In jungen Jahren stehen die Familie und der Beruf im Vordergrund, doch wenn die Kinder aus dem Haus sind und wenn sich der Rentenbeginn am Horizont abzeichnet, wollen sich viele Menschen endlich den Traum vom Eigenheim erfüllen. Bauen im Alter ist im Trend, denn die Generation 50plus ist heute finanziell häufig gut positioniert und körperlich und mental so fit, dass man sich dieses Projekt noch zutraut. Was also müssen Sie beachten, wenn Sie jenseits der 50 ein Haus bauen wollen?

Wer sich den Wunsch nach einer eigenen Immobilie erfüllen will, steht häufig vor einem Dilemma. Wer gerade erst das Studium beendet hat, konzentriert sich in den ersten Jahren nach dem Berufseinstieg auf die Karriere.

Kaum hat man sich beruflich die ersten Lorbeeren verdient, steht eine Hochzeit mit der Gründung einer Familie an. Solange die Kinder klein sind, geht vielleicht nur ein Ehepartner arbeiten, damit sind die finanziellen Möglichkeiten für einen Hausbau begrenzt.

Im Lauf der Jahre ist es für beide Partner zunehmend möglich, ihre beruflichen Interessen zu verfolgen. Doch erst wenn die Kinder erwachsen sind und ihr eigenes Geld verdienen, hat man wieder mehr Zeit und Energie dafür, eigene Träume zu verwirklichen.

Meist ist die Generation 50plus zu diesem Zeitpunkt finanziell recht solide aufgestellt, denn wenn beide Partner über viele Jahre hinweg Geld verdient haben, ist ein gewisses monetäres Polster vorhanden. Vor diesem Hintergrund ist es sehr verständlich, dass sich Bauen im Alter einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

Gibt es das perfekte Alter für den Bau eines Eigenheims?

So groß der Traum von einer eigenen Immobilie sein mag, so sehr gilt leider auch: Ein perfektes Alter für die Verwirklichung dieses Wunsches gibt es nicht.

Wer gerade erst am Anfang seiner beruflichen Entwicklung steht, hat zwar noch ein ganzes Leben lang Zeit, ein Darlehen für ein Haus zu finanzieren. Die finanziellen Rücklagen sind allerdings meist noch nicht so hoch, dass man 20 bis 30 Prozent Eigenkapital in eine Finanzierung einbringen könnte.

Wenn außerdem eine Familie zu ernähren ist und vorübergehend nur ein Verdienst gegeben ist, stehen viele Banken der Vergabe eines Darlehens skeptisch gegenüber. Deshalb ist es für junge Leute oft sehr schwierig, ein Bankdarlehen zu vernünftigen Konditionen zu bekommen.

Mit zunehmendem Alter hat man vielleicht die Chance, Rücklagen anzusparen und Eigenkapital vorzulegen. Trotzdem betrachtet die Bank einen Kreditnehmer jenseits der 50 mit einem gewissen Vorbehalt, weil dann die Chance besteht, dass er ein Darlehen mit langer Laufzeit nicht mehr zurückzahlen kann.

Sofern Sie also den Traum von einer eigenen Immobilie realisieren wollen, sollten Sie sich klar machen, dass es das perfekte Alter dafür nicht gibt. Bauen im Alter ist gerade deshalb heute keine Seltenheit mehr und lässt sich erfolgreich realisieren, wenn Sie ein paar Tipps beachten.

Welche Anforderungen haben Personen über 50 an ein Haus?

Im Lauf der Jahre wandeln sich die Vorstellungen vom ganz persönlichen Traumhaus. Während man als junger Familienvater vielleicht ein kleines Reihenhaus oder ein Einfamilienhaus im Grünen erwerben würde, haben ältere Menschen im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt ganz andere Ideen.

Beim Bauen im Alter steht häufig die seniorengerechte Ausstattung eines Hauses im Vordergrund. Vielleicht sollen sich alle Räume auf einer Ebene befinden, ein Keller ist möglicherweise nicht mehr nötig.

Die Zugänge dürfen barrierefrei sein, Treppen möchte man vermutlich vermeiden. Unter Umständen denkt man auch schon an rollstuhlgerechte Türen und an eine gut zugängliche Schlafstätte.

