Sprachassistenten – kurzfristiger Hype oder Technik der Zukunft?

In Science-Fiction-Filmen gerade noch belächelt und heute Alltag: Wir steuern unser Leben mithilfe von Sprachassistenten. Dass der Sprachassistent Anwendung im Alltag findet, ist ein vergleichsweise junger Trend. Allerdings ist dadurch ein großer Hype entstanden und die per Sprache gesteuerte Künstliche Intelligenz hat Einzug in viele Haushalte gefunden.

Offiziell werden Sprachassistenten als „Intelligente Persönliche Assistenten“ (IPA) bezeichnet. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine Software, die mit Sprache arbeitet. Das heißt, dass diese Sprache erkennen und analysieren kann und die Antwort in Form von Sprache zurückgibt. Auf diese Weise läuft die Interaktion zwischen Mensch und Technik natürlicher ab.

Was sind Sprachassistenten und wie funktionieren sie?

Die Intelligenten Persönlichen Assistenten arbeiten mit Spracherkennungs- und Parsingalgorithmen. Wird der Befehl erkannt, werden entsprechende Anwendungen eingeleitet. Handelt es sich um einen sehr fortschriftlichen Assistenten, so kann dieser auch Rückfragen stellen beziehungsweise um die Bestätigung des Befehls bitten.

In vielen Fällen beschränkt sich die Anwendung der Assistenten jedoch auf einfache Befehle und Anwendungen. Besitzer von Smartphones und Betriebssystemen eines jüngeren Datums haben gute Chancen, bereits Erfahrungen mit einem Assistenten gesammelt zu haben.

Bei vielen Herstellern sind Assistenzsysteme auf dem mobilen Gerät vorinstalliert. Beispiele für vorinstallierte Sprachassistenzsysteme sind Siri von Apple und Cortana von Microsoft.

Neben den auf mobilen Geräten vorinstallierten Assistenten gibt es mittlerweile auch intelligente Lautsprecher. Dazu gehören beispielsweise Google Home und Alexa von Amazon. Diese Geräte kommen in Form von smarten Lautsprechern in Ihr Zuhause und können so in den Wohn- und Büroräumen genutzt werden.

Neben den IPA wie Alexa, Google Home, Siri von Apple und Cortana von Microsoft gibt es noch Bixby von Samsung. Bei der Steuerung des Smarthomes hat im deutschen Raum Alexa von Amazon die Nase vorn.

Bei den Modellen für das Smarthome handelt es sich meist um Lautsprecher mit integrierten Mikrofonen und Computern. Die Märkte in anderen Ländern zeigen, dass uns auch hierzulande in Zukunft noch Modelle mit Bildschirm und eingebauter Kamera erwarten.

Was leistet ein Sprachassistent?

Kein Zweifel, die per Sprache gesteuerten Assistenten machen den Alltag einfacher. Per Sprachbefehl lassen Sie Ihre Lieblingsmusik abspielen oder geben Auskunft über die Uhrzeit. Doch es gibt noch einige weitere Fähigkeiten, die ein Sprachassistent beherrschen kann.

Dazu gehören unter anderem:

  • Verwaltung von Termine und Kontakten
  • Informationen zu Wetter und Verkehr
  • Abspielen von Playlisten bei Onlinebibliotheken
  • Wissensfragen beantworten
  • E-Mails und Nachrichten vorlesen
  • Wecker- und Timerfunktion
  • Nutzung verschiedener Webdienste
  • Witzige und freche Antworten generieren, so dass der Sprachassistent eine eigene Persönlichkeit erhält

Diese und ähnliche Fähigkeiten beherrschen Sprachassistenten häufig ab Werk. Damit sie im Heimnetzwerk genutzt werden können, müssen sie jedoch noch weitere Funktionen erfüllen.

Sprachassistenten im Heimnetzwerk

Ein Sprachassistent kann also Musik abspielen und Wissensfragen beantworten. Doch was können sie im Smarthome leisten? Viele Nutzer versprechen sich eine enorme Verbesserung des Komforts in ihren eigenen vier Wänden.

