Wie sieht es eigentlich mit dem Datenschutz im Smarthome aus? Was geschieht mit den gesammelten Daten und wie können Sie als Nutzer die Sicherheit beim Smarthome steigern? Wir verraten es Ihnen in diesem Beitrag.

Das Smarthome ist die Verbindung von verschiedenen Elementen mit Haushaltsgeräten zu einem gezielt vernetzten System. Wenn diese Einzellösungen automatisiert miteinander agieren sowie kommunizieren und zudem zentral gesteuert werden, spricht man von einem „intelligenten“ Heim. Das Ziel dabei ist immer ein Plus an Wohn- und Lebensqualität, an Sicherheit und an Effizienz bei der Energienutzung.

Alle vernetzten Geräte und Systeme sind zum Teil auch getagged. Das bedeutet, dass im Smarthome etwa Informationen zu Hersteller, Leistung und Produktnamen hinterlegt sind. Jedes Smarthome besitzt zudem eine eigene Programmierschnittstelle. Diese kann (auch) online angesprochen und über Apps gesteuert werden.

Das Smart Metering ist sozusagen ein Verwandter des Smarthome: Das vernetzte System mit intelligentem Zähler misst den Verbrauch und die Zeit der Nutzung von Wasser, Strom und Gas.

Smarthomes sammeln und speichern zahlreiche Daten

Angesichts dieser Möglichkeiten wird schnell klar, dass Smarthomes unzählige Daten erfassen und teilweise auch speichern. Die Vernetzung von Haustechnik, Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik erhöht den Umlauf personenbezogener Daten um ein Vielfaches.

Das erlaubt etwa das Erstellen von Nutzerprofilen in einem bislang nie möglichen Ausmaß. Diese Daten werden häufig in einer externen Cloud gespeichert – etwa für gezielte Marketingaktivitäten.

Was geschieht mit den gesammelten Daten?

Kundendaten wie Adressen, Sensordaten und andere Informationen werden von den Smarthome-Anbietern teils in Rechenzentren und teils auf der lokalen Steuerungszentrale ihres Unternehmens gespeichert.

Datenschützer befürchten, dass gerade die durch Sprachassistenten erhobenen Daten kommerziell genutzt und weiterverbreitet werden und so der Datenschutz im Smarthome gezielt ausgehebelt wird.

Welche Nachteile haben Smarthomes hinsichtlich der Datensicherheit?

Smarthomes bieten viele Vorteile. Es gibt allerdings noch weitere Sicherheitsbedenken rund um den Datenschutz im Smarthome. So ist es etwa grundsätzlich möglich, dass es dadurch zu Hackerangriffen kommt.

Auch der Schutz von gespeicherten personenbezogenen Daten wird von vielen Datenschützern als unzureichend gesehen. Datendiebe und Hacker könnten den digitalen Datenverkehr abfangen und die ausgelesenen Informationen zum Schaden der Betroffenen verwenden.

Besonders vorsichtig sollten Sie dann sein, wenn Sie Daten mit dem Anbietersystem oder in sozialen Netzwerken austauscht. Dieser Austausch kann für Kriminelle ein guter Ansatzpunkt für einen Betrug oder einen Angriff sein.

Wie kann der Nutzer die Sicherheit beim Smarthome steigern?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt daher, beim Kauf von smarten Geräten immer zwischen Funktionalität und Komfort sowie Datenschutz und Sicherheit abzuwägen.

Jeder Käufer sollte in Erfahrung bringen, welche Daten gesammelt und gespeichert werden. Hellhörig sollten Sie besonders dann werden, wenn personenbezogene Daten erfasst werden, die für das Funktionieren eines Dienstes gar nicht erforderlich sind. Lesen Sie daher unbedingt die Datenschutzerklärung gründlich durch.

Wenn Sie nicht verstehen, warum Daten gespeichert und außerhalb Ihres eigenen Bereichs genutzt werden, sollten Sie sich überlegen, ob Sie wirklich Teil eines Gesamtnetzwerks sein möchten.

Um vor Angriffen geschützt zu sein, muss zudem die Firmware eines Geräts von Herstellerseite automatisch und regelmäßig automatisiert werden. Zumindest sollte dieser seine Kunden in regelmäßigen Abständen über Updates informieren und so eine zeitnahe Installation gewährleisten.

Bei der Nutzung sollten Sie vor allem bei digitalen Sprachassistenten Vorsicht walten lassen, da diese ein beliebter Angriffspunkt sind, wenn es um den Datenschutz im Smarthome geht.

„Nicht alles verraten“ lautet hier die Devise: Denken Sie sorgfältig darüber nach, was Sie Ihrem Assistenten anvertrauen, oder welche Aufgaben Sie ihm geben. Die Sprachsteuerung mag zwar bequem sein, bietet aber keine absolute Sicherheit, dass die gesprochenen Informationen nicht vielleicht in falsche Hände geraten.

Auch auf die Sicherheit des WLAN-Netzes durch Firewalls und Verschlüsselung gilt es zu achten, um unerlaubten Angriffen von außen einen Riegel vorzuschieben.

So wirkt sich die DSGVO auf das Smarthome aus

Für die Verarbeitung und Speicherung von Kundendaten müssen Smarthome-Anbieter die schriftliche Erlaubnis des Nutzers einholen, bevor am 25. Mai 2018 die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft tritt. Gleichzeitig müssen die Anbieter sicherstellen, zu diesem Stichtag EU-DSGVO-konform zu arbeiten.

Die EU-DSGVO ist also auch in Sachen Datenschutz im Smarthome ein wichtiger Meilenstein und wird vermutlich für mehr Transparenz sorgen. Sie schreibt etwa den Smarthome-Anbietern vor, Nutzer sofort zu informieren, sollten Unbefugte auf ihre Daten zugreifen.

Die neue Verordnung ist allerdings nicht speziell auf die in technischer Hinsicht sehr komplexen Smarthome-Anwendungen zugeschnitten. Noch ist zudem nicht klar, wie Hersteller aus Nicht-EU-Ländern mit den auf Speicherorten außerhalb der EU gelagerten Informationen umgehen werden. Als Smarthome-Nutzer sollte für Sie daher künftig mehr denn je im Vordergrund stehen, welcher Anbieter in Sachen Datenschutz wirklich vertrauenswürdig erscheint.

Bildquelle: Bence Boros | unsplash.com

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