. Außerdem regelt sich die Heizung automatisch herunter, sobald Fenster geöffnet werden.

Keine Frage, Smarthome-Systeme können viel zu mehr Komfort und Sicherheit beitragen und helfen auch noch Energie zu sparen. Wir dürfen gespannt sein, was in Zukunft alles so möglich sein wird.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem vernetzten Smarthome System gemacht? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Bildquelle: rawpixel | Unsplash

2 KOMMENTARE

  1. Smarthome wird auch im Jahr 2018 enorm wachsen. Besonders die Szenen rücken denke ich immer mehr in den Vordergrund. Zu Beginn wollte man einzelne Dosen oder Lampen steuern, aber das Große und Ganze wird ein wichtigeres Thema. Man will einfach immer mehr und ist vielleicht auch ein wenig experimentierfreudiger. Ich bin enorm gespannt, was die Hersteller sich einfallen lassen.

  2. Hallo Lukas,

    dank dir vielmals für deinen Kommentar. Auch wir sind sehr optimistisch, dass das Smarthome weiter wachsen wird. Spannend wird auch, wie sich die Sprachassistenten einfügen werden und welche sonstigen Innovationen es geben wird. Wir werden die Augen (und Ohren) offen halten und freuen uns auf das, was kommt.

    Viele Grüße vom BauMentor-Team.

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