Das Fertighaus aus Holz ist eine wohngesunde Alternative zu gängigen Standardbauweisen. Das Bauen mit Holz hat zudem seit Jahrtausenden Tradition und wird heute auch im urbanen Bereich immer beliebter. Wir haben uns etwas näher damit befasst.

Von einem Fertighaus aus Holz spricht man streng genommen immer dann, wenn das Tragewerk aus Holz errichtet wurde. Welche Art der Wandfüllung zum Einsatz kommt, ob moderne Dämmmaterialien, Ziegel oder Stein, ändert nichts an dieser Zuordnung.

Das Fertighaus aus Holz und seine Varianten

Ein Fertighaus aus Holz kann in verschiedenen Varianten errichtet werden. Die häufigste Form der Konstruktion ist die Holzrahmenkonstruktion, auch Holzverbundweise genannt. Dabei wird aus Kanthölzern ein stabiler Holzrahmen (Holzriegel) errichtet. Dieser bildet das Tragegerüst der einzelnen Wandelemente.

Auf der Außenseite wird der Holzrahmen beplankt. Der Zwischenraum erhält eine Füllung aus Isolationsmaterial wie zum Beispiel Mineralwolle. Eine an der Innenseite der Konstruktion angebrachte Dampfbremse verhindert die Durchfeuchtung der Wände.

Abschließend wird die Holzrahmenkonstruktion auch innen durch eine Beplankung abgeschlossen. Dabei kommen meist Gipsfaserplatten oder Gipskarton zum Einsatz. An der Außenseite der Konstruktion kann ein klassischer Vollwärmeschutz angebracht werden.

Bei einer weiteren Variante, der Holzfachwerkkonstruktion, bleiben die tragenden Holzelemente des Hauses sichtbar. Sie ist vor allem beim Einsatz großzügiger Glaselemente beliebt.

Werden Holzbretter zu Platten und diese wiederum zu Vollholzwänden verleimt, spricht man von einer Holztafelkonstruktion. Die tragende Struktur bei diesem Fertighaus aus Holz bilden Vollholzwände. Luftkanäle in der Konstruktion erhöhen die Dämmwirkung der mehrschichtigen Außenwandkonstruktion aus Massivholz.

Die Vorteile eines Fertighauses aus Holz

Holz eignet sich als nachwachsender und natürlicher Rohstoff sehr gut für den Bau von Wohnhäusern, die ein gesundes Wohlfühlklima bieten. In Holzhäusern bildet sich weniger Hausstaub, was sich gerade bei Allergikern positiv auf die Atemwege auswirkt.

Das Fertighaus aus Holz muss nicht langwierig trocknen und kann sofort bezogen werden. Die leichte Konstruktion kommt auch mit schwierigen Bodenverhältnissen zurecht und stellt geringere Anforderungen an die Bodenfestigkeit.

Auch der Nutzflächengewinn von rund zehn Prozent im Vergleich zum Massivhaus spricht für das Bauen mit Holz. Ermöglicht wird das durch die deutlich geringere Stärke der Wände, die dennoch bei modernen Häusern einen guten Wärme- und Schallschutz erlauben.

Auch Umweltschutz- und Energiespargründe sprechen für das Fertighaus aus Holz. Das CO2-neutrale Baumaterial kann am Ende seiner Nutzungsdauer wiederverwertet werden. In Sachen Lebensdauer und Erhalt kann Holz mit anderen Baumaterialien heute problemlos mithalten.

Die Nachteile eines Holz-Fertighauses

Der Baustoff Holz bietet auch Nachteile. Er arbeitet das ganze Jahr über, was sich etwa in Form von Geräuschbelästigungen durch Knarren bemerkbar machen kann. Auch die gute Schallübertragung innerhalb des Hauses durch die dünneren Wände und die weniger effektive Trittschalldämmung kann sich negativ auswirken. Das macht sich besonders bei Doppelhäusern oder an stark befahrenen Straßen unangenehm bemerkbar.

Auch wenn sich in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren einiges zum Positiven verändert hat, so wird doch immer noch der geringere Wiederverkaufswert genannt, wenn es um Nachteile eines Holz-Fertighauses geht. Manche Banken bescheinigen dieser Bauart nach wie vor einen geringeren Werterhalt als Gebäuden, die in traditioneller Bauart errichtet wurden.

Worauf Sie beim Bauen mit Holz achten sollten

Beim Bauen mit Holz ist die korrekte Bauausführung besonders wichtig. Vorsicht ist etwa beim Verlegen von Rohren und Leitungen geboten, da man hier genügend Platz zum Ausgleich lassen und die Bewegungen des Holzes berücksichtigen muss.

Auch die Schallisolierung innerhalb des Hauses ist beim Bauen mit Holz ein wichtiges Thema. Zusatzmaßnahmen wie Estriche, Beschüttungen und die passende Wahl des Bodenbelags können die Körperschallübertragung zwischen den Geschossen deutlich verringern.

Im verkleideten Konstruktionsbereich sollte man auf einen ausreichenden Schutz vor Pilz- und Insektenbefall achten. Um stehendes Wasser zu vermeiden, sind zudem Dachüberhänge wichtig, damit das Wasser nicht direkt am Haus abläuft sowie Ablaufleitungen im Fundament.

Schon ein geringfügiger Eintritt von Feuchtigkeit kann über längere Zeit der tragenden Holzkonstruktion erheblich schaden. Daher sind besonders an den Bauteilanschlüssen gute Abdichtungen wichtig.

Bildquelle: kindfolk | unsplash.com

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