Bislang wird die Haustechnik in der Regel über eine Fernbedienung, das Smartphone oder das Tablet gesteuert. Befehle einfach auszusprechen und Aktionen alleine durch die Stimme herbeizuführen, klingt nach einer Szene aus einem Science-Fiction-Film.

Tatsächlich können Intelligente Persönliche Assistenten bereits ins Heimnetzwerk integriert werden und Bildschirme beziehungsweise Tastaturen komplett ersetzen. Dafür müssen sich die smarten Geräte jedoch mit anderen Geräten verbinden lassen. Möglich ist das beispielsweise mit dem Echo von Amazon und dem smarten Lautsprecher von Google.

Damit die Verbindung mit anderen Geräten gelingt, müssen die Hersteller ihre Systeme so gestalten, dass diese mit Geräten anderer Hersteller kompatibel sind. Hier steht natürlich auch der Gedanke im Raum, dass die Hersteller zunehmend eigene Produkte entwickeln, die sich mittels der eigenen Intelligenten Persönlichen Assistenten steuern lassen.

Heute schon können vernetzte Glühbirnen, Rollläden und Heizungsthermostate mittels Sprachbefehl gesteuert werden. Zudem sind die smarten Assistenten lernfähig und lernen ihre Nutzer immer besser kennen.

Freie Kapazitäten können für spezielle Apps rund um das Smarthome genutzt werden. Derzeit gilt der Echo von Amazon als beste Wahl für die Steuerung der Haustechnik.

Sprachassistenten als Smarthome-Ersatz (?)

Mensch und Künstliche Intelligenz kommunizieren ganz natürlich miteinander wie es auch von Mensch zu Mensch üblich ist. Eventuell kommt durch die Intelligenten Persönlichen Assistenten eine so große Umwälzung auf uns zu wie wir sie durch Apps und Touchscreens erfahren haben.

Wer sein Zuhause mit smarter Technik ausstattet, muss nicht mehr ständig auf einen Schalter drücken, um Licht, Heizung oder Rollläden zu kontrollieren. Dank moderner Geräte und Automatismen wird ein geregelter Ablauf im Smarthome möglich.

Bislang lief die Steuerung der Haustechnik über Fernbedienung oder Apps auf dem Smartphone oder dem Tablet. Sprachassistenten erlauben die Steuerung mit der Stimme.

Zuweilen ergeben sich im Alltag Schwierigkeiten bei der Nutzung eines Sprachassistenten. Häufig kommt es zwischen Nutzer und Künstlicher Intelligenz zu Verständigungsproblemen. Nicht immer entspricht der benötigte Sprachbefehl dem natürlichen Sprachfluss eines Menschen.

So sind häufig komplizierte Sprachbefehle notwendig, um die gewünschte Information zu erhalten beziehungsweise Aktion herbeizuführen. Hinzu kommt, dass Folgefragen und Folgebefehle oft nicht möglich sind.

Auch beim Datenschutz sehen Experten Mängel. Schließlich müssen die smarten Lautsprecher immer mithören, um ihren Einsatz nicht zu verpassen. Dabei können auch sensible Daten unter Umständen abgehört werden.

Außerdem lassen sich nicht alle Geräte im Haushalt mit jedem Assistenten verbinden. Gerät und Assistent müssen kompatibel sein oder mit speziellen Apps kompatibel gemacht werden.

Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Sprachassistent wie der smarte Lautsprecher von Amazon kein Display besitzt. Wird der Befehl nicht verstanden, gibt es keine Möglichkeit, das Gewünschte per Tasten oder Touchscreen zu erreichen.

Wie geht es weiter mit den Sprachassistenten?

Aktuell ist es noch zu früh, um zu beurteilen, ob Sprachassistenten zukünftig weiterhin auf Erfolgskurs bleiben oder wie andere gehypte Produkte wieder von der Bildfläche verschwinden werden. Lediglich von einem Trend zu sprechen wäre jedoch untertrieben.

Hinterlassen Sie gerne einen Kommentar, ob Sie zu den Sprachassistenten-Nutzern der ersten Stunde gehören oder eher zurückhaltend abwarten, wie sich dieser Technik-Hype entwickelt.

Bildquelle: Outsite Co | unsplash.com

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