Besonders große Bedeutung hat beim Bauen im Alter häufig die Badezimmerausstattung. Eine Badewanne ist vielleicht nicht mehr gewünscht, und wenn sie doch favorisiert wird, baut man zusätzlich stabile Haltegriffe ein. Eine bodentiefe Dusche mit breiten Zugängen gehört heute beim Bauen im Alter zum Standard, damit auch ältere und behinderte Menschen so lange wie möglich ohne fremde Hilfe duschen können.

Welche Vorteile hat das Bauen im Alter?

Wenn sich die Generation 50plus für den Bau eines Hauses entscheidet, darf sie sich voll und ganz auf ihre eigenen Wünsche konzentrieren. Es ist dann nicht mehr nötig, die Anforderungen von mehreren Generationen, von Eltern und kleinen Kindern miteinander zu vereinbaren.

Sie können sich vielmehr vollständig auf das ausrichten, was für Sie persönlich wichtig ist. Beim Bau selbst haben Sie Zeit und Muße, Ihr Projekt Schritt für Schritt zu verfolgen.

Vielleicht können Sie vorübergehend beruflich ein wenig kürzer treten, um Ihr Bauvorhaben mit aller Kraft und mit Ihrer gesamten Energie zu verfolgen. Bauen im Alter kann sich somit zu einem Projekt entwickeln, das Sie mit sehr viel Leidenschaft und Begeisterung voranbringen, bis der Tag des Einzugs endlich vor der Tür steht.

Warum lohnt es sich nicht immer, in höherem Alter zu bauen?

Ihrem Traum vom Eigenheim steht mit zunehmendem Alter die Herausforderung der Finanzierung gegenüber. Bauen im Alter ist bei den meisten Banken nicht sehr beliebt. Wenn Sie mit 50 Jahren noch ein Darlehen mit einer anfänglichen Tilgungsleistung von einem Prozent aufnehmen, sind Sie im Durchschnitt rund 80 Jahre, bis das Darlehen zurückgezahlt ist, sofern Sie keine Sonderzahlungen leisten.

Das bedeutet, die Rückzahlung Ihres Immobiliendarlehens reicht bis weit in Ihren Ruhestand hinein. Viele Banken sehen die Gefahr, dass Rentner ihre Darlehensverpflichtungen nicht dauerhaft zuverlässig erfüllen können, weil die Rente zu gering ist.

Deshalb sollten Sie unbedingt mit genügend Eigenkapital an den Start gehen und Ihr Bauvorhaben insgesamt von Anfang an auf ein solides finanzielles Fundament stellen. Dazu gehört auch, abgeschlossene Lebensversicherungen für die Tilgung einzubauen, damit Sie so schnell wie möglich schuldenfrei sind.

Welche Tipps sollten Sie für das Bauen im Alter berücksichtigen?

Wenn Sie sich im Alter von über 50 Jahren dazu entschließen, sich den Traum von der eigenen Immobilie zu erfüllen, sollten Sie ein paar Tipps beherzigen. Sie helfen Ihnen dabei, schneller und entspannter in die eigenen vier Wände zu kommen und Ihr neues Leben in Ihrem Eigenheim schon bald zu genießen.

  1. Kalkulieren Sie die Kosten für den Bau Ihrer Immobilie so realistisch wie möglich.
  2. Bringen Sie mindestens 50 Prozent Eigenkapital ein und vereinbaren Sie eine hohe jährliche Tilgung.
  3. Gestalten Sie Ihr Eigenheim altersgerecht, ohne dabei Ihr vorhandenes Budget aus den Augen zu lassen.
  4. Ziehen Sie Ihr Bauprojekt zügig durch, damit Sie schon bald Ihr Leben in Ihrem Traumhaus genießen dürfen.
  5. Leisten Sie Sonderzahlungen für Ihr Darlehen, wann immer es Ihnen finanziell möglich ist.

Der Traum vom Bauen im Alter muss kein schöner Traum bleiben, wenn Sie sich konsequent an einige wenige Richtlinien halten. Gerne können Sie uns einen Kommentar hinterlassen und von Ihren persönlichen Erfahrungen vom Bauen im Alter berichten.

Bildquelle: Matthew Bennett

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